Kopfschmerzen nach Renovierung: Ursachen und Lösungsansätze für gesundes Wohnen

Einleitung

Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen oder ein neues Gebäude bezugsfertig. Eigentlich sollte alles in bester Ordnung sein: Die Räumlichkeiten sind behaglich, alles riecht neu. Doch bei vielen Bewohnern treten nach einiger Zeit unangenehme Symptome auf, darunter Kopfschmerzen, Hautprobleme, Nasennebenhöhlenentzündungen und Fieber. Dieser Artikel untersucht die Ursachen für gesundheitliche Beschwerden nach Renovierungen und Neubauten und gibt praktische Empfehlungen zur Vermeidung und Lösung von Problemen mit der Raumluftqualität.

Ursachen für Kopfschmerzen nach Renovierung

Flüchtige organische Verbindungen (VOCs)

Die häufigste Ursache für gesundheitliche Beschwerden in Neubauten und frisch renovierten Räumen sind flüchtige organische Verbindungen (VOCs). Der Materialgeruch in Neubauten ist oft intensiv, ähnlich wie beim Betreten eines Möbelhauses. Diese Gerüche bzw. VOCs stammen hauptsächlich von Baumaterialien und Klebstoffen sowie Füllstoffen, die in Platten verwendet werden (z. B. Möbelplatten, Akustikplatten usw.).

Darüber hinaus werden Textilien in Gebäuden mit Flammschutzmitteln behandelt, die ebenfalls VOCs freisetzen. Reinigungsmittel und Wachse tragen ebenfalls zur Belastung der Raumluft bei. Besonders in Räumen, die nicht ausreichend gelüftet werden oder in denen die Raumtemperatur hoch ist, sind diese Gerüche stärker wahrnehmbar.

In den ersten sechs Monaten oder sogar länger können Emissionen aus Materialen in Neubauten erhöht sein. Deshalb wird in den ersten Monaten nach Abschluss der Arbeiten empfohlen, effizienter zu lüften, um die Luft von den aus den Materialien freigesetzten Verbindungen schneller zu reinigen.

Lösungsmittel in Farben und Lacken

Lösemittel, die aus Farben und Lacken in die Innenraumluft ausgasen, können diese erheblich belasten. Besonders nach Renovierungen sind die Schadstoffwerte in der Luft oft erhöht. Dies kann sich in gesundheitlichen Beschwerden oder auch einem anhaltenden Geruch bemerkbar machen.

Die Dämpfe von Lösungsmitteln sind nicht ungefährlich. Besonders Menschen, die anfällig für Kopfschmerzen sind, reagieren oft empfindlich. Lösungsmittel sind flüssige organische Stoffe, die dazu dienen, andere Substanzen zu verdünnen oder zu lösen. Sie sorgen dafür, dass beispielsweise Lack sich geschmeidig streichen lässt, dann verdunsten sie und der Lack härtet aus.

Wer den Dämpfen in einer sehr starken Konzentration oder über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist, kann ernsthaft erkranken. Schwindel, Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit oder andere Hirnfunktionsstörungen können auftreten. Bei Menschen, die schnell unter Kopfschmerzen leiden, reicht häufig schon eine geringe Konzentration in der Raumluft, um einen Brummschädel zu bekommen.

Der intensive Geruch während und kurz nach der Renovierung ist ein Konglomerat an verschiedenen Emissionen, die im Zusammenspiel für Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen, Augenbeschwerden oder auch Übelkeit verantwortlich sein können.

Formaldehyd und andere Schadstoffe

Formaldehyd kann vereinzelt den Geruch der Raumluft beeinträchtigen und während der Renovierung durch den Einsatz von Sperrholz oder Spanplatten in die Wohnung gelangen. Auch PVC, Vinylboden, Fertigparkett oder Laminat können Weichmacher enthalten, die über lange Zeit als Wohnraumschadstoff ausdunsten. Lösemittel gasen in der Regel schneller aus und sind teilweise geruchlich wahrnehmbar.

Darüber hinaus bleibt Baustoft nach Renovierungsarbeiten in der Raumluft hängen, was zusätzlich zur Belastung beitragen kann.

Schimmelpilzprobleme

Ein allseits bekannter Wohnraumschadstoff stellen Schimmelpilze dar. Werden Schimmelpilze an der Wand entdeckt, wird sachgemäß zum Farbeimer gegriffen und der Schimmel überstrichen. Doch diese Vorgehensweise birge Gefahren und Risiken. Das Überstreichen von Schimmel ohne vorherige fachgerechte Beseitigung der Ursachen führt dazu, dass die Sporen weiterhin in der Raumluft zirkulieren können und gesundheitliche Probleme verursachen.

Risikogruppen

Bestimmte Personengruppen sind besonders anfällig für gesundheitliche Beschwerden durch Schadstoffe in der Raumluft:

Menschen mit Kopfschmerzneigung

Personen, die bereits unter Kopfschmerzen leiden, reagieren besonders empfindlich auf Lösungsmittel und andere Schadstoffe in der Raumluft. Bei ihnen reicht häufig schon eine geringe Konzentration aus, um Kopfschmerzen auszulösen. Diese können sich als Schläfenkopfschmerzen (einseitig oder beidseitig an den Schläfen) oder Stirnkopfschmerzen äußern.

Schwangere Frauen

Schwangere sollten nach Möglichkeit nicht renovieren oder sollten zumindest entsprechende Schutzmaßnahmen treffen. Während der Schwangerschaft ist der Körper empfindlicher gegenüber Schadstoffen, und bestimmte Substanzen können das ungeborene Kind schädigen.

Kleinkinder

Kleinkinder haben ein noch nicht vollständig entwickeltes Immunsystem und sind daher besonders anfällig für gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Schadstoffe in der Raumluft. Während der Renovierung sollten Kinder daher aus den betroffenen Räumen entfernt werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Auswahl von Baumaterialien und Produkten

Achten Sie bereits beim Einkauf auf lösungsmittelfreie oder -arme Produkte. Für Innenraumrenovierungen und den Hobbybereich gibt es mittlerweile viele Alternativen zu herkömmlichen, schadstoffhaltigen Produkten. Diese Auswahl kann die Belastung der Raumluft durch Lösungsmittel und andere flüchtige organische Verbindungen erheblich reduzieren.

Richtige Lüftungstechniken

Effizientes Lüften ist die wichtigste Maßnahme, um die Raumluftqualität nach einer Renovierung zu verbessern. Während der Trocknungsphase von Farben und Lacken, in der Schadstoffe aus der Gruppe der VOC vermehrt auftreten, sollte besonders gut gelüftet werden.

Nach Abschluss energetischer Sanierungen mit Fenstertausch oder anderen Abdichtungsarbeiten ist es wichtig, einige Wochen lang ausreichend zu lüften. Empfohlen wird mehrmals täglich Stoßlüften, um die frisch renovierten Räume von Schadstoffen zu befreien.

Schutzmaßnahmen während der Renovierung

Empfindliche Personen sollten nur mit entsprechender Schutzbekleidung, wie Handschuhen, Schutzmaske und Schutzbrille, größere Renovierungsarbeiten durchführen. Dies reduziert die direkte Exposition gegenüber Schadstoffen während der Arbeiten.

Vorher-Nachher-Analysen

VOCs, Schimmelpilze und viele andere Schadstoffe sind messbar. Vor einer Sanierung kann auf diese Weise der Bedarf identifiziert werden, nach Abschluss der Arbeiten kann der Erfolg der Maßnahmen kontrolliert werden. Solche Analysen helfen, die Wirksamkeit von Sanierungsmaßnahmen zu beurteilen und gegebenenfalls weitere Schritte einzuleiten.

Umgang mit bestehenden Problemen

Identifikation schadstoffhaltiger Materialien

Bei Altbausanierungen ist es wichtig, schadstoffhaltige Baustoffe zu identifizieren und entweder auszubauen oder zu versiegeln. Mögliche Schimmelquellen sollten ebenfalls identifiziert und beseitigt werden. Ein gutes Feuchtemanagement ist entscheidend, um die Bildung von Schimmel zu verhindern.

Die Staubbelastung kann durch Wahl entsprechender Bodenbeläge und konvektionsarmer Heizflächen reduziert werden.

Professionelle Sanierung bei Schimmelbefall

Wurde Schimmel bereits entdeckt, sollte dieser fachgerecht beseitigt werden, bevor überstrichen wird. Eine oberflächliche Behandlung ohne Beseitigung der Ursachen führt nicht zu einer nachhaltigen Lösung und kann die Gesundheit weiter beeinträchtigen.

Langfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Raumluftqualität

Bei Kopfschmerzen, die mit einer Schiefhaltung des gesamten Körpers einhergehen, kann eine langfristige Besserung nur erreicht werden, wenn die zugrunde liegende Schiefstellung des Körpers mitbehandelt wird. Dies kann Kombinationen von Fehlhaltungen beinhalten.

Fazit

Kopfschmerzen nach Renovierungen oder in Neubauten sind ein häufiges Problem, das durch verschiedene Schadstoffe in der Raumluft verursacht wird. Flüchtige organische Verbindungen (VOCs), Lösungsmittel aus Farben und Lacken, Formaldehyd und Schimmelpilze sind die Hauptverursacher gesundheitlicher Beschwerden. Besonders anfällig sind Personen mit Kopfschmerzneigung, Schwangere und Kleinkinder.

Vorbeugende Maßnahmen wie die Verwendung schadstoffarmer Baumaterialien, ausreichendes Lüften und der Einsatz von Schutzkleidung während der Renovierung können helfen, gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Bei bestehenden Problemen ist es wichtig, die Ursachen zu identifizieren und gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Raumluftqualität zu ergreifen.

Durch bewusste Planung und Auswahl von Materialien sowie sachgerechte Durchführung von Renovierungsarbeiten kann ein gesundes Wohnklima geschaffen werden, das auch langfristig keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen verursacht.

Quellen

  1. Genano - Probleme mit der Raumluft in Neubauten
  2. Luftanalysezentrum - Schadstoffe in renovierten Räumen
  3. Medizinarium - Lösungsmittel und Kopfschmerzen
  4. ÖkoPlus - Kopfschmerzen nach Neubau oder Sanierung
  5. Pohltherapie - Behandelbare Beschwerden: Kopfschmerzen

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