Einleitung
Der Hauptbahnhof Mönchengladbach, einer der größten 20 Hauptbahnhöfe in Nordrhein-Westfalen, befindet sich derzeit in einer umfassenden Modernisierungsphase. Das Sanierungsprojekt, das bis mindestens 2028 andauern wird, wird von der Deutschen Bahn in Kooperation mit der Stadt Mönchengladbach und anderen Institutionen durchgeführt. Ziel der Maßnahmen ist die Umwandlung des Bahnhofs in eine "moderne, attraktive Drehscheibe" für die Region, die mehr Menschen vom Umstieg vom Auto auf die Schiene überzeugen soll. Mit einem Investitionsvolumen von rund zwölf Millionen Euro durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), die Deutsche Bahn und den Bund werden nicht nur die Bahnsteige erneuert, sondern auch das gesamte Bahnhofsgebäude aufgewertet und die Aufenthaltsqualität für Reisende deutlich verbessert.
Umfang des Sanierungsprojekts
Die Modernisierung des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs ist ein mehrphasiges Projekt, das sowohl die Infrastruktur als auch die Gebäudestruktur umfasst. Die Deutsche Bahn hat eine klare Planung für die Erneuerung der verschiedenen Bahnsteige sowie der Aufzüge vorgelegt. Zusätzlich wird das gesamte Bahnhofsgebäude saniert, um die Aufenthaltsqualität zu steigern und das Potenzial des Gebäudes besser zu nutzen.
Die Stadt Mönchengladbach beteiligt sich aktiv an dem Projekt und nutzt dabei das Landesförderprogramm "Schöner Ankommen in NRW". Bei einer Förderkonferenz Mitte Dezember hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen die grundsätzliche Förderwürdigkeit der Bahnhofssanierung bescheinigt. Dies ermöglicht eine umfassende Modernisierung des Bahnhofsgebäudes, das laut Experten einen "riesigen Potenzial" birgt, das gehoben werden soll.
Phasenplan der Bahnsteigerneuerung
Die Erneuerung der Bahnsteige erfolgt in mehreren Phasen, wobei die Deutsche Bahn versucht, die Baumaßnahmen effizient zu bündeln und möglichst wenig Beeinträchtigungen für den Bahnverkehr zu verursachen. Die aktuelle Planung sieht folgende zeitliche Abfolge vor:
- Bahnsteig 4 (Gleise 6/7): Die Arbeiten wurden bereits abgeschlossen, die Fertigstellung erfolgte Ende 2024.
- Bahnsteig 2 (Gleise 2/3): Die Arbeiten wurden im Sommer 2023 begonnen und konnten planmäßig im August 2023 abgeschlossen werden. Seit dem 8. August 2023 halten die Züge wieder planmäßig an Gleis 2.
- Bahnsteig 3 (Gleis 4/5): Die Erneuerung dieses Bahnsteigs fand in einer ersten Phase statt. Für die weitere Modernisierung ist die nächste Sperrpause voraussichtlich im Sommer 2027 geplant. Hierfür sind jedoch noch Ausschreibungen notwendig, die derzeit vorbereitet werden.
- Bahnsteig 1 (Gleis 1): Für diesen Bahnsteig sind noch weitere Planungen nötig. Die Arbeiten können frühestens 2028 beginnen, ein konkreter Termin steht jedoch noch nicht fest.
Zusätzlich zur Erneuerung der Bahnsteige wird ab 2025 auch die Aufzugsanlagen erneuert, um die Barrierefreiheit des Bahnhofs weiter zu verbessern.
Bauabläufe und Verkehrseinschränkungen
Während der Bauarbeiten kommt es zwangsläufig zu Einschränkungen für den Bahnverkehr. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass die Bauarbeiten nicht ohne Einschränkungen für den Bahnverkehr vonstattengehen werden. Um die Beeinträchtigungen für die Reisenden so gering wie möglich zu halten, bündelt die DB mehrere Baumaßnahmen während der sogenannten Sperrpausen.
Die erste Sperrpause lief bereits vom 2. November bis zum 29. November. Während dieser Zeit wurden Züge auf andere Gleise umgeleitet und hielten entsprechend an anderen Bahnsteigen. Für die Erneuerung des Bahnsteigs an Gleis 3, die vom 5. September bis Ende Oktober 2023 stattfand, war eine Sperrung des Bahnsteigbereichs notwendig. Während dieser Zeit wurden die Bahnsteigkante auf einer Länge von rund 185 Metern erneuert und ein neuer Bodenbelag verlegt. Züge, die planmäßig an Gleis 3 hielten, wurden in diesem Zeitraum an anderen Gleisen abgefertigt.
Während der Arbeiten an Gleis 3 stand der Aufzug leider nicht zur Verfügung. Die DB empfiehlt Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen, bei der Planung ihrer Reise die Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) zu kontaktieren. Mitarbeitende der MSZ helfen bei der Planung und Durchführung einer Reise und beantworten Fragen zu geeigneten Zügen, der Barrierefreiheit von Bahnhöfen oder Mindestumsteigezeiten.
Die nächsten Sperrpausen werden langfristig, meist Jahre im Voraus, geplant und sollen möglichst effizient genutzt werden, indem mehrere Baumaßnahmen gebündelt werden. Gleichzeitig müssen neben den Baustellen auch die internationalen, nationalen und regionalen Verkehre berücksichtigt werden. Für den Hauptbahnhof Mönchengladbach steht die nächste Sperrpause nach aktuellem Planungsstand voraussichtlich im Sommer 2027 zur Verfügung.
Sanierung des Bahnhofsgebäudes
Neben der Erneuerung der Bahnsteige wird auch das gesamte Bahnhofsgebäude umfassend saniert. Bei einem Rundgang durch das Gebäude haben sich Vertreter aller beteiligten Institutionen einen Eindruck von der Ausgangssituation verschafft. Dabei zeigte sich, dass Sanierungsbedarf in allen Bereichen des Gebäudes besteht.
Die Kernbereiche, die Passanten üblicherweise wahrnehmen, umfassen die Bahnhofshalle mit den Ladenlokalen, den Bahnhofstunnel und die Bahnsteige. Daneben gibt es jedoch auch große leerstehende oder mindergenutzte Bereiche in den seitlichen Gebäudebereichen, die sonst durch abgeklebte Schaufenster, Trockenbauwände oder unauffällige Türen verborgen bleiben. Dazu zählen frühere Büro- oder Aufenthaltsflächen, eine nicht mehr genutzte Umkleide, der alte Gepäcktunnel oder die ehemalige Kantine der Bahnbeschäftigten.
Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes erfolgt unter dem Motto "Schöner ankommen am Hauptbahnhof Mönchengladbach" und zielt darauf ab, die Aufenthaltsqualität deutlich zu verbessern. Mit einem neun-Punkte-Plan sollen Leerstände aufgewertet und in frequentierten Bereichen an Einzelhandel und Gastronomie vermietet werden, sodass sich das Gebäude mit Ladentüren und Außengastronomie wieder zum Vorplatz hin öffnen könnte. Außerdem soll die Fassade denkmalgerecht aufgewertet und die Technik überholt werden.
Kooperation und Finanzierung
Die Modernisierung des Hauptbahnhofs Mönchengladbach ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiediger Akteure. Die Deutsche Bahn führt die Bauarbeiten durch, während die Stadt Mönchengladbach durch das Landesförderprogramm "Schöner Ankommen in NRW" unterstützt wird. Insgesamt investieren der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und die Deutsche Bahn gemeinsam mit dem Bund rund zwölf Millionen Euro in die Erneuerung des Bahnhofs.
Claudia Schwan-Schmitz, Technische Beigeordnete der Stadt Mönchengladbach, betont die einzigartige Möglichkeit, die die Kooperation bietet: "Wir haben in dieser besonderen Form der Kooperation als Stadt Mönchengladbach die einzigartige Möglichkeit, direkt auf die Veränderungsprozesse am Hauptbahnhof Mönchengladbach einzuwirken. Ein attraktiver und lebendiger Bahnhof passt perfekt in die städtebauliche Aufwertung Gladbachs, die wir vor allem mit vielen Förderprojekten realisieren."
Dr. Frank Schulz, Koordinator Stadterneuerung von städtischer Seite aus, sieht den Bahnhof als Teil einer größeren städtebaulichen Entwicklung: "Das lässt sich im direkten Bahnhofsumfeld am Platz Republik und derzeit am Europaplatz sehr gut beobachten."
Oliver Wittke, VRR-Vorstandssprecher, erklärt die Ziele der Investition: "Ziel sei es, mehr Menschen vom Umstieg vom Auto auf die Schiene zu überzeugen, heißt es von VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke."
Integration des Zentralen Omnibus-Bahnhofs (ZOB)
Parallel zur Sanierung des Hauptbahnhofs baut die Stadt Mönchengladbach bereits ihren Zentralen Omnisbus-Bahnhof (ZOB) um. Laut Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) soll der ZOB 2025 fertiggestellt werden. Der ZOB bildet die Verbindung vom Bahnhof zu dem Areal, auf dem sich derzeit noch die Schrottimmobilie Haus Westland befindet. Ob auf dem Gelände, das dem Investor Bema gehört, tatsächlich der geplanten Neubaukomplex mit Wohnungen, Nahversorgung und Hotels, "19 Häuser", entstehen wird, ist jedoch unklar.
Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes wird voraussichtlich schneller realisiert als der geplante Neubau auf dem Westland-Gelände. Die Stadt Mönchengladbach verfolgt das Ziel, durch die umfassende Sanierung des Bahnhofsgebäudes die Verbindung zwischen dem Bahnhof und dem Vorplatz sowie dem ZOB zu verbessern und einen attraktiven Eingangsbereich für die Stadt zu schaffen.
Fazit
Die Modernisierung des Hauptbahnhofs Mönchengladbach ist ein umfassendes und langfristiges Sanierungsprojekt, das bis mindestens 2028 andauern wird. In mehreren Phasen werden die Bahnsteige erneuert, Aufzugsanlagen modernisiert und das gesamte Bahnhofsgebäude saniert. Ziel ist die Schaffung einer "modernen, attraktiven Drehscheibe" für Nordrhein-Westphalia, die mehr Menschen vom Umstieg vom Auto auf die Schiene überzeugen soll.
Mit einem Investitionsvolumen von rund zwölf Millionen Euro durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), die Deutsche Bahn und den Bund sowie der Unterstützung durch das Landesförderprogramm "Schöner Ankommen in NRW" wird der Bahnhof nicht only technisch auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch die Aufenthaltsqualität für Reisende deutlich verbessert. Durch die Bündelung von Baumaßnahmen während der Sperrpausen sollen die Beeinträchtigungen für den Bahnverkehr minimiert werden.
Die Kooperation zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Mönchengladbach ermöglicht eine gezielte Aufwertung des Bahnhofsgebäudes und seiner Umgebung. Mit einem neun-Punkte-Plan sollen Leerstände aufgewertet und neue Nutzungsmöglichkeiten für Einzelhandel und Gastronomie geschaffen werden. Parallel dazu wird der Zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB) saniert, um eine bessere Verbindung zwischen dem Bahnhof und dem öffentlichen Personennahverkehr herzustellen.
Die Modernisierung des Hauptbahnhofs Mönchengladbach ist somit ein wichtiger Baustein in der städtebaulichen Aufwertung der gesamten Stadt und trägt zur Verbesserung der Attraktivität des ÖPNV bei.
Quellen
- RUHR24 - NRW: Auswirkungen auf Pendler durch Umbau des Hbf Mönchengladbach
- Stadt Mönchengladbach - Schöner Ankommen am Hauptbahnhof Mönchengladbach
- Deutsche Bahn - Modernisierung des Hauptbahnhofs Mönchengladbach geht in die nächste Phase
- Extra-Tipp am Sonntag - Lifestyle am Hbf Mönchengladbachs Entree wird schöner