Kloster Maria Laach: 13-Millionen-Euro-Investition für Zukunftsfähigkeit und Gastfreundschaft

Einleitung

Die Benediktinerabtei Maria Laach in der Eifel befindet sich seit 2020 umfassenden Baumaßnahmen, die das Kloster für die Zukunft rüsten sollen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 13 Millionen Euro werden das Seehotel erweitert, eine neue Gaststätte gebaut und das bestehende Hotel renoviert. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Kloster "attraktiver und zeitgemäßer" zu gestalten und im Wettbewerb mit anderen touristischen destinations der Region bestehen zu können. Jährlich besuchen etwa 700.000 Gäste Maria Laach, darunter Tagestouristen, Seminarteilnehmer und Urlauber. Die Investitionen sollen die bekannte benediktinische Gastfreundschaft in Maria Laach einen angemessenen Platz geben und das Kloster als "Stätte lebendiger Begegnung" für heute und die Zukunft etablieren.

Umfangreiche Bauprojekte in der Abtei Maria Laach

Die Baumaßnahmen in Maria Laach umfassen drei zentrale Projekte, die in enger Abstimmung geplant und umgesetzt werden. Diese Projekte sind die Erweiterung des Seehotels, der Bau einer neuen Gaststätte und die Revitalisierung des bestehenden Hotels. Der Baubeginn war ursprünglich für den Sommer 2020 geplant, wobei die Arbeiten im Hotelbereich bereits im Sommer 2020 begonnen haben.

Hotelerweiterung und -modernisierung

Das Herzstück der Bauprojekte bildet die Erweiterung und Modernisierung des Seehotels Maria Laach. Zwischen dem Hotel und der Villa Reuter entsteht ein neuer Erweiterungsbau mit 44 bis 45 Doppelzimmern und Tagungsräumen auf drei Etagen. Der Entwurf für diesen Bau stammt vom Andernacher Architekten Andreas Rahmig und zeichnet sich durch eine Lamellenfassade aus. Das angrenzende denkmalgeschützte Alte Forsthaus wird in dieses Gesamtkonzept integriert, um die historische Bausubstanz mit den neuen Anforderungen zu verbinden.

Parallel dazu wird das bestehende Hotel grundlegend renoviert. Hierbei werden die heute 69 Einzel- und Doppelzimmer zu 46 modernen Doppelzimmern zusammengelegt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Hotelkapazitäten zu optimieren und den Gästen komfortablere Unterkünfte zu bieten. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Familienfreundlichkeit gelegt: Von den 55 Doppelzimmern im Hotel sind sieben speziell als Familienzimmer konzipiert, die den Bedürfnissen von Reisenden mit Kindern gerecht werden.

Neubau der Klostergaststätte

Ein weiteres Schlüsselprojekt ist der Neubau der Klostergaststätte. Diese wird auf dem Gelände der Hotelgarage bei der Gärtnerei errichtet und soll Platz für bis zu 300 Gäste bieten. Das Konzept für die neue Gaststätte stammt von einem Architektenbüro aus Vallendar. Die neue gastronomische Einrichtung wird den Tagesbesuchern mehr Raum zum Verweilen bieten und dabei besondere Aussichtspunkte auf den Laacher See bzw. die Kirche ermöglichen.

Zusätzlich zur Hauptgaststätte sind zwei Plätze zum Verweilen sowie ein Spielplatz geplant. Diese Elemente sollen insbesondere junge Familien ansprechen und ihnen ermöglichen, sich in Maria Laach noch wohler zu fühlen. "Junge Familien sollen sich in Zukunft noch mehr in Maria Laach geborgen fühlen", erklärt Philipp Lohse, der kaufmännische Leiter der Abtei.

Motivation und Vision hinter den Baumaßnahmen

Die umfangreichen Bauprojekte in Maria Laach sind nicht nur rein bauliche Maßnahmen, sondern Ausdruck einer klaren strategischen Vision. Das Motto "Maria Laach. Stätte lebendiger Begegnung. Heute und in Zukunft" fasst die Intention hinter den Investitionen zusammen. Die Benediktinerabtei versteht sich als Haus der Begegnung, in dem "alle Fremden, die kommen, aufgenommen werden wie Christus", wie es in der Mönchsregel von Benedikt formuliert ist.

Wirtschaftliche Notwendigkeit und Sanierungsstau

Eine wesentliche Motivation für die Baumaßnahmen liegt in der wirtschaftlichen Notwendigkeit, das Kloster langfristig zu erhalten. Wie Philipp Lohse, der kaufmännische Leiter der Abtei, betont: "Wir können den Ort nicht anders erhalten, als durch die Einkünfte, die durch die Betriebe des Klosters erwirtschaftet werden." Klöster erhalten keine Kirchensteuer, weshalb die Erträge aus den 14 mittelständigen Betrieben des Klosters, die rund 250 Angestellten beschäftigen, für den Unterhalt der Gebäude unerlässlich sind.

Insbesondere die Ausstattung des Seehotels und der Gaststätte war nicht mehr zeitgemäß und wies einen fast 30-jährigen Investitionsstau auf. "Die Ausstattung des Seehotels und der Gaststätte sind dagegen nicht mehr zeitgemäß und weisen einen fast 30-jährigen Investitionsstau auf", erläutert Lohse. Dieser Sanierungsstau machte eine grundlegende Erneuerung notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. "Der Laacher See ist auch unabhängig vom Kloster interessant", konstatiert Lohse, weshalb Maria Laach sich touristisch attraktiver präsentieren müsse.

Ideale der Benediktinergemeinschaft

Die Aufnahme von Gästen ist eine wesentliche Klosteraufgabe, die in den Bauplanungen zentral berücksichtigt wird. "Die Aufnahme von Gästen als eine wesentliche Klosteraufgabe 'wird so zum Motiv für die Bauplanungen', so Pater Petrus Nowack", Prior-Administrator der Abtei. In Klostergaststätte und Seehotel werde zugleich jenes Geld verdient, welches das Klosterleben ermögliche und den Ort erhalte. Das Ideal der Mönche sei es, von ihrer Hände Arbeit zu leben.

Die Benediktiner möchten mit den Maßnahmen "dass wir ein offenes Haus sind, auch dem Tourismus und Familien gegenüber", wie Philipp Lohse erklärt. Die Investitionen sollen das Klosterleben stärken und den Gästen ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. "Die Menschen sollen sich hier angenommen und wohl fühlen", betont Pater Petrus Nowack.

Finanzielle Aspekte und wirtschaftliche Grundlagen

Die 13-Millionen-Euro-Investition stellt für die Abtei Maria Laach eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Finanziert wird das Projekt ausschließlich durch die Einnahmen der Klosterbetriebe, da das Kloster keine direkten Kirchensteuer-Einnahmen erhält. Die Abtei kann sich dabei als mittelständisches Unternehmen mit 250 Mitarbeitern und 14 verschiedenen Betrieben verstehen.

Die wirtschaftliche Basis der Abtei ist vielfältig und umfasst neben dem Seehotel und der geplanten Gaststätte auch eine Buch- und Kunsthandlung, eine Gärtnerei sowie eine Schreinerei, die in der Villa Reuter repräsentiert wird. Viele der 14 Betriebe bleiben für die Gäste jedoch unsichtbar hinter den Klostermauern. Die Einnahmen aus diesen Betrieben sind notwendig, um nicht nur die Bauprojekte, sondern auch den laufenden Unterhalt der Gebäude zu finanzieren.

Allein die Instandhaltung der Gebäude stellt eine enorme Herausforderung dar: Die Abtei verfügt über 38.000 Quadratmeter Dachfläche und fast sieben Kilometer Kanalsystem auf einer Gesamtfläche von 131.000 Quadratmetern. Hinzu kommen spezielle Herausforderungen wie die Müllbeseitigung im Naturschutzgebiet Laacher See, die eine stete Aufgabe darstellt.

Zeitplan und Umsetzungsstrategie

Die Baumaßnahmen in Maria Laach wurden sorgfältig geplant, um den Betrieb des Klosters und der angeschlossenen Betriebe so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass die Arbeiten im Sommer 2020 beginnen und der erste Teilabschnitt bereits zu Ostern 2021 abgeschlossen sein sollte.

Tatsächlich begannen die umfangreichen Umbaumaßnahmen am Seehotel im Sommer 2020, und die Neueröffnung des ersten Teilabschnitts erfol planmäßig zu Ostern 2021. Zu diesem Zeitpunkt konnte das Hotel bereits mehr Tagungsgäste, Urlauber und Familien in seinen Räumlichkeiten begrüßen und beherbergen. Die Planungen harmonieren dabei mit den Entwicklungen der im Bau befindlichen Klostergaststätte, die ebenfalls familienfreundliche Elemente wie einen Kinderspielplatz anbieten wird.

Der genaue Zeitplan für die gesamten Bauprojekte wurde in den Berichten nicht vollständig dargestellt, jedoch wurde betont, dass die Maßnahmen in der Reihenfolge Hotelerweiterung, Neubau der Gaststätte und Revitalisierung des bestehenden Hotels erfolgen sollen. Der genaue Ablauf hängt von der Erteilung aller notwendigen Genehmigungen und der finalen Finanzierungsregelungen ab.

Erwartete Wirkungen und zukünftige Entwicklung

Die umfangreichen Baumaßnahmen in Maria Laach sollen das Kloster auf mehrere Ebenen nachhaltig verändern und stärken. Einerseits geht es um die infrastrukturelle Modernisierung, um den gestiegenen Anforderungen an touristische Einrichtungen gerecht zu werden. Andererseits stehen die Maßnahmen im Einklang mit der spirituellen und kulturellen Mission der Benediktinerabtei.

Stärkung des Tourismus in der Eifelregion

Mit den neuen und modernisierten Einrichtungen passt sich Maria Laach in die touristischen Konzepte der gesamten Eifelregion ein. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Attraktivität des Standorts zu erhöhen und mehr Besucher anzuziehen. Besonders die Kombination aus spiritueller Erfahrung, kultureller Angebote und touristischer Infrastruktur soll Maria Laach als einzigartiges Reiseziel etablieren.

"Das Gesicht von Maria Laach wird sich ein bisschen ändern", sagt Philipp Lohse, betont jedoch gleichzeitig: "Trotz der Veränderungen bleibt das Klostergelände grundsätzlich weiterhin wie es ist." Die Identität des Klosters als Ort der Gastfreundschaft und des spirituellen Rückzugs soll erhalten bleiben, während gleichzeitig die Rahmenbedingungen für moderne Besucheranforderungen geschaffen werden.

Erhalt des kulturellen Erbes

Die Bauprojekte in Maria Laach sind auch ein Beitrag zum Erhalt des reichen kulturellen Erbes der Abtei. Die Benediktinerabtei, die seit ihrer Gründung im Jahr 1093 immer wieder aus- und umgebaut wurde, stellt mit den aktuellen Maßnahmen sicher, dass ihre Bausubstanz auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Ein Zeichen dieses Engagements ist die jüngst abgeschlossene Renovierung der Orgel der Abteikirche, die im Januar 2018 mit einer feierlichen Orgelweihe und einer anschließenden Orgelfestwoche begangen wurde. "Wir bringen mit den Gaben der Heiligen Drei Könige unserer renovierten Orgel und unser gesungenes Gotteslob mit an die Krippe", sagt Pater Philipp, der Projektleiter der Renovierung. Solche Maßnahmen unterstreichen die Bedeutung, die die Abtei auf die Pflege ihrer kulturellen Traditionen legt.

Fazit

Die 13-Millionen-Euro-Investition der Benediktinerabtei Maria Laach in die Erweiterung und Modernisierung ihrer touristischen Einrichtungen stellt eine weitreichende strategische Entscheidung dar. Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Kloster als "Stätte lebendiger Begegnung" für die Zukunft zu rüsten, ohne seine spirituelle und kulturelle Identität zu verlieren. Die Finanzierung ausschließlich durch die Einnahmen der Klosterbetriebe unterstreicht die wirtschaftliche Eigenständigkeit und das unternehmerische Handeln der Abtei.

Mit dem Neubau der Gaststätte, der Erweiterung des Seehotels und der Modernisierung der Hotelzimmer schafft Maria Laach die Voraussetzungen, um auch in Zukunft die jährlich etwa 700.000 Besucher angemempfangen und beherbergen zu können. Die besonderen Berücksichtigungen für Familien, die Schaffung attraktiver Aufenthaltsbereiche und die Integration moderner Tagungsmöglichkeiten machen das Kloster zu einem vielseitigen touristischen Angebot in der Eifelregion.

Die Bauprojekte sind somit mehr als nur bauliche Maßnahmen – sie sind eine Investition in die Zukunft der Benediktinerabtei Maria Laach, die ihre gastfreundschaftliche Tradition mit den Anforderungen der modernen Tourismuswirtschaft verbindet und so sicherstellt, dass der Ort als "Stätte lebendiger Begegnung" auch weiterhin eine zentrale Rolle im geistlichen und kulturellen Leben der Region einnehmen kann.

Quellen

  1. tn-deutschland.com
  2. vulkanregion-laacher-see.de
  3. bistum-trier.de
  4. ga.de
  5. rhein-zeitung.de

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