Einleitung
Die evangelische Pfarrkirche St. Maria und St. Godehard in Auhausen stellt ein bedeutendes Zeugnis bayerischer Kirchen- und Kunstgeschichte dar. Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Bauwerk spiegelt die gesellschaftlichen Umbrüche der Region Donau-Ries wider und gilt als "Schatz der Kunst und Kultur des Mittelalters und der beginnenden Renaissance". Über die Jahrzehnte hinweg wurde das historische Wahrzeichen mehrfach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen unterzogen, die sowohl die äußere Hülle als auch die innere Ausstattung des Gotteshauses betrafen. Von der Restaurierung der barocken Orgel im Jahr 1977 bis zur aktuellen Dachsanierung, die voraussichtlich 2026 abgeschlossen sein wird, zeigt die Baugeschichte der Klosterkirche den kontinuierlichen Erhalt dieses kulturellen Erbes.
Historische Bedeutung und Baugeschichte
Die Klosterkirche Auhausen, deren Türme in den Jahren 1286 und 1334 erbaut wurden, ist ein architektonisches Kleinod von überregionaler Bedeutung. Die Kirche ist eng mit der Klostergeschichte des Ortes verbunden und hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche bauliche Veränderungen erfahren. Ihre Bedeutung liegt nicht nur im architektonischen Wert, sondern auch in ihrer Funktion als geistliches und kulturelles Zentrum der Region.
Die Kirche ist ein herausragendes Beispiel für die Entwicklung sakraler Baukunst vom Mittelalter bis in die Renaissancezeit. Ihre Bauweise und die kunstvollen Ausstattungsstücke zeugen von handwerklicher Meisterschaft und künstlerischem Schaffen vergangener Epochen. Die Erhaltung dieses Baudenkmals stellt eine besondere Herausforderung dar, die Fachwissen, finanzielle Mittel und langfristige Planung erfordert.
Die Orgelrestauration von 1977
Ein bedeutender Beitrag zur Erhaltungsarbeit an der Klosterkirche war die Restaurierung der historischen Barockorgel aus dem Jahr 1776. Im Rahmen der umfassenden Sanierungsmaßnahmen, die sich über sieben Jahre erstreckten, wurde auch dieses wertvolle Musikinstrument fachgerecht instand gesetzt. Die Arbeiten wurden von der renommierten Orgelbaufirma Steinmeyer aus Oettingen ausgeführt, die für ihre Expertise im Bereich der historischen Orgelrestaurierung bekannt ist.
Die Orgelrestauration erfolgte im Herbst 1977 als Abschluss der damaligen großen Baumaßnahmen. Zu diesen Maßnahmen gehörten neben der Dachinstandsetzung und der statischen Absicherung der Türme auch die aufwendige Innenrenovierung sowie die Gestaltung des Vorplatzes und des Umgriffs. Die Gesamtkosten dieser Baumaßnahmen beliefen sich auf über eine Million Mark.
Die Restaurierung der Orgel war nicht nur ein technisches Unterfangen, sondern auch ein Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes. Das Instrument aus dem 18. Jahrhundert stellt einen Teil der originalen Ausstattung der Kirche dar und ist für die gottesdienstliche Musik sowie für Konzerte von unschätzbarem Wert.
Aktuelle Sanierungsmaßnahmen (2023-2026)
Nachdem in den 1970er Jahren bereits umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt wurden, steht die Klosterkirche Auhausen derzeit vor einer weiteren großen Herausforderung. Eine umfassende Instandsetzung wird seit 2023 durchgeführt und voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein. Die aktuellen Arbeiten konzentrieren sich vor allem auf die Dachsicherung des Langhauses, der Seitenkapellen und des Zwischendachs zum Westwerk.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt dieses Vorhaben mit einem symbolischen Förderbetrag von 50.000 Euro, der für die Dachinstandsetzung eingeplant ist. Dieser Betrag dient insbesondere "dem Tragwerk und neuen Dachplatten". Der Ortskurator der DSD, Manfred Kiesel, überreichte den symbolischen Scheck im Beisein von Leopold Weckbach von Lotto Bayern an Pfarrer Wolfgang Layh.
Umfang und Kosten der aktuellen Sanierung
Die Gesamtkosten für die aktuellen Sanierungsmaßnahmen der Klosterkirche Auhausen werden auf 4,362 Millionen Euro veranschlagt. Diese Summe umfasst sowohl die Dachsanierung als auch Teile der Elektroinstallation. Der Dachbereich stellt mit rund 70 Prozent den Löwenanteil der Gesamtkosten dar.
Die Arbeiten umfassen mehrere Gewerke: - Statische Sicherung des Dachwerks - Erneuerung der Dachplatten - Steinconservierungsmaßnahmen an der Fassade - Konservatorische Arbeiten an der wertvollen Ausstattung im Kircheninneren
Die Planung der Sanierung begann bereits 2019 mit Voruntersuchungen, bevor 2023 die eigentlichen Bauarbeiten aufgenommen wurden. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2026 geplant.
Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen
Die Finanzierung der umfangreichen Sanierungsarbeiten erfolgt durch mehrere Quellen und Beteiligte. Der Freistaat Bayern unterstützt das Projekt aus dem Entschädigungsfonds, einem Sondervermögen, das gemeinsam vom Freistaat und den Kommunen getragen wird. Das bayerische Wissenschafts- und Kunstministerium, das den Fonds verwaltet, stellt knapp 2 Millionen Euro für die Sanierung der evangelischen Pfarrkirche St. Maria in Auhausen zur Verfügung.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die sich über private Spenden von rund 220.000 Förderern und die Glücksspirale finanziert, beteiligt sich mit 50.000 Euro an den Dachinstandsetzungsarbeiten. Im Jahr 2023 vergab die Stiftung 589 Förderverträge für 550 Objekte, darunter auch die Restaurierung einiger Hochchorfenster der Klosterkirche in Auhausen. Nach Bayern wurden 2023 insgesamt rund 70 Förderverträge vergeben.
Die Gemeinde Auhausen leistet ebenfalls einen Beitrag zum Millionenprojekt "Dachstuhlsanierung der ehemaligen Klosterkirche Auhausen" und nimmt an verschiedenen staatlichen Förderprogrammen teil, darunter das 4. Sonderinvestitionsprogramm des Freistaates Bayern und das staatliche Sonderprogramm "Sozialer Zusammenhalt".
Frühere Sanierungsarbeiten in den 1970er Jahren
Die aktuellen Maßnahmen bauen auf einer längeren Tradition des Denkmalschutzes an der Klosterkirche auf. Schon in den 1970er Jahren wurde eine umfassende Sanierung durchgeführt, die als Vorbild für die heutige Herangehensweise dienen kann. Damals wurden die Dächer der ehemaligen Klosterkirche instand gesetzt, die Türme statisch abgesichert und eine schwere und langwierige Innenrenovierung durchgeführt.
Der Kostenvoranschlag für die Außenrenovierung, die Architektbüro Gsaenger aus Georgensgmünd aufgestellt hatte, belief sich auf rund 350.000 Mark. In diesem letzten Bauabschnitt der damaligen Sanierungsphase sollten die Grundmauern isoliert und entfeuchtet, der Außenputz erneuert und an den Türmen das Natursteinmauerwerk neu verfugt werden. Auch die Fenster- und Türgewände sowie Wasserschlagsimse aus Naturstein mussten überarbeitet bzw. ersetzt werden.
Die Finanzierung dieser damaligen Arbeiten wurde in eingehender harmonischer Besprechung abgesprochen und sichergestellt. Der Landeskirchenrat als zuständiger Bauherr erklärte sich bereit, zu den bisher aufgebrachten 327.000 Mark noch einmal 150.000 Mark als Anteil zu übernehmen. Die weiteren Anteile der Kosten und die Höhe der Beteiligung des Denkmalamtes wurden in besonderen Verhandlungen mit dem Staatsminister geklärt.
Die damaligen Arbeiten am Chor- und Hauptschiff sollten noch im selben Jahr vor Wintereinbruch fertiggestellt werden, während die Arbeiten an den Türmen spätestens 1978 im Frühjahr bis Sommer endgültig abgeschlossen sein sollten. Die Gesamtkosten der damaligen großen, schwierigen und kostspieligen Renovierung der historisch wertvollen und sehenswerten Kirche Auhausen beliefen sich dann auf rund anderthalb Millionen Mark.
Weitere Bauprojekte in der Gemeinde Auhausen
Neben der Sanierung der Klosterkirche gibt es weitere bedeutende Bauprojekte in der Gemeinde Auhausen. Ein Schwerpunkt ist die Sanierung, der Umbau und die Erweiterung des Kindergartens. Der weiter wachsende Bedarf in der umtriebigen und jungen Gemeinde veranlasste die Verantwortlichen, einen aktuellen sowie künftigen Bedarf feststellen zu lassen.
Daraufhin wurde ein Baubeschluss zur Sanierung, zum Umbau und zur Erweiterung des Kindergartens gefasst. Bei geschätzten Baukosten von 1,6 Millionen Euro wird die Gemeinde Auhausen den Hauptanteil tragen und 15 Prozent Zuschuss aus der Kirchengemeinde erhalten. Nach Fertigstellung kann die Kirchengemeinde Auhausen als Einrichtungsträger eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen, 18 Krippen- und 50 Kindergartenplätzen anbieten.
Die Gemeinde hofft auf eine Aufnahme in das 4. Sonderinvestitionsprogramm des Freistaates Bayern. Dadurch könnte man nach Abzug aller aktuellen Fördermöglichkeiten mit einem Eigenanteil von rund 700.000 Euro kalkulieren.
Ein weiterer großer und sich über die nächsten Jahre hinziehender "Themenblock" ist die Aufnahme der Gemeinde Auhausen in das staatliche Sonderprogramm "Sozialer Zusammenhalt". Neben der Aufwertung des alten klösterlichen Abtsitzes (Prälatur) wird auch das "kommunale Fassadenprogramm" finanzielle Mittel in Anspruch nehmen, wobei staatliche Zuwendungen erwartet werden.
Fazit
Die Sanierung der Klosterkirche Auhausen stellt ein herausragendes Beispiel für den Denkmalschutz in Bayern dar. Über die Jahrzehnte hinweg wurde das historische Wahrzeichen kontinuierlich erhalten und instand gesetzt – von der Orgelrestauration in den 1970er Jahren bis zur aktuellen Dachsanierung. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Freistaat Bayern und der Gemeinde zeigt, wie gemeinsam bedeutende Kulturdenkmale für zukünftige Generationen bewahrt werden können.
Die Kirche, die als "bedeutendes Zeugnis bayerischer Kirchen- und Kunstgeschichte" gilt, wird auch nach der aktuellen Sanierung ihre Funktion als geistliches und kulturelles Zentrum der Region erfüllen. Die aufwendigen Arbeiten an Dach, Fassade und Innenräumen sichern nicht nur den baulichen Erhalt, sondern auch die kunsthistorische Bedeutung des Bauwerks.
Neben der Kirche zeigt die Gemeinde Auhausen mit der Sanierung und Erweiterung des Kindergartens auch ihr Engagement für die Zukunft und die Bedürfnisse der jüngeren Generation. Die Verbindung von Denkmalschutz und zukunftsorientierter Entwicklung macht Auhausen zu einem Vorbild für andere Gemeinden.
Die Sanierung der Klosterkirche Auhausen ist somit mehr als ein reines Bauprojekt – sie ist ein Statement für die Bewahrung des kulturellen Erbes und die Identität der Gemeinde.