Einleitung
In der südniedersächsischen Stadt Bad Gandersheim investiert die Paracelsus-Kliniken-Gruppe erhebliche Mittel in die Modernisierung und Erweiterung ihrer medizinischen Einrichtungen. Mit einem Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro werden derzeit die drei Standorte - die Paracelsus-Klinik am See, die Paracelsus-Klinik an der Gande und die Paracelsus Roswitha-Klinik - energetisch saniert, technisch modernisiert und teilweise erweitert. Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Infrastruktur auf den neuesten Stand bringen, sondern auch den Patientenkomfort deutlich erhöhen. Die Bauprojekte umfassen umfassende Dachsanierungen, den Ausbau von Etagen, die Erneuerung technischer Anlagen sowie die Neugestaltung der Patientenzimmer und öffentlichen Bereiche. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die laufenden und geplanten Bauvorhaben an den Standorten in Bad Gandersheim.
Hintergrund der Paracelsus-Kliniken in Bad Gandersheim
Die Paracelsus Roswithaklinik in Bad Gandersheim ist eine Fachklinik für Psychotherapie, Psychosomatik und Verhaltensmedizin. Sie befindet sich im Kurpark der südniedersächsischen Stadt, die zwischen Harz und Weserbergland liegt und von sanfter Hügellandschaft und typischem Mischwald umgeben ist. Diese grüne Umgebung wird als ideal für die Rehabilitation und Genesung der Patienten betrachtet, da sie sich positiv auf Herz, Immunsystem und Psyche auswirken kann.
Die Klinik bietet Rehabilitationmaßnahmen in verschiedenen Formen an - stationär, ganztägig ambulant und ambulant. Darüber hinaus wird die Medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) angeboten. Die Klinik arbeitet seit 1990 als Vertragsklinik der Deutschen Rentenversicherung und seit 2005 finden ebenfalls stationäre Akut-Behandlungen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen im Rahmen der Integrierten Versorgung statt.
Die Hauptindikationen der Roswithaklinik umfassen psychosomatische Erkrankungen, Erschöpfungszustände, depressive Erkrankungen, Angststörungen, somatoforme Schmerzstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen und Traumafolgestörungen.
Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen
Dachsanierung an der Roswitha-Klinik
Die Roswitha-Klinik im Kurpark befindet sich derzeit in einer Phase der Dachsanierung. Diese Arbeiten sind notwendig, da das Gebäude nicht im Besitz der Paracelsus-Kliniken steht, sondern unter Zwangsverwaltung infolge der Insolvenz des Vorbesitzers steht. Mehrere Versteigerungsversuche sind gescheitert, aber es gelang dem Verwalter und der Paracelsus, einen längerfristigen Pachtvertrag über zehn Jahre abzuschließen, der für beide Seiten Rechtssicherheit schafft.
Die Dachsanierung wurde möglich, nachdem eine Einigung erzielt wurde, wonach der Eigentümer sich zur Sanierung verpflichtet, während die Paracelsus die Hälfte der Kosten trägt. Aktuell werden die Dacharbeiter tätig und haben eine Großbaustelle auf dem Dach eingerichtet. Das Flachdach des großen, aus mehreren Bereichen bestehenden Baukörpers erhält eine komplett neue Isolation und Abdichtung.
Ausbau der Klinik an der Gande
Besonders umfangreich ist das Ausbauprojekt an der Klinik an der Gande, der ehemaligen Osterberg-Klinik, die ebenfalls zur Paracelsus-Gruppe gehört. Derzeit werden dort nur die erste bis dritte Etage der Orthopädie genutzt, obwohl der Baukörper auch vierte und teilweise fünfte Etagen umfasst.
Für den Ausbau dieser Etagen ist eine komplette Entkernung ("Alles muss raus") erforderlich, die in anderen Etagen bereits vorgenommen wurde. Anschließend wird der Zimmerzuschnitt neu gestaltet. Durch diesen Ausbauschritt gewinnt die Klinik 30 zusätzliche Patientenzimmer sowie sechs Funktionsräume hinzu. Die Gesamtkapazität der ausgebauten Klinik soll am Ende 150 Zimmer betragen. Die gesamte Maßnahme bewegt sich laut Thorsten Prieß, dem Klinikmanager, deutlich im Millionenbereich.
Modernisierung aller drei Standorte
Parallel zu den spezifischen Projekten an den einzelnen Standorten finden umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen an allen drei Kliniken statt. Diese umfassen:
- Modernisierung der Heizungs- und Lüftungssysteme auf den neuesten Stand
- Neue Fußböden in weiten Teilen der drei Kliniken
- Neue Anstriche für Zimmer und Flure
- Schrittweise Renovierung einzelner Räume oder kompletter Flure je nach Belegung und Arbeitsmöglichkeiten
- Neugestaltung der Eingangsbereiche
- Neue Möbel in allen renovierten Zimmern
L Thorsten Prieß, dem Klinikmanager, sollen diese Maßnahmen sicherstellen, dass die Infrastruktur der Häuser auf dem neuesten Stand ist und gleichzeitig mehr Komfort für die Patienten erreicht. Dies ist besonders wichtig, da die Gebäude teilweise aus den 1970er Jahren stammen und daher mit einem großen Aufwand verbunden sind.
Qualitätsstandards und Patientenerlebnis
Die Modernisierungsmaßnahmen sollen nicht nur technische und bauliche Aspekte verbessern, sondern auch das Patientenerlebnis deutlich steigern. Die Paracelsus-Kliniken setzen dabei auf hohe Qualitätsstandards, die bis zu vier Sterne im Hotelbereich entsprechen.
Die renovierten Zimmer erhalten folgende Ausstattung: - Einzelzimmer mit eigener Dusche und Balkon - Flachbildfernseher - Mobiliar in gehobener Hotel-Qualität - WLAN-Zugang
"Damit heben wir unseren Komfort in Bad Gandersheim auf bis zu vier Hotelsterne", erläutert Thorsten Prieß. Gleichzeitig werde in neue medizinische Geräte, insbesondere im Bereich der Trainingstherapie, investiert, um die medizinische Behandlung weiter zu verbessern.
Rechtliche und Eigentumsverhältnisse
Bei der Roswitha-Klinik im Kurpark handelt es sich um eine besondere Situation hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse. Das Gebäude steht nicht im Besitz der Paracelsus-Kliniken, sondern befindet sich nach wie vor unter Zwangsverwaltung in der Folge der Insolvenz des Vorbesitzers. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass die notwendigen Sanierungsmaßnahmen einige Zeit auf sich warten ließen.
Erst nachdem es gelungen war, einen längerfristigen Pachtvertrag über zehn Jahre abzuschließen, bestand die notwendige Rechtssicherheit, um auch aufwändigere Maßnahmen wie die Dachsanierung in Angriff zu nehmen. Die Regelung sieht vor, dass der Eigentümer sich zur Sanierung verpflichtet, während die Paracelsus-Kliniken die Hälfte der Kosten übernehmen. Diese Kostenverteilung war ein wichtiger Schritt, um die umfangreichen Bauvorhaben realisieren zu können.
Die ehemalige Kurklinik
In Bad Gandersheim gibt es eine ehemalige Kurklinik, die seit Jahren leer steht. Es handelt sich dabei um das Gebäude an der Hildesheimer Straße, das früher ebenfalls zur Roswitha-Klinik gehörte. Von 1988/89 bis zur Insolvenz der Kliniken im Jahr 2017 war dieses Gebäude Teil der Roswitha-Klinik.
Nach der Insolvenz wurde das Gebäude verkauft, da laut einer Sprecherin der Paracelsus-Kliniken die Patientenversorgung in den anderen Häusern der Gruppe in Bad Gandersheim "qualitativ besser aufgehoben" sei. Sie verwies auf die "baulichen und strukturellen Gegebenheiten des Bestandsgebäudes" als Grund für die Schließung.
Heute befindet sich die Paracelsus Roswitha-Klinik an der Dr.-Heinrich-Jasper-Straße, etwa 500 Meter von der ehemaligen Klinik entfernt. Diese Klinik konzentriert sich auf die Bereiche Psychotherapie, Psychosomatik und Verhaltensmedizin und ist weiterhin Teil der Paracelsus-Kliniken-Gruppe.
Medizinische Schwerpunkte und Leistungen
Die Paracelsus-Kliniken in Bad Gandersheim bieten eine breite Palette medizinischer Leistungen an. Die Roswitha-Klinik spezialisiert sich auf die Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen. Die Hauptindikationen umfassen:
- Psychosomatische Erkrankungen
- Erschöpfungszustände
- Depressive Erkrankungen
- Angststörungen
- Somatoforme Schmerzstörungen
- Posttraumatische Belastungsstörungen
- Persönlichkeitsstörungen
- Traumafolgestörungen
Die Klinik bietet verschiedene Formen der Rehabilitation an: - Stationäre Rehabilitation - Ganztägig ambulante Rehabilitation - Ambulante Rehabilitation - Medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR)
Die Paracelsus Roswithaklinik arbeitet seit 1990 als Vertragsklinik der Deutschen Rentenversicherung. Seit 2005 finden darüber hinaus stationäre Akut-Behandlungen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen im Rahmen der Integrierten Versorgung statt.
Personalveränderungen und Zukunftsperspektiven
Bei den Paracelsus-Kliniken in Bad Gandersheim gab kürzlich auch personelle Veränderungen. Dr. Désirée Herbold, die seit 17 Jahren in Bad Gandersheim tätig war und Chefärztin der Gandeklinik war, hat auf eigenen Wunsch diese Tätigkeit mit dem 1. Juli aufgegeben. Sie bleibt der Paracelsus-Kliniken-Gruppe laut Thorsten Prieß jedoch in einigen Belangen erhalten. Im Rahmen der 100. Schmerzkonferenz am 19. August, die traditionell von Frau Dr. Herbold organisiert wurde, soll es eine kleine Verabschiedung geben.
Die Zukunftsperspektiven für die Paracelsus-Kliniken in Bad Gandersheim sind positiv. Die umfangreichen Investitionen in die Modernisierung und Erweiterung der Einrichtungen zeigen das Engagement des Trägers, die medizinische Versorgung in der Region auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Kliniken für immer mehr Patienten attraktiver zu machen und die hervorragende medizinische Behandlung und Betreuung durch hochwertige Unterbringung zu ergänzen.
Fazit
Die Paracelsus-Kliniken in Bad Gandersheim befinden sich derzeit in einer umfassenden Phase der Modernisierung und Erweiterung. Mit einem Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro werden die drei Standorte energetisch saniert, technisch modernisiert und teilweise erweitert. Besonders hervorzuheben sind die Dachsanierung an der Roswitha-Klinik im Kurpark und der Ausbau der Klinik an der Gande, der 30 zusätzliche Patientenzimmer und sechs Funktionsräume schaffen wird.
Die Maßnahmen dienen dazu, die Infrastruktur der teilweise aus den 1970er Jahren stammenden Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen und den Patientenkomfort deutlich zu erhöhen. Die neuen Einzelzimmer mit eigener Dusche und Balkon, Flachbildfernseher, Möbel in gehobener Hotel-Qualität und WLAN sollen den Standard bis zu vier Sterne im Hotelbereich erreichen.
Besondere Herausforderungen boten die Eigentumsverhältnisse bei der Roswitha-Klinik im Kurpark, die unter Zwangsverwaltung steht. Durch einen längerfristigen Pachtvertrag über zehn Jahre konnte jedoch die notwendige Rechtssicherheit geschaffen werden, um die Sanierungsmaßnahmen umzusetzen.
Die Paracelsus-Kliniken in Bad Gandersheim spielen eine wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung der Region, insbesondere im Bereich der psychosomatischen Erkrankungen und Rehabilitation. Die aktuellen Investitionen zeigen das Engagement des Trägers, diese Versorgung auf höchstem Niveau zu gewährleisten und zukunftsfähig zu gestalten.
Quellen
- Gandersheimer Kreisblatt - Paracelsus investiert Millionen
- Paracelsus-Kliniken - Paracelsus investiert 5 Millionen Euro in Dreifach-Standort Bad Gandersheim
- Rehakliniken - Paracelsus Roswitha Klinik
- Kreiszeitung - Alte Kurklinik in Niedersachsen steht seit Jahren leer
- Paracelsus-Kliniken - Reha: Roswithaklinik Bad Gandersheim