Die Restaurierung des Klosters Hude: Ein nationales Kulturerbe im Wandel der Zeit

Einleitung

Das Kloster Hude, einstige Zisterzienserabtei im niedersächsischen Landkreis Oldenburg, stellt ein bedeutendes nationales Kulturerbe dar. Diese historische Anlage, deren Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, durchläuft derzeit eine erneute Phase der Restaurierung und Erhaltung. Die Klosterruine, die als Staffageelement in den von Witzlebenschen Gutspark integriert ist, erlangte 1987 den Status eines nationalen und kulturellen Denkmals von besonderer Bedeutung. Derzeit werden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, um die nahezu 800-jährige Backsteinbauwerksubstanz zu erhalten und für zukünftige Generationen zugänglich zu machen. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte des Klosters, die bisherigen Restaurierungsbemühungen und die aktuellen Projekte zur Erhaltung dieses einzigartigen kulturellen Erbes.

Historischer Hintergrund

Das ehemalige Zisterzienserkloster Hude wurde 1232 durch den Grafen von Oldenburg gegründet und von Mönchen aus Marienthal bei Helmstedt besiedelt. Die Wahl des Bauplatzes in einem abgelegenen Bachtal und die Anordnung der Gebäude entsprechen der traditionellen Bauweise der Zisterzienser. Die Klosterkirche diente lange Zeit als Grablege der Oldenburger Grafen, was die historische Bedeutung der Anlage unterstreicht.

Im Jahr 1482 gelangte das Kloster unter die Landesherrschaft des Bischofs von Münster, was den Beginn seines Niedergangs einleitete. Dieser Prozess kulminierte im Jahr 1533 mit dem Abzug der letzten Mönche und der Freigabe der Gebäude zum Abriss. Auch nach der späteren Rückkehr der Besitzung an die Oldenburger Grafen hielt dieser Trend an. Die Gebäude wurden zunächst in ein gräfliches Vorwerk umgewandelt und 1693 schließlich an die Familie von Witzleben als adliges Gut verkauft.

Seit 1693 befindet sich das Klosterareal im Besitz der Familie von Witzleben, das kulturelle Erbe wird mittlerweile in der zehnten Generation weitergegeben. Die Familie von Witzleben darauf bedacht, dass diese historische Anlage auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Heute besteht die erhaltene Anlage aus der beeindruckenden Ruine der Klosterkirche, der ehemaligen Torkapelle St. Elisabeth, Resten des ehemaligen Abtshauses im jetzigen Gutshaus, einer Wassermühle, dem Kloster-Museum und der Klosterschänke.

Vorherige Restaurierungsmaßnahmen

Die erste bedeutende Restaurierungsmaßnahme an der Klosterruine Hude erfolgte im Jahr 1987. In diesem Jahr wurde die Ruine für 2,1 Millionen Mark saniert. Diese Sanierung war aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen notwendig, da ansonsten eine sichere Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit nicht mehr möglich gewesen wäre. Im selben Jahr wurde die Zisterzienser Klosterruine durch den Bundesinnenminister zum nationalen und kulturellen Denkmal von besonderer Bedeutung erklärt, was den hohen kulturellen und historischen Wert unterstreicht, der der Anlage beigemessen wird.

Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen wurde ein befestigtes und besucherfreundliches Wegesystem geschaffen, das eine sichere Begehung des Geländes ermöglicht. Ebenfalls wurde das bereits bestehende Klostermuseum ausgebaut und renoviert, um die Öffentlichkeitsarbeit zu erweitern und das kulturelle Erbe Interessierten näher zu bringen.

Seit 1997 wird die Klosterruine an die Gemeinde Hude verpachtet. Diese Kooperationsarbeit zwischen der Gutsverwaltung von Witzleben und der Gemeinde Hude ermöglicht es, dass die Ruine sowohl touristisch als auch kulturell in vollem Umfang genutzt werden kann. Die enge Zusammenarbeit zwischen privatem Eigentümer und öffentlicher Hand hat sich als effektives Modell für den Erhalt und die Nutzung von Kulturerbe erwiesen.

Aktuelle Restaurierungsprojekte

Im Jahr 2023 wurde eine weitere bedeutende Phase der Restaurierungsmaßnahmen an der Klosterruine Hude eingeleitet. Diese Maßnahme ist durch die Bewilligung von Fördermitteln ermöglicht worden, die aus dem Denkmalpflegeprogramm des Bundes und des Landes Niedersachsen stammen. Bund und Land haben für die Bezuschussung der Sanierung der Klosterruine grünes Licht gegeben.

Die Fördergelder aus dem Denkmalpflegeprogramm des Bundes in Höhe von 260.000 Euro stehen laut Grotelüschen zum Abruf bereit. Der ebenso hohe Anteil des Landes soll nach Angaben von Thümler noch im August freigegeben werden. Sobald die Gelder vollständig bereitstehen, können Bauunternehmen mit der Einrüstung des Gemäuers und der aufwendigen Handsanierung beauftragt werden.

Die aktuellen Restaurierungsarbeiten konzentrieren sich auf das Mauerwerk der nahezu 800 Jahre alten Backsteinbau. Dabei werden die vielen losen Steine einzeln bearbeitet, was eine äußerst aufwendige Handarbeit erfordert. Die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen am Mauerwerk werden laut Rademacher etwa ein Jahr in Anspruch nehmen.

Aufgrund der Sicherheitsbedenken hat die Gemeinde Hude den öffentlichen Zugang zum Ruinengelände derzeit durch einen Zaun gesperrt. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um Besucher vor möglichen Gefahren durch instabiles Mauerwerk zu schützen. Die geplanten Sanierungsarbeiten werden nicht nur die Sicherheit für die zukünftige Besucherschaft gewährleisten, sondern auch das architektonische Erbe für kommende Generationen bewahren.

Zukunfts Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten

Für das Klosterareal Hude ergeben sich durch die Integration in den Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest neue Möglichkeiten. Diese Integration ist für den Herbst des Jahres geplant und könnte wichtige Chancen für das geschichtsträchtige Ensemble bringen. Die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Bildung und Kultur der Gemeinde Hude zeigten sich begeistert von den Plänen und stimmten einstimmig für die Integration.

Teil der Beschlussvorlage ist, dass die Gemeinde Hude analog zum Landkreis einen jährlichen Betrag von 22.500 Euro als Umlage zur Verfügung stellt. Auch sollen die Ergebnisse des Zusammenschlusses innerhalb einer dreijährigen Evaluationsphase jährlich evaluiert werden.

Die Integration in den Naturpark bietet mehrere Vorteile. Einerseits ermöglicht es eine effizientere Abbau bürokratischer Aufgaben und andererseits die Möglichkeit, vom Know-how des Zweckverbands zu profitieren. Wie Landrat Christian Pundt betonte, habe sich der Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest stetig weiterentwickelt und breiter aufgestellt. Unter seinem Dach könnten die Ziele für das Klosterensemble umgesetzt werden.

Die Integration bietet auch Chancen für zusätzliche Fördermittel. Durch die Einbindung in den Naturpark könnte das Klosterareal von einer breiteren Palette an Förderprogrammen profitieren, die auf Erhalt und Entwicklung von Kulturlandschaften abzielen. Werner Lingenau (SPD) freut sich über die Unterstützung für den Verein, den Ausblick auf Fördermittel, und "dass unser Kloster die Bedeutung bekommt, die es wert ist."

Fazit

Die Restaurierung des Klosters Hude stellt ein bedeutendes Projekt zum Erhalt nationalen Kulturerbes dar. Die historische Anlage, deren Ursprünge im 13. Jahrhundert liegen, durchläuft eine erneute Phase der Sanierung, die durch Fördermittel des Bundes und des Landes ermöglicht wird. Die aktuellen Maßnahmen konzentrieren sich auf die Erhaltung des fast 800 Jahre alten Backsteinmauerwerks, das aufwendige Handarbeit erfordert.

Die Zusammenarbeit zwischen der Gutsverwaltung von Witzleben als privatem Eigentümer, der Gemeinde Hude und dem Verein "Freunde des Klosters Hude" hat sich als effektives Modell für den Erhalt und die Nutzung von Kulturerbe erwiesen. Die zukünftige Integration in den Naturpark Wildeshauser Geest eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung des Areals und die Sicherung langfristiger Fördermittel.

Die Sanierung der Klosterruine dient nicht nur der Bewahrung des architektonischen Erbes, sondern auch der Sicherung der Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit. So kann das Kloster Hude auch in Zukunft als Ort der Ruhe und Erholung dienen, wie es der Zisterziensermönch Bernhard von Clairvaux beschrieb: "In diesen alten Orten der geistigen Sammlung öffnet sich der Mensch, es geschieht etwas mit ihm. Ruhe und Erholung stellen sich ein."

Quellen

  1. Gutsverwaltung von Witzleben - Klosterruine Hude - Förderung Restaurierung
  2. Straße der Megalithkultur - Das Kloster Hude
  3. NWZonline - Klosterareal Hude Aufnahme in Naturpark Wildeshauser Geest eröffnet neue Chancen
  4. Weser-Kurier - Ein Masterplan für das Klosterareal
  5. Wikipedia - Kloster Hude
  6. Freunde des Klosters Hude e.V.

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