Modernisierung der Sanitäranlagen am Flughafen Düsseldorf: Design, Funktionalität und Herausforderungen im Dauerbetrieb

Einleitung

Der Flughafen Düsseldorf, als drittgrößte Flughafen Deutschlands mit rund 25,5 Millionen Passagieren im Jahr 2019, steht vor der Herausforderung, seine Infrastruktur kontinuierlich an die hohen Anforderungen eines internationalen Drehkreuzes anzupassen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Sanitäranlagen, die täglich von Tausenden Menschen genutzt werden und gleichzeitig ästhetischen Ansprüchen sowie technischer Funktionalität genügen müssen. Die aktuelle Modernisierungswelle umfasst die schrittweise Erneuerung von 61 WC-Anlagen im Terminalgebäude sowie die Installation einer neuartigen, kostenpflichtigen Toilettenanlage am Flughafen-Bahnhof. Dieser Artikel beleuchtet die Konzepte, Herausforderungen und technischen Lösungen hinter diesen anspruchsvollen Bauprojekten.

Hintergrund: Der Flughafen Düsseldorf und seine Sanitäranlagen

Der Düsseldorfer Airport fungiert als zentrales "Tor zur Welt" für das Bundesland Nordrhein-Westfalen und verzeichnet jährlich etwa 25,5 Millionen Passagiere. In diesem Umfeld müssen alle Einrichtungen extremen Belastungen standhalten, insbesondere die Sanitäranlagen, die täglich zwischen 3.000 und 5.000 Personen nutzen. Bei so intensiv genutzten Anlagen ist im Gegensatz zu Privathaushalten, wo Sanitärobjekte mehrere Jahrzehnte problemlos durchhalten, spätestens alle zehn bis 15 Jahre eine Komplettsanierung fällig. Defekte oder verschmutzte Keramik wird im laufenden Betrieb ausgetauscht.

Insgesamt umfasst das Terminal des Flughafens Düsseldorf 61 WC-Anlagen, die nach einheitlichen Gesichtspunkten erneuert werden sollen. Die erste Sanierung wurde im öffentlichen Bereich des Zentralgebäudes auf Ebene 1 durchgeführt und umfasst Damen-, Herren- und barrierefreie WCs. Das gesamte Projekt hat eine Bruttogeschossfläche (BGF) von 2.000 m² und begann im August 2023, wobei die Fertigstellung des ersten Teilbereichs für März 2024 geplant ist.

Herausforderungen bei der Sanierung im Dauerbetrieb

Die Sanierung von Sanitäranlagen in einem internationalen Flughafen stellt besondere Herausforderungen dar. Die Anlagen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr in Betrieb und müssen während der Bauarbeiten weiterhin zugänglich bleiben. Die am stärksten frequentierte Anlage im Ankunftsbereich des Zentralgebäudes C musste daher während der siebenmonatigen Umbauphase durch eine Containerlösung ersetzt werden, um den Besucheransturm abzufedern.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Defekte oder Ausfälle in Sanitäranlagen, auf die täglich tausende Menschen angewiesen sind, besonders kritisch sind. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und eine enge Zusammenarbeit mit Herstellern, um schnelle Reaktionszeiten bei Problemen zu gewährleisten. Im Sicherheitsbereich eines Flughafens kommen zudem besondere Anforderungen an Zutrittsberechtigungen und Arbeitsabläume hinzu.

Das Projekt: Sanierung der Haupttoiletten im Zentralgebäude C

Die Sanitäranlage im Ankunftsbereich des Zentralgebäudes C ist die am stärksten frequentierte des gesamten Flughafens. Um für den Besucheransturm besser gerüstet zu sein, wurden die Räumlichkeiten im Zuge der Sanierung erweitert. Mit heute insgesamt 90 Quadratmetern haben sich die Kapazitäten der Damen- und Herrentoiletten sowie des barrierefreien WC-Bereichs mit Wickeltisch im Vergleich zu vorher verdoppelt.

Das Projekt umfasst nicht nur die bauliche Erweiterung, sondern auch eine grundlegende Modernisierung der Technik und des Designs. Die Anlage wurde nach acht Jahren intensiver Nutzung komplett erneuert, um den gestiegenen Anforderungen an Hygiene, Komfort und Ästhetik gerecht zu werden. Die Bauarbeiten fanden außerhalb der Hauptsaison statt, um die Beeinträchtigungen für Reisende so gering wie möglich zu halten.

Designkonzept und Materialwahl

Alle zu erneuernden WC-Anlagen werden nach einem einheitlichen Gestaltungskonzept umgebaut, das für moderne, zeitlose und zugleich funktionale Räume sorgt. Große Boden- und Wandfliesen in Betonoptik schaffen eine ruhige, hochwertige Atmosphäre während geflieste Waschtisch-Stahl-Unterkonstruktionen mit unterschiedlichen Höhen für alle Gäste mehr Ablageflächen und Komfort bieten.

Streckmetalldecken, große Spiegel und spiegelnde Oberflächen lassen die Räume großzügiger erscheinen, während die schwebend wirkenden WC-Trennwände aus emailliertem Einscheiben-Sicherheitsglas das hochwertige Design abrunden. Diese Materialwahl dient nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern auch der praktischen Nutzbarkeit – insbesondere im Hinblick auf einfache Reinigung und Wartung.

Bei der Auswahl der Sanitärobjekte waren den Bauherren ein ansprechendes, modernes Design, Langlebigkeit, Wartungsfreundlichkeit und eine hohe Ersatzteilverfügbarkeit besonders wichtig. Ihre Wahl fiel daher auf den Hersteller Geberit, der die Installationstechnik sowie Sanitärkeramik aus einer Hand liefert.

Speziallösung: Die kostenpflichtigen Toiletten am Bahnhof

Parallel zu den Sanierungsarbeiten im Terminal wurde am Flughafen-Bahnhof eine komplett neue Toilettenanlage errichtet, die jedoch eine Besonderheit aufweist: Reisende müssen für den Toilettengang einen Euro bezahlen. Die Anlage, die den Namen "Rail & Fresh" trägt, wurde auf 80 Quadratmetern im Zwischengeschoss des Bahnhofs in Kooperation mit dem Unternehmen "Hering" umgebaut.

Die Entscheidung für eine kostenpflichtige Lösung fiel, nachdem die alten Toiletten jahrelang als Treffpunkt für Drogensüchtige galten und aufgrund von Vandalismusschäden schließlich geschlossen werden mussten. Notbehelflich wurden Dixi-Klos vor dem Gebäude aufgestellt. Durch die Zusammenarbeit mit "Hering", das bereits 43 öffentliche Toiletten in der Stadt aufgebaut oder baut, wollte sich der Flughafen einen Dienstleister aussuchen, der sich mit dem Betrieb von Toilettenanlagen an Bahnhöfen auskennt und eine gute Qualität gewährleistet.

Anders als bei ähnlichen Anlagen bekommt man am Flughafen-Bahnhof keinen 50-Cent-Wertbon zurück, da es keine Partnerläden gibt, um den Bon einzulösen. Die Kostenpflicht soll dazu beitragen, die Anlage sauber zu halten und Missbrauch zu minimieren.

Technische Details der Geberit-Produkte

Bei der Sanierung der Terminal-Toiletten kamen verschiedene Produkte des Schweizer Herstellers Geberit zum Einsatz, die speziell für den intensiven Einsatz in öffentlichen Bereichen entwickelt wurden. Dazu gehören 24 spülrandlose Renova Tiefspül-WCs mit Betätigungsplatte Sigma30 sowie zwölf Preciosa II Waschtische mit KeraTect Spezialglasur.

Die KeraTect-Glasur sorgt mit ihrer nahezu porenfreien sowie extrem glatten Oberfläche für eine besonders einfache und effiziente Reinigung – ein großer Vorteil bei der hohen Nutzungs- und Reinigungsfrequenz im Flughafen. Bei den Waschtischarmaturen entschieden sich die Verantwortlichen für das berührungslose Modell Geberit Brenta, das mit Infrarotsensor ausgelöst wird. Technik und Elektronik der Armatur verbergen sich in einer kleinen Funktionsbox, die verdeckt unter den Waschtischen angebracht ist.

Hinter der Wand sorgen selbsttragende Duofix Installationselemente für die nötige Stabilität und sichere Montage. Diese Systemlösung aus einer Hand vereinfacht nicht nur die Installation, sondern auch die Wartung und Reparatur im späteren Betrieb.

Wirtschaftliche Aspekte und Logistik

Die Sanierung der Sanitäranlagen am Flughafen Düsseldorf ist ein Großprojekt, an dem etwa 50 Fachleute beteiligt sind. Die Koordination der Arbeiten erfordert präzise Planung, um die Betriebsabläufe des Flughafens nicht zu stören. Besonders wichtig ist die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und schnellem Service, da jeder Ausfall in einer Sanitäranlage, auf die täglich tausende Menschen angewiesen sind, kritisch ist.

Die Zusammenarbeit mit Geberit basiert auf einer langjährigen Beziehung und gegenseitigem Vertrauen. "Mit Geberit habe ich bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm", betont Installateur Drenkard. "Ersatzteile erhalten wir per Expresslieferung in ein bis zwei Stunden und wenn ein Service-Mitarbeiter von Geberit hier vorbeischauen muss, weiß er auch, was es bedeutet, im Sicherheitsbereich eines Flughafens zu arbeiten."

Fazit

Die Modernisierung der Sanitäranlagen am Flughafen Düsseldorf ist ein umfassendes Projekt, das nicht nur die ästhetischen und funktionalen Ansprüche eines internationalen Flughafens erfüllt, sondern auch spezielle Herausforderungen des Dauerbetriebs berücksichtigt. Die Kombination aus einheitlichem Designkonzept, hochwertigen Materialien und moderner Technik sorgt für langlebige, wartungsfreundliche und ästhetisch ansprechende Sanitärbereiche.

Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit Herstellern wie Geberit, die nicht nur Produkte, sondern auch umfassende Serviceleistungen bietet. Die Entscheidung für eine kostenpflichtige Lösung am Flughafen-Bahnhof zeigt alternative Ansätze zur Sicherung der Anlagenqualität und Minimierung von Vandalismus.

Die Modernisierung der Toilettenanlagen ist Teil einer umfassenden Modernisierungswelle am Flughafen Düsseldorf, die auch die Erweiterung von Kontrollspuren und Installation von Gepäckaufgabeautomaten umfasst. Diese Maßnahmen gemeinsam sollen einen reibungsloseren Ablauf für Reisende bei ihrer An- und Abreise gewährleisten und den Service des Airports verbessern.

Quellen

  1. Toiletten am Flughafen Düsseldorf: Kostenpflichtig und neu
  2. Pischke Architekten - Flughafen Düsseldorf: Erneuerung WC-Anlagen
  3. Haustechnik Dialog - Öffentliche Sanitäranlagen im Dauerbetrieb
  4. Geberit Know-how - Flughafen Düsseldorf
  5. Aero International - Flughafen Düsseldorf wird umgebaut und modernisiert

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