Einleitung
Die Parks des berühmten preußischen Gartenarchitekten Peter Josef Lenné sind bedeutende Kulturdenkmale, die in ganz Deutschland zu finden sind. Diese historischen Anlagen erfordern kontinuierliche Pflege, Sanierung und manchmal auch Neuentwicklungen, um ihre Bedeutung für die Gesellschaft zu bewahren und sie an die Anforderungen der Zeit anzupassen. In jüngster Zeit gibt es mehrere bemerkenswerte Projekte im Zusammenhang mit Lenné-Parks – von aufwendigen Sanierungsarbeiten bis hin zu modernen Neuentwicklungen, die den Namen Lenné in den Titel integrieren. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Projekte in Frankfurt (Oder), Meggen und Blumberg, die unterschiedliche Ansätze für die Entwicklung und Erhaltung von Parkanlagen zeigen.
Sanierung des Lennéparks in Frankfurt (Oder)
Der Lennépark in Frankfurt (Oder) ist ein wichtiges Gartendenkmal und Naherholungsgebiet mit touristischer Bedeutung, der derzeit umfassend saniert wird. Die Stadt hat Fördermittel in Höhe von 3,1 Millionen Euro für die Sanierungsmaßnahmen bis 2027 erhalten, die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro. Diese Finanzierung ist entscheidend, da die Stadt diese Summe alleine nicht hätte aufbringen können.
Finanzierung der Sanierung
Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch mehrere Quellen: - 2,1 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) - 1 Million Euro aus dem Stadtentwicklungsfonds (EU-Mittel) - 350.000 Euro Eigenanteil der Stadt Frankfurt (Oder)
Bereits in der Vergangenheit wurden Sanierungsmaßnahmen im Park durchgeführt. Für die Sanierung der sogenannten Grotte bis zur Karl-Marx-Straße, der Hangbereiche einschließlich der Gehwege sowie Seitenbereiche der Karl-Marx-Straße wurden 1,46 Millionen Euro aus einem Bund-Länder-Programm aufgewendet.
Geplante Sanierungsmaßnahmen
Die aktuellen Maßnahmen umfassen mehrere Bereiche des Parks: - Uferbereiche - Becken - Hangsanierung - Entschlammung des Lennéfließes
Insbesondere im nördlichen Teil des Lennéparks, wo der Park an die Topfmarktstraße angrenzt, sollen weitere Arbeiten durchgeführt werden. Dazu gehören die Entfernung der betonierten Randeinfassungen, die Entschlammung des Fließes und die denkmalgerechte Herstellung der Hangbereiche. Zuletzt wurde die Haltestelle am Topfmarkt barrierefrei umgebaut, wobei der Verkehr zwar wieder fließt, aber noch die Allee und die Verlegung von Naturstein folgen müssen.
Bedeutung des Parks
Der Lennépark in Frankfurt (Oder) ist nicht nur ein wichtiges Gartendenkmal, sondern auch ein zentrales Naherholungsgebiet mit touristischer Bedeutung für die Region. Die kontinuierliche Sanierung ist notwendig, um diese Bedeutung zu erhalten und die Attraktivität des Parks für Besucher zu sichern. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr sowie in den Jahren 2026 und 2027 durchgeführt werden.
LennePark in Meggen: Quartier für Best Ager
In Meggen, einem Ortsteil von Lennestadt, wird derzeit ein neues Wohnprojekt namens "LennePark" entwickelt, das sich speziell an Senioren richtet. Das Projekt der die.bau.mv GmbH wurde im zuständigen Ausschuss am 3. Dezember 2024 vorgestellt und erhielt einstimmige politische Unterstützung.
Projektumfang und Gestaltung
Der LennePark soll auf einer Fläche von 26.000 Quadratmetern entstehen, wovon 5.000 Quadratmeter als bebaubare Fläche ausgewiesen sind. Das Areal ist nah an der Natur gelegen und soll als parkähnliche Anlage gestaltet werden. In terrassenförmiger Bauweise sind vier Häuser mit Flachdach geplant, die jeweils zwei Wohneinheiten beherbergen werden. Diese Wohnungen sollen eine Größe zwischen 80 und 100 Quadratmetern haben.
Ein besonderes Augenmerk wird auf die Barrierefreiheit gelegt. Wie Architekt Andreas Eickelmann betonte: "Alles ist mit Rollstuhl oder Rollator zugänglich." Um den ruhigen Charakter der Anlage zu bewahren, soll das Areal vom fließenden Verkehr freigehalten werden. Die Parkplätze sind in der Tiefgarage eines fünften Gebäudes am Eingang des LenneParks vorgesehen. "Eine Zufahrt soll es nur für den Notdienst geben", erläuterte Eickelmann.
Zielgruppe und Konzept
Der LennePark richtet sich an Menschen aus dem näheren Umfeld, die nicht mehr in ihrem eigenen Haus leben können, aber auch nicht weit wegziehen möchten. Martin Heimes von der die.bau.mv GmbH beschrieb das Konzept: "Ich glaube, dass dort eine homogene Altersklasse der Best Ager leben könnte." Die Nachfrage für solche Wohnungen sei bereits jetzt groß.
Ein wichtiges Merkmal des Projekts ist, dass die Wohnungen vermietet, nicht verkauft werden sollen. "Damit der vorgesehene Charakter erhalten bleibt", so Heimes. Dieser Ansatz soll sicherstellen, dass eine bestimmte Zielgruppe angesprochen und das soziale Konzept beibehalten wird.
Nachhaltigkeit und Technik
Die die.bau.mv GmbH legt besonderen Wert auf die Entwicklung energetisch nachhaltiger Neubauquartiere. Auch der LennePark soll allen Standards entsprechen und sich mit eigener Energie versorgen können. Geplant ist, dass das Quartier mit einer Wärmepumpe mit Speichermöglichkeiten beheizt wird. In der Tiefgarage des Eingangsgebäudes sollen zusätzlich Ladestationen für Elektrofahrzeuge entstehen.
Der Einleitung des Verfahrens zur Aufstellung des Bebauungsplans "LennePark" wurde bereits einstimmig durch die Ausschussmitglieder zugestimmt, was als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Projekts gilt.
Der Lenné-Park Blumberg: Geschichte und Restaurierung
Im Landkreis Barnim, wenige Kilometer vom nordöstlichen Berliner Stadtrand entfernt, liegt der Ahrensfelder Ortsteil Blumberg mit seinem historischen Lenné-Park. Die Parkanlage, die nach dem berühmten Gartenarchitekten Peter Josef Lenné benannt ist, hat eine wechselvolle Geschichte und wurde in den letzten Jahrzehnten umfassend restauriert.
Historische Entwicklung
Die Geschichte des Gutes Blumberg reicht bis in die Askanierzeit zurück, als in den Jahrzehnten nach der Eroberung der Mark Brandenburg durch Albrecht den Bären das Herrschaftsgebiet bis zur Oder ausgedehnt wurde. Graf Friedrich Ludwig von Arnim-Boitzenburg erwarb das Anwesen Blumberg im Alter von 40 Jahren und beauftragte die Koryphäen seiner Zeit mit der Planung eines Herrenhauses und der Erweiterung der Parkanlage.
Der Architekt Friedrich August Stüler lieferte Pläne für das Schloss, während Peter Josef Lenné die Entwürfe für den Schlosspark erstellte. Das Schloss wurde jedoch in den letzten Kriegstagen 1945 zerstört und brannte ab. Die Parkanlage litt in den Folgejahren besonders durch Vernachlässigung und menschliches Eingreifen bis weit in die 1970er Jahre hinein.
Restaurierungsmaßnahmen
Erst Mitte der 1970er Jahre begann man damit, den verbliebenen Teil des Lennéparks wiederzubeleben. Durch das Wirken einzelner Akteure, kommunale Pflege und Investitionen sowie die Arbeit des Regionalparkvereins Barnimer Feldmark e.V. entwickelte sich der "Blumberger Lenné-Park" zu einem Kleinod am Berliner Stadtrand.
Zu den Restaurierungsmaßnahmen gehören: - Sanierung der Parkwege - Originalgetreue Wiederherstellung der Brücken - Gehölz- und Gewässerpflege
Die fehlende Pflege hatte den Park zunehmend verwildern lassen. Inzwischen sind viele der Parkwege saniert und die Holzbrücken am Hexenberg und an der Eichenallee sind nach alten Vorlagen neu entstanden. Die Insel mit ihrer Eichengruppe ist wieder als solche erkennbar, und einige Gräben wurden freigelegt. Der Park wurde vom Wildwuchs und von den um 1960 gepflanzten Pappeln befreit und wird nun regelmäßig gepflegt.
Besonderheiten des Parks
Die gesamte Parkfläche beträgt etwa 23 Hektar. Ein Rundweg führt über gut begehbare Parkwege und ist weitgehend für Kinderwagen geeignet. Auf dem Rundweg gibt es wenige, kaum nennenswerte Höhenunterschiede. Besonders bemerkenswert ist der wertvolle Baumbestand, der aus Ahorn, Buchen, Eichen, Lärchen, Linden, Kastanien und Platanen besteht. Bei einigen Arten wird ein Alter zwischen 170 und 230 Jahren geschätzt.
Ein Teil des alten Baumbestandes stammt noch aus der ersten Erweiterung des Parks durch Graf v.d. Schulenburg in der Zeit zwischen 1775 und 1790. Einzelne Bäume der Allee zur B158 und der Eichenallee sind aus dieser Zeit und haben heute ein ehrbares Alter von etwa 230 Jahren. Aus dem "Lennéschen Zeitalter" stammen die heute etwa 170 Jahre alten Kastanien, Buchen, Eichen, Ulmen, Lärchen, Ahornbäume, Linden und Platanen. Die gelegentlich im Park zu findenden Birken und Robinien werden der Zeit Anfangs des 20. Jahrhunderts zugeordnet.
Ein nicht geringer Teil des alten Baumbestandes wurde im Sommer 1959 durch einen schweren Sturm vernichtet, andere Gehölzbestände des historischen Parks fielen diversen Bauvorhaben zum Opfer.
Heutige Nutzung und Bedeutung
Heute zählt der Schlosspark mit zu den bekanntesten Parkanlagen in der Region. Er wird gern für einen Spaziergang von Parkbesuchern, aber auch für Laufveranstaltungen oder Dorffeste der Blumberger genutzt. Es handelt sich um einen denkmalgeschützten Landschaftspark, weshalb besondere Schutzvorschriften gelten. Für Hunde gilt Leinenzwang, wie auch im Dorfbereich.
Fazit
Die verschiedenen Projekte rund um Lenné-Parks in Deutschland zeigen unterschiedliche Ansätze für die Erhaltung und Entwicklung von historischen Parkanlagen. In Frankfurt (Oder) konzentriert man sich auf die Sanierung und Restaurierung bestehender Elemente des historischen Gartendenkmals, während in Meggen ein komplett neues Wohnquartier für Senioren entwickelt wird, das den Namen Lenné als Qualitätsmerkmal nutzt. Der Lenné-Park in Blumberg schließlich zeigt, wie ein vernachlässigtes historisches Ensemble durch behutsame Restaurierung und Pflege wieder zu seinem alten Glanz zurückfinden kann.
Gemeinsam ist allen Projekten die hohe Qualität der Planung und Umsetzung sowie die Bedeutung für die jeweilige Region. Während der Frankfurter Park als touristische Attraktion und Naherholungsgebiet erhalten wird, schafft der LennePark in Meggen dringend benötigten Wohnraum für Senioren in einer barrierefreien und nachhaltigen Umgebung. In Blumberg wird ein wertvolles Kulturerbe für zukünftige Generationen bewahrt.
Diese Beispiele zeigen, dass historische Parkanlagen und neue Entwicklungen keine Gegensätze sein müssen, sondern sich gegenseitig bereichern können, wenn sie mit Respekt vor der Geschichte und den Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft geplant und umgesetzt werden.