Einleitung
Die katholische Pfarrkirche St. Evergislus im Bornheimer Stadtteil Brenig ist nicht nur ein historisches Wahrzeichen, sondern auch ein zentraler Ort des Gemeindelebens. Mit einer Geschichte, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht, hat die Kirche über die Jahrhunderte zahlreiche Umgestaltungen und Renovierungen erlebt. In jüngerer Zeit standen neben der Kirche selbst auch die umliegenden Einrichtungen im Fokus von Modernisierungsmaßnahmen. Besonders hervorzuheben ist die umfassende Sanierung des Spielplatzes am Pfarrheim, die im Jahr 2024 abgeschlossen wurde und ein beeindruckendes Beispiel für gelungenes bürgerschaftliches Engagement darstellt. Dieser Artikel beleuchtet die historische Entwicklung der Kirche sowie die jüngsten Modernisierungsmaßnahmen in Brenig.
Geschichte der Pfarrkirche St. Evergislus
Die Pfarrkirche St. Evergislus in Bornheim-Brenig blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Bereits im Jahr 954 übernahm die Kirche die Reliquien des Heiligen Evergislus von Tongeren und entwickelte sich dadurch zu einem bedeutenden Wallfahrtsort, der fast 600 Jahre lang als Heilig-Blut-Wallfahrtsort diente. Diese geschichtliche Bedeutung unterstreicht den Stellenwert, den die Kirche im Laufe der Jahrhunderte für die Region einnahm.
Als ältestes erhaltenes Ausstattungsstück der Kirche gilt ein Christuskorpus aus der Zeit vor dem 16. Jahrhundert, was auf die lange und reiche Ausstattungsgeschichte des Gotteshauses hindeutet. Über die Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach umgebaut und erweitert, um den veränderten liturgischen Bedürfnissen und Anforderungen der Gemeindemitglieder gerecht zu werden.
Historische Renovierungen und Umgestaltungen
Die Entwicklung der Pfarrkirche St. Evergislus ist eng mit den großen architektonischen Strömungen der jeweiligen Epochen verbunden. Im Jahr 1790 erfolgte eine grundlegende Erneuerung des Kirchenbaus, die den damaligen baulichen Zustand und gestalterischen Vorstellungen entsprach. Etwa ein Jahrhundert später, im Jahr 1890, wurde die Kirche im neugotischen Stil komplett neu errichtet. Diese stilistische Entscheidung spiegelt die Vorliebe der damaligen Zeit für den gotischen Baustil wider, der im 19. Jahrhundert bei vielen Kirchenneubauten bevorzugt wurde.
Die letzte große Renovierung und Umgestaltung der Kirche fand in den Jahren 1970 bis 1974 statt. Diese Maßnahme brachte das Gotteshaus in die für die damalige Zeit moderne Form und passte den Innenraum an die liturgischen Veränderungen an, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erfolgten. Seit diesen umfangreichen Arbeiten in den 1970er Jahren gab es keine weiteren dokumentierten großen Renovierungen des Kirchenbaus selbst.
Die Sanierung des Spielplatzes am Pfarrheim
Neben der Kirche selbst standen in jüngster Zeit auch die Einrichtungen im direkten Umfeld in der Mitte des öffentlichen Interesses. Besonders hervorzuheben ist die umfassende Sanierung des Spielplatzes am Pfarrheim, der aufgrund seiner zentralen Lage im Schatten der katholischen Pfarrkirche zu einem gut zugänglichen und beliebten Treffpunkt für Familien und Kinder geworden ist.
Planungsphase und Finanzierung
Nach mehr als 20 Jahren war es im Jahr 2022 an der Zeit, den Spielplatz entsprechend der heutigen Anforderungen von Kindern und Eltern zu sanieren. Gemeinsam erstellten die Stiftung St. Evergislus Bornheim-Brenig und die Stadt Bornheim unter Einbeziehung von Eltern im zweiten Halbjahr 2022 eine Planung für den Spielplatz und suchten neue Spielgeräte aus.
Schnell wurde jedoch klar, dass der Finanzbedarf für die Sanierung weit über die ursprünglich von der Stadt Bornheim geplante und mit Finanzmitteln vorgesehene Lösung hinausging. Daher war das Jahr 2023 der Sicherstellung der Finanzierung der Sanierung gewidmet. Insgesamt entstanden Projektkosten in Höhe von 47.000 EUR, von denen 20.000 EUR durch die Stadt Bornheim getragen wurden. Der verbleibende Restbetrag in Höhe von 27.000 EUR wurde über zahlreiche Aktionen, Spenden und Fördermittel erbracht. Zusätzlich kamen Arbeiten in Eigenleistung in Höhe von ca. 2.000 EUR hinzu.
Durchführung der Maßnahme
Im März 2024 begannen die praktischen Arbeiten mit dem Abbau der alten Spielgeräte, gefolgt vom Auskoffern für die neuen Spielgeräte in Eigenleistung durch die Stiftung St. Evergislus Bornheim-Brenig. Danach wurden seitens der Stadt Bornheim die neuen Spielgeräte – darunter Pfahlhäuser, Backtisch, Wippe, Wackeltier, Trampolin und Karussell – aufgebaut und der neue Sandkasten angelegt.
Den Abschluss bildeten dann Restarbeiten auf der Spielplatzfläche, die wiederum in Eigenleistung erfolgten. Schließlich wurde noch eine Kommunikationstafel für eine einfache Kommunikation auf dem Spielplatz beschafft und aufgestellt, die die Barrierefreiheit und Nutzung des Platzes für alle Kinder verbessert.
Einweihung und positive Resonanz
Am 21. April 2024 war es dann soweit: Der sanierte Spielplatz konnte an die Öffentlichkeit übergeben werden. Zahlreiche Brenigerinnen und Breniger, Kinder und Gäste kamen zu diesem Ereignis. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Kretschmer, Spender, Förderer, Helfer sowie Pressevertreter fanden den Weg zum Spielplatz.
Die Spielgeräte wurden natürlich direkt von den Kindern freudig in Beschlag genommen. Die anwesenden Gäste ließen es sich derweil bei Herzplätzchen, die extra zu diesem Anlass von der Bäckerei Landsberg kreiert worden waren, und dem ein oder anderen Gläschen Sekt gutgehen. Trotz eines kleinen Regenschauers herrschte eine rundum ausgelassene und positive Stimmung bei der Einweihungsfeier.
Anerkennung und Dank
Die bürgerliche Stiftung St. Evergislus Bornheim-Brenig bedankte sich noch einmal ganz herzlich bei allen, die zum Erfolg dieses Projektes beigetragen haben – insbesondere natürlich bei der "Bornheimer Bürgerstiftung 'Unsere Kinder-unsere Zukunft'" für die Übernahme der Kosten für das neue Karussell.
Jürgen Krauss, Vorstand der Stiftung St. Evergislus Bornheim-Brenig, betonte, dass das Projekt ein hervorragendes Beispiel für gelungenes bürgerliches und städtisches Engagement darstellt und somit ein Blueprint für vergleichbare Vorhaben in anderen Ortsteilen von Bornheim sein kann.
Bedeutung des Projekts für die Gemeinde
Die Sanierung des Spielplatzes am Pfarrheim St. Evergislus ist mehr als nur eine bauliche Maßnahme – sie ist ein Statement für die Lebensqualität im Stadtteil Brenig und ein Zeichen für gelungene Gemeinschaftsarbeit. Durch die Beteiligung vieler Ehrenamtlicher, Spender und Institutionen konnte ein Projekt realisiert werden, das über die ursprünglichen Planungen der Stadt hinausging.
Die positive Resonanz bei der Einweihung zeigt, dass die neue Spielplatzanlage einen echten Mehrwert für die Gemeinde darstellt. Die zentrale Lage im Schatten der Kirche macht den Ort weiterhin zu einem gut zugänglichen und beliebten Treffpunkt, der nun den Anforderungen der modernen Kinderspielplätze gerecht wird.
Fazit
Die Pfarrkirche St. Evergislus in Bornheim-Brenig mit ihrer über tausendjährigen Geschichte und den verschiedenen Bauphasen von 1790, 1890 und zuletzt 1970-1974 stellt ein bedeutendes kulturelles Erbe dar. Während die Kirche selbst in den letzten Jahrzehnten keine größeren Renovierungen mehr erfahren hat, wurde das unmittelbare Umfeld mit der umfassenden Sanierung des Spielplatzes am Pfarrheim im Jahr 2024 modernisiert.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, was durch die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, kirchlicher Stiftung, engagierten Bürgern und Sponsoren erreicht werden kann. Die Gesamtkosten von 47.000 EUR, wovon die Stadt Bornheim 20.000 EUR beisteuerte, während der Rest durch Spenden, Fördermittel und Eigenleistungen finanziert wurde, demonstrieren einen gelungenen Mix aus öffentlicher und privater Finanzierung.
Die neue Spielplatzanlage mit ihren modernen Geräten wie Pfahlhäusern, Backtisch, Wippe, Wackeltier, Trampolin und Karussell bietet nun den Kindern in Brenig einen hochwertigen Raum für Bewegung, Spielen und Entfaltung und wird das Gemeindeleben noch viele Jahre lang bereichern. Das Projekt dient damit als vorbildliches Beispiel für zukünftige Maßnahmen in Bornheim und anderen Gemeinden.