Einleitung
Das PROMA-Einkaufszentrum in Markdorf befindet sich gegenwärtig in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Mehrere Geschäfte haben in den letzten Monaten und Jahren den Standort verlassen, während andere wie Marco Moden ihre Flächen deutlich erweitern. Dieser Wandel geht mit umfangreichen Umbaumaßnahmen einher und wirft Fragen nach der Zukunft des Einkaufszentrums und der Markdorfer Innenstadtentwicklung auf. Die folgenden Ausführungen beleuchten die aktuellen Veränderungen, die technischen Aspekte der Umbauten sowie die Perspektiven der Beteiligten.
Expansion von Marco Moden
Eine der markantesten Entwicklungen im PROMA ist die signifikante Vergrößerung des Modegeschäfts Marco Moden. Das Unternehmen, das seit Eröffnung des Einkaufszentrums im Jahr 2007 in Markdorf ansässig ist, hat seine Verkaufsfläche mehr als verdreifacht. Ursprünglich belegte Marco Moden 160 Quadratmeter, nach der Übernahme der angrenzenden Bäckerei Kloos im Jahr 2023 erweiterte sich die Fläche auf 360 Quadratmeter. Mit dem Auszug des Nachbarn "Simply" im Jahr 2024 konnte Marco Moden zusätzlich den Bereich direkt nach dem Eingang im Erdgeschoss übernehmen, was die Gesamtfläche auf nun 530 Quadratmeter erhöht.
Die Umbauarbeiten, darunter der Mauerdurchbruch zur Verbindung der Flächen, wurden zügig umgesetzt. Bereits im April 2023 konnte Marco Moden die erweiterte Fläche in Betrieb nehmen. Die Geschäftsführung um Raphael Igel nutzt die vergrößerte Präsenz, um das Sortiment auszubauen. Neben Damenbekleidung wird künftig auch Kinderkleidung in den Größen 86 bis 176 für Mädchen und Jungen angeboten. Die Kinderkollektion umfasst die Marken Jack & Jones, S. Oliver Kids, Kids only und name it.
Die Eröffnung des erweiterten Geschäftes erfolge am 24. März 2023, gefolgt von einer Rabattaktion mit 20 Prozent Nachlass auf alle Artikel (ausgenommen bereits reduzierte Ware) bis zum 26. März. Gleichzeitig führt das Geschäft den Winterschlussverkauf mit bis zu 70 Prozent Rabatt auf Einzelteile im bisherigen Sortiment weiter. Die Expansion erfordert auch personelle Verstärkung, wie Geschäftsführer Raphael Igel betont: "Wir haben zwar ein Stamm-Team, aber mit der Vergrößerung brauchen wir auf Dauer noch mehr Personal, da hoffen wir noch auf Bewerbungen." Insgesätzlich betreibt das baden-württembergische Unternehmen rund 50 Geschäfte, darunter auch einige Franchise-Filialen.
Geschäftswechsel im Einkaufszentrum
Das PROMA-Einkaufszentrum erlebt in den letzten Jahren einen stetigen Wechsel der Mieter. Mehrere Geschäfte haben den Standort verlassen, teilweise vorzeitig aus Mietverträgen.
Zu den prominenten Abgängen zählt das Reformhaus "La Vie", das nach zwei Jahren im Obergeschoss des Einkaufszentrums im März 2009 auszog. Die Inhaber Elke und Jürgen Dahinten begründeten den Weggang mit kontinuierlich fallenden Umsätzen im Vergleich zum alten Standort in der Hauptstraße: "Minus 20 Prozent im Jahr 2008, Minus 30 Prozent 2009 – und das bei höherer Miete und Nebenkosten." Vor allem die Nebenkosten hätten das Geschäft stark belastet. "Die Gesamtkosten waren im Verhältnis zur fallenden Frequenz nicht mehr tragbar", so Elke Dahinten. Mit dem Betreiber Real Massivbau konnte eine vorzeitige Vertragsauflösung vereinbart werden.
Auch die Bäckerei und Café Kloos verließ das PROMA nach über fünf Jahren Präsenz. André Kloos, der das Café teilweise im ersten Stock und das "Daily" im Erdgeschoss betrieb, erklärte: "Es gab immer tolle Aktionen und man war sehr bemüht", jedoch sei das Ergebnis hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Mitarbeiter wurden übernommen, die Filiale in der Ravensburger Straße bleibt bestehen. Kloos sucht nun nach einer kleineren Lokalität, um weiterhin Brote und Backwaren in Markdorf anbieten zu können.
Ein weiterer Mieter, die Reno-Filiale, verließ das Einkaufszentrum zum 31. Oktober 2022. Die Geschäftsführung aus Osnabrück bestätigte den Auszug, gab jedoch keine Auskunft über die internen Beweggründe.
Nicht alle Mieterwechsel sind negativ zu bewerten. So zog das italienische Lebensmittelgeschäft von Antonio Mancino vom PROMA in neue Räume an der Biberacherhofstraße, wo es nach nur drei Wochen bereits zufrieden mit den neuen Bedingungen war. Ebenfalls erfolgreich ist der Umzug von "Rahmen und Kunst" an die Hauptstraße. Neu-Inhaberin Sonja Strunk zeigt sich "hellauf begeistert" von den neuen, helleren und einladenderen Räumen. Firmengründer Thomas Kappeler ist überrascht, wie gut die Rahmen- und Kunstgalerie am neuen Standort angelaufen ist. "Der alte Laden sei eben 20 Jahre vor sich hingewachsen. Am neuen Standort konnte man die Räume noch einmal neu gestalten."
Perspektive des Center-Managements
Die Betreiber des PROMA, die Real Massivbau, sehen in den Mieterwechseln auch Chancen für die Zukunft. Center-Manager Nico Schneider, der gleichzeitig den Herrenausstatter Wolfram S im Einkaufszentrum führt, bedauert zwar den Weggang von Reno und Kloos, betont aber: "Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen." Die frei werdenden Flächen bieten die Möglichkeit, neue Nutzungskonzepte zu realisieren.
Besonders interessant ist die Option, die beiden Flächen von Reno und Kloos zu einer großen Einheit von rund 485 Quadratmetern zusammenzulegen. Diese Lösung würde potenziellen Mietern deutlich größere Flächen bieten und könnte attraktiver für Investoren sein. Center-Manager Schneider drückt den Wunsch aus, diese kombinierte Fläche bevorzugt an einen neuen Mieter zu vergeben, der zur Gesamtstruktur des Einkaufszentrums passt.
Stephan Fenchel von Real Massivbau bestätigt, dass es bereits Interessenten für die Nachfolge in den freien Flächen gibt. Da die Ladenfläche erst seit kurzem angeboten wird, sei es jedoch noch zu früh für konkrete Aussagen. "Wir suchen sicherlich nicht gezielt nach einem Textiler", so Fenchel, und hofft auf eine Branche, die in Markdorf noch nicht vertreten ist.
Technische Aspekte der Umbauten
Die Umstrukturierung im PROMA geht mit technischen Herausforderungen und Umbaumaßnahmen einher. Bei der Expansion von Marco Moden waren vor allem der Mauerdurchbruch und die Verbindung der verschiedenen Flächen zu bewältigen. Diese Arbeiten wurden zügig umgesetzt, um die geplante Eröffnungstermine einhalten zu können.
Die Architektur des PROMA-Einkaufszentrums selbst wird in den Quellen als modern beschrieben, mit einer markanten Fassade und einem Innenraum mit offener Einkaufspassage, die von Lichtkuppeln gekrönt wird. Der zweistöckige Komplex bietet einen Innenhof-Charakter und soll laut Beschreibung "Einkaufen zum Erlebnis" machen.
Für die Zukunft könnten weitere bauliche Anpassungen nötig sein, um die neuen Nutzungskonzepte umzusetzen. Die Möglichkeit, Flächen zu kombinieren, erfordert möglicherweise Anpassungen an der Infrastruktur, um größere Ladenflächen zu schaffen. Ob solche Maßnahmen geplant sind, geht aus den vorliegenden Quellen jedoch nicht hervor.
Auswirkungen auf die Markdorfer Innenstadt
Die Veränderungen im PROMA-Einkaufszentrum haben Auswirkungen auf die gesamte Innenstadtentwicklung Markdorfs. Die Verlagerung einiger Geschäfte in andere Bereiche der Stadt, wie "Rahmen und Kunst" an die Hauptstraße oder der italienische Lebensmittelladen an die Biberacherhofstraße, zeigt eine gewisse Umverteilung der Einzelhandelsflächen.
Einzelne Händler berichten von positiven Erfahrungen an neuen Standorten. "Rahmen und Kunst" konnte die neue Location in der Hauptstraße positiv gestalten und berichtet von einer gestiegenen Kundenfrequenz. Thomas Kappeler berichtet, dass viele Kunden das Geschäft als Aufwertung der gesamten Ecke sehen.
Die Hauptstraße scheint von diesen Veränderungen zu profitieren, da einige Mieter vom PROMA dorthin wechseln. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob das PROMA langfristig seine Rolle als zentrales Einkaufszentrum in Markdorf behaupten kann oder ob ein weiterer Bedeutungsverlust droht.
Die Betreiber des PROMA betonen die verkehrsgünstige Anlage des Einkaufszentrums im Herzen Markdorfs: "Die verkehrsgünstige Anbindung spricht für sich selbst: kurze Wege sind ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Sie sparen Zeit, Nerven und Geld." Als "Zentrum für Markdorf" verstehen sich die Betreiber und positionieren das PROMA als "echte Bereicherung für Markdorf".
Fazit
Das PROMA-Einkaufszentrum in Markdorf befindet sich gegenwärtig in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Während einige Mieter wie das Reformhaus La Vie oder die Bäckerei Kloos den Standort verlassen, haben andere wie Marco Moden ihre Flächen signifikant erweitert. Diese Entwicklung geht mit umfangreichen Umbaumaßnahmen einher und wirft Fragen nach der Zukunft des Einkaufszentrums auf.
Die Betreiber des PROMA sehen in den Mieterwechseln auch Chancen und planen, die frei werdenden Flächen neu zu konzipieren. Die Kombination einzelner Ladenflächen zu größeren Einheiten könnte hierbei ein Ansatz sein. Gleichzeitig zeigt sich, dass einige Händler an neuen Standorten in der Markdorfer Innenstadt erfolgreich sind.
Die zentrale Frage bleibt, ob das PROMA langfristig seine Attraktivität als Einkaufszentrum in Markdorf bewahren kann oder ob ein weiterer Bedeutungsverlust droht. Die Antwort darauf wird maßgeblich davon abhängen, welche Mieter in Zukunft in das Einkaufszentrum einziehen und wie die Betreiber die veränderten Anforderungen des Einzelhandels an die Immobilie anpassen können.
Quellen
- Südkurier: Schaufenster Marco Moden künftig deutlich größer
- Wir sind Handwerk: TGA Bodensee GmbH setzt auf Wachstum
- Schwäbische: Einzelhändler nach Umzug weiterhin zufrieden
- Schwäbische: La Vie zieht aus dem PROMA aus
- PROMA Markdorf
- Südkurier: Veränderungen im PROMA - Zwei Geschäfte ziehen zum Jahresende aus
- Südkurier: Marco Moden erweitert nach Umbau Sortiment