Sanierung bei laufendem Betrieb: Ein Erfolgsmodell aus der VAMED Rehaklinik Damp

Einleitung

Die Sanierung und Modernisierung von medizinischen Einrichtungen stellt eine der größten Herausforderungen im Bauwesen dar, insbesondere wenn sie bei laufendem Betrieb durchgeführt werden müssen. Ein herausragendes Beispiel für eine solche komplexe Maßnahme ist die vollständige Modernisierung des Hauses Pamir in der VAMED Rehaklinik Damp. Dieser 15-stöckige Bau aus den späten 1960er Jahren wurde innerhalb von nur sieben Monaten umfassend saniert, ohne den Klinikbetrieb zu unterbrechen. Das Projekt demonstriert eindrucksvoll, wie zeitnahe und präzise Planung sowie exekutive Umsetzung selbst bei anspruchsvollen Sanierungsvorhaben zu herausragenden Ergebnissen führen können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser bemerkenswerten Modernisierung und zieht Lehren für zukünftige Bauprojekte.

Hintergrund: VAMED Rehaklinik Damp und das Haus Pamir

Die VAMED Rehaklinik Damp, gelegen an einem der schönsten Strände der schleswig-holsteinischen Ostsee, hat sich als eine der führenden Einrichtungen für Rehabilitation und Anschlussheilbehandlung in Deutschland etabliert. Die Klinik verfügt über 731 Betten und behandelt jährlich etwa 9.950 stationäre Patienten mit orthopädischen, neurologischen, kardiologischen, psychosomatischen und nephrologischen Erkrankungen, nach Operationen, Organtransplantationen und Unfällen. Spezialisierte Einrichtungen wie eine Gehschule für Beinamputierte, eine Dialyseabteilung sowie Zertifizierungen als Multiple-Sklerose-Zentrum und orthopädischer MBOR-Standort der Deutschen Rentenversicherung unterstreichen die besondere Expertise der Klinik.

Das Haus Pamir, ein 15-stöckiges Gebäude aus den späten 1960er Jahren, war Teil dieser Klinikanlage. Ursprünglich konzipiert für den reibungslosen Klinikbetrieb, entsprachen die technischen Anlagen und die bauliche Substanz nach über 50 Jahren Betrieb nicht mehr den modernen Anforderungen an Komfort, Energieeffizienz und Umweltstandards. Gleichzeitig war die medizinische Versorgung in der Klinik schon seit vielen Jahren auf höchstem Niveau, wie Dr. John Näthke, seit dem 1. Mai Geschäftsführer der VAMED Rehaklinik sowie des Ostsee Resort Damp, feststellt: "Medizinisch sind die Damper Kliniken schon seit vielen Jahren ganz weit vorn, mit dem Umbau gilt das endlich auch für den Großteil der Räumlichkeiten am Standort Damp."

Herausforderung: Sanierung bei laufendem Betrieb

Die Modernisierung des Hauses Pamir stellte die Projektbeteiligten vor die besondere Herausforderung, die umfangreichen Sanierungsarbeiten durchzuführen, ohne den laufenden Klinikbetrieb zu unterbrechen. Wie Dr. Anja Spies, Ärztliche Direktorin der Rehaklinik Damp, anerkennt: "Dass der Umbau bei laufendem Betrieb eine Herausforderung werden würde, war allen klar." Diese Art von Sanierung erfordert eine exzellente Planung und Koordination, um die Belastung für Patienten und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten.

Die Lösung für dieses Problem war die vorübergehende Unterbringung der Patienten und Mitarbeiter in einem Flügel des benachbarten Ostseehotel Midgard während der intensivsten Bauphasen. Diese Maßnahme ermöglichte den Handwerkern und Arbeitern, ungestört zu arbeiten, während die Klinikbetreiber gleichzeitig die Versorgung der Patienten sicherstellten konnten.

Die Koordination dieser komplexen Maßnahme erforderte Teamwork über alle Berufsgruppen hinweg, wie Dr. Spies betont: "Reha ist Teamarbeit über alle Berufsgruppen hinweg. Das hat auch beim Umbau alle an einem Strang ziehen und selbst in schwierigen Phasen die Ruhe bewahren lassen."

Umfang der Sanierungsarbeiten

Die Modernisierung des Hauses Pamir war eine umfassende Sanierung, die alle Bereiche des Gebäudes betraf. Innerhalb von nur sieben Monaten wurden 280 Patientenzimmer und 120 Büro- und Funktionsräume auf den 15 Etagen vollständig modernisiert. Der Umfang der Arbeiten war beeindruckend:

  • Rohr- und Elektroleitungen wurden erneuert
  • Sanitäreinrichtungen wurden komplett ausgetauscht
  • Türen und Fenster wurden durch moderne, energieeffiziente Modelle ersetzt
  • Abwasser-, Heizungs- und Lüftungsschächte wurden saniert
  • Die Balkone wurden erneuert
  • Die Böden wurden in allen Räumen neu verlegt
  • Die Brandmelde- und Telefonanlage wurde modernisiert
  • Die komplette Möblierung wurde erneuert

Besonders hervorzuheben ist die technische Modernisierung der Gebäudeinfrastruktur. Eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage sowie neue Heizkörper wurden installiert, um das Gebäude aus den späten 60er Jahren nun auf den neuesten Stand der Umwelttechnik zu bringen. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur den Komfort für Patienten und Mitarbeiter, sondern auch die Energieeffizienz des Gebäudes erheblich.

Design und Innenausstattung

Ein besonderes Augenmerk wurde auf das Design und die Innenausstattung der modernisierten Räumlichkeiten gelegt. Ein durchgängiges Farbkonzept in Holz-, Grau-, Weiß- und Naturtönen mit mintfarbenen Akzenten wurde konsequent umgesetzt. Dieses Konzept wurde nicht nur in den Patientenzimmern und Wartebereichen, sondern auch in den Fluren, Arztzimmern, Funktionsräumen, Büros und dem Speisesaal angewendet.

Die Kombination dieses Farbkonzepts mit der anspruchsvollen und funktionalen Möblierung schafft ein helles, modernes und komfortables Umfeld zum Wohlfühlen. Die Gestaltung der Räume berücksichtigt dabei die besonderen Anforderungen einer Rehabilitationsklinik: Sie sollen sowohl eine heilsame Atmosphäre fördern als auch die notwendige Funktionalität für medizinische Behandlungen und den Alltag der Patienten gewährleisten.

Die positive Resonanz auf diese Neugestaltung ist bereits spürbar. Uwe Ortmann, der seit 30 Jahren wegen eines schweren Motorradunfalls jährlich zur Reha in die Klinik kommt, berichtet: "Der erste Eindruck war schon toll. Das alles ist wirklich sehr schön geworden und hat fast Hotelcharakter." Diese Bewertung unterstreicht den Erfolg der gestalterischen Konzeption.

Patientenerfahrung und Betrieb während der Sanierung

Die Durchführung der Sanierungsarbeiten bei laufendem Betrieb erforderte eine sorgfältige Planung der Logistik und Organisation. Während der intensivsten Bauphasen wurden Patienten und Mitarbeiter vorübergehend in einem Flügel des benachbarten Ostseehotel Midgard untergebracht. Diese Maßnahme ermöglichte den Handwerkern, ungestört zu arbeiten, während die Klinikbetreiber gleichzeitig die Versorgung der Patienten sicherstellten.

Die Organisation dieser komplexen Maßnahme war eine große Herausforderung, wie Dr. Spies anerkennt: "Wir waren jedoch gut vorbereitet und sind nun umso erleichterter, die Baumaßnahmen und jetzt ganz aktuell auch die Umzüge von Patienten und Mitarbeitern so erfolgreich und vor allem gemäß Zeitplan über die Bühne gebracht zu haben." Für den Erfolg dieses Unterfangens gebühre sowohl den Bauverantwortlichen als auch den Organisatoren im Haus und den Mitarbeitern ein riesiges Dankeschön.

Die Erfahrungen aus der Sanierungsphase werden nun genutzt, um die Versorgungsqualität weiter zu verbessern. Mit der Modernisierung des Hauses Pamir hat die VAMED Rehaklinik Damp einen wichtigen Schritt gemacht, um auch baulich mit der medizinischen Exzellenz Schritt zu halten, wie Dr. Näthke betont.

Umwelttechnik und Nachhaltigkeit

Ein zentraler Aspekt der Modernisierung war die Anpassung des Gebäudes an moderne Umwelttechnik. Die kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage sowie die neuen Heizkörper bringen das Gebäude aus den späten 60er Jahren nun auf den neuesten Stand der Umwelttechnik. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur den Komfort für Patienten und Mitarbeiter, sondern auch die Energieeffizienz des Gebäudes erheblich.

Die Modernisierung des Hauses Pamir ist Teil einer umfassenden Strategie der VAMED Gruppe, ihre Immobilienbestände an moderne Standards anzupassen. Das benachbarte Ostseehotel Midgard wurde bereits von November 2019 bis Mai 2020 umfassend modernisiert. Die benachbarte VAMED Ostseeklinik Damp, eine Spezialklinik für die Behandlung von Wirbelsäule und Gelenken, stellte im vergangenen Herbst die letzten Stationen fertig. Und auch die Olympiahalle, Sitz unter anderem der Physiotherapieschule Damp, ist seit Mai wieder nutzbar, wobei der Innenausbau noch läuft.

Lehren für die Baubranche

Die Sanierung des Hauses Pamir bietet wertvolle Lehren für die Baubranche, insbesondere im Bereich der Sanierung bei laufendem Betrieb. Das Projekt zeigt, dass mit guter Planung und Koordination auch komplexe Sanierungsmaßnahmen innerhalb kurzer Zeitframes erfolgreich durchgeführt werden können.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die frühzeitige Einbindung aller am Prozess beteiligten Parteien. Von der Planung über die Ausführung bis zur abschließenden Abstimmung arbeiteten Bauunternehmen, Klinikleitung, medizinisches Personal und Patientenvertreter Hand in Hand. Diese ganzheitliche Herangehensweise ermöglichte es, die besonderen Anforderungen einer Klinikumgebung zu berücksichtigen und gleichzeitig die Ziele der Modernisierung zu erreichen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die flexible Planung, die auf unerwartete Gegebenheiten reagieren konnte. Während Sanierungsarbeiten treten oft unvorhergesehene Probleme auf, sei es in Bezug auf den baulichen Zustand oder den laufenden Betrieb. Die Fähigkeit, solche Herausforderungen schnell und effektiv zu lösen, war für den Erfolg des Projekts entscheidend.

Fazit

Die vollständige Modernisierung des Hauses Pamir in der VAMED Rehaklinik Damp ist ein herausragendes Beispiel für gelungene Sanierungsmaßnahmen im Gesundheitswesen. Innerhalb von nur sieben Monaten wurden 280 Patientenzimmer und 120 Büro- und Funktionsräume auf 15 Etagen umfassend modernisiert, ohne den laufenden Klinikbetrieb zu unterbrechen.

Das Projekt zeigt, dass mit guter Planung, exzellenter Organisation und dem Engagement aller Beteiligten auch anspruchsvolle Sanierungsvorhaben erfolgreich durchgeführt werden können. Die technische Modernisierung, die Anpassung an Umwelttechnik sowie die gestalterische Neukonzeption der Räumlichkeiten haben nicht nur die baulichen Substanz verbessert, sondern auch die Lebensqualität für Patienten und Mitarbeiter nachhaltig gesteigert.

Die Erfahrungen aus diesem Projekt können als Vorbild für ähnliche Sanierungsvorhaben im Gesundheitswesen und darüber hinaus dienen. Sie belegen, dass Modernisierung und laufender Betrieb kein Widerspruch sein müssen, sondern durch sorgfältige Planung und Umsetzung sogar gegenseitig unterstützt werden können.

Für die VAMED Rehaklinik Damp markiert die Modernisierung des Hauses Pamir einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg, auch baulich mit der medizinischen Exzellenz Schritt zu halten. Wie Dr. Näthke betont, waren die Damper Kliniken medizinisch schon seit vielen Jahren ganz weit vorn, "mit dem Umbau gilt das endlich auch für den Großteil der Räumlichkeiten am Standort Damp."

Quellen

  1. VAMED Rehaklinik Damp: Haus Pamir erstrahlt nach Modernisierung in neuem Glanz
  2. Sanierungsprojekte in Damp: Von der Großmodernisierung bis zur individuellen Hausrenovierung
  3. VAMED Rehaklinik Damp vollständig modernisiert
  4. VAMED Rehaklinik Damp Ostseebad Damp
  5. VAMED Rehaklinik Damp

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