Sanierung des Feldberghofs: Modernisierung des Taunus-Highlightes mit nachhaltiger Architektur

Einleitung

Der Feldberg, als höchster Berg im Taunus, hat schon immer Dichter und Denker fasziniert und zieht bis heute unzählige Ausflügler an. Eines der markantesten Gebäude auf diesem Gipfel ist der Feldberghof, der nach einer umfassenden Sanierung in "Feldberghaus" umbenannt wurde und seit kurzem wieder als gastronomische Einrichtung eröffnet wurde. Die aufwendige Sanierung, die sich über 30 Monate hinzog, stellte nicht nur eine technische Herausforderung dar, sondern war auch finanziell aufwändig. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Euro in das Projekt investiert, wobei weitere Kostensteigerungen nicht ausgeschlossen wurden. Dieser Artikel beleuchtet die umfassende Sanierung des historischen Gebäudes, die architektonischen Besonderheiten und die nachhaltigen Konzepte, die dem Taunus-Highlight neues Leben einhauchten.

Historischer Hintergrund und Bedeutung

Die Geschichte des Feldberghauses reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Wie Landrat Ulrich Krebs (CDU) erinnerte, dauerte es von der ersten Idee des Frankfurter Verlegers August Ravenstein fast zwei Jahrzehnte, bis 1860 das erste Feldberghaus eröffnet wurde. Wenig später entstanden auf dem Gipfel zwei weitere Gasthäuser, die jedoch 1937 dem Fernmeldeturm weichen mussten. Das ursprüngliche Feldberghaus wurde 1931 in "Feldberghof" umbenannt, ein Name, der bis zur jüngsten Sanierung Bestand hatte.

Die Bedeutung des Gebäudes reicht weit über eine reine Gastronomie hinaus. Es ist ein zentrales Element der touristischen Infrastruktur der gesamten Region und hat als solches eine symbolische Bedeutung für den Taunus. Wie Landrat Krebs betonte, ging es bei der Entscheidung zur Sanierung nicht nur um eine Restauration, sondern um die Wahrung der Bedeutung des Feldbergs als touristische Attraktion.

Das Renovierungsprojekt im Überblick

Die Sanierung des Feldberghofs war ein anspruchsvolles Projekt, das mehrere Jahre in Anspruch nahm. Ursprünglich war die Eröffnung für Februar 2022 geplant, doch aufgrund verschiedener Verzögerungen wurde das Datum später angepasst. Im Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss des Hochtaunuskreises wurde im Rahmen der Finanzierung ein zusätzlicher Investitionszuschuss in Höhe von 800.000 Euro für die Sanierung des Feldberghofs beschlossen. Wie Landrat Krebs einräumte, seien weitere Kostensteigerungen auch nach dieser Finanzspritze nicht ganz auszuschließen, aber der Optimismus sei groß, dass die Arbeiten bis Jahresende abgeschlossen werden könnten.

Die Gesamtkosten für die Sanierung wurden auf 3,5 Millionen Euro beziffert. Diese Summe wurde teils durch Darlehen und teils durch Zuschüsse finanziert. Das Projekt zielte darauf ab, das gesamte Gebäude grundlegend zu sanieren und nicht nur eine reine "Pinselsanierung" durchzuführen, wie Krebs betonte: "Wir haben mehr gemacht als eine Pinselsanierung, wir haben das ganze Haus neu geschaffen."

Architektonische und gestalterische Elemente

Ein zentrales Merkmal der Sanierung ist die rustikale Holzfassade, mit der man zu den Anfängen zurückkehren möchte. Besonders bemerkenswert ist die Verwendung von Holz einer 100 Jahre alten Scheune aus Kanada für die Fassadengestaltung. Diese Materialwahl verbindet Tradition mit moderner Ästhetik und unterstreicht den nachhaltigen Ansatz des Projekts.

Die weitgehend in Holz gestalteten Innenräume nehmen diese Tradition in modernem Stil auf. Planer Michael Müller von "Stilbruch United Designers" hatte das Ziel, Verweildauer und Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Bei seiner ersten Begutachtung des "schlafenden Riesen" war er nach eigenen Aussagen erschüttert über dessen Zustand. Gemeinsam mit Andreas Müller von "M&P Architekten" war 2018 klar, dass die Umgestaltung und Sanierung in Anhnung an frühere Bauwerke und Materialien erfolgen soll. Interessanterweise wurde das erste Feldberghaus mit Material von abgerissenen Reifenberger Scheunen errichtet, was einen historischen Bezug schafft.

Innenraumgestaltung und neues Konzept

Das neue Konzept des Feldberghauses beinhaltet mehrere Veränderungen im Inneren des Gebäudes. So wird das ehemalige Schmittener Standesamt zum Gastraum umfunktioniert, während das Standesamt selbst ein Stockwerk höher wandert. Einer der ersten hergerichteten Räume, den die Teilnehmer der Präsentation im Feldberghaus besichtigen konnten, soll später ein Hofladen für regionale Produkte (Neudeutsch: Concept-Store) werden.

Die Küche des neuen Feldberghauses soll laut Planer "bodenständig" sein, was die Verbindung zur traditionellen Hausmannskost unterstreicht, die für die Region typisch ist. Das gesamte Konzept zielt darauf ab, eine Aufwertung des gesamten Plateaus zu erreichen, wobei diese Aufwertung mit dem neuen Feldberghaus noch nicht abgeschlossen sein soll.

Herausforderungen während der Renovierung

Die Sanierung des Feldberghofs stellte die Beteiligten vor zahlreiche Herausforderungen. Michael Müller begründete die lange Dauer des Umbaus mit dem maroden Zustand des Daches und der technisch überalterten Gebäudeausstattung. Dazu kamen unvorhergesehene Hindernisse wie die COVID-19-Pandemie, die zu Verzögerungen führte, sowie Engpässe bei der Materialbeschaffung, die den Zeitplan zusätzlich belasteten.

Besonders bei einem so abgelegenen Objekt wie dem Feldberghaus auf dem höchsten Gipfel des Taunus stellten Logistik und Materialtransport eine besondere Herausforderung dar. Die Verwendung spezieller Materialien wie des kanadischen Scheunenholzes erforderte zusätzliche Planungs- und Koordinationsaufwände.

Politische und öffentliche Debatte

Das Projekt war nicht unumstritten und löste auch politische Debatten aus. Im Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss des Hochtaunuskreises stimmten die vertretenen Fraktionen dem Investitionszuschuss zu, allerdings äußerte sich nur die Linke ablehnend. Werner Frey von der Linken sagte, für Tourismusförderung stehe auch die Linke, nicht aber für die Sanierung eines "Totalschadens", als den man das marode Gasthaus sehen müsse. Für ihn sei unverständlich, wie man das Gebäude mit all seinen Mängeln 2005 überhaupt habe kaufen können.

Landrat Krebs verteidigte die damalige Entscheidung als die einzige Möglichkeit, der Bedeutung des Feldbergs als touristische Attraktion gerecht zu werden. Vieles habe für die Sanierung gesprochen, die auch keine "Flickschusterei" sei. Er betonte, dass es bei dem Projekt um eine grundlegende Sanierung und nachhaltige Investitionen gegangen sei.

Zukunftspläne und Perspektiven

Mit der Fertigstellung des Feldberghauses sind die Pläne für die Zukunft des Gipfelplateaus noch nicht abgeschlossen. Wie Landrat Krebs versicherte, hat sich der Kreis die Verbesserung der Parkplatzsituation auf die Fahne geschrieben. Ein zentrales Problem für Besucher des Feldbergs war und ist die begrenzte Anzahl an Parkplätzen, was die Erreichbarkeit und damit die Attraktivität des Standorts beeinträchtigt.

Bis zur Eröffnung wird die Suche nach Personal die Betreiber des Feldberghauses beschäftigen. Die gastronomische Einrichtung benötigt qualifiziertes Personal für Küche und Service, das in der abgelegenen Lage nicht immer leicht zu finden ist. Eine vorgezogene Teileröffnung schon im Dezember, wie sie der Zweckverband Feldberghof noch kürzlich erwogen hat, soll es indes nicht geben.

Nachhaltige Ausstattung und moderne Technik

Ein besonderes Augenmerk wurde bei der Sanierung auf nachhaltige und moderne Technik gelegt. Das neue Feldberghaus entspricht laut Krebs bautechnisch und energetisch modernen Standards. Dazu gehören Photovoltaikanlagen auf dem Dach zur Erzeugung erneuerbarer Energie, eine Pelletheizung als umweltfreundliche Wärmequelle sowie E-Tankstellen für Autos und Fahrräder, die die Elektromobilität fördern.

Diese Maßnahmen reduzieren nicht nur den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes, sondern machen es auch zukunftsfähig im Hinblick auf die sich wandelnden Anforderungen an touristische Einrichtungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Fazit

Die Sanierung des Feldberghofs zum Feldberghaus stellt ein eindrucksvolles Beispiel für die erfolgreiche Verbindung von historischer Substanz und moderner Architektur dar. Mit Investitionen in Höhe von 3,5 Millionen Euro, darunter ein zusätzlicher Zuschuss von 800.000 Euro, wurde das Gebäude grundlegend saniert und nicht nur erhalten, sondern für die Zukunft gerüstet. Die Verwendung nachhaltiger Materialien wie des historischen kanadischen Scheunenholzes und die Integration moderner Technik wie Photovoltaik und Pelletheizung zeigen, wie bei historischen Bauten Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden kann.

Trotz anfänglicher Kritik und Herausforderungen während der Bauphase ist das nun fertiggestellte Feldberghaus ein wichtiger Impuls für den Tourismus im Hochtaunus. Die Verbindung von traditioneller Gastlichkeit mit modernem Komfort und nachhaltiger Technologie schafft einen einzigartigen Ort, der sowohl Einheimische als auch Touristen anziehen wird. Die Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere der Parkplatzsituation, wird in Zukunft weitere Besucher auf den höchsten Berg des Taunus locken.

Das Projekt zeigt, dass ambitionierte Sanierungen historischer Gebäude, auch wenn sie aufwendig und kostspielig sind, sich lohnen können, wenn sie mit Weitblick und Nachhaltigkeitsgedanken geplant und umgesetzt werden. Das Feldberghaus wird so nicht nur ein gastronomischer Betrieb, sondern ein Symbol für gelungene Erneuerung und Bewahrung von Kulturgut im Einklang mit modernen Anforderungen.

Quellen

  1. Feldberghof wird Feldberghaus
  2. Hochtaunus: Noch einmal 800.000 Euro für den Feldberghof

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