Einleitung
Die umfassende Sanierung des Pfarrheims St. Martin in Niedermurach stellt ein bedeutendes Bauprojekt für die Gemeinde dar, das nach jahrelanger Planung und Vorbereitung im Oktober 2024 begonnen hat. Das 1977 erbaute Gebäude erforderte dringend eine grundlegende Innenrenovierung, nicht zuletzt wegen des Zustands der Entwässerungssysteme. Der Artikel beleuchtet die Hintergründe des Projekts, die durchgeführten Maßnahmen, die finanziellen Aspekte und die zukünftige Nutzung des renovierten Gebäudes im Kontext der sich verändernden Strukturen der Kirchengemeinden.
Historischer Hintergrund des Pfarrheims in Niedermurach
Die Geschichte des Pfarrheims in Niedermurach ist von Wandel und Herausforderungen geprägt. Das ursprüngliche Pfarrhaus wurde bereits 1748 errichtet und diente über Jahrhunderte als Seelsorgestätte. Im Jahr 2000 ging Pfarrer Hans Kraus nach 40 Jahren Seelsorgearbeit in Niedermurach in den Ruhestand. Sein Weggang markierte einen Wendepunkt für das Gebäude, das in der Folgezeit nur noch teilweise genutzt wurde.
In dieser Phase trafen sich Gruppen wie KLB und KLJB im Gebäude, Kinderwortgottesdienste wurden abgehalten und Pastoralreferent Andreas Hartung nutzte es als Büro. Dennoch blieb das weitgehend unbewohnte Haus zunehmend ungenutzt, was sich negativ auf die Bausubstanz des historischen Anwesens auswirkte. Die "Leerstandsoffensive" rückte dieses Problem verstärkt ins Bewusstsein der Gemeinde und gab Impulse für mögliche neue Nutzungsformen.
Die Entwicklung des neuen Pfarrheims folgt dem Prinzip, "das Unmögliche zu versuchen, um das Mögliche zu erreichen", wie es Hermann Hesse formulierte. Dieser Ausspruch beschreibt treffend den langen und mühsamen Weg zur Realisierung des Projekts, das erst nach intensiven Verhandlungen und einem Runden Tisch mit entscheidenden Beteiligten durchbrochen werden konnte.
Notwendigkeit der Sanierung
Die Entscheidung für eine umfassende Innenrenovierung des 1977 erbauten Pfarrheims St. Martin fiel nach eingehenden Untersuchungen und Überlegungen. Bereits bei den ersten Rückbauarbeiten im Oktober 2024 zeigte sich, dass dringender Handlungsbedarf bestand.
Besonders alarmierend waren die Ergebnisse der Untersuchungen der Kaalanschlüsse. Es wurde festgestellt, dass das Entwässerungssystem dringend modernisiert werden musste. Glücklicherweise konnte die Sanierung mit relativ geringem Aufwand durchgeführt werden, ohne dass aufwendige Erdarbeiten notwendig waren. Neue Rohre konnten in das bestehende Entwässerungssystem eingeführt werden.
Die Verantwortlichen erkannten, dass es die richtige Entscheidung war, nicht auf eine spätere Sanierung zu warten, sondern jetzt eine grundlegende Generalsanierung durchzuführen. Diese Entscheidung wurde auch durch die Erkenntnis gestützt, dass in absehbarer Zeit die Bildung einer Pfarreien-gemeinschaft mit der Pfarrei Grafling ansteht. Dies würde neue Herausforderungen mit sich bringen und erforderte eine zeitnahe Lösung für die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten am Pfarrheim.
Planung und Umsetzung des Sanierungsprojekts
Die erfolgreiche Realisierung des Sanierungsprojekts ist dem Engagement eines verantwortlichen Quartetts zu verdanken: Pfarrer Herbert Rösl, Bürgermeister Martin Prey, VG-Geschäftstellenleiter Anton Brand und Architekt Josef Schönberger. Mit Ausdauer, Beharrlichkeit und Entschlossenheit sorgten sie dafür, dass das Projekt trotz zahlreicher Hindernisse nicht scheiterte.
Der jahrelange Weg bis zur Einweihung des neuen Pfarrheims war mühselig, aber letztlich hat sich der Aufwand gelohnt. Die Oberpfälzer Redensart "Niat nougem zwingt alles" bestätigte sich hier im wahrsten Sinne des Wortes – durch Beharrlichkeit konnte das scheinbar Unmögliche erreicht werden.
Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im Oktober 2024 nach mehreren Verzögerungen. Zunächst mussten umfangreiche Rückbauarbeiten durchgeführt werden, um den Zustand des Gebäudes zu evaluieren und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen planen zu können.
Ein wichtiger Meilenstein wurde für den 27. Juli festgelegt: An diesem Termin wird Bischof Dr. Rudolf Voderholzer einen Festgottesdienst feiern und das renovierte Pfarrheim offiziell segnen. Stadtpfarrer Franz Reitinger drückt in diesem Zusammenhang die Hoffnung aus, dass die Bauarbeiten zügig und unfallfrei vorangehen und die Gemeinde ab Juli die neu renovierten Räume wieder mit Leben erfüllen kann.
Finanzielle Aspekte des Projekts
Die Finanzierung der umfassenden Innenrenovierung stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Da nicht die gesamten Kosten von der Diözese bezuschusst werden, hat die Gemeinde einen Eigenanteil von circa 900.000 € aufzubringen. Diese Summe muss durch Spenden und Eigenmittel gedeckt werden.
Um die notwendigen Mittel zu beschaffen, hat die Gemeinde Spendenaufrufe für die Innenrenovierung des Pfarrheims gestartet. Gleichzeitig wird betont, dass es wichtig ist, auch für zukünftige Baumaßnahmen handlungsfähig zu bleiben. Dazu gehören die Renovierung der Schachinger Kirche sowie der Neubau des Kindergartens St. Martin.
Die finanzielle Planung berücksichtigt auch die zukünftigen Entwicklungen innerhalb der Kirchengemeinden. Da die Bildung einer Pfarreien-gemeinschaft mit der Pfarrei Grafling in den nächsten Jahren erwartet wird, müssen die Ressourcen so verteilt werden, dass sowohl die aktuelle Sanierung als auch zukünftige Projekte finanziell abgesichert sind.
Die Gemeinde hat die detaillierten Planungen der Sanierung auf ihrer Homepage www.sanktmartin.org veröffentlicht, um Transparenz zu schaffen und Interessierte über den Fortschritt des Projekts zu informieren.
Zukünftige Nutzung und Perspektiven
Das renovierte Pfarrheim St. Martin wird eine zentrale Rolle im Gemeindeleben von Niedermurach spielen. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Räume wieder für die verschiedenen Aktivitäten der Gruppen genutzt werden. Dazu gehören weiterhin Treffen von KLB und KLJB, Kinderwortgottesdienste sowie die Nutzung durch den Pastoralreferenten.
Die Sanierung bietet die Gelegenheit, die Räumlichkeiten den aktuellen Bedürfnissen anzupassen und eine moderne, zugleich aber auch würdige Umgebung für die seelsorgerische Arbeit zu schaffen. Gleichzeitig wird das Gebäude seine historische Bedeutung als Teil der Pfarreiengemeinschaft Teunz - Niedermurach - Pertolzhofen im Dekanat Neunburg-Oberviechtach und dem Bistum Regensburg bewahren.
Die Bildung einer Pfarreien-gemeinschaft mit der Pfarrei Grafling in den nächsten Jahren wird neue Herausforderungen mit sich bringen. Das renovierte Pfarrheim wird dabei eine wichtige Funktion erfüllen, als zentraler Treffpunkt und Ort der Seelsorge für die erweiterte Gemeindegemeinschaft dienen.
Fazit
Die Sanierung des Pfarrheims St. Martin in Niedermurach ist ein beeindruckendes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung eines lang geplanten Bauprojekts, das nach jahrelanger Vorbereitung endlich realisiert wird. Die Entscheidung für eine umfassende Innenrenovierung war aufgrund des schlechten Zustands des Entwässerungssystems und der sich abzeichnenden zukünftigen Strukturveränderungen der Kirchengemeinden notwendig.
Das Projekt zeigt, wie mit Ausdauer, Beharrlichkeit und der richtigen Unterstützung auch scheinbar unmögliche Ziele erreicht werden können. Die finanzielle Herausforderung eines Eigenanteils von 900.000 € wird durch Spendenaufrufe und die engagierte Mitarbeit der gemeindlichen Akteure gemeistert.
Nach der geplanten Segnung durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am 27. Juli wird das renovierte Pfarrheim als moderner und funktioneller Ort der Seelsorge und des Gemeindelebens dienen. Es bildet einen soliden Grundstein für die zukünftige Arbeit der Pfarreiengemeinschaft Teunz - Niedermurach - Pertolzhofen und wird auch nach der erwarteten Fusion mit der Pfarrei Grafling eine wichtige Rolle spielen.
Die Sanierung des Pfarrheims ist somit nicht nur eine bauliche Maßnahme, sondern auch ein Symbol für den Erhalt und die Weiterentwicklung der kirchlichen Gemeinschaft in Niedermurach – ein Projekt, bei dem "das Unmögliche" erreicht wurde, "um das Mögliche" zu sichern.