Umbau und Zukunftsgestaltung: Die Sanierungsprojekte der Pfarre St. Dionysius in Essen

Einleitung

Die Pfarre St. Dionysius in Essen steht vor umfassenden Veränderungen, die sowohl ihre kirchliche Struktur als auch ihre bauliche Substanz betreffen. Mehrere Bauprojekte und Umbaumaßnahmen sind in verschiedenen Teilen der Pfarrei im Gange oder in der Planungsphase, die nicht nur die kirchliche Infrastruktur, sondern auch die zukünftige Nutzung der Gebäudegrundstücke prägen werden. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Bauprojekte der Pfarre, darunter die umfassende Umwandlung der Rosenkranzkirche in Bergeborbeck, die Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Dionysius sowie die Schließung und zukünftige Nutzung der Kirche St. Fronleichnam. Die Projekte spiegeln einen breiten Trend in der katholischen Kirche wider, sich den veränderten demografischen und finanziellen Gegebenheiten anzupassen und dabei gleichzeitig neue Nutzungsformen für traditionelle Kirchengebäude zu entwickeln.

Die Umwandlung der Rosenkranzkirche in Bergeborbeck

Eines der bedeutendsten Bauprojekte der Pfarre St. Dionysius ist die Umwandlung des Areals der Rosenkranzkirche in Essen-Bergeborbeck. Bereits am 2. Juli 2024 wurden die Pläne öffentlich vorgestellt, die eine grundlegende Veränderung dieses Kirchstandorts vorsehen. Die Immobilienfirma "casa sogno-Immobilien" hat sowohl die Kirche als auch das angrenzende Gemeindezentrum von der Pfarrei St. Dionysius erworben, was den Beginn eines umfassenden Transformationsprozesses markiert.

Die Planungen sehen vor, dass das bestehende Gemeindezentrum vollständig abgerissen wird. Das Kirchenschiff soll einem Neubau weichen, während die charakteristischen Türme des Gotteshauses erhalten bleiben sollen. In diesem neuen Gebäude sowie in den denkmalgeschützten Türmen sollen Wohnungen entstehen, wobei überwiegend geförderter Wohnungsbau geplant ist. Dieser Ansatz entspricht einem aktuellen Trend in der Stadtentwicklung, der auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in zentral gelegenen Lagen abzielt und gleichzeitig die baulichen Substanzen von Sakralbauten durch Umnutzung bewahrt.

Die Pfarrei selbst zeigt gemischte Gefühle gegenüber diesem Projekt. Einerseits fällt es der Gemeinde schwer, einen Kirchstandort aufzugeben, andererseits freut man sich über die gelungenen Planungen und das positive Echo, das das Projekt bei der Vorstellung erhalten hat. Dieser emotionale Widerspruch ist typisch für viele Kirchengemeinden, die mit der Aufgabe vertrauter Orte konfrontiert sind, während sie gleichzeitig die Notwendigkeit erkennen, sich den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.

Ein konkreter Zeitplan für das Projekt wurde bereits kommuniziert: Im Spätsommer oder Herbst 2025 wird vermutlich die letzte Heilige Messe in der Kirche St. Maria Rosenkranz gefeiert. Dieser Zeitpunkt markiert das Ende einer Ära für diesen Kirchstandort und den Übergang zu einer neuen Nutzungsform, die sowohl den Charakter des Ortes als auch die soziale Funktion für die Gemeinschaft erhält.

Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Dionysius

Während die Rosenkranzkirche einer grundlegenden Umwandlung unterliegt, wird auch die Pfarrkirche St. Dionysius umfangreichen Veränderungen unterzogen. Hierbei handelt es sich jedoch um eine Innenrenovierung, die den Charakter des Gotteshauses bewahren und gleichzeitig seine Funktionalität und Ästhetik verbessern soll.

Für diesen Umbau wurden bereits drei Architekturbüros beauftragt, Entwürfe für die Neugestaltung des Innenraums zu erstellen. Laut aktuellen Informationen liegen alle drei Entwürfe vor und werden in den kommenden Tagen der Projektgruppe sowie einem externen Expertenteam vorgestellt. Dieser mehrstufige Bewertungsprozess sicherstellt, dass die finale Entscheidung auf einer fundierten Grundlage basiert und verschiedene fachliche Perspektiven berücksichtigt werden.

Nach der Präsentation an die Fachgremien wird die Projektgruppe eine Empfehlung an den Kirchenvorstand abgeben, der letztendlich über die Umsetzung und Finanzierung der Entscheidung trifft. Dieser transparente Prozess, der verschiedene Ebenen der Gemeinde einbezieht, zeigt die Bedeutung, die die Pfarrei auf eine sorgfältige und mitgetragene Planung legt.

Nach der Entscheidung des Kirchenvorstands sollen die drei Entwürfe im Rahmen einer Ausstellung nicht nur der gesamten Pfarrei, sondern auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dieser Schritt ermöglicht es der breiten Öffentlichkeit, an der Gestaltung eines wichtigen kulturellen und religiösen Ortes teilzuhaben und ihre eigenen Präferenzen und Anregungen einzubringen.

Interessant ist, dass das ursprünglich für dieses Jahr geplante Projekt "Dauerhafte Finanzierbarkeit der Kirche St. Michael" offensichtlich von der zukünftigen Pfarrstruktur der Katholischen Kirche in der Stadt Essen abhängt. Daher hat der Kirchenvorstand den Beginn dieses Projekts zurückgestellt. Diese Entscheidung zeigt die Weitsicht der Kirchenleitung, die wichtige Investitionen von grundsätzlichen Strukturänderungen abhängig macht und so Fehlplanungen vermeidet.

Die Zukunft der Kirche St. Fronleichnam

Ein weiterer bedeutender Aspekt des Umbauprozesses der Pfarre St. Dionysius ist die schrittweise Aufgabe weiterer Kirchstandorte. Die Gemeinde St. Fronleichnam wird in diesem Jahr Abschied von ihrer Kirche nehmen, was einen weiteren Schritt in der Konsolidierung der kirchlichen Präsenz in Essen darstellt.

Die damit verbundenen Veranstaltungen sind bereits fest geplant und werden durch einen Flyer kommuniziert, der in allen Kirchen der Pfarrei ausliegt und auf der Pfarreihomepage www.dionysius.de abrufbar ist. Die letzte Heilige Messe in der Kirche St. Fronleichnam wird am 18. Mai 2025 um 16:00 Uhr von Weihbischof Ludger Schepers gefeiert. Anschließend wird das Allerheiligste in einer Prozession in die Pfarrkirche St. Dionysius übertragen. Diese symbolträchtige Handlung markiert nicht nur das Ende der kirchlichen Nutzung, sondern auch die Integration des spirituellen Erbes des Standorts in die verbleibende Pfarrstruktur.

Die Aufgabe der Kirche St. Fronleichnam folgt dem gleichen Muster wie die bereits beschlossene Umwandlung der Rosenkranzkirche und spiegelt eine übergeordnete Strategie der Pfarre wider, sich auf weniger, aber dafür zentraler gelegene und besser genutzte Standorte zu konzentrieren. Dieser Prozess wird voraussichtlich fortgesetzt, wie der Hinweis auf zukünftige Berichte über den Pfarreientwicklungsprozess nahelegt.

Gemeinschaftsbeteiligung und zukünftige Planungen

Die Pfarre St. Dionysius legt großen Wert auf die Einbindung der Gemeindemitglieder in die Planungsprozesse für die Zukunft. Dies zeigt sich nicht nur in der geplanten Ausstellung der Architektenentwürfe für die Innenrenovierung der Pfarrkirche, sondern auch in der kontinuierlichen Kommunikation über den aktuellen Stand der Entwicklungen.

Über neue Entwicklungen im Pfarreientwicklungsprozess will der Newsletter zukünftig regelmäßig berichten. Für Fragen und Anregungen ist die E-Mail-Adresse [email protected] eingerichtet, was einen direkten Draht zwischen der Kirchenleitung und den Gemeindemitgliedern schafft. Diese offene Kommunikationspolitik ist wichtig, um Akzeptanz für die notwendigen Veränderungen zu schaffen und gleichzeitig die Wünsche und Bedenken der Gemeindemitglieder zu berücksichtigen.

Neben den großen Bauprojekten finden auch regelmäßig Veranstaltungen statt, die das Gemeinschaftsleben stärken und den Zusammenhalt in der Pfarre fördern. So laden die kfd in der Karnevalszeit zu einem Gottesdienst "Mal anders sein ... von Frauen für alle" ins Diohaus ein, bei dem verkleidet teilgenommen werden kann. Anschließend gibt es Zeit für Gespräch und Begegnung, bevor die Gemeindemitglieder gemeinsam zur Kirche St. Dionysius gehen, wo Frau Koch-Eichenberg einige Dinge erklärt und im Anschluss Kaffee und Kuchen gereicht wird.

Auch der Pfarreitreff nach der 11:30-Uhr-Messe im Markushaus in Essen-Vogelheim und das Rosenkranzgebet der Don Bosco-Familie sind Beispiele für das aktive Gemeindeleben, das trotz oder gerade wegen der anstehenden Veränderungen gepflegt wird. Diese Veranstaltungen zeigen, dass die Kirche nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein Zentrum des sozialen Miteinanders bleibt.

Fazit

Die Pfarre St. Dionysius in Essen befindet sich in einem umfassenden Transformationsprozess, der sowohl ihre bauliche Substanz als auch ihre organisatorische Struktur betrifft. Die Umwandlung der Rosenkranzkirche in Bergeborbeck mit der Schaffung von Wohnraum in einem Neubau unter Beibehaltung der Türme, die Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Dionysius sowie die schrittweise Aufgabe weiterer Kirchstandorte wie St. Fronleichnam sind wesentliche Bestandteile dieses Prozesses.

Diese Entwicklungen spiegeln einen breiteren Trend in der katholischen Kirche wider, sich den veränderten demografischen und finanziellen Gegebenheiten anzupassen. Gleichzeitig zeigen sie, wie traditionelle Kirchengebäude durch innovative Umnutzungskonzepte einen neuen Platz im urbanen Gefüge finden können, ohne ihren kulturellen und historischen Wert vollständig zu verlieren.

Besonders hervorzuheben ist der transparente und partizipative Planungsprozess, den die Pfarre verfolgt. Durch die Präsentation der Architektenentwürfe für die Innenrenovierung und die Einrichtung direkter Kommunikationskanäle stellt die Kirche sicher, dass die Gemeindemitglieder an den Entscheidungen beteiligt sind und ihre Anliegen einbringen können.

Die bevorstehende Schließung weiterer Kirchstandorte wird sicherlich emotionale Herausforderungen mit sich bringen, doch die Pfarre zeigt mit ihren Zukunftsplänen, dass sie bereit ist, mutige Entscheidungen zu treffen, um ihre Mission in einer sich wandelnden Gesellschaft weiterhin erfüllen zu können. Die Kombination aus Bewahrung traditioneller Werte und innovativer Zukunftsgestaltung macht die Entwicklung der Pfarre St. Dionysius zu einem interessanten Beispiel für den Wandel der katholischen Kirche in Deutschland.

Quellen

  1. Borbeck - Dionysius-Pfarrei rüstet sich für die Zukunft
  2. Borbeck - Termine und Nachrichten aus der Pfarrei St. Dionysius

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