Generalsanierung des Parkhauses Krautstraße in Memmingen: Modernisierung mit Fokus auf Barrierefreiheit und E-Mobilität

Einleitung

Nach 15-monatiger Bauzeit wurde das Parkhaus in der Memminger Krautstraße generalsaniert und wiedereröffnet. Die Modernisierung des 1989 erbauten Gebäuders stand im Zeichen der Barrierefreiheit, der Einführung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie der optischen und technischen Aufwertung. Für die Memminger Innenstadt stellt die Wiedereröffnung nach der umfangreichen Sanierung eine wichtige Rückkehr der Parkmöglichkeit dar, die insbesondere von Wochenmarktbesuchern genutzt wird. Mit Investitionen von rund 6,7 Millionen Euro wurde das Parkhaus für die Anforderungen der Gegenwart und Zukunft gerüstet.

Historischer Hintergrund und Sanierungsbedarf

Das Parkhaus Krautstraße wurde im Jahr 1989 erbaut und diente über Jahrzehnte als wichtiger Parkraum in der Memminger Innenstadt. Im Laufe der Zeit traten jedoch Schäden am Bauwerk auf, die hauptsächlich auf den Einfluss von Streusalz und den damit verbundenen Chloriden zurückzuführen waren. Diese Umstände führten zu einem fortschreitenden Verfall der Bausubstanz und machten eine umfassende Sanierung notwendig.

Bereits im Jahr 2017 beschloss der Werksenat der Stadt Memmingen, eine grundlegende Sanierung des Parkhauses einzuleiten. Im März 2019 begannen dann die umfangreichen Bauarbeiten, die sich über einen Zeitraum von 15 Monaten hinzogen. Für die Memminger Bürgerinnen und Bürger stellte diese Zeit eine besondere Herausforderung dar, da die wichtige Parkmöglichkeit in der Innenstadt während der gesamten Bauphase nicht zur Verfügung stand.

Planung und Projektmanagement

Die Generalsanierung des Parkhauses Krautstraße wurde von der Stadt Memmingen als Auftraggeber in Auftrag gegeben. Für die Generalplanung wurde das Büro OBERMEYER Planen + Beraten GmbH aus München beauftragt. Das Unternehmen zeichnete für die gesamte Planungsphase verantwortlich, von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung.

Besondere Herausforderung bei der Planung war das unter Bestandsschutz stehende Projekt, das heißt, die Maßnahmen mussten unter Berücksichtigung von Denkmalschaufrichtlinien erfolgen. OBERMEYER war nicht nur für die Tragwerksplanung des Gebäudes zuständig, sondern auch für die Planung der Elektro- und Informationstechnik sowie der Technischen Ausrüstung.

Die Projektleitung vor Ort oblag Tanja Aberle, stellvertretende Leiterin des Hochbauamtes der Stadt Memmingen. Zusammen mit einem Team von Fachleuten leitete sie das komplexe Sanierungsvorhaben und sorgte für eine reibungslose Abwicklung der Bauarbeiten.

Technische Aspekte der Sanierung

Die Generalsanierung des Parkhauses umfasste eine Vielzahl von technischen Maßnahmen, die das Gebäude auf den neuesten Stand der Technik bringen sollten. Ein zentrales Element war die komplette Erneuerung der Beleuchtungsanlage, die nun modernste LED-Technik verwendet. Diese Maßnahme nicht nur verbesserte die Lichtverhältnisse im Gebäude, sondern trug auch zur Energieeinsparung bei.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Einführung eines neuen Parkleitsystems. Dieses System umfasst eine neue Schrankanlage, die eine bessere Organisation der Parkplätze ermöglicht und den Nutzern eine übersichtliche Orientierung im Gebäude gewährleistet. Die gesamte Eingangszone wurde neu gestaltet und freundlicher sowie heller gestaltet, um die Aufenthaltsqualität für die Besucher zu verbessern.

Die Tragwerksplanung, ebenfalls von OBERMEYER durchgeführt, stellte sicher, dass alle Eingriffe in die Bausubstuktur den statischen Anforderungen genügen und die Sicherheit des Gebäudes langfristig gewährleistet ist. Besondere Sorgfalt wurde auf die Abdichtung der Bauwerke gegen Feuchtigkeit und auf den Schutz vor den schädlichen Einflüssen von Streusalz gelegt, die ursächlich für die Schäden am ursprünglichen Bauwerk waren.

Barrierefreiheit als Schwerpunkt der Sanierung

Ein zentraler Aspekt der Generalsanierung war die Umsetzung von Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Das ursprüngliche Bau aus dem Jahr 1989 entsprach nicht mehr den Anforderungen an einen barrierefreien Zugang. Um dies zu ändern, wurde ein Aufzug bis zur fünften Etage eingebaut, der es nun ermöglicht, alle Ebenen des Parkhauses barrierefrei zu erreichen.

Im Eingangsbereich wurden vier behindertengerechte Parkplätze eingerichtet, die in unmittelbarer Nähe zur Einfahrt liegen. Diese speziellen Parkplätze ermöglichen es Menschen mit Behinderungen sowie Eltern mit Kinderwagen oder Personen mit Einkaufstrolleys, das Parkhaus komfortabel und sicher zu nutzen.

Zusätzlich wurde im Erdgeschoss ein behindertengerechtes WC installiert. Diese Maßnahme war Teil einer umfassenden Sanierung der Sanitärbereiche im gesamten Gebäude. Die Kombination aus Aufzug, behindertengerechten Parkplätzen und Toiletten schafft eine durchgängig barrierefreie Nutzungsmöglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen.

E-Mobilität: Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Ein besonderes Highlight der Generalsanierung ist die Einführung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Im ersten Untergeschoss des Parkhauses wurden sechs Stellplätze mit Ladesäulen für Elektroautos geschaffen. Diese Einrichtung ist bisher einmalig in Memmingen, wie Tanja Aberle, Projektleiterin im städtischen Hochbauamt, betonte.

Im Vergleich zum Parkhaus am Bahnhof, das lediglich zwei Stellplätze zum Aufladen von E-Autos bietet, verfügt das Parkhaus Krautstraße nun über sechs überdachte E-Auto-Ladeplätze im Innenbereich. Diese Maßnahme stellt einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Elektromobilität in der Memminger Innenstadt dar.

Als besonderen Service bot die Stadt Memmingen an, das Aufladen von E-Fahrzeugen bis zum 19. Juni 2020 kostenlos zu ermöglichen. Diese Aktion sollte die Bürgerinnen und Bürger für die neue Infrastruktur sensibilisieren und die Nutzung von Elektrofahrzeugen attraktiver machen.

Kosten und Finanzierung

Die Generalsanierung des Parkhauses Krautstraße war mit erheblichen Investitionen verbunden. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf rund 6,7 Millionen Euro. Damit lagen die tatsächlichen Kosten etwa 500.000 Euro über der ursprünglich veranschlagten Summe.

Die Finanzierung des Projekts erfolgte durch die Stadt Memmingen, die als Bauherrin auftrat. Die Mehrkosten im Vergleich zum ursprünglichen Budget resultierten vermutlich aus unerwarteten Herausforderungen bei der Sanierung der Bausubstanz sowie aus zusätzlichen Anforderungen im Bereich der Barrierefreiheit und der E-Mobilität.

Trotz der hohen Kosten betrachtet die Stadt Memmingen das Projekt als notwendige Investition in die Infrastruktur der Innenstadt. Die Modernisierung des Parkhauses erhöht nicht nur die Attraktivität des städtischen Angebots, sondern leistet auch einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung durch die Förderung der Elektromobilität und die Verbesserung der Barrierefreiheit.

Auswirkungen auf die Stadt und Nutzer

Die Wiedereröffnung des Parkhauses Krautstraße nach 15 Monaten Bauzeit wurde von Oberbürgermeister Manfred Schilder als "Festtag" bezeichnet. Für viele Memminger Bürgerinnen und Bürger hatte die Parkmöglichkeit während der Sanierungszeit in der Innenstadt gefehlt, insbesondere für Besucher des Wochenmarktes.

Mit der Wiedereröffnung stehen nun wieder 265 Stellplätze rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung. Davon sind 60 Plätze für Dauerparker reserviert. Während der Sanierungsarbeiten waren diese Dauerparker ins Parkhaus am Bahnhof ausgelagert worden. Laut Günther Stapfer, Leiter der Parkhäuser bei den Stadtwerken, werden jedoch nicht alle Dauerparker in die Krautstraße zurückkehren, da sich für einige der Standort am Bahnhof als praktischer erwiesen hat.

Insgesamt stehen in den städtischen Parkhäusern sowie der Tiefgarage Stadthalle nun rund 1.700 Stellplätze in der Memminger Innenstadt zur Verfügung. Das Parkhaus Krautstraße spielt dabei eine zentrale Rolle als direkter Anlaufpunkt für die Innenstadt und den Wochenmarkt.

Die Verantwortlichen dankten bei der Wiedereröffnung insbesondere den Anwohnern für ihre Geduld, da die Bauarbeiten gewisse Beeinträchtigungen und Lärm verursacht hatten. Das Verständnis und die Kooperation der Anwohner wurden als wesentlicher Faktor für den erfolgreichen Abschluss des Projekts angesehen.

Fazit

Die Generalsanierung des Parkhauses Krautstraße in Memmingen stellt ein gelungenes Beispiel für die Modernisierung städtischer Infrastruktur dar. Mit einem Investitionsvolumen von rund 6,7 Millionen Euro wurde das 1989 erbaute Gebäude nicht nur baulich saniert, sondern auch den aktuellen Anforderungen angepasst.

Die Schwerpunkte der Sanierung lagen in den Bereichen Barrierefreiheit, E-Mobilität und technischer Modernisierung. Der Einbau eines Aufzugs, die Schaffung behindertengerechter Parkplätze und Toiletten sowie die Installation von sechs Ladesäulen für Elektrofahrzeuge machen das Parkhaus zu einem modernen und zukunftsorientierten Gebäude.

Für die Memminger Innenstadt ist die Wiedereröffnung des Parkhauses nach 15 Monaten eine wichtige Rückkehr einer zentralen Parkmöglichkeit, die insbesondere von Wochenmarktbesuchern genutzt wird. Die Modernisierung des Parkhauses Krautstraße leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Attraktivität und Funktionalität der Innenstadt.

Mit dem Projekt zeigt die Stadt Memmingen, wie notwendige Sanierungen gleichzeitig genutzt werden können, um städtische Infrastruktur für die Zukunft zu rüsten und die Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.

Quellen

  1. Parkhaus Krautstraße in Memmingen nach Generalsanierung wieder geöffnet
  2. Sanierung Parkhaus Krautstraße
  3. Parkhaus Krautstraße ist wieder geöffnet
  4. Saniertes Memminger Parkhaus ist nun rund um die Uhr geöffnet

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