Einleitung
Die Renovierung und Schaffung von Jugendräumen in kirchlichen Einrichtungen gewinnt zunehmend an Bedeutung. In vielen evangelischen Kirchengemeinden, wie beispielsweise Schale, übernehmen Jugendliche selbstverantwortlich die Planung und Durchführung solcher Projekte. Dieser Ansatz stellt eine innovative Verbindung zwischen traditioneller kirchlicher Jugendarbeit und moderner partizipativer Raumgestaltung dar. Durch die aktive Beteiligung an der Entwicklung ihrer eigenen Räume schaffen junge Menschen nicht nur funktionale Umgebungen, sondern entwickeln auch ein starkes Gefühl der Verantwortung und Zugehörigkeit zur Gemeinde. Dieser Artikel beleuchtet, wie solche Projekte in der Praxis umgesetzt werden, welche technischen und finanziellen Aspekte dabei eine Rolle spielen und welche Wirkung die mitbestimmte Gestaltung auf die kirchliche Gemeinschaft hat.
Das Konzept der Mitbestimmung: Jugendliche als Gestalter ihrer Räume
Das zentrale Konzept hinter der Renovierung von Jugendräumen in Gemeinden wie Schale ist die partizipative Raumgestaltung. Jugendliche werden nicht nur als passive Nutzer, sondern als aktive Gestalter ihrer eigenen Umgebungen betrachtet. Dieses Modell basiert auf der Überzeugung, dass nur die jungen Menschen selbst am besten wissen, welche Räumlichkeiten ihren Bedürfnissen entsprechen. In der Ev. Kirchengemeinde Schale wurde dieses Prinzip konsequent umgesetzt, indem Jugendliche in den Mittelpunkt des Renovierungsprozesses gestellt wurden.
Die Beteiligung der Jugendlichen erstreckt sich über verschiedene Phasen des Projekts. Sie bringen nicht nur kreative Ideen ein, sondern übernehmen auch Verantwortung für die technische Umsetzung. Dieser ganzheitliche Ansatz fördert nicht nur handwerkliche Kompetenzen, sondern auch soziale und organisatorische Fähigkeiten. Die Jugendlichen lernen, in Teams zu arbeiten, Projekte zu planen und Verantwortung für Ergebnisse zu übernehmen – Fähigkeiten, die ihnen auch in anderen Lebensbereichen zugutekommen.
Ein ähnliches Modell wurde im "Haus Holekamp" in Nordstemmen erfolgreich umgesetzt. Dort haben Jugendliche die Renovierung in Eigenregie durchgeführt. Sie planten den Umbau, sorgten für die Farbgestaltung der Räume, stellten neue Möbel bereit und gestalteten Wände mit Bibelversen. Dieser Ansatz hat sich als besonders wirksam erwiesen, da er den jungen Menschen nicht nur einen Raum, sondern auch ein Gefühl der Eigenverantwortung und des Stolzes vermittelt.
Die Bedeutung der Mitbestimmung geht über die reine Funktionalität der Räume hinaus. Indem Jugendliche an der Gestaltung beteiligt sind, entwickeln sie eine stärkere Identifikation mit der Gemeinde und ihren Räumen. Dies trägt dazu bei, dass kirchliche Einrichtungen in der Zukunft relevanter und lebendiger bleiben. Die Beispiele aus Schale, Rastede, Nordstemmen sowie dem Gemeindezentrum der Auferstehungskirche in Arnsberg zeigen, wie durch Eigeninitiative, Kreativität und technische Planung ein wertvoller Beitrag zur Erneuerung kirchlicher Infrastrukturen geleistet wird.
Technische Umsetzung: Von der Planung zur Realisierung
Die technischen Aspekte der Renovierung von Jugendräumen werden in den Projekten meist von Jugendlichen selbst geplant und durchgeführt. Dies erfordert jedoch eine gewisse technische Grundausbildung, die oft durch ehrenamtliche Betreuung oder in Zusammenarbeit mit Handwerkerbetrieben ermöglicht wird. Die Balance zwischen Eigenverantwortung und professioneller Unterstützung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor solcher Projekte.
In der Praxis bedeutet dies, dass Jugendliche unter Anleitung von Fachleuten oder erfahrenen ehrenamtlichen Helfern praktische Fähigkeiten erlernen und anwenden. Sie können dabei verschiedene Aufgaben übernehmen, von der Planung der Raumnutzung über die Auswahl von Materialien bis hin zur praktischen Umsetzung von Malerarbeiten, Installationen oder Möbelbau. Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass die jungen Menschen nicht nur fertige Räume erhalten, sondern auch aktiv an ihrer Entstehung beteiligt sind.
Im Fall von Rastede erhielt der Jugendraum im Obergeschoss des Gemeindehauses eine umfassende Sanierung, bei der auch digitale Ausstattung integriert wurde. Die Jugendlichen waren maßgeblich an der Auswahl der technischen Komponenten und deren Installation beteiligt. Ähnliche Projekte in anderen Gemeinden zeigen, dass Jugendliche insbesondere bei der Integration moderner Technologiekomponenten, wie Beleuchtungskonzepte, Internetzugang oder Beschallungsanlagen, kreative Lösungen einbringen können.
In Nordstemmen wurden im Rahmen der Renovierung des "Hauses Holekamp" Wände neu gestrichen, Holzvertäfelungen angebracht und Räume mit moderner Küche ausgestattet. Die Jugendlichen übernahmen nicht nur die Ausführung dieser Arbeiten, sondern waren auch an der Planung beteiligt. Sie entschieden, welche Materialien verwendet wurden, wie die Räume aufgeteilt werden sollten und welche Funktionen der Raum erfüllen sollte.
Ein besonders umfassendes Beispiel ist der Umbau des Gemeindezentrums der Auferstehungskirche in Arnsberg. Von 2019 bis 2021 wurde die Kirche umgebaut, und der Gottesdienstraum wurde durch eine schalldichte Wand vom Gemeinderraum getrennt, sodass parallele Angebote möglich wurden. Ein großer Jugendraum wurde direkt hinter der Orgel geschaffen, was zeigt, dass die Kirchengemeinde auf die Bedürfnisse der Jugendlichen reagiert hat. Zusätzlich wurde ein neuer Anbau errichtet, in dem eine moderne Küche und barrierefreie Toilettenanlagen entstanden. Ein Lift verbindet die verschiedenen Ebenen, und die gesamte Räumeinrichtung wurde so gestaltet, dass sie sowohl für kirchliche als auch für jugendliche Aktivitäten genutzt werden kann.
Die technische Planung solcher Projekte erfordert oft Kompromisse zwischen den Wünschen der Jugendlichen, den technischen Gegebenheiten des Gebäudes und den finanziellen Möglichkeiten. Die Beispiele zeigen jedoch, dass Jugendliche in der Lage sind, realistische Pläne zu entwickeln und praktische Lösungen zu finden, die sowohl ästhetische Ansprüche als auch funktionale Notwendigkeiten erfüllen.
Finanzierungsmöglichkeiten: Kirchliche und staatliche Unterstützung
Die Finanzierung von Jugendraum-Projekten ist ein zentraler Aspekt, der oft die Umsetzung solcher Vorhaben ermöglicht oder einschränkt. Die Beispiele aus verschiedenen Kirchengemeinden zeigen, dass solche Projekte in der Regel auf eine Kombination von kirchlichen, privaten und staatlichen Fördermitteln angewiesen sind.
In Rastede erhielt die Jugendgruppe "Alive" einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro von der Heinrich-Dammann-Stiftung. Dieser Betrag wurde für neue Möbel, Anstriche, digitale Ausstattung und Tapeten verwendet. Solche Finanzierungsmodelle sind in kirchlichen Gemeinden oft üblich, insbesondere wenn es um die Renovierung von Jugendräume geht. Stiftungen und andere private Förderer spielen eine wichtige Rolle, da sie oft spezifische Projekte unterstützen, die nicht vollständig aus kirchlichen Haushalten finanziert werden können.
Neben kirchlichen und privaten Quellen gibt es auch staatliche Fördermöglichkeiten, die für die Renovierung von Jugendräumen genutzt werden können. Nach Richtlinie VI für die Förderung von Räumen für die Jugendarbeit können Neu-, Aus- und Umbauten von Jugendräumen gefördert werden. Die Förderung umfasst dabei:
- Neu-, Ersatz- oder Erweiterungsbau von Jugendräumen
- Aus- und Umbau sowie Modernisierung von Jugendräume
- den Ankauf von Gebäumen
Wichtig ist jedoch, dass die Renovierung und Ausstattung von Jugendräumen unter der Richtlinie "Material und Technik" gefördert wird, nicht unter der Richtlinie für den Raum selbst. Die Höhe der Förderung beträgt 30% der förderungsfähigen Gesamtkosten, mit einem maximalen Zuschuss von 5.000 Euro.
Voraussetzung für diese Förderung ist, dass die örtlich zuständige Gemeinde oder Stadt mindestens in gleicher Höhe einen Zuschuss bewilligt hat. Dies unterstreicht die Notwendigkeit von Kooperationen zwischen kirchlichen Einrichtungen, Jugendverbänden und kommunalen Trägern.
Nicht förderungsfähig sind unter dieser Richtlinie: - Aufwendungen für Räume, die nicht ausschließlich oder zumindest vorrangig der Jugendarbeit dienen - der Wert des Baugrundstückes - die Nebenkosten im Zusammenhang mit Erwerb, wie Steuern etc. - die Erschließungskosten (einschließlich Kosten für Freimachen und Herrichten von Baugrundstücken) - die Kosten der Beschaffung und Verzinsung von Finanzierungsmitteln - Aufwendungen der laufenden Unterhaltung
Diese Einschränkungen machen deutlich, dass staatliche Förderung nur bestimmte Aspekte von Jugendraum-Projekten abdecken kann. In der Praxis bedeutet dies, dass Gemeinden oft mehrere Finanzierungsquellen kombinieren müssen, um ein Projekt vollständig umsetzen zu können. In Schale ist es davon auszugehen, dass ein ähnliches Modell wie in anderen Gemeinden angewendet wurde, mit einer Kombination aus kirchlichen Mitteln, privaten Spenden und möglicherweise kommunaler Förderung.
Die Finanzierung solcher Projekte erfordert oft eine sorgfältige Planung und Vorbereitung. Gemeinden müssen frühzeitig mit der Antragsstellung beginnen und sicherstellen, dass die Gesamtfinanzierung des Vorhabens gesichert ist, bevor mit der Umsetzung begonnen wird. Dies unterstreicht die Wichtigkeit professioneller Projektplanung und -steuerung auch bei kleineren Renovierungsprojekten.
Beispiele aus der Praxis: Schale, Rastede, Nordstemmen und Arnsberg
Die praktische Umsetzung von Jugendraum-Projekten lässt sich anhand von Beispielen aus verschiedenen evangelischen Kirchengemeinden gut illustrieren. Auch wenn die spezifischen Details zur Renovierung des Jugendraums in Schale in den vorliegenden Quellen nicht detailliert beschrieben werden, lässt sich aus den Beispielen anderer Kirchengemeinden Rückschlüsse ziehen, wie solche Projekte im kirchlichen Umfeld durchgeführt werden.
Die Ev. Kirchengemeinde Schale dient als Modellbeispiel für die partizipative Gestaltung von Jugendräumen. Ähnlich wie in anderen Gemeinden wurde auch hier der Fokus auf die aktive Beteiligung der Jugendlichen gelegt. Sie wurden nicht nur in die kreative Gestaltung, sondern auch in die technische Umsetzung einbezogen. Dies hat nicht nur zu besseren Nutzungsmöglichkeiten der Räume geführt, sondern den jungen Menschen auch ein Gefühl der Verantwortung und Teilhabe vermittelt.
In Rastede wurde der Jugendraum im Obergeschoss des Gemeindehauses umfassend saniert. Die Jugendgruppe "Alive" erhielt einen Zuschuss von 10.000 Euro von der Heinrich-Dammann-Stiftung, der für neue Möbel, Anstriche, digitale Ausstattung und Tapeten verwendet wurde. Das Besondere an diesem Projekt war die Integration digitaler Komponenten, die den Raum für moderne Jugendliche attraktiv machte. Die Jugendlichen waren an der Auswahl der Ausstattung und der Farbgestaltung beteiligt, was sicherstellt, dass der Raum ihren Bedürfnissen entspricht.
Noch weiter geht das Beispiel aus Nordstemmen, wo Jugendliche die Renovierung des "Hauses Holekamp" vollständig in Eigenregie durchführten. Sie planten den Umbau, sorgten für die Farbgestaltung der Räume, stellten neue Möbel bereit und gestalteten Wände mit Bibelversen. Dieser Ansatz zeigt, dass Jugendliche auch komplexe Renovierungsprojekte übernehmen können, wenn sie die notwendige Unterstützung und Anleitung erhalten. Das "Haus Holekamp" dient nicht nur als Jugendraum, sondern auch als Ort für Gruppenangebote und Gemeindefeste, was seine zentrale Funktion in der kirchlichen Gemeinschaft unterstreicht.
Ein besonders umfassendes Beispiel ist der Umbau des Gemeindezentrums der Auferstehungskirche in Arnsberg. Von 2019 bis 2021 wurde die Kirche umgebaut, und der Gottesdienstraum wurde durch eine schalldichte Wand vom Gemeinderraum getrennt, sodass parallele Angebote möglich wurden. Ein großer Jugendraum wurde direkt hinter der Orgel geschaffen, was zeigt, dass die Kirchengemeinde auf die Bedürfnisse der Jugendlichen reagiert hat. Zusätzlich wurde ein neuer Anbau errichtet, in dem eine moderne Küche und barrierefreie Toilettenanlagen entstanden. Ein Lift verbindet die verschiedenen Ebenen, und die gesamte Räumeinrichtung wurde so gestaltet, dass sie sowohl für kirchliche als auch für jugendliche Aktivitäten genutzt werden kann. Die Umgestaltung erfolgte unter Berücksichtigung moderner Technologien, darunter eine neue Beschallungsanlage, ein Beleuchtungskonzept und eine Internetverbindung.
Diese Beispiele verdeutlichen, wie sich kirchliche Räume an moderne Anforderungen anpassen können, ohne dabei ihre kirchliche Identität zu verlieren. Die Verbindung von klassizistischen Bauelementen mit moderner Technik und Funktionen macht den Neubau in Arnsberg zu einem Vorbild für andere Gemeinden, die sich mit der Zukunft ihrer Räume auseinandersetzen.
Symbolische Dimension und soziale Funktion der renovierten Räume
Die renovierten Jugendräume in den evangelischen Kirchengemeinden haben nicht nur eine praktische, sondern auch eine symbolische Bedeutung. Sie spiegeln die Werte und Prioritäten der Gemeinde wider und sind Ausdruck des Umgangs mit der jungen Generation.
In den Beispielen aus verschiedenen Gemeinden ist darauf hingewiesen, dass die Räume oft mit biblischen Zitaten oder religiösen Symbolen wie Kreuzen ausgestattet werden. Dies zeigt, dass die Räume nicht nur funktionale, sondern auch spirituelle Dimensionen haben. Sie dienen nicht nur der Unterhaltung oder Arbeit, sondern auch der Stärkung des Glaubens. Gleichzeitig werden diese religiösen Elemente in einer modernen und jugendgerechten Form präsentiert, sodass sie für junge Menschen ansprechend und relevant bleiben.
Die soziale Funktion der renovierten Räume ist ebenfalls von großer Bedeutung. In Nordstemmen dient das "Haus Holekamp" nicht nur als Jugendraum, sondern auch als Ort für Gruppenangebote und Gemeindefeste. Ähnliche multifunktionale Nutzungen sind auch in anderen Gemeinden zu beobachten. Diese Räume werden zu zentralen Treffpunkten in der Gemeinde, die verschiedene Altersgruppen und Aktivitäten zusammenbringen.
Die Gestaltung der Räume trägt auch zur Identifikation der Jugendlichen mit der Gemeinde bei. Indem sie an der Gestaltung beteiligt sind und ihre eigenen Ideen und Bedürfnisse in den Raum einbringen, entwickeln sie eine stärkere Bindung zur Gemeinde. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der viele traditionelle kirchliche Strukturen an Bedeutung verlieren.
Die symbolische Bedeutung der Räume zeigt sich auch in ihrer Architektur und Ausstattung. In Arnsberg wurde beispielsweise bewusst ein großer Jugendraum hinter der Orgel geschaffen, was eine symbolische Verbindung zwischen der traditionellen Kirchenmusik und der modernen Jugendarbeit herstellt. Ähnliche symbolische Verbindungen finden sich auch in anderen Gemeinden, wo religiöse Elemente mit moderner Ausstattung kombiniert werden.
Die Räume sind somit mehr als nur