Einleitung
Die Renovierung eines Motorradhelms ist eine beliebte Möglichkeit, das persönliche Erscheinungsbild individuell anzupassen und dem Helm ein neues Leben einzuhauchen. Es gibt verschiedene Methoden, um einen Helm zu renovieren, dar das Lackieren, Folieren und Bekleben mit Aufklebern. Jede dieser Techniken hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, erfordert unterschiedliche Fähigkeiten und Materialien. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Renovierungsmöglichkeiten für Motorradhelme, die notwendigen Vorbereitungsschritte und wichtige Sicherheitsaspekte, die bei der Bearbeitung eines Helms zu beachten sind.
Methoden der Helmbearbeitung
Lackieren eines Motorradhelms
Das Lackieren eines Motorradhelms ist eine der verbreitetsten Methoden, um dessen Design individuell zu verändern. Bei diesem Verfahren wird der Helm bei einem Airbrusher gründlich gereinigt, abgeklebt und die einzelnen Farben separat aufgetragen. Die Kunst der Helmbemalung ist eine Spezialität, die einige Maler übernommen haben, die sich auf die individuelle Gestaltung von Motorradhelmen spezialisiert haben.
Für das Lackieren werden hauptsächlich "Zweischichtlacke", auch "Mattbasen" genannt, verwendet. Die komplexen Verzierungen von Motorradhelmen entstehen durch die Abfolge zahlreicher Farb- und Pigmentschichten. Jede Dekoration wird durch eine Maskierungstechnik mit oft kreuz und quer verlaufenden Klebstoffen ermöglicht, die vor der Installation sorgfältig durchdacht und vorbereitet werden.
Bei der Ausführung kommen unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz. Mit einer Airbrush, die mit einer möglichst großen Düse ausgestattet ist, ist es möglich, Dekorationen, Logos und Farbbänder zu erstellen. Allerdings ist es schwierig, die gesamte Arbeit, einen Helm zu verzieren, ausschließlich mit einer Airbrush zu erledigen: Die Grundierung ist zu dick und das Lackieren sollte für eine korrekte Ausführung mit einer Spritzpistole erfolgen.
Der letzte Schritt bei der Lackierung ist das Auftragen von Klarlack als Schutz für die Farbe. Dabei werden zwei bis drei dünne Schichten aufgetragen, und der lackierte Helm sollte mindestens 24 Stunden trocknen. Die Lackierung ist der wesentliche Schritt und bildet den Abschluss aller Arbeiten am Helm.
Foilieren eines Motorradhelms
Beim Folieren wird das gewünschte Design auf dem Computer bearbeitet und zugeschnitten und anschließend am Stück oder in mehreren Teilen auf dem Helm angebracht. Dabei werden Sollbruchstellen normalerweise bewusst ausgelassen.
Ein wesentlicher Vorteil des Folierens ist, dass diese Methode die Oberfläche des Motorradhelms weniger angreift als das Lackieren, wodurch der Schutz bei einem möglichen Sturz weiterhin gewährleistet bleibt. Außerdem lässt sich das Helmdesign bei Bedarf schnell wieder ändern: Folie ab und neu anbringen.
Allerdings gestaltet sich die Anbringung selbst als anspruchsvoll. Den runden Helm gleichmäßig und ohne Blasen mit Folie zu beziehen, bedarf einer äußerst ruhigen Hand und ausreichend Erfahrung.
Bekleben mit Aufklebern
Gerade Personen, die durch ihr Helmdesign die Zugehörigkeit zu einer Motorrad-Crew signalisieren oder ihren Helm einfach bunter und individueller gestalten wollen, greifen oft zu vorgefertigten Aufklebern. Vor dem Bekleben des Motorradhelms sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Aufkleber lösungsmittelfrei ist, da sonst die Oberfläche des Helmes angegriffen werden könnte und kein 100 %iger Schutz mehr gewährleistet ist.
Im Vergleich zum Folieren ist das Anbringen von Aufklebern einfacher. Der Vorteil im Vergleich zum Folieren ist die etwas leichtere Anbringung des Aufklebers.
Vorbereitungsschritte
Materialüberprüfung
Bevor mit der Renovierung eines Motorradhelms begonnen wird, sollte beim Hersteller nachgefragt werden, aus welchem Material die Helmschale besteht. Ein GFK-Helm aus Fiberglas verträgt eine Beklebung zum Beispiel deutlich besser als ein Motorradhelm aus Polycarbonat.
Auch sollte geprüft werden, ob der Helm überhaupt für eine Renovierung geeignet ist. Viele Helmhersteller, wie Schuberth oder Shoei, raten von einer Lackierung ab, da bei der Verwendung von falschem Lack der Kunststoff der Helmschale angegriffen werden und dadurch zu weich für einen möglichen Unfall werden kann.
Demontage von Teilen
Als Erstes sollten alle Teile des Helms, die nicht koloriert werden sollen oder beim Lackieren des Motorradhelms stören könnten, demontiert werden. Meist sind das die Innenpolster und das Visier; leider lassen sich diese Teile nicht bei allen Helmen entfernen.
Nachdem alle vorhandenen Aufkleber vom Helm entfernt wurden, sollten alle Helmteile, die nicht abbaut werden können, ordentlich abgeklebt werden. Anstatt klassisches gelbes Klebepapier zu verwenden, wird das Anbringen flexibler PVC-Klebelinien empfohlen, die es ermöglichen, allen Reliefs und Rundungen des Helms einfacher und mit sehr hoher Präzision zu folgen. Diese Linien sind besonders leicht zu entfernen und sehr widerstandsfähig.
Oberflächenvorbereitung
Bevor mit dem Lackieren begonnen wird, muss die Helmschale vorbereitet werden. Dazu wird mit einem feinen Schleifpapier (z. B. Wasserschleifpapier) der Klarlack auf der Helmschale abgeschliffen. Dabei sollten auch die kleinsten Ecken und Ritzen bearbeitet werden, um später ein ganzheitliches Ergebnis zu bekommen. Anschließend wird der Motorradhelm gründlich gereinigt, bevor mit dem nächsten Schritt fortgefahren wird.
Durchführung der Renovierung
Lackierungsprozess
Nach der Vorbereitung kann mit dem eigentlichen Lackierungsprozess begonnen werden. Zunächst wird das gewünschte Helmdesign Stück für Stück abgeklebt. Hierbei ist viel Geduld erforderlich, da es teilweise auf Millimeter Genauigkeit ankommt.
Anschließend wird mit dem Airbrusher oder einer Sprühdose jede Farb-Lack separat auf das jeweils frei gelassene Stück Helm aufgetragen. Nach dem kompletten Abtrocknen des Lacks kann dieser Teilbereich abgeklebt werden und ein weiterer Bereich ist an der Reihe. Dieser Prozess wird solange wiederholt, bis der gesamte Helm lackiert ist.
Zum Abschluss werden vorsichtig alle Abklebebänder vom Helm entfernt und eine feine Schicht Klarlack aufgetragen, um das Finish abzuschließen.
Foilierungsprozess
Beim Foilieren wird das vorab auf dem Computer erstellte und zugeschnittene Design am Stück oder in mehreren Teilen auf dem Helm angebracht. Dabei ist es wichtig, die Folie gleichmäßig ohne Blasen anzubringen, was erhebliche Erfahrung erfordert.
Aufkleber anbringen
Beim Anbringen von Aufklebern sollte darauf geachtet werden, dass diese lösungsmittelfrei sind, um die Helmschale nicht zu beschädigen. Die Aufkleber werden an den vorbereiteten Stellen des Helms angebracht.
Wichtige Hinweise und Sicherheitsaspekte
Herstellerkonsultation
Auch wenn sich in diversen Foren Personen finden, die behaupten, jeder moderne Helm wäre problemlos behandelbar, sollte man vorsichtig sein. Kann im Handbuch oder auf der Website des Helmherstellers keine genaue Information gefunden werden, sollte dieser kontaktiert und bei Bedarf ein OK eingeholt werden, bevor der Motorradhelm beklebt wird.
Materialkompatibilität
Es ist wichtig zu wissen, dass nicht jeder Helm für alle Renovierungsmethoden geeignet ist. Die Materialkompatibilität zwischen Helmschale und Renovierungsmaterial muss beachtet werden, um die Schutzwirkung des Helms nicht zu beeinträchtigen.
Verwendung geeigneter Materialien
Unabhängig von der gewählten Renovierungsmethode sollten alle verwendeten Farben, Lacke und Klebstoffe lösungsmittelfrei sein, um den Helm nicht zu schädigen. Die Verwendung ungeeigneter Materialien kann die Helmschale angreifen und deren Schutzfunktion bei einem Unfall beeinträchtigen.
Nachbereitung und Zusammenbau
Entfernen der Abdeckungen
Das verwendete Abdeckband und auch die Papiere müssen vorsichtig abgezogen werden, um ein Ablösen der frischen Farbe zu verhindigen. Diese Arbeit erfordet Geduld und eine behutsame Vorgehensweise.
Zusammenbau des Helms
Nach Abschluss der Renovierung wird der Motorradhelm wieder zusammengebaut. Dazu werden alle Muttern und Schrauben wieder in die entsprechenden Bereiche eingesetzt, die von innen nach außen funktionieren. Es ist wichtig, dass alle Schrauben fest angezogen werden, da ein Verlust während der Fahrt zu Beschwerden beim Aufsetzen des Helms führen kann.
Fazit
Die Renovierung eines Motorradhelms ist eine Möglichkeit, dessen Aussehen individuell anzupassen. Es gibt verschiedene Methoden: Lackieren, Folieren und Bekleben mit Aufklebern. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile und erfordert unterschiedliche Fähigkeiten und Materialien.
Das Lackieren ermöglicht komplexe individuelle Designs, erfordert jedoch spezielle Techniken und Erfahrungen. Beim Folieren bleibt die Helmschale besser geschützt, die Anbringung erfordert jedoch große Sorgfalt. Das Bekleben mit Aufklebern ist die einfachste Methode, beschränkt aber die Designmöglichkeiten.
Unabhängig von der gewählten Methode ist es entscheidend, die Materialkompatibilität zu prüfen, lösungsmittelfreie Materialien zu verwenden und bei Unsicherheit den Hersteller zu konsultieren. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Helm auch nach der Renovierung seinen Schutz bei einem Unfall beibehält.
Die Renovierung eines Motorradhelms ist somit ein anspruchsvolles Unterfangen, das bei sorgfältiger Vorbereitung und Ausführung zu einem individuell gestalteten Helm führen kann, ohne dessen Sicherheitseigenschaften zu beeinträchtigen.