Modernisierung der Lebenshilfe Werkstatt München: Umfassende Sanierung mit 1,8 Millionen Euro Investition

Einleitung

Die Lebenshilfe Werkstatt in München-Sendling an der Scharnitzstraße wurde im August 2019 nach umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen fertiggestellt. Das aus den Jahren 1972 und 1976 stammende Gebäude erfuhr eine grundlegende Modernisierung, die nicht nur die Anpassung an aktuelle Infrastrukturanforderungen, sondern auch die Erweiterung der Nutzflächen umfasste. Mit einer Investitionssumme von 1,8 Millionen Euro wurde das Gebäude für zukünftige Anforderungen fit gemacht, wobei besonderer Wert auf die Optimierung der Arbeitsbedingungen für Menschen mit Behinderung gelegt wurde. Dieser Artikel beleuchtet die Details der Sanierung, die beteiligten Akteure sowie die durchgeführten baulichen und funktionalen Veränderungen.

Projektüberblick

Die Sanierung der Hauptwerkstatt der Lebenshilfe Werkstatt München GmbH umfasste weitreichende Maßnahmen, die sowohl die technische Infrastruktur als auch die räumliche Organisation betrafen. Das Gebäude, das ursprünglich in den 1970er Jahren errichtet wurde, entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Barrierefreiheit, Sicherheit und Effizienz. Die Modernisierung zielte darauf ab, die Arbeitsbedingungen für die mehr als 630 Menschen mit Behinderung, die von der Lebenshilfe unterstützt werden, zu verbessern und gleichzeitig die betrieblichen Abläufe zu optimieren.

Ein zentrales Element der Sanierung war die Erweiterung der Förderstätte um 24 zusätzliche Plätze. Dies unterstreicht den Anspruch der Lebenshilfe, noch mehr Menschen mit Behinderung in eine Tagesstruktur und am Arbeitsleben teilhaben zu lassen. Die Lebenshilfe Werkstatt München GmbH zeichnet sich dabei durch die ausgewogene Kombination von Teilhabe am Arbeitsleben und der Erfüllung von Kundenaufträgen aus und ist zudem zertifizierter Zulieferer der Automobilindustrie.

Beteiligte Akteure

Bei der Sanierung der Lebenshilfe Werkstatt waren verschiedene Fachunternehmen und Institutionen beteiligt, die sicherstellten, dass das Projekt fachgerecht und nach den höchsten Standards umgesetzt wurde.

Bauherr Die Lebenshilfe Werkstatt München GmbH mit Sitz in München (81549) war als Bauherr und Auftraggeber für das Projekt verantwortlich. Die Organisation unterstützt Menschen mit Behinderung bei der Eingliederung ins Arbeitsleben und in eine Tagesstruktur und beschäftigt über 630 Personen.

Architektur und Planung Die Planung des Projekts lag in den Händen des Architekturbüros BKS & Partner Bauer Reichert Seitz aus München (80797). Das Konzept, das das Büro entwickelte, umfasste nicht nur die bauliche Sanierung, sondern auch ein komplett neues Fluchtwegkonzept sowie die Neugestaltung der Verkehrswege durch Trennung des Personenverkehrs vom Lieferverkehr.

Statikprüfung Für die statische Prüfung zeichneten die Prof. Feix Ingenieure GmbH aus München (80335) verantwortlich. Als Prüfingenieure für Statik gewährleisteten sie, dass alle baulichen Veränderungen den Sicherheitsstandards entsprachen.

Fachgewerke Die Firma Metallbau Wölz war für die Lieferung und Montage der Aluminium-Fenster sowie der Sonnenschutzanlagen zuständig. Für die Objektbetreuung bei Wölz war Gerhard Weng verantwortlich.

Umfang der Sanierungsmaßnahmen

Die Sanierung der Lebenshilfe Werkstatt umfasste ein breites Spektrum an Maßnahmen, die technisch, funktional und ästhetisch wirken sollten. Die Herausforderung bestand darin, ein Gebäude aus den 1970er Jahren den heutigen Anforderungen anzupassen, ohne die grundlegende Struktur zu stark zu verändern.

Technische Infrastruktur

Eine der zentralen Aufgaben war die Anpassung der Infrastruktur, der Elektrik und der Leitungen. Das ursprüngliche Gebäude entsprach nicht mehr den aktuellen technischen Standards und Anforderungen. In Zusammenarbeit mit Fachplanern wurde eine zeitgemäße Infrastruktur geschaffen, die den Betrieb der Werkstatt auch in Zukunft sicherstellt. Dazu gehörte nicht nur die Modernisierung der elektrischen Anlagen, sondern auch die Anpassung der Wasser- und Heizungsleitungen sowie die Installation einer modernen Lüftungsanlage.

Fluchtwegkonzept

Ein entscheidendes Element der Sanierung war die Entwicklung und Umsetzung eines komplett neuen Fluchtwegkonzepts. In älteren Gebäuden wie dem der Lebenshilfe Werkstatt sind Fluchtwegkonzepte oft ein kritischer Punkt, der besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Das neue Konzept stellt sicher, dass im Notfall alle Personen das Gebäude sicher und schnell verlassen können. Die Trennung des Personenverkehrs vom Lieferverkehr trug ebenfalls zur Erhöhung der Sicherheit bei, da so Konfliktpunkte vermieden wurden.

Barrierefreiheit und Zugänglichkeit

Die Sanierung berücksichtigte auch die Anforderungen an Barrierefreiheit. Die Anbindung der Förderstätte an einen Außenaufzug war ein wichtiges Element, um allen Mitarbeitern, einschließlich mobilitätseingeschränkter Personen, den Zugang zu allen Ebenen des Gebäudes zu ermöglichen. Der neu gestaltete und erweiterte Haupteingang verbesserte nicht nur die Ästhetik des Gebäudes, sondern auch die Funktionalität und Zugänglichkeit für alle Besucher und Mitarbeiter.

Raumneugestaltung und Nutzungsänderungen

Die Nutzungen im Gebäude wurden grundlegend geändert und angepasst, um den Bedürfnissen der Organisation besser gerecht zu werden. Eine der markantesten Veränderungen war die Verlegung des Casinos vom Erdgeschoss in das zweite Obergeschoss. Diese Maßnahme schuf im Erdgeschoss mehr Platz für andere Funktionen und verbesserte gleichzeitig die Arbeitsatmosphäre im ersten Obergeschoss.

Im ersten Obergeschoss wurde auf der Westseite Platz für die Erweiterung der Förderstätte geschaffen. Diese Maßnahme ermöglichte die Aufnahme von 24 zusätzlichen Plätzen und stärkt somit das Angebot der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung. Die Neugestaltung der Räumlichkeiten berücksichtigte ergonomische und pädagogische Aspekte, um optimale Arbeits- und Lernbedingungen zu schaffen.

Bauliche Veränderungen

Neben den funktionalen Änderungen umfasste die Sanierung auch erhebliche bauliche Veränderungen, die das Erscheinungsbild und die Struktur des Gebäudes nachhaltig prägten.

Geschossaufbau

Eine der größten baulichen Maßnahmen war die vollständige Abtragung und der Wiederaufbau des zweiten Obergeschosses. Das ursprüngliche zweite Obergeschoss wurde abgetragen und als komplett neues Geschoss aufgebaut. Diese Maßnahme ermöglichte nicht nur eine Modernisierung der Bausubstanz, sondern auch die Anpassung an aktuelle energetische Anforderungen. Lediglich das Treppenhaus sowie der Aufzugsschacht blieben von dieser Maßnahme unberührt, da sie als tragende Elemente erhalten bleiben mussten.

Fenster und Fassade

Ein weiteres wesentliches Element der Sanierung war der Austausch der Fenster. Das Gebäude erhielt neue Aluminiumfenster mit integrierten Sonnenschutzanlagen. Diese Maßnahme hatte mehrere Vorteile: Einerseits verbesserte die moderne Fensterkonstruktion den Wärmeschutz des Gebäudes, andererseits sorgten die Sonnenschutzanlagen für eine optimale Beschattung der Arbeitsplätze. Die Wahl von Aluminium als Material für die Fenster unterstreicht den Anspruch auf Langlebigkeit und geringen Wartungsaufwand, der bei öffentlichen Gebäuden besonders wichtig ist.

Eingangsbereich

Der Haupteingang des Gebäudes wurde neu gestaltet und erweitert. Diese Maßnahme verbesserte nicht nur die Ästhetik des Eingangsbereichs, sondern auch die Funktionalität. Der erweiterte Eingangsbereich bietet mehr Platz für den Empfang von Besuchern und ermöglicht eine bessere Organisation des Personenverkehrs. Die Neugestaltung erfolgte im Einklang mit der allgemeinen Architektursprache des Gebäudes, sodass der Eingang sich harmonisch in das Gesamtbild einfügt.

Herausforderungen und Lösungen

Bei der Sanierung eines Gebäudes aus den 1970er Jahren, das während des laufenden Betriebs umgebaut werden musste, ergaben sich verschiedene Herausforderungen, die kreative Lösungen erforderten.

Betrieb während der Bauphase

Eine der größten Herausforderungen war die Durchführung der Sanierungsarbeiten während des laufenden Betriebs der Werkstatt. Da die Lebenshilfe Werkstatt auch während der Bauphase ihren Betrieb aufrechterhalten musste, mussten die Baumaßnahmen sorgfältig geplant und koordiniert werden. Die Lösung bestand in einer detaillierten Zeitplanung, die Phasen mit besonders intensiven Bauarbeiten in Zeiten geringerer Auslastung legte. Zusätzlich wurden temporäre Umleitungen und Schutzmaßnahmen implementiert, um den störungsfreien Ablauf des Betriebs zu gewährleisten.

Integration neuer Funktionen in bestehende Struktur

Die Herausforderung bestand darin, neue Funktionen wie den Außenaufzug und die erweiterte Förderstätte in die bestehende Gebäudestruktur zu integrieren, ohne den Charakter des Gebäudes zu stark zu verändern. Die Lösung war eine behutsame Planung, die auf den Erhalt wesentlicher Strukturelemente wie des Treppenhauses und des Aufzugsschachts Wert legte. Gleichzeitig wurde die Gelegenheit genutzt, die räumliche Organisation grundlegend zu überdenken und an die aktuellen Bedürfnisse anzupassen.

Einhaltung von Budget und Zeitplan

Bei einem Projekt dieser Dimension ist die Einhaltung des Budgets und des Zeitplans eine ständige Herausforderung. Mit einer Investitionssumme von 1,8 Millionen Euro war ein klarer finanzieller Rahmen vorgegeben. Die Lösung bestand in einer transparenten Planung und Steuerung des Projekts, durch die mögliche Kostenüberschreitungen frühzeitig erkannt und vermieden werden konnten. Die Fertigstellung im August 2019 erfolgte planmäßig, was auf eine erfolgreiche Projektsteuerung hindeutet.

Fazit

Die Sanierung der Lebenshilfe Werkstatt an der Scharnitzstraße in München stellt ein gelungenes Beispiel für die Modernisierung eines Gebäudes aus den 1970er Jahren dar. Mit einer Investitionssumme von 1,8 Millionen Euro wurde das Gebäude nicht nur technisch auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch räumlich und funktional optimiert. Die Schaffung von 24 zusätzlichen Plätzen in der Förderstätte unterstreicht den sozialen Auftrag der Lebenshilfe, Menschen mit Behinderung Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Bauherr, Architekten, Fachplanern und ausführenden Unternehmen war entscheidend für den Erfolg des Projekts. Die Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit durch ein neues Fluchtwegkonzept und die Trennung der Verkehrsströme sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit durch den Außenaufzug und den neu gestalteten Eingangsbereich zeigen, dass bei der Sanierung nicht nur technische, sondern auch soziale Aspekte berücksichtigt wurden.

Die Modernisierung der Lebenshilfe Werkstatt München ist somit mehr als nur eine bauliche Maßnahme – sie ist eine Investition in die Zukunft der Menschen mit Behinderung und ein Beitrag zur Inklusion in der Gesellschaft.

Quellen

  1. Metallbau Wölz - Sanierung Lebenshilfe München

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