Mons-Tabor-Bad Montabaur: Neubau statt Sanierung bei Kosten von 37,5 bis 52,5 Millionen Euro

Einleitung

Die Stadt Montabaur und die Verbandsgemeinde stehen vor einer der größten infrastrukturellen Herausforderungen in ihrer jüngeren Geschichte: den Bau eines neuen Hallenbades. Das Mons-Tabor-Bad, das einzige öffentliche Hallenbad im südlichen Westerwaldkreis, ist marode und droht jederzeit den Betrieb einzustellen. Die Planungen für einen Neubau sind bereits weit fortgeschritten, doch die Umsetzung hängt entscheidend von der Verfügbarkeit öffentlicher Fördermittel und Spendengelder ab. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, die geplante Ausstattung, die finanziellen Herausforderungen und die Bedeutung des Projekts für die Region.

Aktuelle Zustand des Mons-Tabor-Bades

Das Mons-Tabor-Bad, das einzige öffentliche Hallenbad im südlichen Westerwaldkreis, befindet sich in einem bedenklichen Zustand. Obwohl das Bad für die Besucher im Großen und Ganzen einen gepflegten Eindruck macht, verbergen sich im Kern des Gebäudes erhebliche Probleme. Im Keller des Schwimmbads tropft an manchen Stellen das Wasser, und die Technik ist nicht nur veraltet, sondern rostet teilweise bereits. Ein besonders problematischer Aspekt ist die Tatsache, dass die Außenrichte seit mehr als fünf Jahren außer Betrieb ist.

Laut Bürgermeister Hans Ulrich Richter-Hopprich (CDU) besteht jederzeit die Gefahr, dass ein Schaden entsteht, der zur Schließung des gesamten Schwimmbads führen könnte. Für einige der Geräte im Bad gebe es bereits keine Ersatzteile mehr. Axel Staffel, Betriebsleiter des Bades, bestätigt: "Wir müssen uns hier täglich mit der alten Technik beschäftigen und mehr Zeit dafür aufbringen, als das bei einem neuen Bad der Fall wäre." Die Suche nach Firmen für Reparaturarbeiten wird zunehmend schwierig.

In den vergangenen Jahren wurden im Mons-Tabor-Bad nur noch unbedingt notwendige Reparaturen durchgeführt, um den Badebetrieb aufrechtzuerhalten. Diese Maßnahmen führten jedoch zu mehrwöchigen Schließzeiten des Bades. Größere Sanierungsarbeiten lohnen sich laut Richter-Hopprich nicht, weshalb nun der Neubau geplant wird. Die Kosten für eine grundlegende Sanierung könnten sogar die für den Bau des Verbandsgemeindehauses übersteigen, das bei Einrechnung aller Nebenkosten fast 40 Millionen Euro kosten wird.

Geplante Ausstattung des neuen Hallenbades

Die Planungen für das neue Mons-Tabor-Bad sind bereits weit fortgeschritten. Einstimmig haben sich die Ausschüsse der Verbandsgemeinde (VG) und der Stadt Montabaur für den Neubau eines Hallenbads mittlerer Größe ausgesprochen. Die geplante Ausstattung umfasst ein 25-Meter-Schwimmerbecken mit vier bis six Bahnen, einen Nichtschwimmerbereich, einen Kleinkinderbereich, ein Kursbecken sowie Sprungtürme mit ein und drei Metern Höhe. Zudem ist eine große Rutsche geplant.

Besonders wichtig für die DLRG Ortsgruppe Montabaur e.V. ist die Einrichtung eines separaten Tiefwasserbeckens. Die DLRG unterstützt die Planungen ausdrücklich, da die Bedeutung für Schwimm- und Rettungsausbildung hervorgehoben wird. Die DLRG ist der größte Schwimmverein in der Verbandsgemeinde Montabaur und maßgeblicher Träger der Schwimmausbildung. Sie betreut jährlich über 250 Kinder allein in der Schwimmausbildung.

Das Freibad soll bei der neuen Anlage möglichst erhalten bleiben, um den Bürgern weiterhin ein vielfältiges Angebot zu bieten. Die Standortfrage ist bereits geklärt: Das neue Schwimmbad soll neben dem jetzigen Bad gebaut werden. Dieser Standort hat den Vorteil, dass der Badebetrieb während der Bauarbeiten weitergehen kann. Die anschließende Nutzung des alten Schwimmbadgebäudes ist noch nicht endgültig geklärt, da der Abriss zu teuer wäre.

Finanzielle Aspekte und Herausforderungen

Die finanziellen Herausforderungen bei diesem Projekt sind erheblich. Aktuell belaufen sich die Kostenschätzungen für das neue Mons-Tabor-Bad auf 37,5 bis 52,5 Millionen Euro, je nach finaler Ausstattung. Diese Summe würde vollständig über Kredite finanziert werden, was wiederum zusätzliche Zinskosten in Millionenhöhe zur Folge hätte. Laut Richter-Hopprich ist das Projekt ohne "ganz erhebliche Zuschüsse von Land und Bund" nicht zu realisieren: "Wenn wir nicht ganz erhebliche Zuschüsse von Land und Bund bekommen, dann werden wir das Bad so nicht bauen können."

Die Finanzierung des Neubaus erfolgt somit über Kredite, was die jährlichen Betriebskosten deutlich erhöht. Zu den zukünftigen Betriebskosten zählen neben Personal-, Energie- und Gebäudeunterhaltungskosten auch Zinsen und Tilgung. Diese jährlichen Betriebskosten werden auf 2,9 bis 5,2 Millionen Euro geschätzt, verteilt über 25 Jahre. Die Stadt Montabaur plant, sich mit 25 Prozent an diesen Kosten zu beteiligen, was jährlich 575.000 bis 775.000 Euro entspricht.

Einzelne Elemente wie eine große Rutsche oder ein Sprungturm lassen sich noch nicht mit konkreten Preisen versehen. Erst wenn die Planungsentwürfe vorliegen, wird mehr Klarheit über die exakten Kosten herrschen. In einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse war die Sorge um die Kosten allgegenwärtig. Neben der Höhe der Kosten wurden auch mögliche Steigerungen und Risiken im Projektverlauf thematisiert. Dennoch sprachen sich die Mitglieder einstimmig für den Grundsatzbeschluss zum Neubau aus, da das alte Bad nicht mehr zu halten ist und ohne es kein öffentliches Hallenbad im südlichen Westerwald existieren würde.

Besonders die städtischen Gremien betonten die Bedeutung eines familienfreundlichen Schwimmbads. Um die Kosten zu kontrollieren, wurde eine mittlere Variante gewählt, bei der bei zu hohen Baukosten auf Teile der Ausstattung verzichtet werden könnte.

Entscheidung und Zeitplan

Die Entscheidung für den Neubau des Mons-Tabor-Bades wurde in einer gemeinsamen Sitzung der Haupt- und Finanzausschüsse der Stadt und Verbandsgemeinde Montabaur getroffen. Die Gremien stimmten mit großer Mehrheit für das Projekt.

Für das Mons-Tabor-Bad wird nun ein Investor, Betreiber oder Dienstleister gesucht. Dieser soll an der Entscheidung beteiligt werden, ob im Bestand saniert oder am bisherigen oder einem neuen Standort neu gebaut wird. Die Suche nach einem solchen Partner ist ein wichtiger Schritt im weiteren Prozess.

Ob das Projekt tatsächlich in diesem Umfang umgesetzt werden kann, hängt vor allem davon ab, in welchem Umfang öffentliche Fördermittel und Spendengelder einfließen. Die Realisierung des Projekts ist somit von der Verfügbarkeit dieser Mittel abhängig. Ein genauer Zeitplan für den Baubeginn liegt noch nicht vor, da die Finanzierung zunächst gesichert werden muss.

Bedeutung für die Region

Das geplante neue Mons-Tabor-Bad hat eine große Bedeutung für die gesamte Region. Seit der Bäderkooperation der Verbandsgemeinden Montabaur und Wirges erfolgt die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung derzeit im Hallenbad Wirges. Die aktuelle Nachfrage nach Schwimmkursen übersteigt das bestehende Angebot deutlich, und die Wasserzeiten im Hallenbad Wirges sind, insbesondere zu den ehrenamtlich betreuten Zeiten, vollständig ausgelastet.

Die DLRG Ortsgruppe Montabaur e.V. betont die Notwendigkeit, zusätzliche Wasserzeiten in beiden Bädern zu gewinnen, um das Ausbildungsangebot weiter auszubauen. Für die Wassersicherheit in der Region ist es notwendig, künftig mehr Kurse anbieten zu können. Jedes zusätzliche Kind, das sicher schwimmen lernt, erhöht die Sicherheit in der Gesellschaft.

Ein umweltfreundliches, energieeffizientes und modernes Bad wird als wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger, für Schul- und Vereinssport sowie für die Schwimmausbildung in der Region angesehen. Die DLRG hebt hervor, dass ein solches Bad auch die Attraktivität der Region für Familien erhöhen würde.

Fazit

Der Neubau des Mons-Tabor-Bades in Montabaur ist ein notwendiges Projekt, das jedoch erhebliche finanzielle Herausforderungen mit sich bringt. Das alte Bad ist marode und droht jederzeit den Betrieb einzustellen, weshalb eine Sanierung nicht als praktikable Lösung angesehen wird. Die geplante Ausstattung des neuen Bades umfasst ein 25-Meter-Schwimmerbecken, verschiedene Bereiche für unterschiedliche Schwimmerlevel, Sprungtürme und eine große Rutsche.

Die Kosten von 37,5 bis 52,5 Millionen Euro können nur mit erheblichen staatlichen Zuschüssen getragen werden. Die jährlichen Betriebskosten werden auf 2,9 bis 5,2 Millionen Euro geschätzt, wobei die Stadt Montabaur mit rund 25 Prozent beteiligt sein wird. Die Realisierung hängt entscheidend von der Verfügbarkeit öffentlicher Fördermittel und Spendengelder ab.

Das Projekt hat eine große Bedeutung für die Region, da es die dringend benötigten Kapazitäten für die Schwimmausbildung, insbesondere für Kinder, schaffen wird. Die DLRG als größter Schwimmverein in der Verbandsgemeinde Montabaur unterstützt die Planungen ausdrücklich und betont die Bedeutung für die Wassersicherheit in der Region.

Derzeit wird noch nach einem Investor, Betreiber oder Dienstleister gesucht, der an der Entscheidung über die weitere Vorgehensweise beteiligt sein wird. Ob und wann das neue Bad gebaut wird, hängt somit maßgeblich von der Finanzierung ab.

Quellen

  1. Neues Schwimmbad für Montabaur: Pläne und Herausforderungen
  2. Einstimmig beschlossen: Neues Schwimmbad für Montabaur
  3. DLRG-Montabaur e.V. befürwortet Sprungturm und separates Tiefwasserbecken im neuen Mons-Tabor-Bad
  4. Montabaur soll ein neues Schwimmbad bekommen
  5. Investor für Montabauer Mons-Tabor-Bad gesucht - Sanierung kostet viele Millionen Euro

Ähnliche Beiträge