Modernisierung und Erweiterung des Midsommerland in Hamburg: Ein Zukunftprojekt für Sport und Nachhaltigkeit

Einleitung

Das Midsommerland im Hamburger Bezirk Harburg steht seit fast zwei Jahren still. Die traditionsreiche Badeanlage, die 1996 eröffnet wurde, befindet sich derzeit in einer Phase der umfassenden Modernisierung und Erweiterung. Dieses Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von 52,5 Millionen Euro hat sich aufgrund komplexer Genehmigungsverfahren und steigender Baukosten verzögert, soll nun aber zügig vorangebracht werden. Die Maßnahme geht weit über eine einfache Sanierung hinaus und umfasst den Bau einer neuen Trainingshalle sowie die energetische Optimierung der gesamten Anlage. Dieser Artikel beleucht die Hintergründe des Projekts, die geplanten Veränderungen und die Bedeutung für den Hamburger Süden.

Hintergrund des Projekts

Das Midsommerland in Harburg ist seit Oktober 2023 geschlossen und wartet seitdem auf seine umfassende Erneuerung. Die Anlage, die nach knapp 30 Betriebsjahren den End ihres Lebenszyklus erreicht hatte, war baulich und technisch dringend einer Modernisierung bedürftig. Ursprünglich sollte die Sanierung bereits ein Jahr früher beginnen, doch verschiedene Faktoren führten zu Verzögerungen, die nun überwunden zu sein scheinen.

"Das MidSommerland war gemäß der damaligen Bevölkerungswünsche hauptsächlich ein Ort für Freizeit und Entspannung. Mit der Modernisierung schaffen wir nun ein Badangebot, das zusätzlich den Bedarf an Schwimm(lern)- und privaten sowie vereinsorganisierten Trainingsmöglichkeiten deckt", erklärt Susan Zetzmann, die seit Sommer dieses Jahres die neue Geschäftsführerin der Hamburger Betreibergruppe Bäderland ist.

Die Bedeutung des Projekts für den Bezirk Harburg wird von der Politik unterstrichen. Dr. Andreas Dressel, Finanzsenator Hamburg, betont: "Öffentliche Infrastruktur ist nicht nur die Schule um die Ecke und die Straße vor der Tür. Es gehören auch Kultur- und insbesondere Sportstätten dazu. Wir als Finanzbehörde unterstützen die nachhaltige Modernisierung des MidSommerlands gerne, denn die Maßnahme ist für Stadtteil und Bezirk von zentraler Bedeutung."

Die geschlossene Anlage wird von den Bürgern vermisst. Wie Dirk Schumaier, Geschäftsführer von Bäderland, anmerkt: "Das MidSommerland nimmt eine herausragende Funktion unter den Hamburger Bädern ein und ist bekanntermaßen emotionales Herzstück im Bezirk. Dass wir nun zügig die geplanten Erweiterungen und Verbesserungen vornehmen können, macht uns sehr glücklich."

Projektumfang und geplante Neuerungen

Die geplante Modernisierung des Midsommerlands ist ein umfassendes Projekt, das weit über eine reine Sanierung hinausgeht. Die Maßnahme umfasst sowohl die Erneuerung bestehender Anlagen als auch die Erweiterung um neue Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Neue Trainingshalle

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Bau einer neuen sportlich nutzbaren Schwimmhalle. Diese wird mit einem 25-Meter-Becken und einer Sprunganlage ausgestattet sein, die Bretter in einem und drei Metern Höhe bietet. Die neue Halle soll künftig ausreichend Kapazitäten für Schwimmausbildung, Vereinssport und Freizeit bieten. Die Eröffnung der neuen Trainingshalle ist für Anfang 2027 geplant.

Die zusätzliche Wasserfläche wird um 20 Prozent wachsen, was insbesondere Kindern, Vereinen und sportlich Aktiven zugutekommen soll. Die neue Trainingshalle wird die Sportinfrastruktur im Hamburger Süden deutlich verbessern und neue Möglichkeiten für den Schwimmsport bieten.

Sanierung des Bestandsgebäudes

Neben dem Neubau wird das gesamte Bestandsgebäude im skandinavisch/schwedischen Stil saniert. Dies umfasst nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch eine komplette Neugestaltung der Innenräume und Einrichtungen. Die Sanierung soll den ursprünglichen Charme des Bades bewahren, gleichzeitig aber moderne Standards und Komfort bieten.

Sauna- und Familienbereich

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Neugestaltung des Sauna- und Familienbereichs. Hier soll eine moderne Sauna- und Badelandschaft entstehen, die den Gästen neue Entspannungsmöglichkeiten bietet. Die genauen Gestaltungsdetails wurden in den Quellen nicht näher beschrieben, aber es ist klar, dass dieser Bereich einen wesentlichen Teil der Investitionen ausmacht.

Energetische Optimierung

Ein besonderes Augenmerk wird auf die energetische Optimierung der gesamten Anlage gelegt. Das Energiekonzept sieht vor, dass künftig 65 Prozent der Versorgung aus erneuerbaren Quellen stammen soll. Dieser hohe Anteil erneuerbarer Energien ist ein klares Zeichen für Klimaschutz im Bäderbetrieb und wird das Projekt zu einem Vorzeigeprojekt im Bereich nachhaltiger Sportstätten machen.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, betont die Bedeutung dieses Aspekts: "Das MidSommerland wird nicht nur modernisiert, sondern zukunftsweisend erweitert. Neben der neuen Trainingshalle und mehr Wasserfläche setzen wir mit der Umstellung auf 65 Prozent erneuerbare Energien ein klares Zeichen für Klimaschutz im Bäderbetrieb. Es handelt sich bei dem Projekt um gut angelegtes Geld für Gesundheit, Sport und Nachhaltigkeit."

Gründe für die Verzögerungen

Die ursprünglich geplanten Bauarbeiten haben sich um mehr als ein Jahr verzögert. Wie aus den Quellen hervorgeht, gab es mehrere Gründe für diese Verzögerung.

Komplexer Baugenehmigungsprozess

Ein Hauptgrund für die Verzögerung war der "komplexe Baugenehmigungsprozess". Der Bauantrag für das Projekt erwies sich als besonders aufwändig, was auf die Komplexität der geplanten Maßnahmen und die Notwendigkeit verschiedener behördlicher Genehmigungen zurückzuführen ist.

Planungen zur Energieversorgung

Ein weiterer Faktor waren die Planungen zur Energieversorgung mit einem möglichst hohen regenerativen Anteil. Die ambitionierten Ziele im Bereich erneuerbarer Energien erforderten besondere Planungsleistungen und führten zu Verzögerungen im Genehmigungsprozess.

Rapid Baupreisentwicklungen

Wie Dirk Schumaier, Geschäftsführer von Bäderland, erklärt, führten die Verzögerungen "in Folge der rapiden Baupreisentwicklungen unerwartete Kostensteigerungen mit sich". Die gestiegenen Baukosten machten es notwendig, das Konzept für das neue MidSommerland zu überprüfen und eine angepasste, bessere Lösung zu finden.

"Uns ist und war es wichtig, die zur Verfügung stehenden Mittel verantwortungsvoll zu nutzen. In Folge der konjunkturellen Kostensteigerungen galt es daher, das Konzept für das neue MidSommerland zu überprüfen und eine angepasste bessere Lösung zu finden", so Schumaier.

Zeitplan und aktuelle Stand des Projekts

Nach mehr als zwei Jahren der Schließung und diversen Verzögerungen steht das Projekt nun endlich vor dem Start. Die ersten Abbruch- und Bautätigkeiten sollen bereits Ende 2024 beginnen, wie die Umwelt- und Finanzbehörde zusammen mit Bäderland mitteilten.

Allerdings gibt es auch abweichende Informationen zum Starttermin. Quelle 5 berichtet, dass der voraussichtliche Start der Bauarbeiten für September 2025 vorgesehen sei und die ersten Ausschreibungen für Betonarbeiten bereits ausgeschrieben seien. Der ursprünglich geplante Eröffnungstermin 2027 werde nach wie vor angepeilt.

Michael Dietel, Sprecher von Bäderland, räumt ein, dass "das Einholen aller Genehmigungen für das neue Freizeitbad ungewöhnlich lange gedauert haben", sie nun aber endlich losgehen könnten.

Die Investitionssumme von 52,5 Millionen Euro wird von Bäderland gemeinsam mit der Stadt Hamburg getragen. Dieses erhebliche Budget ermöglicht die umfassende Modernisierung und Erweiterung der Anlagen.

Bedeutung für Hamburger Sportinfrastruktur

Das Midsommerland-Projekt ist Teil einer umfassenden Strategie zur Erneuerung und Erweiterung der Hamburger Bäderinfrastruktur. Lückenhaften Angaben zufolge hat Bäderland Hamburg, die städtische Betreibergesellschaft für öffentliche Schwimmbäder in Hamburg, allein in den vergangenen Jahren mehr als 200 Millionen Euro in die Bäderinfrastruktur der Hansestadt investiert.

Diese Investitionen sind sowohl in Standorterweiterungen und -Ergänzungen als auch in wichtige bauliche und energetische Sanierungen der Anlagen geflossen. Das Midsommerland-Projekt stellt dabei ein Meilenstein-Projekt dar, das einen wesentlichen Beitrag im Bäderland-Netzwerk südlich der Elbe leisten wird.

Durch die Modernisierung des Midsommerlands wird das Sportangebot im Hamburger Süden deutlich verbessert. Die neue Trainingshalle schafft dringend benötigte Kapazitäten für Schwimmausbildung, Vereinssport und Freizeitaktivitäten. Besonders für Kinder und Jugendliche im Bezirk Harburg werden neue Möglichkeiten für den Schwimmsport geschaffen.

Fazit

Die Modernisierung und Erweiterung des Midsommerland in Harburg ist ein ambitioniertes und notwendiges Großprojekt, das nach mehr als zweijähriger Verzögerung nun endlich starten soll. Mit einem Investitionsvolumen von 52,5 Millionen Euro wird die traditionsreiche Badeanlage nicht nur saniert, sondern zukunftsweisend erweitert. Die neue Trainingshalle, die energetische Optimierung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien und die modernisierten Sauna- und Familienbereiche werden eine deutliche Verbesserung der Sport- und Freizeitinfrastuktur im Hamburger Süden bringen.

Die Herausforderungen während der Planungsphase – von komplexen Genehmigungsverfahren bis zu steigenden Baukosten – zeigen, dass der Bau öffentlicher Sportstätten in heutiger Zeit besondere Anforderungen an Planung und Umsetzung stellt. Dass das Projekt nun trotz dieser Schwierigkeiten vorankommt, ist ein positives Zeichen für die Zukunft der öffentlichen Sportinfrastruktur in Hamburg.

Das Midsommerland wird nach Fertigstellung nicht nur ein modernes Schwimmbad sein, sondern ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Sportstätten und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Für die Bürger im Bezirk Harburg und im gesamten Hamburger Süden wird die Anlage nach der Fertigstellung eine zentrale Bedeutung für Gesundheit, Sport und Freizeit haben.

Quellen

  1. Hamburg: Grünes Licht für Modernisierung und Erweiterung des Midsommerlands
  2. Harburg-aktuell: Modernisierung Midsommerland mit einem Jahr Verspätung geht es jetzt los
  3. EAP Magazin: Modernisierung von Hamburger Erlebnisbad schreitet voran
  4. MOPO: So wird Hamburgs neue Schwimmhalle aussehen – Bauarbeiten starten
  5. Radio Hamburg: Bäderland bestätigt: Umbauarbeiten stehen endlich in den Startlöchern

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