Umbau und Nachhaltigkeitsmodernisierung des Rhein-Energie-Stadions: Erweiterung auf 75.000 Plätze und Solarenergie-Projekt

Einleitung

Das Rhein-Energie-Stadion, die Heimspielstätte des 1. FC Köln, steht vor einer der größten Umgestaltungen in seiner Geschichte. Die Pläne sehen eine Erweiterung von derzeit 50.000 auf 75.000 Plätze vor, wodurch das Stadion nach Dortmund und München zur drittgrößten Arena Deutschlands aufsteigen würde. Parallel dazu wird das Stadion nachhaltiger gestaltet, indem ab Frühjahr 2025 eine umfassende Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert wird. Diese Maßnahmen unterstreichen das Engagement der Kölner Sportstätten GmbH und der RheinEnergie für nachhaltige Sportstättenentwicklung und moderne Infrastruktur.

Stadionerweiterung auf 75.000 Plätze

Die Planungen für die Erweiterung des Rhein-Energie-Stadions sind nun abgeschlossen und befinden sich in der Phase der technischen Umsetzung und Abstimmung mit den relevanten Behörden. Ein genauer Zeitplan für den Baubeginn und die Fertigstellung wird in den kommenden Monaten erwartet. Mit der geplanten Kapazität von 75.000 Plätzen wird das Stadion zu einer der größten Fußballarenen Deutschlands.

Die Ausbaupläne umfassen vier Baustufen, die das Stadion in eine architektonische und fußballerische Meisterleistung verwandeln sollen. Diese mehrstufige Herangehensweise ist notwendig, um den laufenden Spielbetrieb während der Bauarbeiten aufrechtzuerhalten.

Baustufe 1: Westtribüne und Hospitality-Bereich

Die erste Baustufe konzentriert sich auf die Westtribüne, die um einen zusätzlichen Rang aufgestockt und um rund 5.500 Plätze erweitert wird. Gleichzeitig wird der Hospitality-Bereich um 2.000 Quadratmeter vergrößert, um den Besuchern ein erstklassiges Erlebnis zu bieten. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Komfort- und Servicequalität für die Zuschauer zu erhöhen und zusätzliche Einnahmequellen für den Verein zu schaffen.

Weitere Baustufen

Die Details der weiteren Baustufen sind den vorliegenden Informationen zufolge noch nicht vollständig bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass jede Phase spezifische Teile des Stadions betrifft und auf die vorherige aufbaut. Die sequentielle Planung sicherstellt, dass der Spielbetrieb während der gesamten Umbauzeit aufrechterhalten werden kann.

Nachhaltigkeitsinitiativen und Photovoltaikanlage

Geschichte der ökologischen Modernisierung

Die Kölner Sportstätten GmbH und die RheinEnergie arbeiten bereits seit vielen Jahren erfolgreich an der ökologischen Modernisierung und Versorgung des RheinEnergieSTADION. Seit 2018 wird das Stadion ausschließlich mit Ökostrom versorgt. Bereits zwei Jahre zuvor, im Oktober 2016, haben beide Partner die alten Neon-Röhren in den vier charakteristischen Pylonen des RheinEnergieSTADION gegen energiesparende LED-Leuchten ausgetauscht.

"Diese sind nur die zwei prominentesten von vielen Bausteinen. Vor allem im RheinEnergieSTadion, aber auch im Stadion-Umfeld und den anderen Sportstätten wird bei jeder Modernisierung darauf geachtet, dass diese eine Verbesserung im Bereich Nachhaltigkeit darstellt", erklärt Lutz Wingerath, Geschäftsführer der Kölner Sportstätten.

Zusätzlich wurde die Kölner Sportstätten GmbH 2021 als "Ökoprofit Betrieb Köln" zertifiziert und damit für die vorausschauende und nachhaltige Unternehmensführung belohnt. Ökoprofit Köln ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Köln, der lokalen Wirtschaft und weiteren Partnern, das der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung dient.

Die neue Photovoltaikanlage

Ein weiterer Meilenstein in der nachhaltigen Entwicklung des Stadions ist die Installation einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die Bauarbeiten sollen im März 2025 starten. In Zusammenarbeit mit der Rhein-Energie wird das Projekt noch im Laufe des Jahres 2025 durchgeführt.

Technische Spezifikationen

Die Photovoltaikanlage wird auf den Dächern über den drei Zuschauertribünen Ost, Süd und West mit insgesamt rund 2.700 Solarmodulen belegt. Das Dach über der Nordkurve kann aus technischen Gründen nicht genutzt werden. Wie die Kölner Sportstätten GmbH erklärt, existiert für Wartungszwecke keine dauerhafte Zugangsmöglichkeit auf die Dachfläche Nord. Auch fehlende Kapazitäten für zusätzliche Kabeltrassen lassen eine Belegung auf der Nordfläche nicht zu.

Die Anlage soll eine Spitzenleistung von bis zu 1.200 Kilowattpeak erbringen und wird voraussichtlich im Herbst oder Winter 2025 in Betrieb genommen werden. Durch die Solar-Offensive sollen jährlich über 370 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Wirtschaftlichkeit und Betrieb

Das Projekt wird im Contracting-Modell realisiert. Wie Stephan Segbers, Vertriebsvorstand der RheinEnergie, erklärt: "Im Contracting können wir nicht nur Planung und Bau aus einer Hand anbieten, sondern auch die Finanzierung und den reibungslosen Anlagenbetrieb auf dem Stadiondach gewährleisten."

Der genaue Anteil der Anlage an der Deckung des Strombedarfs des Stadions bei Events ist noch nicht abschließend geklärt, da der jährliche Stromverbrauch abhängig von der Witterung und der Größe der Events ist. Dennoch stellt die Photovoltaikanlage einen bedeutenden Schritt in Richtung Energieautarkie und Nachhaltigkeit dar.

Architektonische und technische Besonderheiten

Das RheinEnergieStadion zeichnet sich durch seine rechteckige Planung aus, die sich in die orthogonale Ordnung der umliegenden Bebauung einfügt. Der infolge des durchlaufenden Spielbetriebs vierstufige Umbau der Tribünen legte eine Pylon-Konstruktion für eine brückenartige Abhängung der Tribünendächer nahe.

Jedes Einzeldach ist entlang der Mittellinie aufgehängt. Zwei Tragseilpaare tragen die Lasten zu den Masten, welche nach außen abgespannt werden. Die horizontale Komponente der Seilkraft wird in den die Masten durchdringenden Druckstäben kurzgeschlossen, die vertikale Komponente im Boden verankert. Die Dachscheibe ist somit schwimmend gelagert und für horizontale Lasten mit Verbänden sowie für asymmetrische Lasten über schlanke Pendelstützen an den Tribünenrändern gehalten.

Diese architektonische Konstruktion stellt besondere Herausforderungen bei der Installation der Photovoltaikanlage dar, da die Dachkonstruktion spezielle Anforderungen an die Befestigung der Solarmodule stellt.

Bauablauf und Zeitplan

Die Bauarbeiten für die Photovoltaikanlage sollen im März 2025 beginnen. Die Installation der rund 2.700 Solarmodule wird auf den Dächern der Ost-, Süd- und Westtribüne erfolgen. Die Nordtribüne bleibt aufgrund technischer Gegebenheiten unberührt.

Die Arbeiten werden voraussichtlich im Herbst oder Winter 2025 abgeschlossen, und die Anlage dann in Betrieb genommen werden. Der genaue Zeitplan für die Stadionerweiterung auf 75.000 Plätze wird in den kommenden Monaten erwartet, da sich die Planungen derzeit in der Phase der technischen Umsetzung und Abstimmung mit den Behörden befinden.

Wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen

Die geplanten Maßnahmen für das Rhein-Energie-Stadion haben sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Auswirkungen:

Wirtschaftliche Aspekte

  • Die Erweiterung auf 75.000 Plätze wird zusätzliche Ticketverkaufspotenziale schaffen
  • Die Vergrößerung des Hospitality-Bereches um 2.000 Quadratmeter bietet neue kommerzielle Möglichkeiten
  • Die Photovoltaikanlage wird durch Contracting-Modell finanziert, was direkte Investitionskosten für die Betreiber minimiert
  • Die Modernisierung steigert den Wert des Stadions als Immobilie

Ökologische Vorteile

  • Die Photovoltaikanlage wird jährlich über 370 Tonnen CO2-Emissionen einsparen
  • Das Stadion wird seit 2018 ausschließlich mit Ökostrom versorgt
  • Die Umrüstung der Pylonen-Beleuchtung auf LED im Jahr 2016 hat den Energieverbrauch deutlich reduziert
  • Die Zertifizierung als "Ökoprofit Betrieb Köln" 2021 unterstreicht das nachhaltige Management

Fazit

Die geplanten Maßnahmen für das Rhein-Energie-Stadion repräsentieren eine umfassende Modernisierung, die sowohl die Kapazität erweitert als auch die Nachhaltigkeit verbessert. Die Erweiterung auf 75.000 Plätze wird das Stadion zu einer der größten Fußballarenen Deutschlands machen und neue Möglichkeiten für Events und den Profifußball bieten.

Gleichzeitig zeigt das Projekt mit der Installation der Photovoltaikanlage, dass große Sportstätten nachhaltig gestaltet werden können. Die Zusammenarbeit zwischen der Kölner Sportstätten GmbH und der RheinEnergie demonstriert, wie langjährige Partner gemeinsam innovative Lösungen für die Zukunft der Sportinfrastruktur entwickeln können. Die Erwartungen sind hoch, und das Ergebnis wird nicht nur für den 1. FC Köln, sondern für die gesamte Stadt von Bedeutung sein.

Quellen

  1. Kölner Abendblatt - Rhein-Energie-Stadion: Fertiggestellte Planung enthüllt revolutionären Ausbau auf 75.000 Plätze
  2. Express - Rhein-Energie-Stadion wird modernisiert: Start im März
  3. SBP - Rheinenergiestadion
  4. Rhein-Energie-Stadion - PV-Anlage
  5. RheinEnergie - Pressemitteilung
  6. Kölner Stadt-Anzeiger - Rhein-Energie-Stadion bekommt noch in diesem Jahr Photovoltaik-Anlage

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