Vom grauen Bauwerk zum Markenzeichen: Die Komplettsanierung des Berufskollegs Kuniberg

Einleitung

Das Berufskolleg Kuniberg in Recklinghausen hat in den vergangenen Jahren eine umfassende Transformation erfahren. Aus einem grauen und veralteten Bau ist ein modernes, energetisch optimiertes und architektonisch herausragendes Bildungszentrum entstanden. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung standen zwei Großprojekte: die energetische Sanierung des Hauptgebäudes und der Neubau des multifunktionalen Forums, das die alte, baufällige Aula ersetzt. Dieser Artikel beleuchtet die Herausforderungen, Lösungsansätze und Erfolge dieser umfassenden Sanierungsmaßnahmen, die nicht nur die bauliche Substanz verbesserten, sondern auch die Attraktivität der Schule für Schüler und Lehrkräfte deutlich steigerten.

Hintergrund und Ausgangslage

Das Berufskolleg Kuniberg in Recklinghausen war vor der Sanierung ein in die Jahre gekommenes Bauwerk, das dringend modernisiert werden musste. Das Gebäude wies eine komplexe Grundstruktur in Form eines Windrades auf und verfügte über eine nur gering gedämmte Fassade aus Waschbetonplatten. Die Sanierung stellte eine besondere Herausforderung dar, da sie bei laufendem Betrieb mit 2.200 Schülern und 90 Lehrkräften durchgeführt werden musste. Dies erforderte eine exzellente Organisation und termingenaue Planung, um den Schulbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Ein weiteres Problem stellte die alte Aula dar, die aufgrund maroder Bausubstanz, Feuchtigkeit im Kellerbereich und überholter Bühnentechnik eine aufwändige Instandsetzung erfordert hätte. Statistisch gesehen wäre die Sanierung des Altbaus zu aufwändig und kostspielig geworden, sodass der Abriss und ein Neubau die wirtschaftlichere Lösung darstellten.

Die energetische Sanierung des Hauptgebäudes sowie der Neubau des Forums wurden vom Kreis Recklinghausen als Träger der Schule initiiert und durchgeführt. Für die Planung zeichnete das Architekturbüro Wallmeier Stummbillig aus Herne verantwortlich, das bereits Erfahrung mit komplexen Schulbauprojekten vorweisen konnte.

Die energetische Sanierung des Hauptgebäudes

Fassadensanierung mit innovativem Konzept

Ein zentraler Bestandteil der Sanierung war die Erneuerung der Fassade des Hauptgebäudes. Die Bestandsfassade aus Waschbetonplatten konnte nicht einfach abgerissen werden, da sie statisch gesichert und für die Aufnahme zusätzlicher Lasten ertüchtigt werden musste. Zudem wies die Fassade viele bauliche Toleranzen auf, die es bei der Neugestaltung zu berücksichtigen galt.

Die Architektin Sandra Wessels beschrieb die Fassadensanierung als "besondere Herausforderung". Die komplexe Grundstruktur des Gebäudes in Windradform erforderte eine durchdachte Planung, um sowohl ästhetische als auch funktionale Ansprüche zu erfüllen. Die Lösung bestand in einem komplett neuen gestalterischen Fassadenkonzept, das in zeitgemäßer Architektur über eine differenzierte Profilierung und Farbgestaltung einer neuen vorgehängten Metallfassade mit integrierten Fensterbändern dem Gebäude ein völlig neues Image verlieh.

Für die Außenwirkung sorgt bandbeschichteter Stahl der Marke Pladur von ThyssenKrupp Steel Europe. Die Fassadenpaneele sind auf einer dreiteiligen Unterkonstruktion befestigt, durch die die großen Toleranzen ausgeglichen werden. Diese innovative Lösung ermöglichte nicht nur eine optisch ansprechende Gestaltung, sondern auch eine erhebliche Verbesserung der Energieeffizienz.

Energieeffizienz und Dämmung

Dank der sehr guten Dämmung der neuen Fassade konnte der Primärbedarf an Energie um rund 50 Prozent gesenkt werden. Dieser signifikante Einsparungseffekt trug maßgeblich dazu bei, das Projekt als nachhaltige und zukunftsfähige Lösung für den Schulbau zu positionieren. Die Verwendung von hochwertigen Materialien und modernen Dämmtechnologien machte das Gebäude zu einem Vorzeigeprojekt im Bereich energetischer Sanierung im Schulbau.

Innengestaltung und Funktionalität

Neben der Fassadensanierung wurde auch das Innere des Gebäudes umgestaltet, um die Nutzungsqualität zu verbessern und neue Räumlichkeiten zu schaffen. Durch die Umgestaltung des Eingangsfoyers konnte mehr Raum gewonnen werden, die Cafeteria wurde vergrößert und neu platziert, sowie ein weiteres Lehrerzimmer eingerichtet. Diese Maßnahmen trugen maßgeblich zur Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen bei und erhöhen die Attraktivität des Standorts für Lehrkräfte und Schüler.

Die komplexe Terminkoordination während der Sanierung erforderte eine pünktliche Materiallieferung in mehreren Paketen. ThyssenKrupp Steel Europe lieferte das Vormaterial an das Unternehmen DWT Systembau, das das Material zu Stahlpaneelen verarbeitete und die Montage plante sowie umsetzte. Diese präzise Organisation ermöglichte eine reibungslose Durchführung der Arbeiten trotz des laufenden Schulbetriebs.

Das multifunktionale Forum als neues Herzstück

Planung und Konzept

Nach der Sanierung des Haupthauses und der Sporthalle war der Abriss der alten Aula unvermeidlich geworden. Die Instandsetzung des in die Jahre gekommenen Aula-Gebäudes mit einer maroden Bausubstanz, Feuchtigkeit im Kellerbereich und einer überholten Bühnentechnik wäre zu aufwändig geworden. An dieser Stelle entstand das neue multifunktionale Forum, das als architektonischer Abschluss des Gebäude-Dreiklangs (Hauptgebäude, Sporthalle und Forum) konzipiert wurde.

Das neue Forum wurde von der Planungs-GmbH Wallmeier Stummbillig konzipiert und sollte multifunktional nutzbar sein. Es bietet bei Großveranstaltungen Platz für knapp 290 Besucherinnen und Besucher, kann aber in mehrere Räume unterteilt werden und ist daher für unterschiedliche schulische Zwecke nutzbar. Diese Flexibilität macht es zu einem vielseitigen Raum für Abschlussfeiern, Klausuren oder Fachunterricht.

Bauablauf und Zeitplan

Die Arbeiten an der neuen Aula für das Kuniberg Berufskolleg gingen zügig voran. Bereits waren rund 90 Prozent der Vergaben der Arbeiten an dem zukünftigen multifunktionalen Forum abgeschlossen. Schulleiterin Michaela Korte und Landrat Cay Süberkrüb konnten sich ein Bild von den aktuellen Baumaßnahmen machen. "Bereits der Rohbau lässt erkennen, dass hier für die Schule etwas Besonderes entsteht", so Landrat Süberkrüb.

Der Kreis Recklinghausen baute bis zum Ende des Jahres an der Schule für rund 3 Millionen Euro das neue Gebäude. Die Fundamentplatte, der Rohbau und die Stahlgrundkonstruktion für das Dach wurden frühzeitig fertiggestellt, woraufhin die Elektro-Rohinstallationen starteten und das Trapezblechdach des großen Raumes erstellt wurde. Auch die Dachdecker begannen mit ihrer Arbeit. Landaussage von Landrat Cay Süberkrüb: "Alle Baumaßnahmen liegen im Zeit- und Kostenrahmen."

Eröffnung und Feierlichkeiten

Das Multifunktionale Forum des Kuniberg Berufskollegs wurde am Donnerstag, den 6. Mai, seiner Bestimmung übergeben. Zur offiziellen Eröffnung durch Landrat Bodo Klimpel gab es umständehalber keinen großen Bahnhof. Schulleiterin Michaela Korte freute sich bei der kleinen Feierstunde über die architektonisch sehr gelungene Komplettierung des Gebäude-Dreiklangs.

Die Fertigstellung der Aula und Übergabe an die Schule war für Ende des Jahres geplant. Dies sollte – wenn dann möglich – mit einem großen Fest gefeiert werden. "Wir bedauern sehr, dass wir aufgrund des Corona-Virus mit allen Beteiligten kein Richtfest feiern können. Das werden wir dann auf jeden Fall mit der Einweihung nachholen", so Schulleiterin Michaela Korte und Landrat Cay Süberkrüb.

Technische Spezifikationen und Materialien

Fassadentechnik und Materialwahl

Bei der Sanierung des Berufskollegs Kuniberg wurden hohe technische Standards umgesetzt. Die neue Fassade besteht aus vorgehängten Metallpaneelen der Marke Pladur von ThyssenKrupp Steel Europe. Diese bandbeschichteten Stahlpaneele bieten nicht nur eine optisch ansprechende Gestaltung, sondern auch hohe Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen.

Die Montage der Fassadenpaneele erfolgte auf einer dreiteiligen Unterkonstruktion, die die großen Toleranzen der alten Bausubstanz ausgleicht. Diese spezielle Konstruktion ermöglichte eine präzise und ebene Fassadengestaltung trotz der unregelmäßigen Grundstruktur des Altbaus.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Das energetische Gesamtkonzept der Sanierung zielte auf eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs ab. Durch die hochwirksame Dämmung der Fassade konnte der Primärbedarf an Energie um rund 50 Prozent gesenkt werden. Diese Maßnahme trägt nicht nur zur Reduzierung der Betriebskosten bei, sondern auch zur Erreichung der Klimaschutzziele des öffentlichen Gebäudemanagements.

Die energetische Hinsicht liegt Welten zwischen dem von der Planungs-GmbH Wallmeier Stummbillig konzipierten neuen Forum und seinem "Vorgänger". Die Kombination aus hochwertiger Dämmung, moderner Gebäudetechnik und einer durchdachten Gebäudehülle macht das Sanierungsprojekt zu einem Leuchtturm im Bereich energieeffizienter Schulgebäude.

Raumkonzepte und Funktionalität

Die Neugestaltung des Erdgeschosses schuf neue Nutzungsbereiche, einschließlich eines Cafés und einer Neuauslegung des Lehrerbereiches sowie der Sanitärbereiche. Diese komplett neu und nutzungsrelevant gegliederten Flächen verbessern die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und die Aufenthaltsqualität für Schüler.

Das multifunktionale Forum wurde als flexibler Raum konzipiert, der für verschiedene Zwecke genutzt werden kann. Die Teilbarkeit des Raumes in mehrere Bereiche ermöglicht eine vielseitige Nutzung für Veranstaltungen, Unterricht oder Arbeitsgruppen. Diese multifunktionale Ausrichtung entspricht modernen pädagogischen Konzepten, die flexible und adaptierbare Lernumforderungen fordern.

Wirtschaftliche und pädagogische Auswirkungen

Wirtschaftliche Aspekte

Die Sanierungsmaßnahmen am Berufskolleg Kuniberg wurden erfolgreich innerhalb des geplanten Budgets umgesetzt. Die Komplexität der Terminkoordination verlangte eine pünktliche Materiallieferung in mehreren Paketen, was durch die enge Zusammenarbeit mit ThyssenKrupp Steel Europe und DWT Systembau gewährleistet werden konnte. Ein weiterer Pluspunkt der Sanierung war, dass das geplante Budget unterschritten wurde, was eine effiziente Nutzung der zur Verfügung gestellten Mittel zeigt.

Die Investitionen in die energetische Sanierung und den Neubau des Forums werden sich langfristig amortisieren, da die reduzierten Energiekosten und die gestiegene Attraktivität des Standorts zu einer nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Gesamtsituation der Schule führen.

Pädagogische Qualität und Schulkultur

Die Attraktivitätssteigerung der Einrichtung infolge des neuen Gestaltungskonzepts hat zu einer deutlichen Steigerung der Anmeldezahlen geführt. Die zeitgemäße Architektur bildet ein Identifikationsmerkmal für Schüler und Lehrerkollegium und trägt zur positiven Entwicklung der Schulkultur bei.

Die neuen Räumlichkeiten, insbesondere das multifunktionale Forum, ermöglichen eine Vielfalt an pädagogischen Veranstaltungen und Aktivitäten, die in der alten Aula nicht möglich waren. Die verbesserten Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte durch zusätzliche und besser ausgestattete Räumlichkeiten wirken sich ebenfalls positiv auf die Qualität des Unterrichts aus.

Imagegewinn und Wahrnehmung

Seit der Eröffnung setzt das Berufskolleg optisch ein Zeichen. Seine Fassade ist zu seinem Markenzeichen geworden. Das architektonisch gelungene Ensemble aus Hauptgebäude, Sporthalle und Forum verleiht der Schule ein modernes und zukunftsorientiertes Image, das über die Grenzen Recklinghausens hinaus wahrgenommen wird.

Die positive Veränderung der baulichen Substanz und die gesteigerte Attraktivität haben zu einer verbesserten Wahrnehmung der Schule in der Öffentlichkeit geführt. Dies wirkt sich nicht nur auf die Anmeldezahlen aus, sondern stärkt auch das Selbstverständnis der Schulgemeinschaft und die Identifikation mit dem Standort.

Fazit

Die Komplettsanierung des Berufskollegs Kuniberg in Recklinghausen stellt ein herausragendes Beispiel für gelungene energetische Sanierung und zeitgemäße Architektur im Schulbau dar. Die Herausforderungen eines laufenden Schulbetriebs, einer komplexen Gebäudestruktur und wirtschaftlicher Restriktionen wurden erfolgreich gemeistert.

Die Kombination aus energetischer Sanierung des Hauptgebäudes und dem Neubau des multifunktionalen Forums hat nicht nur die baulichen Substanzen verbessert, sondern auch die pädagogischen Rahmenbedingungen nachhaltig gestärkt. Die deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs um 50 Prozent zeigt den Beitrag des Projekts zum Klimaschutz, während die gesteigerte Attraktivität der Schule zu mehr Anmeldungen und einer verbesserten Schulkultur führt.

Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten – vom Kreis Recklinghausen als Bauherrn über das Architekturbüro Wallmeier Stummbillig bis hin zu den ausführenden Unternehmen wie ThyssenKrupp Steel Europe und DWT Systembau – war entscheidend für den Erfolg des Projekts. Das Berufskolleg Kuniberg ist heute ein modernes, energieeffizientes und architektonisch ansprechendes Bildungszentrum, das als Vorbild für zukünftige Sanierungsprojekte im Schulbau dienen kann.

Quellen

  1. WSBDA - Berufskolleg Kuniberg
  2. Kuniberg-BK - Landrat eröffnet das multifunktionale Forum
  3. Lokalkompass Recklinghausen - Bau des Forums schreitet voran
  4. Presse-service - Bau des Forums am Kuniberg Berufskolleg
  5. Thyssenkrupp Steel - Sanierung des Berufskollegs Kuniberg

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