Einleitung
Die Pfarrkirche St. Zeno in Schönbrunn hat nach über zweijähriger Arbeit ihre Gesamtrenovierung abgeschlossen und erstrahlt wieder in altem Glanz. Dieser umfassende Sanierungsprozess, der sowohl das Kirchengebäude als auch die Innenausstattung umfasste, stellte eine bedeutende Investition in die Erhaltung des kulturellen Erbes dar. Mit Gesamtkosten von über 300.000 Euro handelte es sich um eines der größten Bauprojekte in der jüngeren Geschichte der Gemeinde. Ein besonderer Aspekt der Renovierung war der Einbau einer neuen Orgel, die nicht nur technische Anforderungen erfüllt, sondern auch als kulturelles Gut für zukünftige Generationen sichern soll. Dieser Artikel beleuchtet den umfassenden Sanierungsprozess, die Herausforderungen, die dabei bewältigt werden mussten, und die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde und die Region.
Historische Bedeutung der Kirche St. Zeno
Die Pfarrkirche St. Zeno in Schönbrunn ist ein bedeutendes architektonisches Zeugnis mit einer reichen Geschichte, die sich über mehrere Jahrhunderte erstreckt. Als spätgotischer Bau wurde die Kirche im 15. Jahrhundert errichtet und stellt damit einen wichtigen Teil des kulturellen Erbes der Region dar. Im 18. Jahrhundert erfuhr das Gotteshaus eine Barockisierung, die dem Innenraum sein charakteristisches Erscheinungsbild verlieh. Eine weitere bauliche Erweiterung erfolgte im Jahr 1880, als ein zusätzliches Langhaus-Joch hinzugefügt wurde.
Die Kirche beherbergt zahlreiche Kunstschätze, die ihre historische Bedeutung unterstreichen. Dazu gehören der Hoch- und Nebenaltar aus der Spätbarockzeit um 1680 sowie eine besondere Kreuzigungsgruppe, die von Christian Jorhan dem Älteren im Jahr 1832 geschaffen wurde. Ein weiteres historisches Dokument ist die erhaltene Grabplatte von Heinrich III von Schönbrunn, der im Jahr 1501 verstarb. Diese kunsthistorischen Elemente machten eine sorgfältige Restaurierung während der Gesamtrenovierung notwendig, um ihre Erhaltung für zukünftige Generationen zu gewährleisten.
Die Kirche St. Zeno ist damit nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein kulturelles Zentrum, das die Geschichte und Tradition der Region widerspiegelt. Die Sanierung zielte darauf ab, diesen historischen Charakter zu bewahren, gleichzeitig aber die Bausubstanz zu sichern und den Komfort für die Besucher zu verbessern.
Umfang und Kosten der Gesamtrenovierung
Die Gesamtrenovierung der Kirche St. Zeno in Schönbrunn war ein umfassendes Projekt, das sowohl das Kirchengebäude selbst als auch die Innenausstattung umfasste. Die Planungen für diese Sanierung begannen bereits im Jahr 2018, als die Pfarrei erkannte, dass Kälte, Hitze, Feuchtigkeit und Trockenheit der Kirche im Laufe der Jahrzehnte erheblich zugesetzt hatten. Die Arbeiten dauerten über zwei Jahre und wurden erst kürzlich abgeschlossen.
Die Finanzierung dieses umfangreichen Projekts erfolgte durch mehrere Quellen. Die Gesamtkosten der Maßnahmen betrugen über 300.000 Euro, wie von Kirchenpfleger Anton Daumoser und Mesner Jakob Mühlhuber berichtet wurde. Für die Sanierung der Raumschale und des Kirchengebäudes wurden 95.000 Euro aufgewendet. Diese Kosten wurden durch Zuschüsse der Gemeinde, des Landkreises, des Bezirks sowie durch Privatspenden finanziert, wobei die Pfarrei auch rund 300 Stunden Eigenleistung einbrachte.
Die Innenausstattung kostete 61.000 Euro, wobei das Erzbischöfliche Ordinariat München die Hälfte dieses Betrags beisteuerte und die Pfarrei den Rest übernahm. Ein weiteres bedeutendes Element der Renovierung war die Anschaffung einer neuen Orgel, die mit 140.000 Euro bzw. laut anderer Quellen 150.000 Euro zu Buche schlug. Die Finanzierung der Orgel wurde durch eine großzügige Spende einer mittlerweile verstorbenen Pfarrangehörigen sowie durch viele weitere Spenden und Fördergelder ermöglicht.
Der Sanierungsprozess und Herausforderungen
Der Sanierungsprozess der Kirche St. Zeno gestaltete sich komplex und war mit mehreren Herausforderungen verbunden. Einer der größten Probleme war die Bewältigung der Auswirkungen von Klimaschwankungen über die Jahrzehnte. Extreme Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und periodische Trockenheit hatten das Baumaterial stark beansprucht und zu Schäden geführt.
Ein weiteres Problem waren Wasserflecken, die durch ausgelaufenes Gießwasser aus Blumentöpfen auf Sockeln entstanden waren. Diese Feuchtigkeitsschäden erforderten eine gezielte Sanierung, um langfristige Schäden an der Bausubstanz zu verhindern. Zusätzlich mussten bildhauerische Arbeiten durchgeführt werden, darunter die Reparatur abgebrochener Finger an Heiligenfiguren, die von professionellen Bildschnitzern ausgeführt wurden.
Ein besonderer Fokus lag auf der Konservierung und Restaurierung der Innenausstattung. Diese Aufgabe wurde der Diplom-Restauratorin Angelika Graßmann aus Burghausen übertragen, die mit großer Leidenschaft und Sorgfalt an der Arbeit war. Ihre Aufgabe umfasste die Restaurierung von Altären, Heiligenfiguren, Bildern und der Kanzel. Ziel war es, die ursprüngliche Schönheit dieser Kunstwerke wiederherzustellen und kommenden Generationen einen authentischen Eindruck vergangener Epochen zu vermitteln.
Ein unvorhergesehener Hemmschuh für den Abschluss der Renovierung war die COVID-19-Pandemie. Die Kirche musste während der Pandemie geschlossen werden, was ursprünglich geplante Feierlichkeiten und den Abschluss der Arbeiten verzögerte. Der Vorteil der Pandemie war jedoch, dass die seit Oktober 2019 laufenden Restaurierungen im geschlossenen Gotteshaus ungestört von Störungen fortgesetzt werden konnten.
Restaurierung der Innenausstattung
Die Restaurierung der Innenausstattung der Kirche St. Zeno war ein zentraler Bestandteil der Gesamtrenovierung. Unter der Leitung der Diplom-Restauratorin Angelika Graßmann aus Burghausen wurden zahlreiche Kunstwerke und Einrichtungsgegenstände fachgerecht konserviert und instand gesetzt.
Die Restaurierungsarbeiten konzentrierten sich auf mehrere zentrale Elemente des Kircheninneren. Dazu gehörten die Altäre, die als sakrale Zentrale besondere Aufmerksamkeit erforderten. Die Heiligenfiguren, die zum Teil über Jahrhunderte in der Kirche standen, zeigten Zeichen der Zeit und mussten teilweise aufwendig restauriert werden. Besonders anspruchsvoll war die Reparatur abgebrochener Teile, die eine hohe handwerkliche Kunstfertigkeit erforderte.
Auch die Bilder an den Wänden der Kirche, die religiöse Szenen darstellen, wurden einer gründlichen Reinigung und Restaurierung unterzogen. Die Kanzel, von der aus die Predigten gehalten werden, war ebenfalls Teil der Restaurierungsmaßnahmen. Alle diese Arbeiten wurden mit größter Sorgfalt durchgeführt, um die Authentizität der Kunstwerke zu bewahren und gleichzeitig ihre Langlebigkeit sicherzustellen.
Die Restaurierung der Innenausstattung kostete 61.000 Euro, wobei das Erzbischöfliche Ordinariat München die Hälfte dieses Betrags übernahm und die Pfarrei den Rest finanzierte. Die durchgeführten Maßnahmen hatten nicht nur den Zweck, die Schäden zu beheben, sondern auch zukünftigen Schäden vorzubeugen und die Widerstandsfähigkeit der Kunstwerke gegenüber Umwelteinflüssen zu erhöhen.
Die neue Orgel der Kirche St. Zeno
Ein besonderer Höhepunkt der Renovierung war der Einbau einer neuen Orgel in der Kirche St. Zeno. Diese Maßnahme hatte nicht nur technische, sondern auch kulturelle und religiöse Bedeutung für die Gemeinde. Die alte Orgel war den Anforderungen nicht mehr gewachsen, und die Pfarrei entschied sich für die Anschaffung eines neuen Instruments.
Die neue Orgel wurde von der Eder Orgelbau-Werkstätte in Bruckmühl (Kreis Rosenheim) hergestellt. Das Instrument ist 1,6 Tonnen schwer, dreieinhalb Meter hoch und beeindruckt durch seine optische und klangliche Qualität. Die Kosten für die neue Orgel betrugen 150.000 Euro, wie von Roland Eder, dem Inhaber der Orgelbau-Werkstatt, berichtet wurde. Die Finanzierung erfolgte durch eine großzügige Spende einer mittlerweile verstorbenen Pfarrangehörigen sowie durch zahlreiche weitere Spenden und Fördergelder.
Ein besonderes Merkmal der neuen Orgel ist ihre Anzahl an Pfeifen, die die Einwohnerzahl der Gemeinde übersteigt. Diese symbolische Zahl unterstreicht die Bedeutung des Instruments für die Gemeinde und ihre kulturelle Identität. Die Orgel wurde im Rahmen eines großen Festgottesdienstes von Weihbischof Wolfgang Bischof feierlich geweiht, der damit den Abschluss der Renovierungsarbeiten markierte.
Die Installation der neuen Orgel stellte eine logistische Herausforderung dar. Das Instrument wurde in der Werkstatt der Eder Orgelbau-Werkstätte vollständig aufgebaut und dann in seine Einzelteile zerlegt. Diese Einzelteile wurden dann in die Schönbrunner Kirche transportiert und dort in zweieinhalb Wochen zusammengebaut, wie Roland Eder beschrieb: "Dann ist das nur noch wie Lego spielen."
Ein weiterer Vorteil der neuen Orgel ist die verbesserte Raumgestaltung im Chor der Kirche. Bei der alten Orgel saß der Organist mit direktem Blick zum Altar, und die Orgel selbst war viel größer. Durch die neue Anordnung entstand deutlich mehr Platz im Chor, der Boden wurde erneuert, und das Raumklima verbesserte sich, wie Eder feststellte: "Jetzt ist es viel freundlicher".
Kulturelle Bedeutung und zukünftige Nutzung
Die Renovierung der Kirche St. Zeno und der Einbau der neuen Orgel haben die kulturelle Bedeutung des Gotteshauses erheblich gesteigert. Die Kirche ist nicht nur ein Ort der religösen Andacht, sondern auch ein kulturelles Zentrum, das für die gesamte Region von Bedeutung ist.
Die neue Orgel ermöglicht eine vielfältige musikalische Nutzung des Raums. Wie in einem Benefizkonzert demonstriert wurde, können Besucher die "Königin der Instrumente" mit Werken von Johann Sebastian Bach, César Franck, Marcel Dupré oder Johann Ernst Galliard erleben. Solche Veranstaltungen öffnen die Kirche für ein breiteres Publikum und tragen zur kulturellen Vielfalt in der Region bei.
Die Renovierung hat auch die Nutzungsmöglichkeiten der Kirche erweitert. Durch die besseren Raumverhältnisse im Chor und die verbesserte Akustik können nun auch größere musikalische Veranstaltungen stattfinden. Gleichzeitig bietet die sanierte Kirche einen angemessenen Rahmen für religiöse Feiern und Gottesdienste.
Ein besonderes Anliegen der Pfarrei war die Sicherung der Kirche für zukünftige Generationen. Wie Kirchenpfleger Anton Daumoser betonte: "Eine Orgel ist einfach Kulturgut". Die Pfarrei erkannte, dass für die Belebung der Kirche und das Interesse an religiösen und kulturellen Themen ein angemessenes Instrument notwendig ist. Die neue Orgel soll daher nicht nur die aktuelle Gemeinde, sondern auch zukünftige Generationen mit ihrem Klang erfüllen und begeistern.
Fazit
Die Gesamtrenovierung der Kirche St. Zeno in Schönbrunn stellt ein beeindruckendes Beispiel für die erfolgreiche Kombination von historischer Substanzerhaltung und moderner Sanierungstechnik dar. Über einen Zeitraum von über zwei Jahren wurden das Kirchengebäude und die Innenausstattung mit einem Gesamtvolumen von über 300.000 Euro saniert. Das Projekt umfasste nicht nur die bauliche Instandsetzung, sondern auch die fachgerechte Restaurierung wertvoller Kunstwerke und den Einbau einer neuen, qualitativ hochwertigen Orgel.
Die Renovierung war mit zahlreichen Herausforderungen verbunden, darunter die Bewältigung von Klimaschäden, die Restaurierung sensibler Kunstgegenstände und die Anpassung an die durch die COVID-19-Pandemie veränderten Bedingungen. Dennoch gelang es der Pfarrei, mit Unterstützung verschiedener Förderer und durch erhebliche Eigenleistung ein Ergebnis zu erzielen, das die historische Bedeutung der Kirche bewahrt und gleichzeitig die Nutzungsmöglichkeiten für zukünftige Generationen verbessert.
Die neue Orgel als kulturelles Gut steht im Mittelpunkt dieses Erneuerungsprozesses und symbolisiert die Verpflichtung der Gemeinde zur Pflege ihrer kulturellen Identität. Mit der feierlichen Weihe durch Weihbischof Wolfgang Bischof fand der Sanierungsprozess einen würdigen Abschluss, der die Kirche St. Zeno als lebendiges Zentrum des religiösen und kulturellen Lebens in der Region etabliert.
Die Renovierung von St. Zeno in Schönbrunn zeigt exemplarisch, wie historische Baudenkmäler durch sorgfältige Planung, fachgerechte Ausführung und die Einbindung der Gemeinschaft erhalten und für die Zukunft nutzbar gemacht werden können. Dieses Projekt dient als Vorbild für ähnliche Vorhaben in anderen Gemeinden und unterstreicht die Bedeutung des kulturellen Erbes für die Identität und Lebensqualität einer Region.