Sanierung des Kombibads Spandau Süd: Verzögerungen und Planungen für die Zukunft

Einleitung

Das Kombibad Spandau Süd ist eine zentrale soziale und sportliche Einrichtung im Berliner Bezirk Spandau, die seit ihrer Eröffnung im Jahr 1974 als kombinierte Hallen- und Freizeiteinrichtung dient. Die Anlage erfüllt wichtige Funktionen für die Schwimmausbildung, den Schulsport und die Naherholung der Bevölkerung. Im Jahr 2018 besuchten etwa 94.000 Personen das Bad, was seine Bedeutung für den Bezirk unterstreicht. Im Rahmen des vom Senat verabschiedeten Bäderkonzepts 2025, das die Sanierung aller Freibäder im Zeitraum 2017-2027 vorsieht, steht auch das Kombibad Spandau Süd vor einer umfassenden Modernisierung. Dieser Artikel beleuchtet den aktuellen Stand der Sanierungspläne, die damit verbundenen Herausforderungen und die Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft.

Aktuelle Situation und Schließungsgründe

Das Sommerbad des Kombibads Spandau Süd steht seit Sommer 2023 nicht mehr zur Verfügung. Die Ursache für die Schließung liegt in maroden Rohrleitungen, die für die Verteilung von Chlor in den Schwimmbecken verantwortlich sind. Diese technischen Mängel machen eine Nutzung der Becken unmöglich und erfordern dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen.

Die Schließung des Sommerbades hat erhebliche Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft. Für die Spandauer Bürgerinnen und Bürger bleibt mit dem begrenzten Sommerbad Staaken-West nur eine eingeschränkte Alternative zur Verfügung. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, die nach der Pandemie wieder Schwimmen lernen möchten, sowie Vereine und Schulen, die die Anlage für ihren Trainings- und Unterrichtsbetrieb nutzten.

Renovierungspläne und Zeitplan

Die Sanierung des Kombibads Spandau Süd ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Berliner Bäderbetriebe. Laut aktuellen Planungen sollen die Arbeiten im Herbst 2025 beginnen, mit einem geplanten Fertigstellungstermin Ende Juni 2026. Damit wäre die Anlage nach voraussichtlich drei Jahren Bauzeit wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die geplante Sanierung umfasst den Austausch der maroden Rohrleitungen sowie weitere Maßnahmen zur Modernisierung der Anlage. Die Finanzierung der Arbeiten erfolgt durch Fördergelder des Bundes und des Landes Berlin. Der finale Finanzierungsbescheid liegt bereits vor, und der Bauantrag wurde genehmigt. Derzeit befinden sich die Planungsarbeiten in der finalen Phase.

Finanzierungsprobleme und politische Forderungen

Trotz der positiven Nachrichten über die genehmigten Fördergelder und den Zeitplan gibt es weiterhin erhebliche Herausforderungen bei der Finanzierung der Sanierung. Aktuelle Berichte aus Oktober 2024 deuten darauf hin, dass das Bad auch im Jahr 2025 nicht wiedereröffnet werden wird, da bisher keine Finanzierungszusage der Senatsverwaltung für Inneres und Sport vorliegt. Ohne diese Zusicherung können keine Ausschreibungen für die erforderlichen Arbeiten erfolgen.

Die politische Vertretung des Bezirks Spandau hat sich des Themas angenommen. CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben einen gemeinsamen Antrag eingereicht, in dem sie das Bezirksamt Spandau auffordern, sich bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport für eine schnelle Finanzierungszusage gegenüber den Berliner Bäder-Betrieben einzusetzen.

Arndt Meißner, Fraktionsvorsitzender der CDU-Spandau, betonte: "Es ist nicht hinnehmbar, dass das Sommerbad weiter geschlossen bleibt und den Spandauern lediglich das begrenzte Sommerbad Staaken-West bleibt. Die Sanierung muss endlich vorangehen, damit die Spandauer Bürgerinnen und Bürger ihre Freizeit wieder vor Ort genießen können."

Auch die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstreicht die Bedeutung der Anlage: "Das Sommerbad Spandau-Süd ist ein zentraler Ort für die Schwimmausbildung und Naherholung in Spandau. Die Innensenatorin muss die Finanzierung sicherstellen, damit die Sanierung schnellstmöglich umgesetzt wird."

Die Fraktion Die Linke in der BVV Spandau kritisiert die Situation scharf. Elmas Wieczorek-Hahn, sportpolitische Sprecherin, vergleicht die andauernden Verzögerungen mit den Problemen beim Bau des Flughafens BER: "Es wirkt wie beim BER. Das Kombibad Spandau Süd sollte schon vor zwei Jahren wieder öffnen! Die andauernden Verzögerungen gehen zu Lasten der Menschen in Spandau. Insbesondere der Kinder, die nach der Pandemie endlich schwimmen lernen wollen."

Wieczorek-Hahn weiter: "Ich fordere die zuständigen Stellen auf Landesebene - die Berliner Bäderbetriebe, die Senatsverwaltung und das Abgeordnetenhaus als Haushaltsgeber - auf, umgehend zu einer Lösung zu kommen und die Sanierung anzugehen."

Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft

Die Schließung des Sommerbades hat erhebliche Auswirkungen auf verschiedene Nutzergruppen. Für Familien mit Kindern bedeutet die Schließung, dass sie auf andere Freizeiteinrichtungen ausweichen müssen. Besonders betroffen sind diejenigen, die Baby- und Kinderschwimmkurse besuchten, die seit 2023 nicht mehr stattfinden konnten.

Auch für Schulen und Vereine stellt die Schließung eine Herausforderung dar. Das Kombibad diente nicht nur dem reinen Freizeitvergnügen, sondern war auch ein wichtiger Ort für die Schwimmausbildung und den Schulsport. Die Suche nach alternativen Standorten für diese Aktivitäten ist schwierig, da die Kapazitäten in anderen Bädern begrenzt sind.

Darüber hinaus hat die Schließung auch soziale Auswirkungen. Das Kombibad war ein zentraler Ort für die soziale Integration im Bezirk, an dem sich Menschen aus verschiedenen Bevölkerungsschichten trafen und austauschten. Die lang andauernde Schließung führt dazu, dass diese sozialen Kontakte verloren gehen und das Gemeinschaftsgelebnis fehlt.

Vergleich mit anderen Berliner Schwimmbadsanierungen

Die Sanierung des Kombibads Spandau Süd ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Berliner Bäderbetriebe. Der Vorstandsvorsitzende Johannes Kleinsorg kündigte bei einer Pressekonferenz an, dass im laufenden Jahr mit der Sanierung von vier Bädern begonnen werden soll. Dazu zählen das Kombibad Mariendorf, das Stadtbad Schöneberg, das Sommerbad Spandau Süd und das Außenbecken im Stadtbad Tiergarten.

Für diese Vorhaben hat man ein Volumen von 50 Millionen Euro veranschlagt. Die geplante Bauzeit liegt je nach Standort zwischen einem und drei Jahren. Bereits abgeschlossen sind die Sanierungen des Paracelsus-Bads, des Wellenbads am Spreewaldplatz und der Schwimmhalle in der Zingster Straße. Auch das Stadtbad Tiergarten und die Kleine Schwimmhalle Wuhlheide sind fertiggestellt worden.

Insgesamt fallen für diese Sanierungskampagne Kosten in Höhe von rund 210 Millionen Euro an. Nach Aussage von Kleinsorg befinden sich die Berliner Bäderbetriebe damit auf dem "Höhepunkt" der gegenwärtigen Investitionsstrategie.

Neben den bereits laufenden Projekten gibt es jedoch noch eine "lange Liste von Bädern", die saniert werden müssen. Dazu gehört unter anderem die stillgelegte Neue Halle des Stadtbads Charlottenburg. Auch für die Zukunft sind weitere Großprojekte geplant, darunter ein Hybridgebäude aus Hochhaus und Schwimmbad in der Holzmarktstraße, ein Multifunktionsbad in Pankow, eine Schwimmhalle auf dem Gelände des Bades Spandau Süd und ein Kombibad am Kienberg.

Kleinsorg räumte jedoch ein, dass die Realisierung dieser Projekte von der aktuellen Finanzlage abhängt. Die Berliner Bäderbetriebe müssen sich mit den Herausforderungen eines alternden Gebäudebestands und steigender Baukosten auseinandersetzen, während gleichzeitig die Erwartungen der Nutzer an moderne und energieeffiziente Anlagen wachsen.

Weitere Sanierungsprojekte in Spandau

Neben dem Kombibad Spandau Süd gibt es weitere Sanierungsprojekte im Bezirk Spandau, die für die lokale Gemeinschaft relevant sind. Das Schwimmbad des SC Siemensstadt in Berlin-Spandau steht beispielsweise vor einer umfassenden Sanierung, die für 2025 geplant ist. Nach Jahrzehnten ohne größere Renovierungen sollen Schwimmbecken, technische Einrichtungen sowie das Dach und die Fassade energetisch saniert werden.

Der Verein hat bereits die Ausschreibung für die Sanierungsarbeiten gestartet, wobei die Struktur des Gebäudes intakt bleibt. Aufgrund eines Defekts ist das Kinderbecken derzeit gesperrt, und Babyschwimmkurse können seit 2023 nicht mehr stattfinden. Während der Sanierungsphase müssen alle Badegäste des SC Siemensstadt auf Alternativen umsteigen, da das Schwimmbad im Jahr 2025 komplett schließen wird.

Teamleiter Enrico Giese erklärte, dass für die Schwimmkurse und das Abteilungsschwimmen des Vereins nach Ersatzmöglichkeiten gesucht wird, wobei der Landessportbund Unterstützung bietet. Diese Sanierung markiert den ersten größeren Umbau der Anlage, und der Verein plant, das gesamte Sportzentrum an die aktuellen Bedürfnisse der örtlichen Bevölkerung anzupassen. Dies geschieht im Kontext des zunehmenden Wohnungsbaus in der Region, insbesondere mit den Projekten "neues Gartenfeld" und "Siemensstadt-Square", die Tausende von neuen Wohnungen schaffen werden.

Zukunftsaussichten und Perspektiven

Trotz der aktuellen Herausforderungen gibt es Grund zur vorsichtigen Optimismus. Lassen sich die Finanzierungsfragen klären, könnte das Kombibad Spandau Süd nach der Sanierung eine modernere und effizientere Anlage bieten. Die Modernisierung wird nicht nur die technischen Mängel beheben, sondern auch die Attraktivität der Anlage für zukünftige Generationen sichern.

Die Sanierung im Kontext des Bäderkonzepts 2025 zeigt, dass der Senat die Bedeutung öffentlicher Badeanstalten für die Lebensqualität in Berlin erkennt. Mit Investitionen in Höhe von rund 210 Millionen Euro für bereits laufende Projekte und weiteren geplanten Maßnahmen wird versucht, die Berliner Bäderlandschaft an die aktuellen Anforderungen anzupassen.

Für die Nutzer des Kombibads Spandau Süd bedeutet die Sanierung zwar eine vorübergehende Einschränkung, langfristig jedoch eine Verbesserung der Angebote und Dienstleistungen. Die Erwartung, dass sich die Situation 2026 "deutlich verbessern und entspannen wird" wie von den Berliner Bäderbetrieben prognostiziert, gibt Anlass zu hoffen, dass die Wartezeit auf eine erneuerte Anlage sich lohnen wird.

Fazit

Die Sanierung des Kombibads Spandau Süd steht vor erheblichen Herausforderungen, die sich vor allem in Form von Verzögerungen bei der Finanzierung äußern. Die seit Sommer 2023 geschlossene Freizeiteinrichtung ist ein wichtiges soziales und sportliches Zentrum im Bezirk Spandau, dessen Fertigstellung für die lokale Gemeinschaft von großer Bedeutung ist.

Die Pläne der Berliner Bäderbetriebe sehen einen Baubeginn im Herbst 2025 und eine Fertigstellung Ende Juni 2026 vor. Diese Zeitpläne hängen jedoch entscheidend von der baldigen Zusage der benötigten Finanzierungsmittel durch die Senatsverwaltung für Inneres und Sport ab. Die politische Forderung nach einer zügigen Umsetzung der Sanierung wird von allen Parteien im Bezirk geteilt.

Die Sanierung des Kombibads Spandau Süd ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Berliner Bäderbetriebe, das mit Investitionen in Höhe von rund 210 Millionen Euro die Bäderlandschaft Berlins erneuern soll. Dieses Programm zeigt die Bedeutung öffentlicher Badeanstalten für die Lebensqualität in der Hauptstadt auf.

Für die Spandauer Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Sanierung eine vorübergehende Einschränkung, die jedoch durch eine modernisierte und zukunftsfähige Anlage belohnt werden soll. Die schnelle Lösung der Finanzierungsfragen und die termingerechte Fertigstellung der Sanierung sind entscheidend, um die Vertrauenskrise in die Planungsstabilität öffentlicher Bauprojekte in Berlin zu überwinden und den Bürgern die versprochene Verbesserung der Infrastruktur zu liefern.

Quellen

  1. Berlin Spandau-Süd: Sanierung eines Kombibades
  2. Die Brandenburger: Berlin: Sanierung von vier Bädern geplant
  3. Berliner Bäder: Baustart im Sommerbad im Herbst 2025
  4. CDU-Fraktion Spandau: Sommerbad Spandau-Süd schneller Sanieren
  5. Linksfraktion Spandau: Endlose Verzögerungen Eröffnung Kombibad Spandau Süd
  6. Mein Berlin: Große Sanierung Schwimmbad in Spandau schließt 2025 für Badegäste

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