Einleitung
Das Frisia-Bad in Norden steht vor einer umfassenden Sanierung, die seine Zukunft als zentrale Sportstätte im nördlichen Ostfriesland sichern soll. Die historische Schwimmhalle, die seit 1964 als erstes Hallenbad im Landkreis Aurich existiert, erhält dringend benötigte Modernisierungen ihrer Schwimmbecken und Wasseraufbereitungsanlagen. Mit einer Förderung von rund 933.660 Euro durch das Land Niedersachsen kann das Projekt nun in die konkrete Planungsphase eintreten. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte der Anlage, die Notwendigkeit der Sanierung, die geplanten Maßnahmen sowie die Bedeutung für die Region und die zukünftige Nutzung.
Geschichte und Bedeutung des Frisia-Bades
Das Frisia-Bad wurde 1963 und 1964 von den Wirtschaftsbetrieben der Stadt Norden errichtet und am 12. September 1964 feierlich als erstes Hallenbad im Landkreis Aurich eröffnet. Seit dieser Zeit hat die Anlage eine besondere Bedeutung für die regionale Schwimmausbildung und den Vereinssport erlangt. Mit einer Wasserfläche von 200 Quadratmetern bietet das Bad vielfältige Nutzungsmöglichkeiten: Die Wassertiefe variiert zwischen 1,15 Metern im Nichtschwimmerbereich und 3,60 Metern im Schwimmerbereich, wobei die Wassertemperatur konstant bei 28 Grad Celsius gehalten wird. Für zusätzliche Abwechslung sorgen zwei Sprungbretter in den Höhen von 1,00 Meter und 3,00 Meter.
Die Hauptnutzung des Frisia-Bades erfolgt durch Schulen und Sportvereine, die es für Schwimmunterricht und Training nutzen. Besonders die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat hier einen festen Platz in ihrem Trainingsbetrieb. Die hohe Auslastung durch diese Institutionen hat dazu geführt, dass das Bad für die allgemeine Öffentlichkeit kaum zugänglich ist. Diese Nutzungskonstellation ist auch nach der geplanten Sanierung vorgesehen und wird sich voraussichtlich nicht grundlegend ändern.
Bereits im Jahr 2008 wurde der Gebäudetrakt der Schwimmhalle energetisch überarbeitet. Damals wurden eine Photovoltaikanlage installiert, die Lüftungsanlage erneuert und einzelne Fassadenelemente ausgetauscht. Diese Maßnahmen konzentrierten sich jedoch ausschließlich auf das Gebäude und nicht auf die eigentlich dringend sanierungsbedürftigen Kernbereiche der Anlage.
Dringlicher Sanierungsbedarf
Trotz der energetischen Modernisierung des Gebäudes im Jahr 2008 wurde an den zentralen technischen Anlagen des Frisia-Bades seit Eröffnung im Jahr 1964 keine grundlegenden Modernisierungen oder Erneuerungen vorgenommen. Insbesondere das Schwimmbecken selbst und die Wasseraufbereitungsanlage im Keller weisen einen erheblichen Sanierungsstau auf. Die Notwendigkeit einer Erneuerung dieser Systeme wird von Fachexperten als dringend eingestuft, da sowohl die Sicherheit der Nutzer als auch die Effizienz der Anlage durch den veralteten Zustand beeinträchtigt sind.
Die Wasseraufbereitungsanlage ist ein kritischer Bestandteil jeder Schwimmbadanlage, da sie für die Wasserhygiene und damit für die Gesundheit der Badegäste verantwortlich ist. Moderne Anlagen ermöglichen nicht nur eine bessere Wasserqualität, sondern auch eine deutlich effizientere Nutzung von Energie und Chemikalien. Da das Frisia-Bad hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen für den Schwimmunterricht genutzt wird, ist die Gewährleistung höchster hygienischer Standards besonders wichtig.
Auch das Schwimmbecken selbst benötigt eine umfassende Überarbeitung. Die Sanierung umfasst wahrscheinlich die Erneuerung der Beckenbeschichtung, die Modernisierung der Beckenrandtechnik und die Anpassung an aktuelle Sicherheitsstandards. Gleichzeitig wird die Gelegenheit genutzt, die Barrierefreiheit der Anlage zu verbessern, um auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zum Schwimmsport zu ermöglichen.
Geplante Sanierungsmaßnahmen
Die geplante Sanierung des Frisia-Bades konzentriert sich auf mehrere zentrale Bereiche, die für die zukünftige Funktionsfähigkeit der Anlage entscheidend sind. Der Tourismus-Service Norden-Norddeich schätzt das Gesamtvolumen der Sanierung auf knapp 2,4 Millionen Euro, wovon 40 Prozent durch die Förderung des Landes Niedersachsen abgedeckt werden. Die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden, die für das Projekt zuständig sind, haben im Frühjahr einen Förderantrag gestellt und umfassende Sanierungspläne entwickelt.
In den kommenden Monaten müssen diese Pläne konkretisiert und anschließend ausgeschrieben werden. Als geplanter Baubeginn ist das Jahr 2027 vorgesehen, was den Nutzern der Anlage ausreichend Zeit gibt, alternative Trainings- und Unterrichtsmöglichkeiten zu finden. Die Detailplanung wird sicherstellen, dass alle Arbeiten nach modernsten technischen Standards durchgeführt werden und gleichzeitig die betriebliche Nutzung der Anlage so wenig wie beeinträchtigt wird.
Ein zentraler Bestandteil der Sanierung ist die Modernisierung der Wasseraufbereitungsanlage. Neue Filtertechnologien, effizientere Pumpensysteme und modernste Desinfektionstechnik werden nicht nur die Wasserqualität verbessern, sondern auch den Energie- und Chemikalieneinsatz deutlich reduzieren. Dies entspricht nicht nur aktuellen hygienischen Anforderungen, sondern trägt auch nachhaltig zum Betrieb der Anlage bei.
Zusätzlich zur technischen Modernisierung werden Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz umgesetzt. Obwohl das Gebäude bereits 2008 energetisch saniert wurde, bieten weitere Optimierungspotenziale, insbesondere bei der Beheizung des Wassers und der Lüftungstechnik. Die bereits existierende Photovoltaikanlage wird eventuell erweitert oder durch weitere erneuerbare Energieträger ergänzt, um den Betrieb des Bades nachhaltiger zu gestalten.
Die Verbesserung der Barrierefreiheit ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Sanierung. Neue Zugänge, behindertengerechte Umkleiden und eventuell ein Aufzug werden es Menschen mit körperlichen Einschränkungen ermöglichen, das Schwimmbad uneingeschränkt zu nutzen. Dies entspricht nicht nur aktuellen rechtlichen Anforderungen, sondern erweitert auch die Zielgruppe für die Nutzung der Anlage.
Finanzierung und Förderung
Die Finanzierung der Sanierung des Frisia-Bades erfolgt durch eine Kombination aus öffentlichen Fördermitteln und städtischen Mitteln. Das Land Niedersachsen hat im Rahmen seines Sportstätteninvestitionsprogramms eine Förderung in Höhe von 933.660 Euro bewilligt, was 40 Prozent der geschätzten Gesamtkosten von 2,4 Millionen Euro entspricht. Diese erhebliche finanzielle Unterstützung unterstreicht die Bedeutung, die das Land der Schwimminfrastruktur in ländlichen Regionen einräumt.
Matthias Arends, Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Emden/Norden, betont die Bedeutung dieser Förderung: "Ich freue mich sehr, dass mit dieser Förderung ein bedeutender Beitrag für die Zukunft des Schwimmunterrichts und des Vereinssports in Norden geleistet wird. Gerade das Frisia-Bad ist für Kinder, Schulen, Vereine und die gesamte Bevölkerung im nördlichen Ostfriesland von zentraler Bedeutung."
Das Sportstätteninvestitionsprogramm des Landes Niedersachsen umfasst insgesamt 25 Millionen Euro, die in die Modernisierung von kommunalen und vereinsgebundenen Sportstätten investiert werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Sanierung von Lehrschwimmbecken, um sicherzustellen, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, das Schwimmen sicher zu erlernen. Die Förderung des Frisia-Bades zeigt, dass auch ländliche Regionen gezielt unterstützt werden.
Die restlichen 60 Prozent der Kosten werden von der Stadt Norden getragen, die durch die Wirtschaftsbetriebe als Träger der Anlage fungiert. Diese finanzielle Beteiligung unterstreicht das Engagement der Stadt für den Erhalt und die Modernierung ihrer Sportinfrastruktur. Die Kombination aus Landesförderung und städtischen Mitteln macht das Projekt finanziell tragfähig und ermöglicht eine umfassende Modernisierung nach höchsten Standards.
Zukünftige Nutzung nach der Sanierung
Trotz der umfassenden Sanierung wird sich an der grundlegenden Nutzung des Frisia-Bades voraussichtlich wenig ändern. Die Anlage bleibt hauptsächlich den Schulen und Sportvereinen vorbehalten, die sie bereits jetzt nahezu vollständig auslasten. Eva Krüger-Linzer, Kurdirektorin von Norddeich, erklärt die Situation: "Ich verstehe den Wunsch der Bevölkerung, das Bad wieder für den öffentlichen Betrieb zu öffnen. Aber das geht derzeit leider nicht. Kinder lernen dort schwimmen, die DLRG trainiert – das wollen wir nicht einschränken."
Die hohe Auslastung durch den Schwimmunterricht und den Vereinssport bedeutet, dass selbst gelegentliche Leerzeiten, etwa einzelne Stunden zwischen Belegungen, sich nicht für eine öffentliche Öffnung lohnen würden. Diese Nutzungskonstellation hat sich bereits vor der Corona-Pandemie etabliert und hat sich seitdem nicht grundlegend verändert. Die Sanierung wird daher nicht zu einer Erweiterung des öffentlichen Zugangs führen, sondern die bestehende Nutzungssituation für die Zukunft absichern.
Die Sanierung stellt jedoch eine wichtige Investition in die Sicherheit und Qualität der Schwimmausbildung dar. Moderne Becken und eine verbesserte Wasseraufbereitung werden den Schwimmunterricht für Kinder sicherer und angenehmer machen. Gleichzeitig profitieren die Sportvereine von einer modernen Trainingsstätte, die den aktuellen Anforderungen entspricht. Für die DLRG und anderen Rettungssportvereinen ist die Anlage besonders wichtig, da hier zukünftig weiterhin effektives Training möglich sein wird.
Bedeutung für die Region
Das Frisia-Bad hat eine besondere Bedeutung für die Region nördliches Ostfriesland. Als eines der wenigen Hallenbade in diesem Bereich stellt es eine unverzichtbare Infrastruktur für die Schwimmausbildung dar. Matthias Arends betont: "Die Sanierung ist eine Investition in die Sicherheit unserer Kinder und in die Lebensqualität vor Ort. Dass Norden hierbei berücksichtigt wurde, ist ein starkes Signal und eine gute Nachricht für die Menschen in unserem Wahlkreis."
Die Anlage trägt nicht nur zur sportlichen Bildung bei, sondern stärkt auch die Attraktivität der Region insgesamt. Moderne Sportstätten sind ein wichtiges Standortfaktor für Familien und tragen zur Lebensqualität bei. Die Sanierung des Frisia-Bades ist somit auch ein Beitrag zur Stärkung der Region als attraktiven Lebens- und Standortraum.
Für den Tourismus im Bereich Norden-Norddeich hat das Bad eine indirekte Bedeutung, da es eine wichtige Infrastruktur für Einheimische und Gäste darstellt. Die verbesserte Qualität der Anlage nach der Sanierung wird dazu beitragen, die Sportinfrastruktur der Region langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Fazit
Die Sanierung des Frisia-Bades in Norden ist ein notwendiges und wichtiges Projekt für die Zukunft des Schwimmsports in der Region. Die Modernisierung der Schwimmbecken und der Wasseraufbereitungsanlage, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Erhöhung der Barrierefreiheit werden die Anlage für die kommenden Jahrzehnte fit machen. Mit einer Förderung von rund 933.660 Euro durch das Land Niedersachsen und einem Gesamtvolumen von 2,4 Millionen Euro kann das Projekt nun in die konkrete Umsetzungsphase eintreten.
Trotz der umfangreichen Investitionen wird sich an der grundlegenden Nutzung der Anlage wenig ändern. Sie bleibt hauptsächlich den Schulen und Sportvereinen vorbehalten, die sie bereits jetzt nahezu vollständig auslasten. Für die zukünftige Generationen von Kindern im nördlichen Ostfriesland sichert die Sanierung jedoch die Möglichkeit, das Schwimmen in modernen und sicheren Anlagen zu lernen. Gleichzeitig profitieren die Sportvereine von einer zeitgemäßen Trainingsstätte.
Die Bedeutung des Projekts geht über die reine Sportinfrastruktur hinaus. Die Sanierung des Frisia-Bades ist eine Investition in die Sicherheit unserer Kinder, in die Lebensqualität vor Ort und in die Zukunftsfähigkeit der Region. Mit dem Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2027 wird eine wichtige Infrastruktur für die Region modernisiert und gesichert.
Quellen
- altkreis-norden.de - Frisia-Bad wird saniert
- frisia-bade.de - Frisia Bad
- nwzonline.de - Frisia-Bad Norden: Sanierung 2027, wie sieht die Nutzung danach aus?
- spd-emden.de - 933.660 Euro Landesförderung für die Sanierung des Frisia-Bades in Norden
- oz-online.de - Norden bekommt rund eine Million Euro für Sanierung des Frisia-Bades