Safariland Stukenbrock: Modernisierung mit Masterplan 2040

Einleitung

Das Safariland Stukenbrock, ein Wildlife-Zoo mit 600 exotischen Tieren und 30 Attraktionen, befindet sich derzeit in einer umfassenden Modernisierungsphase. Unter der Federführung des ehemaligen Vizepräsidenten des Deutschen Schaustellerverbandes, Thomas Meyer, wird der Park nach und nach neu aufgestellt. Diese Entwicklung markiert eine bedeutende Wende in der Geschichte des Freizeitparks, der seit dem Tod von Fritz Wurms im Jahr 2019 von dessen Tochter Elisabeth Wurms geleitet wird. Die Zusammenarbeit zwischen den Familien Meyer und Wurms begann vor etwa einem Jahr und zielt darauf ab, den Park sowohl baulich als auch inhaltlich zu erneuern und stärker in die regionale Verzahnung zu bringen.

Der Masterplan 2040

Thomas Meyer, Spross der Bad Oyenhauser Schausteller-Dynastie "Meyer & Steiger", hat einen langfristigen Plan für die Entwicklung des Safarilands entworfen, den er als "Masterplan 2040" bezeichnet. Dieser Plan sieht vor, den Park schrittweise zu modernisieren und auf Vordermann zu bringen. Wie Meyer selbst betont, denken Schaustellertraditionell in Generationenperspektiven, weshalb die geplanten Maßnahmen langfristig angelegt sind. Perspektivisch soll sein Sohn Hansi Meyer, derzeit 20 Jahre alt, die Parkgeschäfte übernehmen, weshalb er bereits tatkräftig an der Neugestaltung des Familienrestaurants "Kattagaskar" mitwirkt.

Die Familie Meyer ist in der Schaustellerszene ein etablierter Name und Kirmesfans ein Begriff. Als Schwergewicht der Schaustellerbranche bringt die Familie nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch jahrzehntelange Erfahrung im Betrieb von Fahrgeschäften und Freizeitanlagen in das Projekt ein. Diese Expertise ist entscheidend für die geplanten Umbaumaßnahmen und die strategische Neuausrichtung des Parks.

Attraktionen und Anlagen im Wandel

Die Boardwalk-Erlebnis-Bar

Eine der sichtbarsten Neuerungen ist die neue "Boardwalk" Erlebnis-Bar, die bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde. Diese Bar zeichnet sich durch einen spektakulären Blick auf die Steppe aus und verfügt über Lounge-Bereiche sowie eine angeschlossene Riesen-Hüpfburg für Kinder. Die Gestaltung der Bar orientiert sich thematisch an der Safari-Atmosphäre des gesamten Parks und schafft so eine einheitliche visitor experience. Die Anlage ist Teil der strategischen Neuausrichtung, die Familien mit Kindern bis 12 Jahren besonders in den Fokus rückt.

Wasserspielplatz und Tigeranlage

Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde der Wasserspielplatz komplett renoviert und im Safari-Stil umgestaltet. Diese Maßnahme richtet sich an die warmen Tage im Jahr und bietet Besuchern, insbesondere Familien mit Kindern, zusätzliche Attraktionen. Gleichzeitig wurde die Tigeranlage im fußläufigen Zoobereich farblich-thematisch auf den neuesten Stand gebracht. Diese Maßnahmen zeigen, dass die Modernisierung des Parks nicht nur größere Bauprojekte umfasst, sondern auch kontinuierliche Verbesserungen bestehender Einrichtungen.

Fahrgeschäfte: Flying Elephant und Crocodile Ride

Zwei der zentralen Fahrgeschäfte des Parks, der "Flying Elephant" und der "Crocodile Ride", wurden umfangreich renoviert. Diese Attraktionen sind seit jeher Publikumsmagnete und wurden nun modernisiert, um den aktuellen Sicherheitsstandards und Besuchererwartungen gerecht zu werden. Die Renovierung dieser Fahrgeschäfte unterstreicht die Bedeutung, die Thomas Meyer auf qualitativ hochwertige und sichere Attraktionen legt.

Restaurantbereich und Gastronomie

Das Familienrestaurant Kattagaskar

Das Familienrestaurant "Kattagaskar" befindet sich derzeit im Umbau. Diese Neugestaltung ist Teil des Masterplans 2040 und wird von Hansi Meyer, dem Sohn von Thomas Meyer, maßgeblich mitgestaltet. Das Restaurant ist ein zentraler Treffpunkt im Park und soll nach der Fertigstellung den Gästen ein verbessertes Ess- und Trinkerlebnis bieten. Die genauen Details der Umgestaltung wurden in den Quellen nicht näher beschrieben, jedoch ist von einer thematischen Anpassung an die Safari-Umgebung auszugehen.

Frühstücksecke und Nachhaltigkeit

Besonders hervorzuheben ist die Neugestaltung der Frühstücksecke, die im Zuge der Modernisierung durchgeführt wurde. In der Vergangenheit erhielten Frühstücksgäste ihren Kaffee in Kannen serviert, was zur Folge hatte, dass große Mengen "alten" Kaffees vernichtet werden mussten – weder wirtschaftlich noch ressourcenschonend. In der neu gestalteten Frühstücksecke erhalten Gäste nun jede Tasse Kaffee frisch gebrüht. Diese Maßnahme verbessert nicht nur die Qualität des angebotenen Kaffees, sondern reduziert auch Lebensmittelverschwendung.

Nachhaltige Gastronomiekonzepte

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Renovierung ist die Umstellung nachhaltigerer Gastronomiekonzepte. Bisher wurden Lebensmittel wie Butter, Leberwurst oder Marmelade in Einwegverpackungen angeboten, die zu erheblichem Plastikabfall führten. Im Zuge der Neustrukturierung werden diese Produkte nun in Dispensern oder frisch aufgeschnitten und portioniert präsentiert. Diese Maßnahme trägt aktiv zur Reduzierung von Plastikmüll bei und setzt ein Zeichen im Bereich Nachhaltigkeit.

Regionale Lieferketten

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Regionalität ist die Überarbeitung der Lieferketten. Safariland Stukenbrock hat sich entschieden, verstärkt auf regionale Zulieferer zu setzen, die nicht weiter als 20 Kilometer vom Park entfernt ansässig sind. Dazu zählen lokale Fleischer, Bauern und Großhändler. Diese Entscheidung hat mehrere Vorteile: Sie reduziert Transportwege und damit die CO₂-Bilanz, unterstützt die regionale Wirtschaft und ermöglicht eine frischere und qualitativ hochwertigere Produktauswahl für die Parkgäste.

Tierische Neuerungen

Neben baulichen Veränderungen erlebt der Tierparkbereich des Safarilands ebenfalls einige Veränderungen. Im Stall der großen Steppe, direkt hinter der Safariland-Savanne, herrscht neuerdings noch mehr Trubel als sonst. Giraffenmama "Inka" hat jüngst ihren Sohn "Hugo" zur Welt gebracht, der nicht nur zuckersüß, sondern auch genetisch ein wertvoller Beitrag zum Erhalt seiner bedrohten Art ist. Nach der weiblichen Babygiraffe "Luna" im letzten Jahr ist dies bereits der zweite Giraffennachwuchs in kurzer Zeit.

Auch bei anderen Tierarten gibt es Nachwuchs: Bei den Kängurus, Zebras sowie den Elenantilopen hat sich der Nachwuchs vermehrt, und bei den Kattas (Ringtail-Makis) gab es ebenfalls Nachwuchs. Im Streichelzoo wurden die Ziegen von der "Baby-Bombe" getroffen. Diese Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung des Safariland Stukenbrock als nicht nur Freizeitpark, sondern auch als wichtiger Akteur im Bereich Artenschutz und Tierhaltung.

Showprogramm und Unterhaltung

Neu zusammengestellte Shows bereichern das Angebot des Parks in der neuen Saison. Im Zirkuszett kommt es täglich zweimal zu einem Comeback von Trixi & Roy mit ihrer Lama- & Pony-Kombination. Bei dieser Vorstellung dürfen Clowns natürlich nicht fehlen. Diese Neuerungen im Showprogramm zielen darauf ab, den Gästen ein abwechslungsreiches Unterhaltungsangebot zu bieten und den Besuch im Safariland noch attraktiver zu gestalten.

Management und Zukunftsaussichten

Thomas Meyer wird bereits als neuer Eigentümer des Zoo- und Freizeitparks gehandhabt, betont jedoch, dass er momentan lediglich Interessent sei. Auch Parkchefin Elisabeth Wurms bestätigt, dass der Kaufvertrag noch nicht unterschrieben ist. Wie die Nachrichtenquelle "NW" erfahren hat, herrscht unter den drei heutigen Gesellschaftern des Safarilandes, den Mitgliedern der Familie Wurms, noch Uneinigkeit über einen Verkauf des Parks.

Ungeachtet dieser Unsicherheit hat Thomas Meyer bereits mit der Umgestaltung des Safarilands begonnen. Er schildert bei einem Gang durch den Park seinen "Masterplan 2040", der eine schrittweise Modernisierung des Parks vorsieht. Es werde Jahre dauern, den Park wieder auf Vordermann zu bringen und modern zu gestalten, so Meyer. Diese Aussage unterstreicht das langfristige Denken und die Investitionsbereitschaft hinter dem Projekt.

Die Zusammenarbeit zwischen den Familien Meyer und Wurms begann nach dem Tod von Fritz Wurms im Jahr 2019, als Thomas Meyer Kontakt mit Elisabeth Wurms aufnahm und seine Unterstützung anbot. "Hier kann man etwas gestalten", sagte Meyer damals, und die Zusammenarbeit wurde vor etwa einem Jahr konkret. Diese Zusammenarbeit markiert eine neue Ära für das Safariland Stukenbrock, das durch die Expertise der Meyer-Familie nicht nur baulich, sondern auch inhaltlich weiterentwickelt werden soll.

Besucherinformationen

Der Saisonstart im Safariland Stukenbrock ist für den 5. April 2025 geplant. Die Tickets – zu den gleichen, fairen Preisen wie 2024 – sind entweder online auf der Webseite www.safariland-stukenbrock.de oder an der Tageskasse vor Ort erhältlich. Kinder unter 3 Jahren haben freien Eintritt, und alle anderen kleinen und großen Safariland-Fans zahlen familienfreundliche Eintrittspreise.

Für das kommende Jahr 2026 sind bereits Saisontickets zum Vorzugspreis erhältlich, und ausgewählte Übernachtungstermine im Erlebnisresort mit Safari-Lodges können mit 15% Früberrabatt gebucht werden. Das Safariland Stukenbrock bietet somit nicht nur Tagestickets an, sondern auch Übernachtungsmöglichkeiten zwischen wilden Tieren, was ein einzigartiges Erlebnis für Besucher darstellt.

Fazit

Die Renovierung und Modernisierung des Safariland Stukenbrock stellt eine bedeutende Entwicklung für den Freizeitpark und die Region dar. Unter der Federführung von Thomas Meyer, einem erfahrenen Schausteller mit langjähriger Expertise, wird der Park schrittweise nach dem "Masterplan 2040" erneuert. Die Maßnahmen umfassen sowohl die Renovierung bestehender Attraktionen wie die "Boardwalk" Erlebnis-Bar, den Wasserspielplatz und die Tigeranlage, als auch die Neugestaltung von gastronomischen Einrichtungen wie dem Familienrestaurant "Kattagaskar" und der Frühstücksecke.

Besonders hervorzuheben ist der Fokus auf Nachhaltigkeit und Regionalität, der sich in der Umstellung auf portionierte statt verpackte Lebensmittel, der Einführung frisch gebrühten Kaffees und der verstärkten Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten zeigt. Diese Maßnahmen positionieren das Safariland Stukenbrock als modernen und verantwortungsbewussten Freizeitpark.

Die tierischen Neuerungen, darunter der Nachwuchs bei Giraffen, Kängurus und anderen Arten, unterstreichen die Bedeutung des Parks auch im Bereich Artenschutz. Gleichzeitig wird das Showprogramm durch neue Darbietungen erweitert, um den Gästen ein abwechslungsreiches Erlebnis zu bieten.

Obwohl die zukünftige Eigentümerstruktur noch nicht abschließend geklärt ist, steht fest, dass das Safariland Stukenbrock eine positive Entwicklung durchläuft, die den Park für die Zukunft positioniert. Die Zusammenarbeit zwischen den Familien Meyer und Wurms verspricht, die Stärken beider Seiten zu vereinen und das Safariland Stukenbrock zu einem noch attraktiveren Ziel für Familien und Naturliebhaber zu machen.

Quellen

  1. Westfalen-Blatt
  2. NRW-Parks
  3. Die Glocke
  4. Freizeitparktests
  5. Safariland Stukenbrock
  6. Theme Park Central
  7. Neue Westfälische

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