Komplettsanierung des Kreishaus Recklinghausen: Von der Sanierung zum modernen Verwaltungsgebäude

Einleitung

Das Kreishaus Recklinghausen befindet sich seit 1979 im Dienst der Kreisverwaltung. Nach über vier Jahrzehnten des Betriebs hat sich das Gebäude mit einer Gesamtfläche von 32.000 Quadratmetern, das in fünf Bauteile gegliedert ist, in einem Zustand befunden, der eine umfassende Sanierung erfordert. Im Jahr 2023 begann eine der größten Bauprojekte in der Geschichte des Kreises Recklinghausen: die Komplettsanierung des Verwaltungsgebäudes. Dieses Vorhaben, das voraussichtlich bis 2029 andauern wird, verwandelt nicht nur das Äußere des Gebäudes, sondern modernisiert auch alle technischen Anlagen und schafft eine optimierte Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter sowie eine verbesserte Dienstleistungserbringung für die Bürgerinnen und Bürger. Der vorliegende Artikel beleuchtet die Hintergründe der Sanierung, die geplanten Maßnahmen und die damit verbundenen Herausforderungen.

Hintergrund und aktueller Zustand des Gebäudes

Das Kreishaus Recklinghausen wurde im Jahr 1979 errichtet und seitdem lediglich verschiedenen optischen Renovierungsmaßnahmen und laufenden Instandhaltungsarbeiten unterzogen. Das Gebäude erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 32.000 Quadratmetern und ist in fünf separate Bauteile strukturiert. Diese Aufteilung stellt sowohl für die Nutzer als auch für die Verwaltung eine Herausforderung dar, da die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen durch die räumliche Trennung erschwert wird.

Nach über 40 Jahren des Betriebs haben sich im Gebäude erhebliche Mängel und Defizite angesammelt, die nicht nur die Funktionalität, sondern auch die Sicherheit und Effizienz des Gebäudes beeinträchtigen. Die ursprüngliche Planung und Ausstattung des Gebäudes entspricht nicht mehr den modernen Anforderungen an Bürogebäude, insbesondere was die technische Infrastruktur, die Energieeffizienz und die Barrierefreiheit betrifft.

Gründe für die umfassende Sanierung

Eine eingehende Untersuchung durch Sachverständige Baugutachter und Fachingenieure hat umfangreiche Mängel in verschiedenen Bereichen des Gebäudes festgestellt. Diese Mängel waren der entscheidende Auslöser für die Entscheidung, eine umfassende Sanierung statt nur kleinerer Reparaturen oder kosmetischer Maßnahmen durchzuführen.

Die Hauptproblembereiche, die eine Sanierung zwingend erforderlich machten, sind:

  1. Brandschutz: Die Brandschutzanlagen und -konstruktionen des Gebäudes entsprechen nicht mehr den aktuellen Vorschriften und Sicherheitsstandards. Dies stellt ein erhebliches Risiko für die Sicherheit der Mitarbeiter und Besucher dar.

  2. Elektrotechnische Infrastruktur: Die elektrotechnische Anlage des Gebäudes ist veraltet und entspricht nicht mehr den Anforderungen an moderne Bürogebäude. Die Kapazität und Verteilung der elektrischen Anlagen sind für den aktuellen und zukünftigen Bedarf unzureichend.

  3. Lüftungstechnische Anlagen: Die Lüftungssysteme sind ineffizient und in einem schlechten Zustand. Sie tragen weder zu einem angenehmen Raumklima bei noch erfüllen sie die Anforderungen an die Luftqualität in Bürogebäuden.

  4. Gebäudeleittechnik: Die Steuerungs- und Überwachungssysteme für die technischen Anlagen des Gebäudes sind veraltet und ineffizient. Eine Modernisierung dieser Systeme ist notwendig, um den Energieverbrauch zu optimieren und die Betriebskosten zu senken.

Diese Mängel machen nicht nur eine Sanierung, sondern eine grundlegende Modernisierung des Gebäudes erforderlich, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Effizienz des Betriebs zu steigern.

Planung und Umsetzung der Sanierung

Die Planung der Sanierung des Kreishauses Recklinghausen wurde durch ein europaweites Vergabeverfahren durchgeführt, bei dem sich die assmann gruppe als Generalplaner qualifizieren konnte. Dieses Verfahren stellt sicher, dass das Projekt von erfahrenen Fachleisten mit nachgewiesener Kompetenz durchgeführt wird.

Die Planungsgrundlage für die Sanierung umfasst mehrere zentrale Elemente:

  1. Neuaufbau der Fassade: Die äußere Hülle des Gebäudes wird vollständig erneuert, um nicht nur das Erscheinungsbild zu verbessern, sondern auch die energetische Effizienz zu steigern.

  2. Fast vollständiger Rückbau des Innenausbaus: Die meisten inneren Strukturen des Gebäudes werden entfernt, um die Grundrisse grundlegend den aktuellen Bedürfnissen anzupassen.

  3. Erneuerung der Technischen Gebäudeausrüstung: Alle technischen Anlagen des Gebäudes, einschließlich Heizung, Lüftung, Elektrotechnik und Gebäudetechnik, werden vollständig erneuert.

  4. Anpassung der Grundrisse: Die inneren Strukturen werden neu gestaltet, um eine effiziente und moderne Arbeitsumgebung zu schaffen, die den Bedürfnissen der Kreisverwaltung entspricht.

  5. Schaffung eines schadstofffreien Gebäudes: Ein wichtiges Ziel der Sanierung ist die Beseitigung aller potenziellen Schadstoffe im Gebäude, um eine gesunde Arbeits- und Aufenthaltsatmosphäre zu gewährleisten.

Die assmann gruppe ist als Generalplaner für das Projekt verantwortlich und umfasst verschiedene Fachbereiche:

  • Machbarkeitsstudie
  • Generalplanung (Objektplanung für Gebäude, Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung, Baumanagement)
  • Küchenplanung
  • Umzugsplanung

Die Architektur des Projekts wird von assmann architekten bearbeitet, während die visuelle Dokumentation von der 3dpixel company erfolgt.

Bauabschnitte und Zwischenlösungen

Die Sanierung des Kreishauses Recklinghausen wird in vier Bauabschnitten durchgeführt, wobei der laufende Dienstbetrieb aufrechterhalten werden muss. Diese Vorgehensweise stellt eine besondere Herausforderung dar, da während der Bauphase die Verwaltungsfunktionen des Kreises weiterhin gewährleistet werden müssen.

Die bauabschnittsweise Freiziehung und Sanierung der Bauteile erfordert die Einrichtung verschiedener Interimslösungen:

  1. Interimslösungen im Bestand: In nicht sanierten Bereichen des Gebäudes werden vorübergehende Arbeits- und Dienstleistungsbereiche eingerichtet.

  2. Externe angemietete Liegenschaften: Für einige Abteilungen werden externe Büros angemietet, um während der Sanierungsarbeiten ausreichend Platz zu bieten.

  3. Containerlösungen: In Fällen, in denen weder Bestandsflächen noch externe Liegenschaften ausreichen, werden temporäre Containerlösungen eingesetzt.

Diese Maßnahmen stellen sicher, dass die Verwaltung des Kreises Recklinghausen auch während der langen Sanierungsphase voll funktionsfähig bleibt und die Dienstleistungen für die Bürger uneingeschränkt erbracht werden können.

Architektonische und technische Innovationen

Die Sanierung des Kreishauses Recklinghausen geht weit über eine reine Instandsetzung hinaus und schafft ein modernes, effizientes und zukunftsfähiges Verwaltungsgebäude. Die geplanten Innovationen betreffen sowohl die architektonische Gestaltung als auch die technische Ausstattung des Gebäudes.

Architektonische Neugestaltung

Die Grundrisse des Gebäudes werden grundlegend auf die Bedürfnisse des Auftraggebers, des Kreises Recklinghausen, neu angepasst. Diese Anpassung umfasst:

  • Schaffung offener und kommunikativer Arbeitsbereiche
  • Optimierung der Verkehrswege und Kommunikation zwischen den Abteilungen
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch moderne und flexible Bürokonzepte
  • Berücksichtigung von barrierefreien Zugängen und Arbeitsplätzen

Die neue architektonische Gestaltung zielt darauf ab, eine moderne Arbeitskultur zu fördern, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen zu erleichtern und eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Technische Modernisierung

Die technische Ausstattung des Gebäudes wird vollständig erneuert, um den aktuellen Standards zu entsprechen und die Effizienz zu steigern:

  1. Energetische Optimierung: Durch die Erneuerung der Fassade, die Installation moderner Fenster und die Dämmung des Gebäudes wird der Energieverbrauch signifikant reduziert.

  2. Photovoltaikanlagen: Auf dem Dach des Gebäudes werden Photovoltaikanlagen installiert, um erneuerbare Energie zu erzeugen und den Strombezug zu reduzieren.

  3. Begrünte Dächer: Die Dächer des Gebäudes werden begrünt, um die Wasserretention zu verbessern, die Biodiversität zu erhöhen und die thermische Isolation zu verbessern.

  4. Moderne Gebäudetechnik: Die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik wird durch moderne, energieeffiziente Systeme ersetzt, die den Komfort verbessern und die Betriebskosten senken.

  5. Intelligente Gebäudesteuerung: Eine moderne Gebäudeleittechnik ermöglicht die zentrale Steuerung und Überwachung aller technischen Anlagen, um die Effizienz weiter zu steigern.

Diese technischen Innovationen werden nicht nur die Funktionalität des Gebäudes verbessern, sondern auch zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Verwaltung beitragen.

Äußere Transformation

Die äußere Erscheinung des Kreishauses Recklinghausen wird durch die Sanierung grundlegend verändert. Die neue Fassade des Gebäudes wird sich durch eine gediegene Gestaltung in Grau-Abstufungen auszeichnen, die dem Gebäude ein modernes und repräsentatives Versehen verleiht.

Die Neugestaltung der Fassade dient nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern erfüllt auch wichtige technische Funktionen:

  1. Verbesserte Wärmedämmung: Die neue Fassade wird eine deutlich bessere Wärmedämmung aufweisen, was zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs beiträgt.

  2. Schutz vor Witterungseinflüssen: Die neue Fassade bietet einen besseren Schutz gegen Niederschlag, Wind und andere Witterungseinflüsse, was die Langlebigkeit des Gebäudes erhöht.

  3. Optimales Tageslicht: Die Gestaltung der Fassade berücksichtigt die optimale Nutzung von Tageslicht, um den Energieverbrauch für Beleuchtung zu reduzieren und eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Die äußere Transformation des Gebäudes wird dazu beitragen, dass das Kreishaus Recklinghausen zukünftig als modernes und repräsentatives Verwaltungsgebäude wahrgenommen wird, das den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht.

Neue Bürgerzone und verbesserte Dienstleistungen

Ein wichtiges Element der Sanierung ist die Schaffung einer neuen zentralen Bürgerzone im Kreishaus. Diese Bürgerzone wurde bereits im Oktober 2025 eröffnet und dient als zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die die Dienstleistungen des Kreises in Anspruch nehmen möchten.

Die neue Bürgerzone bietet mehrere Vorteile:

  1. Zentrale Anlaufstelle: Bürger müssen nicht mehr durch das gesamte Gebäude irren, um die richtige Abteilung zu finden. Alle wichtigen Dienstleistungen sind an einem Ort gebündelt.

  2. Verbesserte Servicequalität: Die Bürgerzone ist so gestaltet, dass die Abwicklung von Anträgen und anderen Verwaltungsvorgängen effizienter und benutzerfreundlicher ist.

  3. Moderne Ausstattung: Die Bürgerzone ist mit modernster Technik ausgestattet, die die Bearbeitung von Anträgen beschleunigt und die Transparenz erhöht.

  4. Barrierefreiheit: Die Bürgerzone ist vollständig barrierefrei gestaltet, um allen Bürgern den Zugang zu den Dienstleistungen des Kreises zu ermöglichen.

Die Einführung der Bürgerzone ist ein wichtiger Schritt zur Modernisierung der Verwaltung und zur Verbesserung der Servicequalität für die Bürger des Kreises Recklinghausen.

Zeitplan und Abschluss des Projekts

Die Sanierung des Kreishauses Recklinghausen ist ein langfristiges Projekt, das von 2023 bis voraussichtlich 2029 dauern wird. Der erste Gebäudetrakt wurde bereits weitgehend entkernt, sodass mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten begonnen werden konnte.

Während der gesamten Bauphase müssen Mitarbeiter und Bürger mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen. Die Sanierung im laufenden Betrieb erfordert besondere organisatorische Maßnahmen und die Einrichtung von Interimslösungen, um die Funktionsfähigkeit der Verwaltung zu gewährleisten.

Die Fertigstellung des Projekts ist für das Jahr 2029 geplant. Bis dahin wird das Kreishaus Recklinghausen zu einem modernen, effizienten und zukunftsfähigen Verwaltungsgebäude umgewandelt sein, das den Anforderungen der Kreisverwaltung und ihrer Bürger entspricht.

Fazit

Die Komplettsanierung des Kreishauses Recklinghausen ist eines der größten und wichtigsten Bauprojekte in der Geschichte des Kreises. Das seit 1979 bestehende Gebäude, das bisher nur kosmetischen Renovierungen unterzogen wurde, benötigt eine grundlegende Modernisierung, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Effizienz zu steigern.

Die Sanierung, die von der assmann gruppe als Generalplaner durchgeführt wird, umfasst die Neugestaltung der Fassade, den fast vollständigen Rückbau des Innenausbaus, die Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung und die Anpassung der Grundrisse an die aktuellen Bedürfnisse. Ein wichtiges Ziel ist die Schaffung eines schadstofffreien Gebäudes, das moderne Standards erfüllt.

Die Sanierung erfolgt in vier Bauabschnitten im laufenden Dienstbetrieb, was die Einrichtung von Interimslösungen in nicht sanierten Bereichen, in externen Liegenschaften und in Containern erforderlich macht. Trotz dieser Herausforderungen wird die Verwaltungsfunktion des Kreises während der gesamten Bauphase aufrechterhalten.

Ein besonderes Merkmal der Sanierung ist die Schaffung einer neuen zentralen Bürgerzone, die den Bürgern den Zugang zu den Dienstleistungen des Kreises erleichtert. Die äußere Erscheinung des Gebäudes wird durch eine moderne Fassade in Grau-Abstufungen neu gestaltet, während technische Innovationen wie Photovoltaikanlagen und begrünte Dächer die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz des Gebäudes verbessern.

Die Sanierung des Kreishauses Recklinghausen wird das Gebäude in ein modernes, effizientes und zukunftsfähiges Verwaltungsgebäude verwandeln, das den Anforderungen des Kreises und seiner Bürger für die nächsten Jahrzehnte gerecht werden wird.

Quellen

  1. assmann gruppe - Kreishaus Recklinghausen
  2. Recklinghäuser Zeitung - Millionen-Sanierung: So wird das "neue" Kreishaus in Zukunft aussehen
  3. Recklinghäuser Zeitung - Recklinghäuser Kreishaus: Neue Bürgerzone eröffnet
  4. Kreis Recklinghausen - Kreishaus

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