Entdeckungen bei der Schulerneuerung: Von historischen Tafeln in Oklahoma bis zu flexiblen Lernlandschaften

Einleitung

Schulrenovationen sind mehr als nur bauliche Maßnahmen – sie können zu faszinierenden Entdeckungen und gleichzeitig zu bedeutenden pädagogischen Innovationen führen. Ein bemerkenswertes Beispiel hierfür ist die Entdeckung hundertjähriger Tafeln in einer Schule in Oklahoma während Renovierungsarbeiten. Diese Entdeckung zeigt, wie Renovierungsarbeiten verborgene Geschichten und historische Zeugnisse des Bildungswesens freilegen können. Gleichzeitig bieten umfassende Sanierungsmaßnahmen die Chance, Schulen als Lernorte neu zu denken und zukunftsfähige Lernumgebungen zu schaffen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte der Schulerneuerung, von historischen Entdeckungen über kosteneffiziente Sanierungsstrategien bis hin zur Gestaltung flexibler Lernlandschaften.

Historische Entdeckungen bei der Schulerneuerung

Im Juni 2015 beschloss die Direktorin der Emerson High School in Oklahoma, USA, drei ihrer Aulen renovieren zu lassen. Bei den Arbeiten machten die Handwerker eine außergewöhnliche Entdeckung: Als sie alte Tafeln entfernen wollten, um neue Whiteboards anzubringen, fanden sie dahinter noch ältere Tafeln aus dem Jahr 1917. Diese Tafeln erzählten von den letzten Unterrichtsstunden dieser Ära und boten einen einzigartigen Einblick in die Bildungsgeschichte.

Die Emerson High School wurde 1895 erbaut, und die ersten Modernisierungsmaßnahmen fanden 1917 statt. Damals hatte man entschieden, die alten Tafeln mit neuen zu überdecken, was dazu führte, dass die ursprünglichen Tafeln über ein Jahrhundert lang verborgen blieben.

Auf diesen Tafeln waren Spuren von Mathe-, Musik-, Geschichts-, Religions- und Schreibunterricht zu sehen. "Zwischen all den Notizen besticht vor allem die Schönheit des Schriftbildes. Heute lehrt man diese Schönschrift garnicht mehr", erklärte Präsident Kishore. Die lebendigen Farben auf den Tafeln lassen die Schulzeit im Jahr 1917 in einem anderen Licht erscheinen als bisher angenommen. Auf einer der Tafeln finden sich nicht nur die Inhalte des Unterrichts, sondern auch die Namen einiger der Schüler dieses Jahres – ein wertvolzes historisches Dokument.

Diese Entdeckung in Oklahoma verdeutlicht, wie Renovierungsarbeiten nicht nur die bauliche Substanz eines Gebäudes aktualisieren können, sondern auch verborgene historische Schätze freilegen, die Einblicke in die Bildungsgeschichte ermöglichen.

Planung und Ansätze für die Schulerneuerung

Eine erfolgreiche Schulerneuerung erfordert sorgfältige Planung und eine gründliche Bestandsaufnahme. Das zeigt das Beispiel eines Gymnasiums, das sich über mehrere Gebäude im engen Blockrand erstreckt, zwischen 1877 und 1978 erbaut wurde. "Die gewünschte Generalsanierung", so die projektleitende Architektin Anna Krüger, "war nur mit einer gründlichen Bestandsaufnahme überhaupt definierbar."

Für die Begutachtung und Analyse der Bausubstanz sowie die Ermittlung der Maßnahmen und Kosten nahm das Team sechs Monate Zeit. Dazu kamen Gesprächsrunden mit allen Beteiligten, um vorab alle Anforderungen zu klären. "Kostengünstig bauen braucht einen soliden Anforderungskatalog", betonte Anna Krüger. Wer hier nicht sorgfältig und sachverständig genug arbeite, könne teure Nachträge kaum vermeiden.

Durch diese gründliche Vorbereitung gelang es dem Team, statt einer pauschalen und teuren Generalsanierung die Maßnahmen zu priorisieren. Zum Beispiel verlegten sie die Tiefgaragenzufahrt vom Hof in den Blockrand und schufen so mehr Fläche und Aufenthaltsqualität im Pausenhof sowie Platz für eine Fahrradgarage.

Im Innenhof bauten die Architekten den sehr gewünschten Theaterraum und vergrößerten zugleich über eine Dachterrasse und eine Freitreppe die Hoffläche. Dabei setzten sie auf hochwertige Bühnentechnik, bei der Gebäudetechnik aber kostensparend auf Lowtech-Lösungen. Hier wurden Gebäudeteile kernsaniert oder statisch ertüchtigt, dort nur oberflächlich aufgearbeitet und additiv mit Akustikdecken und Medientechnik ausgestattet.

Besonders bei älteren Gebäuden ist es wichtig, die vorhandene Qualität zu erkennen und zu nutzen. So wurden in einem anderen Projekt Natursteinböden geschliffen, Klinkerwände geschlämmt und vorhandene Wanddämmungen partiell aufgedämmt. Dadurch blieb Budget für die energetische Sanierung der Dächer, neue Fenster und Einbauten in hochwertigem Holz.

Bei einem weiteren Projekt wurde bewusst auf eine energetische Sanierung der Fassade verzichtet, stattdessen wurde die Sichtbetonfassade beibehalten. "Wir haben deshalb die Schwere des Gebäudes durch spiegelnde Elemente aufgelöst und nicht eine, sondern 365 Fassaden im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten geschaffen", berichtete Peter Brückner. So treten die bisher versteckten Qualitäten des Bestands hervor: seine Waldlage und die weiten Innenräume.

Kosteneffiziente Sanierungsstrategien

Die Sanierung von Schulgebäuden stellt oft eine große finanzielle Herausforderung dar. Besonders für Schulen in Skelettbauweise aus den 1960er- und 1970er-Jahren gibt es jedoch wirtschaftliche, nachhaltige und kostenstabile Lösungsansätze. "Wenn wir den Rohbau erhalten können, sparen wir schon einmal 30 bis 35 Prozent der Baukosten, dann lohnt sich die Generalsanierung eher als ein Abriss und Neubau", erklärt ein Experte.

Ein Pilotprojekt war die Realschule Buchloe. Die 2010 fertiggestellte Sanierung der 3.800 Quadratmeter großen Fassade mit Holzmodulen geschah überwiegend in den Sommerferien. Die weitere Sanierung der Gebäude- und Brandschutztechnik samt neuem Raumkonzept erfolgte Etage für Etage in jeweils sechs bis acht Wochen, in denen die jeweils betroffenen Klassen innerhalb der Schule andere Räume fanden. Der Umbau dauerte insgesamt eineinhalb Jahre, der Unterricht konnte währenddessen durchgängig weiterlaufen.

Ein anderes Beispiel zeigt niedrige Bruttobaukosten von 2.074 Euro pro Quadratmeter Bruttogrundfläche. Diese Kostenersparnis wurde erreicht, indem die Architekten nutzten, was an Qualität bereits vorhanden war: Natursteinböden wurden geschliffen, Klinkerwände geschlämmt, vorhandene Wanddämmungen partiell aufgedämmt. So blieb Budget für die energetische Sanierung der Dächer, für neue Fenster und Einbauten in hochwertigem Holz.

Bei der Sanierung des Hölderlin-Gymnasiums in Heidelberg, das sich über mehrere Gebäude im engen Blockrand erstreckt (erbaut zwischen 1877 und 1978), war es besonders wichtig, die Qualitäten von Raum und Bausubstanz zu erkennen. Nur so war eine angemessene Generalsanierung definierbar.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der kosteneffizienten Sanierung ist die Priorisierung von Maßnahmen. Anstatt einer pauschalen Generalsanierung, die sich teuer über alle Gebäude gezogen hätte, wurden die Maßnahmen priorisiert: Die Verlegung der Tiefgaragenzufahrt vom Hof in den Blockrand schuf mehr Fläche und Aufenthaltsqualität im Pausenhof und Platz für eine Fahrradgarage.

Flexible Lernlandschaften als Chance der Sanierung

Der Sanierungsstau an Schulen bietet gleichzeitig eine große Chance für den pädagogischen Wandel. "Der Sanierungsstau ist eine große Chance für den pädagogischen Wandel", betont Barbara Pampe. Mit den notwendigen Generalsanierungen ergibt sich die Möglichkeit, auch den Lernraum Schule zukunftsfähig zu gestalten. Mit oder ohne Corona braucht es alternative Nutzungen und flexible Raumgefüge für sogenannte Lerncluster oder offene Lernlandschaften, in denen sich Schülergruppen Lernflächen teilen.

Diese Konzepte benötigen nicht unbedingt zusätzlich Fläche, sondern lassen sich auch mit einem guten Raummanagement im Bestand abbilden. "Durch die gemeinsame Nutzung des Raumgefüges über den ganzen Tag stehen allen Schülerinnen und Schülern sowie dem pädagogischen Team eine größere Vielfalt und ein Mehr an Fläche zur Verfügung", erklärt Barbara Pampe. So entstehen beispielsweise statt drei gleichwertigen Klassenräumen mit Flur gemeinsam nutzbare Bereiche für verschiedene Arbeitsformen wie die Stillarbeit, den Austausch in der Gruppe und den Frontalunterricht. Statt eines ganzen Klassenraums reicht dann manchmal ein kleiner Bereich mit Sitzkissen als Basis für die Klassengemeinschaft.

Viele ältere Schulgebäude sind nicht für die Nutzung durch Personen mit körperlichen Einschränkungen ausgelegt. Die Verbesserung der Zugänglichkeit durch den Einbau von Aufzügen, Rampen und barrierefreien Toiletten ist nicht nur eine Frage der Inklusion, sondern auch eine rechtliche Anforderung. Grundsätzlich müssen Schulträger sicherstellen, dass alle Schüler, Lehrkräfte und Besucher unabhängig von körperlichen Einschränkungen Zugang zu Bildungseinrichtungen haben.

Die Herausforderungen, die der Sanierungsbedarf mit sich bringt, eröffnen gleichzeitig Perspektiven für eine pädagogische Erneuerung. Umfassende Sanierungsmaßnahmen bieten die Chance, Schulen als Lernorte neu zu denken und für die Zukunft zu rüsten. Vielseitig nutzbare und flexible Räumlichkeiten, die das Konzept von Lernclustern oder offenen Lernlandschaften unterstützen, liegen im Trend. Solche Gestaltungsansätze erlauben es, dass Lernbereiche von unterschiedlichen Schülergruppen gemeinsam genutzt werden. Dabei wird nicht zwingend mehr Platz in Form eines Anbaus benötigt – eine effiziente Raumnutzung innerhalb des bestehenden Gebäudebestands ist hierfür ausreichend.

Technische Aspekte der Schulerneuerung

Bei der Renovierung von Schulen spielen auch technische Aspekte eine wichtige Rolle, insbesondere im Hinblick auf die Ausstattung der Unterrichtsräume. Dazu gehören auch die Tafeln und interaktiven Systeme, die heute in modernen Schulen unverzichtbar sind.

Dienstleister für Schultafeln bieten umfassende Services rund um die Ausstattung von Schulen. Von der Planung über die Montage von Schultafeln und interaktiven Systemen bis hin zur Wartung und Reparatur über die gesamte Nutzungszeit können Schulen professionelle Unterstützung erhalten.

Bei der Renovierung von Schulen ist es oft notwendig, bestehende Tafeln zu demontieren und an anderen Orten wieder aufzubauen. Hier bieten spezialisierte Dienstleister Ummontageservices an. Demontage und Aufbau werden in einem Zug durchgeführt. Falls die Montage nicht sofort stattfinden kann, wird die Tafel fachgerecht demontiert und in einem von der Schule bestimmten Raum gelagert und nach der Renovierung wieder aufgebaut.

Sicherheit ist bei der Nutzung von Schultafeln ein wichtiges Thema. Scharfe Kanten, lockere Schrauben, defekte Glasflächen oder defekte Führungen können bei einem Gewicht von bis zu über 300kg gefährlich sein. Daher sollten Schultafeln in regelmäßigen Abständen einer Prüfung unterzogen werden, um eine sichere Benutzung durch Schüler und Lehrer zu gewährleisten. Diese Prüfungen können von spezialisierten Dienstleistern durchgeführt werden.

Auch bei der Reparatur von Tafeln sind spezialisierte Dienstleister gefragt. Sie unterhalten oft große Lager an Ersatzteilen für Tafeln aller Art und jeden Hersteller, so dass beschädigte Tafeln in den Originalzustand versetzt werden können.

Fallstudien erfolgreicher Schulerneuerungen

Realschule Buchloe

Die Realschule Buchloe dient als Beispiel für eine wirtschaftliche und nachhaltige Sanierungsstrategie, insbesondere für Schulen in Skelettbauweise aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Die 2010 fertiggestellte Sanierung der 3.800 Quadratmeter großen Fassade mit Holzmodulen geschah überwiegend in den Sommerferien, um den Schulbetrieb nicht zu stören.

Die weitere Sanierung der Gebäude- und Brandschutztechnik samt neuem Raumkonzept erfolgte Etage für Etage in jeweils sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit fanden die jeweils betroffenen Klassen innerhalb der Schule andere Räume. Der Umbau dauerte insgesamt eineinhalb Jahre, während der der Unterricht durchgängig weiterlaufen konnte. Dieses Vorgehen zeigt, dass umfassende Sanierungen auch während des laufenden Schulbetriebs möglich sind, wenn sorgfältig geplant und durchgeführt.

Gymnasium in Heidelberg

Ein weiteres Beispiel ist die Sanierung des Hölderlin-Gymnasiums in Heidelberg, das sich über mehrere Gebäude im engen Blockrand erstreckt, zwischen 1877 und 1978 erbaut wurde. Hier war es besonders wichtig, die Qualitäten von Raum und Bausubstanz zu erkennen, bevor mit der Sanierung begonnen werden konnte.

Die Architekten entschieden sich dafür, statt einer pauschalen Generalsanierung die Maßnahmen zu priorisieren. Sie verlegten die Tiefgaragenzufahrt vom Hof in den Blockrand und schufen so mehr Fläche und Aufenthaltsqualität im Pausenhof sowie Platz für eine Fahrradgarage. Im Innenhof bauten sie den sehr gewünschten Theaterraum und vergrößerten zugleich über eine Dachterrasse und eine Freitreppe die Hoffläche.

Bei diesem Projekt setzten die Architekten auf hochwertige Bühnentechnik, bei der Gebäudetechnik aber kostensparend auf Lowtech-Lösungen. Hier wurden Gebäudeteile kernsaniert oder statisch ertüchtigt, dort nur oberflächlich aufgearbeitet und additiv mit Akustikdecken und Medientechnik ausgestattet.

Emerson High School in Oklahoma

Die Emerson High School in Oklahoma zeigt, dass Renovierungsarbeiten nicht nur die bauliche Substanz eines Gebäudes aktualisieren können, sondern auch verborgene historische Schätze freilegen. Die Schule, die 1895 erbaut wurde, wurde 1917 erstmals modernisiert, wobei die alten Tafeln mit neuen überdeckt wurden.

Bei den Renovierungsarbeiten im Jahr 2015 wurden diese überdeckten Tafeln wiederentdeckt. Sie zeigten Mathe-, Musik-, Geschichts-, Religions- und Schreibunterricht aus dem Jahr 1917 und boten einen einzigartigen Einblick in die Bildungsgeschichte. Die Entdeckung zeigt, wie wichtig es ist, bei Sanierungsarbeiten sorgfältig vorzugehen, um mögliche historische Schätze nicht zu zerstören.

Fazit

Die Sanierung von Schulgebäuden ist ein vielschichtiger Prozess, der nicht nur bauliche Maßnahmen umfasst, sondern auch die Chance bietet, pädagogische Konzepte zu erneuern und historische Entdeckungen zu machen. Die Beispiele aus Oklahoma, Heidelberg und Buchloe zeigen, dass sorgfältige Planung, Priorisierung von Maßnahmen und die Berücksichtigung der pädagogischen Anforderungen entscheidend für erfolgreiche Schulerneuerungen sind.

Wichtig ist die gründliche Bestandsaufnahme, um die vorhandene Qualität der Bausubstanz zu erkennen und zu nutzen. Dadurch können Kosten gespart und gleichzeitig nachhaltige Lösungen geschaffen werden. Besonders bei Schulen in Skelettbauweise aus den 1960er- und 1970er-Jahren

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