Ausgezeichnete Renovierungen: Wettbewerbe für nachhaltiges Bauen im Bestand

Einleitung

Die Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden gewinnt im Kontext des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Zahlreiche Wettbewerbe fördern innovative Ansätze und vorbildliche Projekte im Bereich der Renovierung und energetischen Sanierung. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die wichtigsten aktuellen Wettbewerbe für nachhaltiges Bauen im Bestand in Deutschland und der DACH-Region. Er richtet sich an Hausbesitzer, Wohnungseigentümer, Architekten, Planer und alle an nachhaltiger Bauweise Interessierten, die ihr Engagement durch Teilnahme an solchen Wettbewerben sichtbar machen oder sich von Best-Practice-Beispielen inspirieren lassen möchten.

RealGreen Award: Auszeichnung für energetische Sanierungen

Der RealGreen Award ist eine bedeutende Auszeichnung für Immobilien- und Wohnungsunternehmen sowie Kommunen und Organisationen mit eigenen Immobilienbeständen. Der Wettbewerb prämiert die besten umgesetzten Projekte zur Reduktion von Energieverbräuchen und CO₂-Emissionen in Bestandsimmobilien. Im Frühsommer 2026 verleiht die DENEFF (Deutsche Energie-Agentur) den Award zum dritten Mal.

Kategorien und Teilnahmebedingungen

Der RealGreen Award richtet sich an Unternehmen und Organisationen der professionellen Immobilienwirtschaft mit wohnlich oder gewerblich genutzten Immobilien, das Immobilien- und Liegenschaftsmanagement von Kommunen und Gebietskörperschaften sowie Unternehmen mit eigenem Immobilienbestand, etwa aus Industrie oder Handel.

Für die Wettbewerbsrunde 2026 werden verschiedene Kategorien angeboten:

  • (Voll-)Sanierungen: Diese Kategorie zeichnet umfassende energetische Sanierungen aus, die Bestandsgebäude auf ein neues Effizienzniveau heben. Gesucht werden ambitionierte Projekte mit Vorbildcharakter – durchdacht geplant, hochwertig umgesetzt und mit nachweislich stark reduzierten Emissionen. So wird der Gebäudebestand fit für die Klimaziele gemacht.

  • Optimierungen und Einzelmaßnahmen: In dieser Kategorie werden gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz ausgezeichnet.

  • (Portfolio-)Strategie: Hier werden innovative Strategien zur Dekarbonisierung von Immobilienportfolios prämiert.

Zur Teilnahme können Einzelobjekte, Quartiere, Portfolios und öffentliche Projekte aus den Bereichen Wohnen und Nichtwohnen eingereicht werden. Es muss sich dabei um Bestandsobjekte handeln – Projektentwicklungen oder Neubauten (ab Baujahr 2020) werden nicht berücksichtigt. Die Objekte müssen ihren Standort in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) haben. Für Wohngebäude gilt die Mindestanforderung von 10 Wohneinheiten.

Wichtig für die Teilnahme an der Wettbewerbsrunde 2026: Nur umgesetzte Projekte werden zugelassen bzw. muss ihr Abschluss bis Ende 2025 zu erwarten sein. Dies bedeutet, dass in den Kategorien "Optimierungen und Einzelmaßnahmen" und "(Voll-)Sanierungen" die Maßnahmen bereits abgeschlossen sein müssen. In der Kategorie "(Portfolio-)Strategie" sollte bereits eine konkrete Strategie vorliegen, diese muss aber noch nicht umgesetzt sein.

Zeitplan und Bewerbung

Der Bewerbungszeitraum für den RealGreen Award 2026 ist vom 1. August 2025 bis zum 7. November 2025. Die Bekanntgabe der Nominierten erfolgt im März 2026, die Preisverleihung steht für den (Früh-)Sommer 2026 in Berlin an.

Die Teilnahme am Wettbewerb ist kostenlos. Bewerber müssen Projektpläne, Fotos und weitere Unterlagen einreichen, die das Projekt dokumentieren und die erreichte Energieeinsparung belegen.

Vorteile der Teilnahme

Die Teilnahme am RealGreen Award bietet mehrere Vorteile:

  • Anerkennung für Spitzenleistungen: Teilnehmer können ihre besten energetischen Sanierungsprojekte zeigen und feiern.

  • Öffentliche Sichtbarkeit: Der Wettbewerb bietet breite öffentliche Aufmerksamkeit und mediale Präsenz.

  • Anreize für die Branche: Durch die Veröffentlichung der Preisträgerprojekte wird die gesamte Branche inspiriert und neue Standards werden gesetzt.

HÄUSER-Award 2026: Umbau als kreative Herausforderung

Unter dem Motto "Neue Perspektiven" schreibt das Magazin HÄUSER den HÄUSER-Award 2026 aus, der sich diesmal dem Thema Umbau widmet. Der Wettbewerb zielt darauf ab, vorbildliche Lösungen zu finden, die mit intelligenter Planung und kreativen Konzepten das Beste aus dem Bestand herausholen.

Fokus des Wettbewerbs

Die Sanierung und Anpassung alter Gebäude an geänderte Anforderungen an Wohnkomfort, Funktionalität und Energieeffizienz ist heute aktueller denn je. Bauen im Bestand ist nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern zudem nachhaltiger und ressourcenschonender als ein Neubau. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die sogenannte graue Energie, die in vorhandener Substanz gebunden ist, nicht verloren geht. Darüber hinaus punkten alte Häuser oft mit ihrer Lage in gewachsener Umgebung und Infrastruktur sowie einem unverwechselbaren Charme.

Der HÄUSER-Award möchte zeigen, dass alte Gebäude erstaunlich wandelbar und entwicklungsfähig sein können. Prämiert werden hervorragend gestaltete Häuser, die die besonderen Qualitäten eines Altbaus mit den Vorzügen zeitgemäßer Architektur verbinden.

Eingriffsformen und Projekttypen

Der Wettbewerb berücksichtigt verschiedene Formen des Umgangs mit Bestandsgebäuden:

  • Umbauten
  • Erweiterungen
  • Aufstockungen
  • Dachausbauten
  • Umnutzungen
  • Modernisierungen

Dabei können sowohl behutsame Eingriffe als auch radikale Transformationen prämiert werden, solange sie zu herausragenden Ergebnissen führen.

Jury und Auszeichnung

Der HÄUSER-AWARD 2026 wird in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA), dem Verband Privater Bauherren e.V. (VPB), JUNG und Parkett Dietrich ausgelobt.

Die unabhängige Jury setzt sich zusammen aus: - Tina Kortmann, Architektin, Amsterdam - Susanne Wartzeck, Präsidentin Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) - Thomas Penningh, Präsident Verband Privater Bauherren (VPB) - Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender Bundesstiftung Baukultur - Anne Zuber, Chefredakteurin HÄUSER

Der Interior-Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und wird ebenfalls veröffentlicht.

Einreichungsunterlagen

Für die Teilnahme am HÄUSER-Award 2026 sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Projektpläne: Lageplan im Maßstab 1:1000 mit Nordpfeil, sowie Grundrisse, Schnitte und Ansichten im Maßstab 1:100, maximal im DIN-A3-Format (als lose Blätter, gefaltet; keine Broschüren, Tafeln o.Ä.). Aus den Plänen muss der Zustand vor und nach dem Umbau ersichtlich sein, bauliche Veränderungen bitte kenntlich machen (z.B. farbig markieren).

  • Fotos: mindestens acht Farbabzüge/Farbkopien im Format von ca. DIN A4, die das umgebaute Haus in seiner Gesamtanlage von außen – auch im städtebaulichen Kontext – sowie von innen mit allen wichtigen Räumen in bewohntem/eingerichtetem Zustand zeigen. Des Weiteren mindestens zwei Fotos, die den Vorher-Zustand dokumentieren.

Landeswettbewerbe NRW: Innovative städtebauliche Konzepte

Das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen richtet regelmäßig in Kooperation mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen zu aktuellen Themen des Wohnungsbaus Wettbewerbe aus. Diese Wettbewerbe zielen darauf ab, innovative städtebauliche Konzepte zu entwickeln und in der Praxis zu erproben.

Prinzip der Landeswettbewerbe

Das Ministerium stellt Architektinnen und Architekten sowie Stadtplanern wechselnde Bau- und Planungsaufgaben. Die Herausforderungen stehen beispielhaft für das aktuelle Planungsgeschehen und für notwendige städtebauliche Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen. Ein Prinzip der Landeswettbewerbe ist deren geregelte Durchführung sowie eine anschließende Umsetzung auf Basis des Wettbewerbsergebnisses mit einem oder mehreren Preisträgern.

Beispiel: Landeswettbewerb 2024

Der Landeswettbewerb 2024 fand unter dem Motto "Einfach Bauen: Nachverdichtung einer studentischen Wohnanlage in Aachen-Mitte" statt. Die Preisgelder in Höhe von insgesamt 107.000 Euro verteilten sich auf drei Preise und drei Anerkennungen.

Die Preisträger waren:

  • Erster Preis: Aretz Dürr Architektur BDA PartmbB, Köln (Gebäudeplanung) mit Lill + Sparla Landschaftsarchitekten Part mbB, Köln (Freianlagenplanung)

  • Zweiter Preis: BHSF Architekten GmbH, Zürich mit SIMA | BREER GmbH (Freianlagenplanung)

  • Dritter Preis: Konrath-Tebartz und Wennemar Architekten PartmbB, Düsseldorf mit studio grüngrau GmbH (Freianlagenplanung)

  • Anerkennung: SMAQ Architektur und Stadt GmbH, Berlin mit nsp Landschaftsarchitekten Stadtplaner PartGmbB (Freianlagenplanung)

  • Anerkennung: kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Köln mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten (Freianlagenplanung)

  • Anerkennung: H2R Architekten und Stadtplaner PartG mbB, München mit raum + zeit Landschaftsarchitektur Stadtplanung Tobias Nowak und Yvonne Hammes PartG mbB (Freianlagenplanung)

Bedeutung für die Praxis

Die Landeswettbewerbe in NRW haben eine besondere Bedeutung für die Praxis, da sie nicht nur theoretische Konzepte prämieren, sondern deren anschließende Umsetzung fördern. Durch die Kooperation mit dem Ministerium und der Architektenkammer werden die prämierten Lösungen direkt in die Planungspraxis überführt und können als Vorbild für andere Projekte dienen.

regional-RENOVIEREN: Fachmagazin für die Region

regional–RENOVIEREN ist das neue regionale Magazin für Umbauen und Renovieren in Baden-Württemberg. Mit jährlich je 4 Veröffentlichungen der verschiedenen Regional-Druckausgaben werden Hausbesitzer und Wohnungsinhaber über aktuelle Themen rund ums Umbauen, Modernisieren und Renovieren informiert.

Themenschwerpunkte

Das Magazin deckt ein breites Spektrum an Themen ab:

  • Neueste Trends und technische Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen
  • Berichte über regionale Messen, Ausstellungen, Bau- und Info-Veranstaltungen
  • Produkt- und Unternehmensvorstellungen
  • Aktuelle Informationen aus den Bereichen Recht, Finanzen und Förderungen

Zielgruppe und Nutzen

regional-RENOVIEREN richtet sich an Hausbesitzer, Wohnungseigentümer und alle, die sich mit Renovierung und Modernisierung beschäftigen. Das Magazin bietet praktische Informationen, Inspiration und Orientierung in einem komplexen Themenfeld. Durch den regionalen Fokus werden spezifische Gegebenheiten und Angebote berücksichtigt, die für Leser in Baden-Württemberg besonders relevant sind.

Fazit

Wettbewerbe im Bereich Renovierung und Sanierung spielen eine wichtige Rolle für die Anerkennung vorbildlicher Projekte und die Weiterentwicklung der Branche. Der RealGreen Award konzentriert sich auf energetische Sanierungen und die Reduktion von CO₂-Emissionen, während der HÄUSER-Award 2026 den kreativen Umgang mit Bestandsgebäuden in den Mittelpunkt stellt. Die Landeswettbewerbe in NRW fördern innovative städtebauliche Konzepte mit direkter Praxisrelevanz. Ergänzt wird dieses Angebot durch Fachmagazine wie regional-RENOVIEREN, die aktuelle Informationen und Trends vermitteln.

Für Bauherren, Architekten und Planer bieten diese Wettbewerbe die Möglichkeit, ihre Projekte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und von der Expertise einer hochkarätigen Jury bewerten zu lassen. Gleichzeitig tragen sie zur Verbreitung von Best-Practice-Beispielen bei und setzen neue Maßstäbe in der nachhaltigen Gestaltung des Gebäudebestands.

Die Teilnahme an solchen Wettbewerben kann nicht zur Anerkennung führen, sondern auch wertvolle Kontakte knüpfen und neue Auftragspotenziale eröffnen. Insbesondere für kleinere Büros und innovative Planer bieten Wettbewerbe eine Plattform, um sich zu präsentieren und von der Konkurrenz abzuheben.

Quellen

  1. RealGreen Award
  2. HÄUSER-Award 2026
  3. Landeswettbewerbe NRW
  4. regional-RENOVIEREN

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