Leuze-Bad in Stuttgart: Umfassende Sanierung für 3,6 Millionen Euro geplant

Einleitung

Das traditionsreiche Mineralbad Leuze in Stuttgart-Bad Cannstatt befindet sich derzeit in einer umfassenden Sanierungsphase. Nach über 35 Jahren seit der letzten größeren Renovierung hat der Stuttgarter Gemeinderat für die kommenden zwei Jahre insgesamt 3,6 Millionen Euro Sanierungsgelder bewilligt. Das Bad, das unter anderem durch die direkt angrenzende Großbaustelle in Mitleidenschaft gezogen wurde, benötigt dringend Modernisierungsmaßnahmen, um den heutigen Standards gerecht zu werden. Dieser Artikel beleuchtet die geplanten und bereits durchgeführten Renovierungsarbeiten am Leuze-Bad und stellt sie in den Kontext der langfristigen Investitionen Stuttgarter Bädersanierungen.

Historische Entwicklung der Sanierungen am Leuze-Bad

Die Historie der Sanierungen am Leuze-Bad spiegelt die kontinuierlichen Investitionen der Stadt Stuttgart in ihre Badeinfrastruktur wider. Bereits 2006 wurde das Kinderland im Leuze für 3,9 Millionen Euro neu gestaltet, was zeigt, dass der Bereich der Kinderbetreuung seit jeher einen hohen Prioritätensetzung genießt.

Zwei Jahre später, im Jahr 2007, konzentrierten sich die Investitionen auf die Infrastruktur: Der Bau der Parkgarage beim Mineralbad Leuze kostete 3,4 Millionen Euro, während gleichzeitig der FKK-Bereich und die Terrasse im Inselbad für rund 3,7 Millionen Euro erneuert wurden. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die Erreichbarkeit und den Komfort der Badegäste zu verbessern.

Im Jahr 2010 wurde das Leuze-Bad erneut in den Fokus der Sanierungsarbeiten genommen. Die gesamten Kosten lagen in diesem Jahr bei 5,8 Millionen Euro, wobei mehr als drei Millionen Euro in die Sanierung der Kursaalquellen flossen. Für das Leuze-Bad allein wurden 2,3 Euro investiert, um eine neue Abwasseraufbereitung zu installieren – ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

2011 stand das MineralBad Cannstatt finanziell im Zeichen der Sanierung der Schwimmhalle für 3,84 Millionen Euro. Parallel dazu wurde im Leuze-Bad die neue Winzersauna für 2,56 Millionen Euro errichtet, die den Gästen zusätzliche Entspannungsmöglichkeiten bot.

Das Jahr 2012 brachte die bis dato größte Einzelinvestition in das Leuze-Bad: Insgesamt mussten 8,1 Millionen Euro investiert werden. Allein 5,23 Millionen Euro flossen in die Sanierung der Warmbadehalle, die damit einen der Kernbereiche des Bades modernisierte. Zusätzlich wurde ein neues Warmsprudelbecken für gut 800.000 Euro installiert.

Diese chronologische Darstellung zeigt, dass das Leuze-Bad seit Beginn der 2000er Jahre kontinuierlich modernisiert und erweitert wurde, um den wachsenden Anforderungen der Badegäste und den technischen Standards gerecht zu werden.

Aktuelle Sanierungsprojekte im Detail

Die jüngste Sanierungswelle am Leuze-Bad, für die der Stuttgarter Gemeinderat 3,6 Millionen Euro bewilligt hat, umfasst mehrere Teilprojekte, die unterschiedliche Bereiche des Bades betreffen. Diese Maßnahmen wurden notwendig, da einige Bereiche des Traditionsbads "in die Tage gekommen" sind oder durch die benachbarte Großbaustelle in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Trockenspielanlage im Außenbereich

Als erste Maßnahme sollte die Erneuerung der Trockenspielanlage im Außenbereich bereits im Frühjahr abgeschlossen werden. Diese Maßnahme kostete 120.000 Euro und stellte die erste von drei Maßnahmen in diesem Jahr dar. Die Trockenspielanlage gehört zu den beliebtesten Einrichtungen für Familien mit Kindern im Leuze-Bad und war daher eine prioritäre Sanierungsaufgabe.

Sportfläche und Liegewiese

Die zweite Maßnahme mit Kosten von rund 250.000 Euro konzentrierte sich auf die Sportfläche. Der Grund für die höheren Kosten im Vergleich zur Trockenspielanlage war, dass mit Beginn der Bauarbeiten ein Teil der Liegewiese samt der Sportanlage stillgelegt werden musste. Dementsprechend übel sah der Bereich rund um das Volleyballfeld aus und musste komplett erneuert werden. Diese Maßnahme zeigt die komplexen logistischen Herausforderungen, die bei Sanierungen in laufenden Betrieb entstehen.

Kinderaußenbecken

Kurz darauf fiel der Startschuss für die Sanierung des Kinderaußenbeckens, die als dritte große Maßnahme dieses Jahres geplant war. Nach mehr als 30 Jahren war hier eine Sanierung dringend notwendig. Der Stuttgarter Eigenbetrieb investierte hier etwa 1,5 Millionen Euro. Dieser hohe Betrag unterstreicht die Bedeutung des Kinderbereichs für das Bad und die Notwendigkeit, den höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards zu entsprechen.

Leuze-Foyer - Das Herzstück der Sanierung

Das größte Projekt startete im April 2019 und betrifft das Leuze-Foyer, das im großen Stil auf Vordermann gebracht werden soll. Mit einem erheblichen Teil der 3,6 Millionen Euro soll dieses zentrale Gebäudeelement modernisiert werden. Die Modernisierung des Foyers dient nicht nur der baulichen Sanierung, sondern soll gleichzeitig die Besucherströme optimieren. "Ein Shop soll den Eingangsbereich zusätzlich aufwerten", so Jens Böhm, seit Jahresbeginn für die Öffentlichkeitsarbeit bei dem Eigenbetrieb zuständig.

Das Foyer ist nach 35 Jahren Sanierungsbedarf besonders dringend, da hier mehrere Probleme gleichzeitig gelöst werden müssen: Die abgehängte Akustikdecke und die undichte Fassade erfordern eine grundlegende Erneuerung. Diese beiden Probleme sind nicht nur optisch störend, sondern haben auch praktische Auswirkungen auf den Energieverbrauch und die Nutzungsmöglichkeiten des Raums.

Gründe für die umfassende Sanierung

Die Sanierung des Leuze-Bads ist durch mehrere Faktoren bedingt, die sowohl baulche als auch betriebliche Aspekte berücksichtigen müssen.

Altersbedingte Mängel

Nach 35 Jahren seit der letzten größeren Sanierung sind zahlreiche Bauteile des Leuze-Bads in die Jahre gekommen. Insbesondere das Foyer zeigt deutliche Alterungserscheinungen: Die abgehängte Akustikdecke und die undichte Fassade sind die sichtbarsten Probleme. Diese Mängel führen nicht nur zu optischen Beeinträchtigungen, sondern haben auch praktische Konsequenzen. Eine undichte Fassade führt zu erhöhtem Heizenergieverbrauch im Winter und kann im Sommer zu unangenehmen Temperaturen im Inneren führen. Eine defekte Akustikdecke beeinträchtigt die Raumakustik und damit das Wohlbefinden der Badegäste.

Einfluss der benachbarten Großbaustelle

Eine zusätzliche Belastung für das Leuze-Bad stellt die direkt benachbarte Großbaustelle dar. Die Erschütterungen und möglichen Einflüsse auf das Grundwasser durch die Bauarbeiten haben dazu geführt, dass einige Bereiche des Bads zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dieser Umstand macht eine Sanierung dringlicher als sie es aus Altersgründen allein wäre.

Sicherheits- und Qualitätsanforderungen

Moderne Bäder müssen hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards entsprechen, insbesondere im Bereich der Wasserbehandlung und der technischen Anlagen. Die 2010 installierte neue Abwasseraufbereitung war ein wichtiger Schritt in diese Richtung, aber kontinuierliche Nachbesserungen und Erneuerungen sind notwendig, um den Betrieb sicher und effizient zu gestalten.

Besuchererwartungen

Die Erwartungen der Badegäste haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Heute wird nicht nur die Qualität der Becken und Saunen erwartet, sondern auch ein ansprechendes Ambiente, moderne Umkleidekabinen, gastronomische Angebote und eine gute Infrastruktur. Die Sanierung des Foyers mit der Integration eines Shops ist eine direkte Reaktion auf diese gewandelten Erwartungen.

Besucherreaktionen auf die sanierte Warmbadehalle

Eine der erfolgreichsten Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre war die Renovierung der Warmbadehalle im Leuze-Bad. Nach Fertigstellung der Arbeiten freuen sich die Badegäste über die wieder eröffnete Halle, wie eine Beobachtung zeigt: "Ein Großvater zieht seinen Enkel durch das große Schwimmbecken, im runden Sitzbecken machen Männer und Frauen die Beine lang. Gedränge herrscht aber nirgendwo in der sanierten Warmbadehalle des Mineralbads Leuze – am vollsten ist es im neuen Whirlpool, wo sich mehr als ein Dutzend Leute vom Sprudelwasser den Körper massieren lassen."

Diese Beschreibung zeigt, dass die Sanierung der Warmbadehalle erfolgreich war und von den Besuchern positiv angenommen wird. Die Anordnung der Becke und die neu geschaffenen Entspannungsbereiche wie der Whirlpool kommen bei den Gästen gut an. Gleichzeitig zeigt die Aussage, dass "Gedränge herrscht aber nirgendwo", dass die Raumgestaltung und die Beckenanordnung auch eine Verbesserung der visitor flow mit sich gebracht haben.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen: "Nur die erhöhten Preise schmecken ihnen nicht." Dieser Hinweis ist wichtig, da er zeigt, dass Sanierungen oft mit Preiserhöhungen verbunden sind, was bei den Besuchern auf Widerstand stoßen kann. Die Balance zwischen notwendigen Investitionen und der Akzeptanz der Besucher für die damit verbundenen Kosten bleibt eine Herausforderung für die Betreiber.

Weitere aktuelle Sanierungsarbeiten

Neben den großen Projekten gibt es auch kleinere, aber nicht weniger wichtige Sanierungsarbeiten am Leuze-Bad. So wurde bereits in einigen Tagen die 100-Grad-Sauna wieder in Betrieb genommen, die kurz nach Weihnachten hatte geschlossen werden müssen. Hier hatten sich Teile der Holzverkleidung gelöst, die momentan erneuert werden. Die Kosten für diese Reparatur beliefen sich auf gut 20.000 Euro.

Diese Art von gezielten Instandhaltungsmaßnahmen ist wichtig, um die Qualität der Angebote zu erhalten und größere Schäden zu vermeiden. Sie zeigt, dass die Sanierung des Leuze-Bads nicht nur aus Großprojekten besteht, sondern aus einem kontinuierlichen Prozess der Erneuerung und Instandhaltung.

Wartungs- und Schließzeiten

Die Sanierung von Bädern erfordert oft zeitweise Schließungen oder zumindest eingeschränkte Öffnungszeiten. Das Leuze-Bad plant seine Arbeiten so, wie es möglich ist, die Auswirkungen auf die Badegäste zu minimieren. So ist vom 9. bis 15. April die turnusmäßige Schließzeit geplant. In dieser Zeit findet nicht nur die Beckengrundreinigung statt, sondern auch das Großreinemachen in allen Saunen, dem kompletten Außenbereich sowie im Parkhaus.

Diese geplanten Wartungszeiten sind notwendig, um die Wasserqualität zu gewährleisten und die Anlagen in einem einwandfreien Zustand zu halten. Sie werden in der Regel außerhalb der Hauptsaison angesetzt, um die Beeinträchtigung für die Badegäste so gering wie möglich zu halten.

Investitionen in Stuttgarter Bäder im Überblick

Die Sanierung des Leuze-Bads ist Teil eines umfassenderen Programms zur Erneuerung der Stuttgarter Bäderinfrastruktur. In den vergangenen Jahren sind rund 80 Millionen Euro in die Sanierung der Stuttgarter Bäder geflossen. Dieser Betrag enthält sowohl die großen Sanierungsprojekte als auch die jährlichen Instandhaltungskosten, die bei zwei Millionen Euro liegen.

Die wichtigsten und teuersten Bau- und Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre im Überblick:

  • 2004: 365.000 Euro für Blockheizkraftwerke, unter anderem im Inselbad Untertürkheim
  • 2005: Insgesamt rund 1,3 Millionen Euro in die Freibäder, darunter rund 460.000 Euro für die Sanierung der Filteranlage des Sprungbeckens im Untertürkheimer Inselbad
  • 2006: Das neue Kinderland im Leuze schlug mit 3,9 Millionen Euro zu Buche
  • 2007: FKK-Bereich und Terrasse im Inselbad kosteten rund 3,7 Millionen Euro, der Bau der Parkgarage beim Mineralbad Leuze 3,4 Millionen Euro
  • 2009: Die Sanierung des Leo-Vetter-Bads in Stuttgart-Ost kostete 3,1 Millionen Euro
  • 2010: Die gesamten Kosten lagen bei 5,8 Millionen Euro, davon mehr als drei Millionen Euro für die Sanierung der Kursaalquellen und 2,3 Millionen Euro für eine neue Abwasseraufbereitung im Leuzebad
  • 2011: Die Schwimmhalle des MineralBads Cannstatt wurde für 3,84 Millionen Euro saniert, die neue Winzersauna im Leuze schlug mit 2,56 Millionen Euro zu Buche
  • 2012: In das Leuzebad mussten 8,1 Millionen Euro investiert werden, allein 5,23 Millionen Euro für die Sanierung der Warmbadehalle
  • 2013: Das Freibad Sillenbuch wurde für 1,7 Millionen Euro saniert
  • 2014: Das neue Dach für das Hallenbad Sonnenberg kostete 1,74 Millionen Euro, die Modernisierung des Freibads Killesberg 3,1 Millionen Euro
  • 2015: Der Sprungturm im Inselbad wurde für zwei Jahre geschlossen und anschließend für 300.000 Euro saniert
  • 2016: Das Feuerbacher Hallenbad wurde wegen der etwa zwölf Millionen Euro teuren Sanierung geschlossen, die Generalsanierung des Mineralbads Berg begann und wird fast 30 Millionen Euro verschlingen
  • 2017: Die Sanierung des Stadtbads Untertürkheim wurde abgeschlossen, für knapp eine Million Euro musste das Abwassersystem erneuert werden
  • 2018: Mit insgesamt 3,6 Millionen Euro sollen das Leuze-Foyer, die Sportfläche sowie der Kinderspielplatz und das Kinderaußenbecken auf Vordermann gebracht und modernisiert werden
  • 2019: Baubeginn für das gut 33 Millionen Euro teure Sportbad auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Areal an der Mercedesstraße, geplante Fertigstellung und Eröffnung im Jahr 2021

Diese Aufstellung zeigt die kontinuierlichen und erheblichen Investitionen, die die Stadt Stuttgart in ihre Bäderinfrastruktur tätigt. Die Sanierung des Leuze-Bads ist damit Teil eines größeren Ganzen, das darauf abzielt, die Stuttgarter Bäder auf dem neuesten Stand der Technik und im Einklang mit den Erwartungen der Bürger zu halten.

Fazit

Die umfassende Sanierung des Leuze-Bads in Stuttgart-Bad Cannstatt für 3,6 Millionen Euro ist ein notwendiges und wichtiges Projekt, das auf jahrzehntelange Nutzung und einige bauliche Mängel reagiert. Die Maßnahmen umfassen die Erneuerung der Trockenspielanlage im Außenbereich, die Sanierung der Sportfläche, die Renovierung des Kinderaußenbeckens und die Modernisierung des Foyers als größtes Einzelprojekt.

Die Gründe für die Sanierung sind vielfältig: Das Bad ist in Teilen in die Jahre gekommen, die abgehängte Akustikdecke und die undichte Fassade des Foyers müssen dringend erneuert werden, und die benachbarte Großbaustelle hat zusätzliche Schäden verursacht. Gleichzeitig will die Stadt Stuttgart die Besucherströme optimieren und den Eingangsbereich mit einem Shop aufwerten.

Die Besucherreaktionen auf die bereits sanierte Warmbadehallen sind überwiegend positiv, auch wenn die erhöhten Preise auf Kritik stoßen. Die Sanierung des Leuze-Bads ist Teil eines umfassenderen Programms zur Erneuerung der Stuttgarter Bäderinfrastruktur, in den vergangenen Jahren sind rund 80 Millionen Euro in die Sanierung der Stuttgarter Bäder geflossen.

Die Modernisierung des Leuze-Bads sichert nicht nur die Zukunft des traditionsreichen Bads, sondern trägt auch zur Steigerung der Lebensqualität in Stuttgart bei. Sie zeigt, wie wichtig die kontinuierliche Investition in öffentliche Infrastruktur ist, um auch in Zukunft den hohen Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Komfort gerecht zu werden.

Quellen

  1. Cannstatter Zeitung - Traditionsbad leidet unter benachbarter Großbaustelle
  2. Stuttgarter Zeitung - Renovierung Leuze: Im Leuze läuft es zu 95 Prozent rund

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