Einleitung
Im gesamten Pastoralverbund finden derzeit umfassende Renovierungsarbeiten an verschiedenen historischen Kirchen statt. Diese Bauprojekte stellen sowohl personell als auch finanziell erhebliche Herausforderungen dar. Die Kirchen, die teilweise aus dem Mittelalter stammen, weisen strukturelle Schäden auf, die durch jahrzehntelange Nutzung und Witterungseinflüsse entstanden sind. Renovierungen sind daher nicht nur ästhetische Maßnahmen, sondern notwendig, um die Bausubstanz zu erhalten und die Statik der Gebäude zu sichern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Kirchenrenovierungen im Pastoralverbund, beginnend mit den strukturellen Problemen, über die Planungs- und Vorbereitungsphasen bis hin zu den spezifischen Maßnahmen und deren Auswirkungen auf die Gemeinde.
Strukturelle Probleme und Herausforderungen
Die Kirchen im Pastoralverbund weisen ähnliche strukturelle Probleme auf, die bei der Renovierung adressiert werden müssen. Ein häufiges Problem ist das Dach, das bei einigen Kirchen bereits so stark in Mitleidenschaft gezogen ist, dass es zu statischen Instabilitäten des gesamten Baukörpers führt. Bei der Pfarrkirche St. Remigius werden die Langhauswände durch das Gewicht des Daches nach außen gedrückt, was langfristig zu ernsthaften statischen Problemen führen kann.
Ein weiteres großes Problem ist die Feuchtigkeitsschäden. Diese führen nicht nur zu weiterem Verfall des Baumaterials, sondern gefährden auch wertvolle Ausstattungsstücke wie die bekannten Stuckarbeiten in St. Remigius. Je länger mit der Sanierung gewartet wird, aufwendiger und kostspieliger wird die Restaurierung dieser Kunstwerke.
Bei der Untersuchung des Mauerwerks, insbesondere in St. Johannes, stellten Fachleute fest, dass das Mauerwerk unter den Putzschichten heterogen ist und aus Kalkstein- und Ziegelbruchstücken besteht. Es weist einen "Flickenteppich" von Mörtelreparaturen und Ergänzungen auf. Die Kalksteine sind von sehr unterschiedlicher Qualität, und einzelne Steine lösen sich in schiefrigen Lagen auf. Zudem haben zementhaltige Mörtelanböschungen das Mauerwerk weiter zerstört.
Besonders betroffen sind die Stützpfeiler und Eckpfeiler der Kirchen. In St. Johannes wurden sowohl die Strebe- und Eckpfeiler als auch Teile des Flächenmauerwerks teils stark zerstört gefunden. Ein Eckpfeiler auf der Nordseite der Kirche wird wahrscheinlich nahezu komplett neu aufgemauert werden müssen. Andere Strebepfeiler und Mauerwerksflächen sind ebenfalls geschädigt, können aber durch den Austausch von Steinen und einen entsprechend veränderten Auftrag des Putzes solide gesichert werden.
Die unregelmäßige Beschaffenheit des Mauerwerks wird durch die Teilputzflächen zusätzlich unstrukturiert. Die Oberflächen der Stützpfeiler sind zum großen Teil mit Sandsteinplatten bündig abgedeckt, die weitgehend intakt sind. Offene Pfeiler, wie zum Beispiel auf der Nordseite an der Sakristei, sind stark mit organischen Belägen verunreinigt und weisen Feuchte- und Frostschäden auf.
Planung und Vorbereitung der Renovierungen
Die Planung der Kirchenrenovierungen ist ein aufwendiger Prozess, der sorgfältige Abstimmung mit verschiedenen Beteiligten erfordert. In der Regel trifft sich der Kirchenvorstand mit Architekten und Fachleuten für Steinrestaurierung, um die sichtbar gewordenen Schäden zu begutachten und das weitere Vorgehen zu planen. Dies geschah beispielsweise in St. Johannes, wo Experten sich am 28. Mai 2021 trafen, um die Schäden zu bewerten.
Die ersten Planungen und Vorbereitungen für den Baustart laufen bereits Monate vor den eigentlichen Arbeiten an. Beim Projekt St. Vitus in Alhausen wurde beispielsweise bereits im Voraus der letzte Gottesdienst vor der Renovierung terminiert (die Schützenmesse am Montag, 2. Juni). Danach werden alle Bänke und sonstigen Gegenstände, die sich noch in der Kirche befinden, entfernt und eingelagert.
Bei der Heilig Geist Kirche wurden die Unterlagen zur Genehmigung zwar zum Redaktionsschluss noch nicht vollständig beim Generalvikariat in Paderborn eingereicht, dennoch wurde mit einem Zeitplan gerechnet, der vorsieht, dass die Kirche zu Allerheiligen wieder für Gottesdienste genutzt werden kann. Vorsichtshalber wurden jedoch bis in den Advent hinein keine Sondergottesdienste angenommen.
Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist auch die Sicherung wertvoller Gegenstände und Kunstschätze. Bei der Heilig Geist Kirche wird die Orgel eingehaust, damit sie vor Staub und anderen Beschädigungen geschützt bleibt. Auch die Prinzipialien (Altar, Ambo, Tabernakel und Taufbrunnen) werden "gut verpackt", um sie während der Bauarbeiten zu schützen.
Spezifische Renovierungsprojekte im Detail
Renovierung der Pfarrkirche St. Remigius
Die Renovierung der Pfarrkirche St. Remigius wird als personeller und finanzieller Kraftakt beschrieben. Die Schäden, insbesondere am Dach, verursachen mittel- und langfristig statische Instabilität des gesamten Baukörpers. Zudem schreiten die Feuchtigkeitsschäden weiter fort, wodurch die regional bekannten und wertvollen Stuckarbeiten weiteren Schaden nehmen.
Die geplanten Arbeiten umfassen: - Gerüstarbeiten, um den gesamten Baukörper einzurüsten - Öffnen/Schließen des Glockenturms, um Glocken zu tauschen - Putz- und Stuckarbeiten - Arbeiten an den Kunstwerken - Glaser- und Schreinerarbeiten insbesondere an den Fenstern - Zimmerer-, Holz- und Holzschutzarbeiten
Das Projekt "Renovierung St. Remigius" ist offiziell von der Bischöflichen Finanzkammer freigegeben worden. Besonders erfreulich ist, dass für alle förderfähigen Kosten ein Zuschuss von 75% (Höchstzuschuss) von der Bischöflichen Finanzkammer erhalten wird.
Renovierung der Heilig Geist Kirche
Die Renovierung der Heilig Geist Kirche begann im Mai mit Sicherungsarbeiten. Zunächst wurde die Orgel eingehaust und die Prinzipialien verpackt. Da die komplette Kirche eingerüstet wird, mussten die Bänke extern eingelagert werden. Dafür stellte ein Herr Buske aus dem Kirchenvorstand eine Halle zur Verfügung. Die Einlagerung soll auch in Eigenleistung geschehen, wobei die Gemeinde zu Aufrufen aufgerufen wird, sich zu beteiligen.
Nach den Sicherungsmaßnahmen erfolgt die Einrüstung der Kirche, wonach die eigentlichen Arbeiten beginnen können. Diese umfassen Anstrich, Elektroinstallation, Überprüfung der Fenster und weitere notwendige Maßnahmen.
Ab dem Beginn der Renovierung ist es nicht mehr möglich, in der Kirche Gottesdienste zu feiern. Die Hl. Messen werden stattdessen im Pfarrheim im Erdgeschossaal gefeiert. Dies betrifft die Messe am Mittwoch um 18:30 Uhr, am Sonntag um 8:30 Uhr und am Sonntag um 11:30 Uhr, sowie die Messe der Senioren und die Frauenmesse, die jeweils einmal im Monat gefeiert werden. Die Vorabendmesse wird ab Mai nicht mehr in Heilig Geist gefeiert; die Gläubigen werden auf andere Kirchen im Pastoralverbund verwiesen.
Es wird überlegt, bei gutem Wetter und bei genügend ehrenamtlichen Helfern, die Hl. Messe am Sonntag um 11:30 Uhr im Freien zu feiern. Diese Entscheidung wird spontan getroffen.
Renovierung der Pfarrkirche St. Martin
In der Pfarrkirche St. Martin haben die Arbeiten bereits begonnen und sind bereits weit fortgeschritten. Das Fundament der Altarstufen wurde ertüchtigt, die Stufen wieder eingebaut und – wo nötig – repariert.
Die Elektroarbeiten sind weit gediehen. Der neue Strom-Hauptanschluss liegt bereits im Turmaufgang, und die meisten Leitungen sind bis zur vorderen Sakristei verlegt. Sobald der neue Schaltschrank geliefert wird, kann mit der Verdrahtung der Kabel begonnen werden.
Auch die Arbeiten der Kirchenmaler sind weit fortgeschritten. Nachdem die Kuppel fertiggestellt und der Schalldeckel der Kanzel wieder festen Halt hat, konnte das in der Kirche stehende Gerüst Anfang Oktober weitgehend abgebaut werden. Nun müssen noch die "bodennahen" Malerarbeiten getätigt werden, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, da parallel die Restaurierung der Altarmensa und des Leonhardaltars vorgesehen ist.
Ebenfalls wird demnächst mit der Restaurierung der Beichtstühle und des Kirchengestühls begonnen. Dabei wird das Gestühlpodest komplett erneuert. Die Installation der Beschallung mit Verlegung einer Induktionsspule, damit auch Hörgeschädigte an beliebiger Stelle in der Kirche dem Gottesdienst unbeeinträchtigt folgen können, ist dann mit dem Einbau der Beleuchtung und den anderen noch zu erbringenden Leistungen im neuen Jahr geplant.
Renovierung der Pfarrkirche St. Johannes
Bei der Pfarrkirche St. Johannes wurden bei den Untersuchungen nach dem Entfernen der Putzreste und des Fugennetzes erhebliche Mauerwerksschäden sichtbar. Das Mauerwerk unterhalb der Putzschichten ist heterogen und besteht zum Teil aus Kalkstein- und Ziegelbruchstücken. Es weist einen Flickenteppich von Mörtelreparaturen und Ergänzungen auf.
Die Kalksteine sind von sehr unterschiedlicher Qualität und lösen sich vereinzelnd in schiefrigen Lagen auf. Zudem haben zementhaltige Mörtelanböschungen das Mauerwerk zerstört. Die Oberflächen der Stützpfeiler sind zum großen Teil mit Sandsteinplatten bündig abgedeckt, die weitgehend intakt sind. Offene Pfeiler, wie zum Beispiel auf der Nordseite an der Sakristei, sind stark mit organischen Belägen verunreinigt und weisen Feuchte- und Frostschäden auf.
Die Innenrenovierung kann als zweiter Bauabschnitt erfolgen. Dabei werden auch die Ergebnisse des Beratungsprozesses für die Entwicklung der Kernstadt wichtige Impulse zur Planung beitragen, die besonders gut und vorausschauend erfolgen muss.
Renovierung der Pfarrkirche St. Vitus in Alhausen
Für die Pfarrkirche St. Vitus in Alhausen laufen bereits die ersten Planungen und Vorbereitungen für den Baustart. Der letzte Gottesdienst vor der Renovierung wird die Schützenmesse am Montag, 2. Juni, sein. Danach werden alle Bänke und sonstigen Gegenstände, die sich noch in der Kirche befinden, entfernt und eingelagert. Am Dienstag, 10. Juni, startet dann die Innenrenovierung, die voraussichtlich bis November dauern wird. In dieser Zeit werden die Gottesdienste im Gemeindetreff stattfinden, wozu ein Gottesdienstraum provisorisch hergerichtet wird.
Die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die die Renovierungsmaßnahmen unterstützen und bei dem Leerräumen der Kirche Hand anlegen, verdienen ein herzliches Dankeschön.
Technische Aspekte der Kirchenrenovierung
Die Renovierung historischer Kirchen erfordert spezielles Fachwissen und besondere Bautechniken. Bei den verschiedenen Projekten im Pastoralverbund kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz, die an die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Bauten angepasst sind.
Ein zentrales Element bei den meisten Renovierungsprojekten ist die Einrüstung der gesamten Kirche. Dies ist notwendig, um Arbeiten an Fassaden, Dächern und hohen Wänden sicher durchführen zu können. Die Gerüstar