Einleitung
Der Landkreis Schwandorf führt derzeit die größte Investitionsmaßnahme in seiner Geschichte am Beruflichen Schulzentrum Oskar-von-Miller durch. Dieses umfassende Bauprojekt betrifft nicht nur die bauliche Erneuerung, sondern auch die zukunftsweisende Umstrukturierung einer der wichtigsten Bildungseinrichtungen in der Region. Mit über 2.000 Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Fachrichtungen stellt das Schulzentrum eine zentrale Bildungseinrichtung dar, die nun den Anforderungen moderner Pädagogik und Barrierefreiheit angepasst wird. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Bauphasen, die beteiligten Unternehmen, die geplanten Änderungen und den aktuellen Stand der umfangreichen Sanierungs- und Neubaumaßnahmen.
Das Berufliche Schulzentrum: Struktur und Bedeutung
Das Berufliche Schulzentrum Oskar-von-Miller in Schwandorf ist eine bedeutende Bildungseinrichtung mit einer komplexen Struktur. Die Anlage beherbergt die Berufsschule mit derzeit 1.651 Schülerinnen und Schülern in den Fachzweigen Bau/Holz/Farbe, Körperpflege, Metall, Elektro und Wirtschaft. Darüber hinaus werden Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sowie berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge hier unterrichtet.
Neben der Berufsschule ist die Berufliche Oberschule – FOSBOS mit 445 Schülerinnen und Schülern Teil des Schulzentrums. Auch mehrere Klassen aus der Wirtschaftsschule sind unter diesem Dach vereint. Die Gesamteinrichtung beschäftigt rund 50 Personen, darunter nebenberufliche Lehrkräfte, nichtlehrendes Personal und Beschäftigte des Kreisschülerheims.
Die Bedeutung dieser Einrichtung für die Region unterstreicht die Tatsache, dass der Landkreis Schwandorf hier die größte Investitionsmaßnahme seiner Geschichte realisiert. Das Projekt dient nicht nur der baulichen Erneuerung, sondern auch der zukunftsorientierten Entwicklung der Bildungseinrichtung.
Historische Entwicklung des Bauprojekts
Die Baumaßnahmen am Beruflichen Schulzentrum gliedern sich in mehrere Phasen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
Erste Bauphase (2013-2017)
In den Jahren von 2013 bis 2017 konzentrierten sich die Arbeiten auf den Erweiterungsneubau mit den Räumlichkeiten für die FOSBOS sowie den Neubau der Aula. Diese erste Phase schuf die räumliche Grundlage für die Erweiterung der Bildungsangebote und die Modernisierung der schulischen Infrastruktur.
Zweite Bauphase (nach 2017)
Im direkten Anschluss an die erste Phase erfolgte der Teilneubau des Verbindungsbaus zwischen Hauptbau und Werkstätten. Diese Maßnahme verbesserte die Funktionalität des Gebäudekomplexes und schurf bessere Verbindungsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Nutzungsbereichen.
Dritte Bauphase (seit 2018)
Seit 2018 wird der Hauptbau in zwei Bauabschnitten generalsaniert. Diese umfassende Sanierung betrifft das Kerngebäude der Schule und zielt darauf ab, die Bausubstanz zu modernisieren und den aktuellen Anforderungen an Bildungsräume gerecht zu werden. Während dieser Phase wurden bereits bedeutende Verbesserungen bei der Barrierefreiheit und der digitalen Ausstattung realisiert.
Aktueller Stand (Fünfter Bauabschnitt)
Parallel zum fünften Bauabschnitt der Hochbaumaßnahmen wurde der Pausenhof zwischen den Gebäudeteilen der FOSBOS, dem Hauptbau und der Aula im Wesentlichen im Zeitraum von Juni bis November des vergangenen Jahres neu errichtet und bereits bepflanzt. Diese Maßnahme markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Schulgeländes und schafft neue Freiräume für die Schülerinnen und Schüler.
Umfangreiche Neugestaltung des Pausenhofs
Die Neugestaltung des Pausenhofs stellt einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Schulinfrastruktur dar. Bei diesem Projekt wurden circa 585 Quadratmeter neue Pflasterflächen errichtet, die von 410 Quadratmetern Grün- und Pflanzflächen eingerahmt werden. Diese gestalterische Maßnahme schafft nicht nur ästhetisch ansprechende Räume, sondern auch funktionale Bereiche für die Pausengestaltung und schulische Aktivitäten.
Neben dem Pausenhof wurden weitere Flächen im Gebäudeumgriff bzw. Vorfeld der Schule bei der Glätzlstraße eingeebnet und neu bepflanzt. Diese umfassende Landschaftsarchitektur schafft eine einheitliche und ansprechende Umgebung für das gesamte Schulgelände.
Die Planung der Freianlagen lag in den Händen des Landschaftsarchitekten Andreas Thammer aus Gaisthal bei Schönsee, die Ausführung übernahm die Firma Pohl und Schneider GmbH aus Cham. Der Auftrag wurde im Frühjahr 2021 für knapp 400.000 Euro erteilt. Mit der Neugestaltung des Pausenhofs findet die Maßnahme "Sanierung Hauptbau mit Teilneubau Verbindungsbau" einen gelungenen Abschluss.
Sobald die Witterung es zulässt, werden noch offene kleinere Restarbeiten durchgeführt, darunter das Anbringen der seitlich die Treppenanlage begleitenden Geländer, die Montage der Sitzauflagen und die Rasenansaat. Diese Details vervollständigen das Gesamtbild der gestalteten Außenanlagen.
Verkehrsführung und Parkplatzsituation
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Gesamtkonzepts ist die Verbesserung der Verkehrsführung und die Schaffung zusätzlicher Parkmöglichkeiten. Wie aus den aktuellen Baumaßnahmen hervorgeht, wird die neue Freifläche, die durch den Abriss des ehemaligen Medienzentrums entstanden ist, in Parkplätze für die beiden Beruflichen Schulzentren Schwandorf (BSZ) umgewandelt.
Die Baugrube, die durch den Abrisses des Medienzentrums entstand, wird nun als Parkfläche gestaltet. Diese Maßnahme reagiert direkt auf den gestiegenen Parkbedarf infolge der erweiterten Schulangebote und der steigenden Schülerzahlen.
Zusätzlich zu den neuen Parkplänen werden in den Pfingstferien die Verkehrsführung mit neuen Überquerungshilfen verbessert. Diese Maßnahmen erhöhen die Verkehrssicherheit im Bereich der Schule und verbessern die Erreichbarkeit der Bildungseinrichtung.
Der sechste Bauabschnitt: Neubau der Werkstätten
Aktuell befindet sich das Bauprojekt im sechsten Bauabschnitt, der den Neubau des Werkstättengebäudes umfasst. Für diese wichtige Phase wurden bereits mehrere Aufträge an spezialisierte Unternehmen vergeben:
Bodenbelagsarbeiten
Die Firma Gräser Fußbodenbau aus Zwickau übernimmt die Bodenbelagsarbeiten für einen Betrag von 172.888,26 Euro. Diese Arbeiten sind besonders wichtig, da sie die Grundlage für die Funktionalität der neuen Werkstätten schaffen.
Malerarbeiten
Die Malerarbeiten wurden an die Firma Dillinger & Sielaff GmbH aus Sulzbach-Rosenberg vergeben, mit einem Preis von 93.808,30 Euro. Diese Arbeiten tragen zur ästhetischen Gestaltung der Räumlichkeiten bei.
Schreinerarbeiten
Die Firma Bauer GmbH aus Wernberg-Köblitz führt die Schreinerarbeiten für 136.382,85 Euro aus. Diese Arbeiten sind für die Herstellung von individuellen Möbeln und Einbauten in den Werkstätten von Bedeutung.
Estricharbeiten
Die Estricharbeiten wurden an die Firma Gökser Fußbodentechnik Bau GmbH aus Merseburg vergeben, mit einem Endpreis von 74.268,16 Euro. Diese Arbeiten schaffen die notwendigen ebenen Flächen für die后续 Bodenbeläge.
Planungsänderungen und Grundstumserwerb
In der jüngeren Vergangenheit gab es bedeutende Änderungen am ursprünglichen Bauplan. Vor wenigen Wochen hat der Landkreis ein Grundstück am Kreuzbergring erworben, das unmittelbar hinter der Berufsschule liegt. Dieser Grundstumserwerb eröffnet neue Möglichkeiten, die zu grundlegenden Änderungen bei den Bauabschnitten 6 und 7 führen werden.
Auf dem erworbenen Grundstück steht noch immer ein verlassenes Privathaus, das in der nächsten Zeit abgerissen werden soll. Dieser Abriss schafft zusätzliche Fläche für zukünftige Baumaßnahmen und ermöglicht eine Neuordnung des gesamten Geländes.
Die Änderungen im Konzept haben beachtliche Auswirkungen auf die Bauabschnitte 6 und 7, wie im Kreisausschuss für Planung und Bau bekanntgegeben wurde. Diese Flexibilität in der Planung zeigt die Bereitschaft des Landkreises, das Projekt kontinuierlich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
Weitere Bauprojekte im Landkreis Schwandorf
Neben den großen Baumaßnahmen am Beruflichen Schulzentrum gibt es weitere Bauprojekte im Landkreis Schwandorf, die für die Bau- und Immobilienbranche von Interesse sind:
Instandhaltungsarbeiten
In der Sitzung des Ausschusses für Schulen, Planung und Bau des Landkreises Schwandorf am 29. September wurden mehrere Bauaufträge vergeben. Die Instandhaltungsarbeiten für Flickasphaltierungen im Jahr 2025 wurden an die Firma Strabag AG aus Maxhütte–Haidhof vergeben, mit einem Endpreis von 162.979,13 Euro.
Tiefbauarbeiten am Landratsamt
Für die Änderung der Stromversorgung am Landratsamt Schwandorf wurden durch den Kreistagsausschuss die Tiefbauarbeiten an die Firma Althammer Bau GmbH aus Pemfling vergeben (54.723,64 Euro). Diese Maßnahme zeigt die kontinuierliche Investitionen des Landkreises in die Infrastruktur seiner öffentlichen Gebäude.
Digitale Ausstattung und Barrierefreiheit
Im Zuge der Baumaßnahmen werden verschiedene Räumlichkeiten renoviert und die Barrierefreiheit verbessert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der vollständigen digitalen Ausstattung der Landmaschinenwerkstätte. Diese Investition in moderne Technologien stellt sicher, dass die Schülerinnen und Schüler mit den neuesten Entwicklungen in ihrem Fachbereich vertraut gemacht werden.
Die Verbesserung der Barrierefreiheit ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Sanierungsmaßnahmen. Durch gezielte Umbaumaßnahmen wird sichergestellt, dass alle Bereiche des Schulzentrums für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind. Diese Maßnahmen entsprechen nicht nur rechtlichen Vorgaben, sondern tragen auch zur Inklusion bei und verbessern die Nutzbarkeit der Räumlichkeiten für alle.
Personalstruktur und Organisation
Das Berufliche Schulzentrum Oskar-von-Miller beschäftigt eine vielfältige Belegschaft, die für den reibungslosen Betrieb der Bildungseinrichtung sorgt. Die Landmaschinenmechanikermeister Erwin Gural und Simon Aumann unterrichten bei den Mechatronikern für Land- und Baumaschinentechnik. Neu zur Riege der nebenberuflichen Lehrkräfte stößt der Bachelor (Landwirtschaft) Michael Roth aus Bernried.
Aufgrund steigender Schülerzahlen unterstützen heuer mit den Fächern Deutsch, Politik und Gesellschaft auch Lehrkräfte von der Stammschule in Schwandorf die Außenstelle Neunburg. An dieser unterrichten mit den nebenberuflichen Lehrkräften insgesamt rund 30 Kräfte. Zusammen mit dem nichtlehrenden Personal und den Beschäftigten des Kreisschülerheims bietet die Bildungseinrichtung mittlerweile etwa 50 Arbeitsplätze.
Im Sekretariat kümmern sich die zwei Verwaltungsangestellten Gisela Steinbauer und Stefanie Lacher um die Verwaltungsaufgaben. Das Hausmanagement liegt bei Andreas Köppl, der als Hausmeisterspringer von Tobias Hummer unterstützt wird. Diese gut strukturierte Organisation stellt sicher, dass die umfangreichen Baumaßnahmen den Schulbetrieb nur minimal stören.
Zukunftsperspektiven und weitere Planungen
Die Baumaßnahmen am Beruflichen Schulzentrum Oskar-von-Miller sind noch nicht abgeschlossen. Im nächsten Jahr beginnt der Neubau der Werkstätten für die Bauberufe Maurer, Fliesenleger und Maler sowie die Friseure. Diese zusätzlichen Werkstätten werden die praktische Ausbildung in diesen Fachbereichen erheblich verbessern und erweitern.
Die Planung für die zukünftigen Bauphasen berücksichtigt die veränderten Rahmenbedingungen in der Berufsausbildung und die steigenden Anforderungen an moderne Bildungseinrichtungen. Durch die kontinuierliche Anpassung und Erweiterung der Infrastruktur stellt der Landkreis Schwandorf sicher, dass das Berufliche Schulzentrum auch in Zukunft den Anforderungen an eine moderne Berufsbildung gerecht werden kann.
Fazit
Die umfangreichen Baumaßnahmen am Beruflichen Schulzentrum Oskar-von-Miller in Schwandorf stellen eine der größten Investitionen in der Geschichte des Landkreises dar. Durch die schrittweise Sanierung und Erweiterung der Gebäudekomplexe wird eine zukunftsweisende Bildungsinfrastruktur geschaffen, die den steigenden Anforderungen an moderne Berufsbildung gerecht wird.
Die bisher realisierten Maßnahmen – von der Neugestaltung des Pausenhofs über die Sanierung des Hauptbaus bis hin zum Neubau der Werkstätten – zeigen die konsequente Umsetzung eines umfassenden Konzepts. Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Bauunternehmen und die kontinuierliche Anpassung der Planung an neue Gegebenheiten tragen entscheidend zum Erfolg des Projekts bei.
Besonders hervorzuheben ist die Berücksichtigung der Barrierefreiheit und der digitalen Ausstattung, die das Schulzentrum zu einer modernen und zukunftsorientierten Bildungseinrichtung machen. Gleichzeitig schaffen die neuen Parkplätze und die verbesserte Verkehrsführung bessere Rahmenbedingungen für Schülerinnen und Schüler sowie das Personal.
Die Baumaßnahmen am Beruflichen Schulzentrum Oskar-von-Miller sind ein Paradebeispiel für gelungene Infrastrukturentwicklung, die nicht nur bauliche Verbesserungen, sondern auch pädagogische Innovationen fördert. Das Projekt zeigt, wie wichtige öffentliche Bauvorhaben durch sorgfältige Planung, fachgerechte Ausführung und kontinuierliche Anpassung an veränderte Anforderungen erfolgreich realisiert werden können.
Quellen
- Eine neue Etappe am Beruflichen Schulzentrum in Schwandorf erreicht
- Bauabschnitt sechs am Beruflichen Schulzentrum Landkreis Schwandorf vergibt Aufträge
- Umstrukturierungen bei der Berufsschul-Baustelle
- Vor der Schwandorfer Berufsschule entstehen neue Parkplätze
- 724 Schüler starten an der Berufsschule Neunburg – Renovierung soll fit für die Zukunft machen
- Oberpfalz Echo - Ort Schwandorf