Einleitung
Das Hallenbad in Ehrwald steht vor einem bedeutenden Wandel. Nach der vorübergehenden Schließung im März 2023 aufgrund nicht tragbarer Betriebskosten wird aktuell ein umfassendes Modernisierungskonzept umgesetzt. Die Initiative zur Revitalisierung des beliebten Bades wird von der Tiroler Zugspitz Arena, den Freizeitbetrieben Tiroler Zugspitze und der Gemeinde Ehrwald getragen. Mit einem Investitionsvolumen von 9,5 Millionen Euro soll eine abgespeckte Version des Hallenbades entstehen, die die Region mit modernen Freizeitangeboten versorgen und den Schülern des Bezirks Reutte wieder Schwimmunterricht ermöglichen kann. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, die geplanten Maßnahmen und die Bedeutung dieses Projekts für die Region.
Hintergrund: Schließung und Notwendigkeit einer Lösung
Im März 2023 musste das Hallenbad in Ehrwald seine Türen vorübergehend schließen. Die Entscheidung für diese Maßnahme war nicht leichtfertig, sondern wurde aufgrund eines jährlichen Defizits von 600.000 Euro getroffen, das für die Gemeinde Ehrwald wirtschaftlich nicht mehr tragbar war. Die Schließung bedeutete jedoch nicht das Ende des Bades, sondern den Beginn eines neuen Kapitels.
In der Folgezeit setzten sich die Verantwortlichen des Tourismusverbandes Tiroler Zugspitz Arena unter Obmann Theo Zoller, Alexander Guem, Geschäftsführer der Freizeitbetriebe Tiroler Zugspitze, sowie Bürgermeister Markus Köck intensiv mit der Suche nach einer Lösung auseinander. Nach gründlicher Prüfung verschiedener Alternativen wurde schnell klar: Eine Neukonzeptionierung des Hallenbades ist die wirtschaftlichste und nachhaltigste Option, um die Anlage für die Zukunft zu erhalten.
Das Projekt "Hallenbad Ehrwald 2.0"
Am 6. Juni 2024 traten die Verantwortlichen des Tourismusverbandes und des Gemeinderates zusammen, um die nächste Projektphase für eine abgespeckte Version des Bades zu besprechen. Bei diesem Treffen wurde das neue Projekt offiziell mit einem Investitionsvolumen von 9,5 Millionen Euro präsentiert. Diese Revitalisierungsmaßnahme, initiiert von der Führungsspitze der Tiroler Zugspitz Arena, wurde sowohl mit den Freizeitbetrieben Tiroler Zugspitze als auch der Gemeinde Ehrwald abgestimmt.
Die neue Initiative, intern als "Hallenbad Ehrwald 2.0" bezeichnet, soll der Region frischen Schwung verleihen und den Einheimischen sowie Besuchern bald wieder ein modernes Freizeitangebot bieten. Wie Obmann Theo Zoller betont, ist die Umsetzung dieses Projekts von entscheidender Bedeutung: "Die Umsetzung des neuen Alternativprojektes ist von entscheidender Bedeutung, da sich das nächste Hallenbad mit einem 25 Meter Sportbecken erst in Telfs befindet und die Alpentherme Ehrenberg über kein derartiges Becken verfügt. Das neue Hallenbad in Ehrwald würde den Schulklassen aus dem gesamten Bezirk Reutte den Schwimmunterricht ermöglichen."
Die Initiativen blicken gemeinsam mit Markus Köck (Bürgermeister der Gemeinde Ehrwald) positiv und mit Zuversicht auf die neuerliche Initiative. Diese Zuversicht wird auch durch die Tatsache gestärkt, dass die Gesellschafter des Tourismusverbandes Zugspitzarena das Konzept bereits im März befürwortet haben.
Finanzierung und Kostenplan
Die Finanzierung des Hallenbad-Projekts ist ein komplexes Unterfangen, das mehrere Ebenen umfasst. Insgesamt beläuft sich der Finanzierungsbedarf auf 9,5 Millionen Euro, die für die Revitalisierung des Bades aufgewendet werden sollen. Die Hälfte dieser Investitionssumme, also 4,75 Millionen Euro, wird vom Tourismusverband übernommen. Weitere finanzielle Unterstützung wird vom Land Tirol im Rahmen der Tiroler Bäderinitiative erwartet.
Der Tourismusverband hofft, dass der Restbetrag von der Gemeinde Ehrwald übernommen wird. Diese Aufteilung spiegelt auch die zukünftige Kostenverteilung für den Betrieb des Bades wider. Nach Umsetzung des neuen Konzeptes wird mit einem voraussichtlichen jährlichen Abgang von 350.000 Euro gerechnet. Auch hier werden die Kosten je zur Hälfte vom Tourismusverband und der Gemeinde Ehrwald getragen.
Bürgermeister Markus Köck zeigt sich optimistisch, dass das Land Tirol auch bei den laufenden Kosten unterstützen werde. Diese finanzielle Absicherung ist entscheidend, um das Projekt langfristig tragbar zu gestalten und sicherzustellen, dass das Hallenbad nach der Modernisierung dauerhaft betrieben werden kann.
Details der Modernisierungsmaßnahmen
Thermische Sanierung und Heizungstechnik
Ein zentraler Bestandteil der Modernisierung ist die umfassende thermische Sanierung des Hallenbades. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Energieeffizienz der Anlage deutlich zu verbessern und die Betriebskosten nachhaltig zu senken. Ein entscheidender Schritt in diesem Zusammenhang ist der Einbau einer modernen Hackschnitzelanlage zur umweltfreundlichen Beheizung des Bades.
Diese neue Heizungstechnik ersetzt die bisherige Anlage und reduziert nicht nur die Betriebskosten, sondern auch den ökologischen Fußabdruck des Bades. Die Verwendung von Hackschnitzeln als erneuerbare Energiequelle entspricht modernen Nachhaltigkeitsstandards und trägt zur Reduktion der CO2-Emissionen bei. Gleichzeitig wird eine konstante und angenehme Wärme im gesamten Badbereich sichergestellt.
Sanitäranlagen und Elektrik
Die Erneuerung der Sanitäranlagen und der elektrischen Anlagen stellt einen weiteren wichtigen Aspekt der Sanierung dar. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Sicherheit und Funktionalität des Bades auf den neuesten Stand zu bringen. Die elektrische Anlage wird vollständig modernisiert, um den aktuellen Sicherheitsstandards zu entsprechen und einen zuverlässigen Betrieb aller Einrichtungen zu gewährleisten.
Bei den Sanitäranlagen wird besonderes Augenmerk auf die Barrierefreiheit und die Benutzerfreundlichkeit gelegt. Die Anpassungen an die Bedürfnisse aller Badegäste, einschließlich Familien mit Kindern und älteren Menschen, stehen im Vordergrund. Gleichzeitig wird durch die Modernisierung ein höherer Hygienestandard erreicht, der zur Attraktivität des Bades beiträgt.
Modernisierung der Bereiche
Die Modernisierung des Hallenbades umfasst auch die gezielte Überarbeitung verschiedener Bereiche, um die Attraktivität und Funktionalität für die Badegäste zu erhöhen:
Kleinkinderbereich: Der Bereich für unsere jüngsten Badegäste wird vollständig modernisiert. Hierbei wird besonderer Wert auf die Sicherheit und altersgerechte Gestaltung gelegt. Neue Spielgeräte, eine ansprechendere Gestaltung und verbesserte Überwachungsmöglichkeiten sollen den Kleinkindern und ihren Eltern ein noch angenehmeres Baderlebnis bieten.
Solebecken: Das Solebecken, ein beliebtes Highlight des Ehrwalder Hallenbades, erhält ebenfalls eine Modernisierung. Durch die Erneuerung der Technik und eine ansprechendere Gestaltung des Umfelds soll dieser Bereich weiterhin als Oase der Entspannung dienen und die wohltuende Wirkung des Salzes für die Badegäste optimal zur Geltung bringen.
Rutschturm: Ein weiteres sichtbares Merkmal des Hallenbades ist der Rutschturm, der ebenfalls einer Renovierung unterzogen wird. Hierbei wird nicht nur das Äußere modernisiert, sondern auch die Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand gebracht. So können auch in Zukunft die jüngeren Badegäste unbesorgt Spaß an den Rutschen haben.
Bestehendes Becken: Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die Beibehaltung des bestehenden Beckens. Dieses wird erhalten, jedoch werden die Ruhemöglichkeiten ausgeweitet und neu gestaltet. So wird das Angebot für die Badegäste erweitert, ohne dass der Kernbereich des Bades verändert werden muss.
Änderungen im Betriebskonzept
Das neue Betriebskonzept für das Hallenbad sieht einige Änderungen im Vergleich zum bisherigen Betrieb vor. Statt eines Restaurants wird es in Zukunft nur noch einen Kiosk geben, der für die Verpflegung der Badegäste sorgt. Diese Maßnahme trägt zur Reduzierung der Betriebskosten bei und ermöglicht eine Fokussierung auf das Kernangebot des Bades.
Ebenso wird es in Zukunft keine Sauna mehr im Hallenbad geben. Über die Möglichkeit, stattdessen ein Fitnessstudio im Haus einzurichten, wird derzeit noch nachgedacht. Diese Änderungen spiegeln das Konzept einer "abgespeckten Version" wider, die sich auf das Wesentliche konzentriert: ein modernes Hallenbad mit Sportbecken für die Bevölkerung und den Tourismus.
Zeitplan und Umsetzung
Die Umsetzung der Modernisierungsmaßnahmen folgt einem klar definierten Zeitplan. Wie in der Gemeindeversammlung bekannt gegeben, beginnen die Umbau- und Modernisierungsarbeiten am Hallenbad Ehrwald am 29. September. Zu diesem Zeitpunkt werden die Baustelle eingerichtet und die notwendigen Vorbereitungen getroffen.
Die umfangreichen Arbeiten werden voraussichtlich das gesamte kommende Jahr in Anspruch nehmen. Dennoch zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die Freizeitanlage im darauffolgenden Jahr wieder die Türen für die Badegäste öffnen kann. Dieser ambitionierte Zeitplan unterstreicht den Willen aller Beteiligten, das Projekt zügig umzusetzen und die Bevölkerung sowie die Touristen bald wieder von den Vorzügen des modernisierten Hallenbades profitieren zu lassen.
Bei der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend wurde das Projekt noch einmal in groben Zügen vorgestellt. Die rund 80 Besucher hörten dem Planer ebenso gespannt zu, wie der versammelte Gemeinderat. Die positive Resonance zeigt, dass das Projekt von der Bevölkerung mitgetragen wird und auf breite Akzeptanz stößt.
Bedeutung für die Region
Das Hallenbad Ehrwald besitzt eine besondere Stellung in der Region, die über den reinen Freizeitwert hinausgeht. Wie Obmann Theo Zoller betont, ist das Bad als einziges Schwimmbad in der Region mit einem 25-Meter-Sportbecken ausgestattet. Das nächste derartige Becken befindet sich erst in Telfs, was knapp 50 Kilometer entfernt liegt. Auch die Alpentherme Ehrenberg verfügt über kein solches Sportbecken.
Diese Einzigartigkeit macht das Hallenbad für den gesamten Bezirk Reutte von besonderer Bedeutung. Es ermöglicht nicht nur den Einwohnern von Ehrwald, sondern auch Schulklassen aus dem gesamten Bezirk den Schwimmunterricht. Ohne das Hallenbad in Ehrwald müssten diese Schulen deutlich weiter ausweichen, was den Unterricht erheblich erschweren und verteuern würde.
Darüber hinaus trägt das Hallenbad zur Attraktivität der Region als Tourismusdestination bei. Ein modern ausgestattetes Hallenbad ist ein wichtiger Standortfaktor, der Familien und Sporttouristen anzieht. Die Revitalisierung des Bades soll der Region daher neuen Schwung verleihen und die Wettbewerbsfähigkeit als Tourismusregion stärken.
Wie in einem Kommentar hervorgehoben wird, wäre es "in jedem Fall schön, wenn ein mittelgroßes und relativ kostengünstiges Familienbad auch für den Tourismus weiterhin erhalten bliebe". Dieses Bedürfnis spiegelt sich in den Bemühungen wider, das Hallenbad trotz der angespannten Haushaltslage der Gemeinde zu erhalten und zukunftsfähig zu machen.
Fazit
Die Modernisierung des Hallenbades Ehrwald stellt ein bedeutendes Projekt für die darstellende Gemeinde und die gesamte Region dar. Mit einem Investitionsvolumen von 9,5 Millionen Euro wird eine umfassende Sanierung und Modernisierung der Anlage realisiert, die das Bad für die Zukunft rüsten soll. Durch Maßnahmen wie die thermische Sanierung, die Installation einer modernen Hackschnitzelanlage und die Modernisierung der verschiedenen Bereiche wird nicht nur die Attraktivität des Bades erhöht, sondern auch die Wirtschaftlichkeit verbessert.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch eine Kostenaufteilung zwischen Tourismusverband und Gemeinde, unterstützt durch Fördermittel des Landes Tirol. Die geplanten Änderungen im Betriebskonzept – von einem Restaurant zu einem Kiosk und die eventuelle Einrichtung eines Fitnessstudios anstelle der Sauna – zeigen, dass die Verantwortlichen bereit sind, notwendige Anpassungen vorzunehmen, um die langfristige Tragfähigkeit des Bades sicherzustellen.
Die Bedeutung des Hallenbades für die Region geht weit über den reinen Freizeitwert hinaus. Als einziges Bad mit einem 25-Meter-Sportbecken in der Region spielt es eine entscheidende Rolle für den Schwimmunterricht im gesamten Bezirk Reutte. Gleichzeitig trägt es zur Attraktivität der Region als Tourismusdestination bei.
Mit dem Start der Arbeiten am 29. September und der geplanten Wiederaufnahme des Betriebs im kommenden Jahr zeigt sich, dass alle Beteiligten entschlossen sind, dieses wichtige Projekt zügig umzusetzen. Die positive Resonanz in der Bevölkerung und bei den Verantwortlichen gibt Anlass zu der Hoffnung, dass das Hallenbad Ehrwald nach der Modernisierung eine erfolgreiche Zukunft vor sich hat und seine wichtige Rolle für die Region weiterhin erfüllen kann.
Quellen
- Hallenbad Ehrwald steht vor Neustart
- Neustart für Hallenbad Ehrwald - TVB Tiroler Zugspitz Arena treibt Projekt Hallenbad Ehrwald 2.0 voran
- Neustart für Hallenbad Ehrwald - TVB Tiroler Zugspitz Arena treibt Projekt Hallenbad Ehrwald 2.0 voran
- Neue Hoffnung fürs Ehrwalder Hallenbad
- Am 29. September beginnen Maßnahmen zur Wiederbelebung