Regionale Arbeitsmarktentwicklungen und Digitalisierung in Deutschland

Einleitung

Die vorliegenden Quellen bieten Einblicke in die Arbeit des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und insbesondere seines Regionalen Forschungsnetzes (RFN). Die Analysen konzentrieren sich auf regionale Arbeitsmarktdynamiken, Auswirkungen der Digitalisierung auf verschiedene Berufsfelder sowie Entwicklungen in MINT-Berufen und Handwerk. Interessant ist dabei, dass die Daten zeigen, wie sich das Ersetzungspotenzial durch Digitalisierung in verschiedenen Berufsgruppen entwickelt hat. Allerdings enthält die bereitgestellte Information keine spezifischen Daten oder Analysen zum Thema Renovierung, Bau oder Immobilientwicklung, die für eine umfassende Darstellung dieses Fachgebiets notwendig wären.

Das Regionale Forschungsnetz des IAB

Das Regionale Forschungsnetz (RFN) des IAB stellt eine einmalige Einrichtung in der deutschen Forschungslandschaft dar. Mit zehn Stützpunkten in den Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit untersucht das RFN Strukturen und Entwicklungen regionaler Arbeitsmärkte sowie Fragen der regionalen Mobilität. Die Forschungsergebnisse werden unter anderem in der Reihe "IAB-Regional" präsentiert, die sich vorwiegend an Arbeitsmarktpraktiker auf lokaler und regionaler Ebene richtet.

Die Veröffentlichungen dieser Reihe decken eine breite thematische Palette ab, darunter Digitalisierung, Ausbildung, Langzeitarbeitslosigkeit, MINT-Berufe, Pflege und Handwerk. Die Beiträge erscheinen in loser Folge und stehen zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die Reihe richtet sich an eine Fachöffentlichkeit und berichtet insbesondere über Analysen regionaler Unterschiede in der Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

Die Regionalbereichseinheiten des IAB sind in ganz Deutschland verteilt: - IAB Baden-Württemberg - IAB Bayern - IAB Berlin-Brandenburg - IAB Hessen - IAB Niedersachsen-Bremen - IAB Nord - IAB Nordrhein-Westfalen - IAB Rheinland-Pfalz-Saarland - IAB Sachsen - IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen

Jede dieser Einheiten veröffentlicht spezifische Analysen zu regionalen Arbeitsmarktdynamiken, die für eine differenzierte Betrachtung des deutschen Arbeitsmarktes von großer Bedeutung sind.

Substitutionspotenziale durch Digitalisierung

Eine zentrale Forschungsrichtung des IAB ist die Untersuchung des Substitutionspotenzials von Berufen durch Digitalisierung. Das IAB Hessen hat in einer aktuellen Studie analysiert, in welchem Ausmaß Tätigkeiten in Berufen bereits heute durch den Einsatz moderner Technologien ersetzt werden könnten. Der Fokus der Betrachtung lag auf der Entwicklung von 2019 bis 2022.

Besonders bemerkenswert ist, dass das Substitutionspotenzial in den Fachkraftberufen mit knapp 62 Prozent auch im Jahr 2022 weiterhin am höchsten ist. Neu ist jedoch, dass in Hessen der Anteil der Tätigkeiten, die potenziell von Computern erledigt werden könnten, besonders stark in den Expertenberufen stiegen. In diesen Berufen sind typischerweise Hochqualifizierte beschäftigt. 2019 lag das Potenzial in Hessen noch bei 26 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Drei Jahre später (2022) war mit 36 Prozent jeder dritte Arbeitsplatz ersetzbar. Dieser deutliche Anstieg zeigt, dass durch neue digitale Technologien zunehmend auch komplexe Tätigkeiten automatisiert werden können.

Die Analyse von Substitutionspotenzialen wurde auch in anderen Bundesländern durchgeführt: - Entwicklung der Substituierbarkeitspotenziale auf dem Hamburger Arbeitsmarkt (IAB-Nord, 3/2018) - Entwicklung der Substituierbarkeitspotenziale auf dem Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern (IAB-Nord 2/2018) - Entwicklung der Substituierbarkeitspotenziale auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein (IAB-Nord, 1/2018) - Digitalisierung in Nordrhein-Westfalen: Substituierbarkeitspotenziale der Berufe 2016 (IAB-NRW, 1/2018) - Digitalisierung der Arbeitswelt in Sachsen (IAB-Sachsen, 4/2018) - Aktualisierte Substituierbarkeitspotenziale in Thüringen (IAB-Sachsen-Anhalt-Thüringen, 2/2018) - Aktualisierte Substituierbarkeitspotenziale in Sachsen-Anhalt (IAB-Sachsen-Anhalt-Thüringen, 1/2018)

Diese regionalen Analysen zeigen erhebliche Unterschiede im Substitutionspotenzial und verdeutlichen, wie unterschiedlich die Digitalisierungswellen verschiedene Regionen und Berufsfelder betreffen.

Bedeutung von MINT-Berufen und Handwerk

Die Entwicklung der MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) spielt in den Analysen des RFN eine wichtige Rolle. Am Beispiel Hessens wird deutlich, dass die Bedeutung der MINT-Berufe zunimmt. Wie im Rest der Bundesrepublik nimmt auch in Hessen die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge insgesamt ab. Im MINT-Bereich zeigt sich jedoch eine entgegengesetzte Tendenz: Hier stieg die Zahl der Ausbildungsverträge von 2013 bis 2016 um fast zehn Prozentpunkte auf 40,2 Prozent.

Auf der Website des IAB finden sich aktuelle Beiträge aus der Reihe IAB-Regional zu MINT-Berufen: - "MINT-Berufe: Strukturen und Trends der Beschäftigung in Hessen" (IAB-Hessen, 1/2018) - "MINT-Berufe: Strukturen und Trends der Beschäftigung in Bremen" (IAB-Niedersachsen-Bremen, 1/2019)

Auch das Handwerk wird in verschiedenen regionalen Analysen untersucht: - "Die Bedeutung des Handwerks in Bayern" (IAB-Bayern, 1/2019) - "Regionale Bedeutung des Handwerks für Beschäftigung und Ausbildung in Deutschland – Fokus: Niedersachsen" (IAB-Niedersachsen-Bremen, 2/2019) - "Die Bedeutung des Handwerks in Berlin und Brandenburg" (IAB-Berlin-Brandenburg, 3/2019) - "Die Bedeutung des Handwerks in Hessen" (IAB-Hessen, 2/2019)

Darüber hinaus gibt es Analysen zu Ausbildungsthemen in verschiedenen Regionen: - "Ausbildungsmobilität in Berlin-Brandenburg. Soziodemografische Merkmale im Jahr 2016" (IAB-Berlin-Brandenburg, 1/2018) - "Absolventen und Abbrecher – zum Ausbildungsgeschehen im dualen System Mecklenburg-Vorpommerns" (IAB-Nord, 2/2019) - "Absolventen und Abbrecher – zum Ausbildungsgeschehen im dualen System Schleswig-Holsteins" (IAB-Nord, 1/2019) - "Ausbildung, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit junger Berufseinsteiger in Nordrhein-Westfalen" (IAB-Nordrhein-Westfalen, 1/2019) - "Entwicklungen an der Zweiten Schwelle. Der Übergang von Auszubildenden in Sachsen in den Arbeitsmarkt" (IAB-Sachsen, 1/2018)

Besonders auffällig ist die unterschiedliche Quote vorzeitiger Ausbildungsverträge: In Berlin enden 34 Prozent aller Ausbildungsverträge vorzeitig, in Bayern sind es 22 Prozent.

Regionale Unterschiede in der Arbeitsmarktentwicklung

Die Veröffentlichungen des IAB-Regional zeigen deutlich, dass sich Arbeitsmärkte in Deutschland regional stark unterscheiden. Diese Unterschiede betreffen nicht nur Branchenstruktur und Beschäftigungsentwicklung, sondern auch die Auswirkungen von Megatrends wie Digitalisierung.

Im Bereich der Stellungnahmen zu regionalpolitisch relevanten Themen hat das RFN unter anderem folgende Analysen veröffentlicht: - Zur Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen (IAB-Stellungnahme 2/2018) - Zur Regulierung von flexiblen Arbeitszeiten (IAB-Stellungnahme 7/2018) - Strukturwandel und Beschäftigungsentwicklung in der Finanzbranche in Deutschland (IAB-Stellungnahme 5/2019) - Ausgestaltung von Arbeitsverhältnissen im digitalen Zeitalter (IAB-Stellungnahme 13/2019) - Zum Modellprojekt "Eingliederungsbrücke" in Rheinland-Pfalz (IAB-Stellungnahme 14/2019)

Zuletzt wurden auch Publikationen zu regionalen Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung für Bayern und Sachsen veröffentlicht: - Eigenhüller, Lutz, Michael Moritz & Stefan Böhme (2025): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Bayern. - Nützel, Ulf-Michael, Uwe Sujata & Antje Weyh (2025): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Sachsen.

Diese Analysen liefern wichtige Erkenntnisse darüber, welche regionalen Faktoren die Arbeitsmarktentwicklung beeinflussen und wie Politikgestaltung an regionale Besonderheiten anknüpfen kann.

Fazit

Die vorliegenden Quellen bieten wertvolle Einblicke in regionale Arbeitsmarktdynamiken und die Auswirkungen der Digitalisierung auf verschiedene Berufsfelder. Insbesondere die Analyse von Substitutionspotenzialen zeigt, wie sich die Arbeitswelt durch neue Technologien wandelt und dass dieser Wandel nicht alle Berufsgruppen gleichmäßig betrifft. Während einfache Tätigkeiten bereits früh automatisiert wurden, zeigt sich jetzt eine zunehmende Automatisierung auch komplexer Expertenarbeit.

Die Bedeutung von MINT-Berufen nimmt zu, während die Gesamtzahl der Ausbildungsverträge sinkt. Im Handwerk, das für viele Bau- und Renovierungstätigkeiten zentral ist, gibt es regionale Unterschiede in seiner Bedeutung für den Arbeitsmarkt.

Für eine umfassende Darstellung von Renovierungsthemen im Bau- und Immobiliensektor wären jedoch spezifischere Daten und Analysen erforderlich. Die vorliegenden Quellen bieten zwar wichtige Kontextinformationen zur allgemeinen Arbeitsmarktentwicklung, enthalten aber keine direkten Informationen zu Renovierungstrends, Baubranche oder Immobilienthemen.

Quellen

  1. Arbeitsagentur Regional
  2. IAB-Forum
  3. IAB-Publikationen

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