Einleitung
Die Neugestaltung von Spielplätzen ist ein wichtiges Thema für Kommunen, da diese Orte nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der natürlichen Entwicklung von Kindern dienen. In Bochum-Hiltrop wurde im August 2023 ein neuer Wasserspielbereich im Volkspark Dreihügelstraße eröffnet, der das Spielangebot um eine erfahrungsreiche Attraktion ergänzt. Diese Maßnahme ist Teil der langfristigen Spielleitplanung der Stadt Bochum, die darauf abzielt, einen attraktiven Spielort zum Thema Wald und Natur zu schaffen. Dieser Artikel beleuchtet die technischen Aspekte, die Kosten und die zukünftigen Pläne für die Gestaltung des gesamten Spielplatzareals.
Der neue Wasserspielbereich in Hiltrop
Der im August 2023 eröffnete Wasserspielbereich im Volkspark Dreihügelstraße stellt eine bedeutende Erweiterung des bestehenden Spielplatzangebots dar. Die Anlage wurde vom Landschaftsarchitekturbüro Danielzik, Leuchter + Partner aus Duisburg geplant und speziell für die Nutzung durch Kinder im Volkspark Hiltrop konzipiert.
Funktionsweise und Gestaltung
Der Wasserspielplatz bietet je nach Witterung von Mai bis September zahlreiche Spielmöglichkeiten. Die zentrale Elemente der Anlage sind:
- Eine Pumpe mit Drehscheibe, mit der Kinder Wasser in einen großen Trog fördern können
- Ein Matschbereich mit Natursteinen und Sand, in den das geförderte Wasser geleitet werden kann
- Ein künstlicher Bachlauf, der sich über eine geschwungene Rinne bis zum Zaun an der Böschung des Ostbaches erstreckt
Die Gestaltung des Wasserspielbereichs ermöglicht Kindern verschiedene spielerische Erfahrungen mit Wasser in unterschiedlichen Formen – als fließendes Element im Bachlauf, als gesammeltes Wasser im Trog und als formbares Material im Matschbereich.
Technische Infrastruktur
Für die Realisierung der Spielanlage wurde eigens ein Anschluss an das Wassernetz der Stadt Bochum hergestellt. Diese technische Infrastruktur gewährleistet ein unbeschwertes Spielvergnügen, da eine kontinuierliche Wasserzufu sichergestellt ist. Die Anlage wurde so konzipiert, dass das Wasser schließlich in den Ostbach einfließt, was einen natürlichen Wasserkreislauf innerhalb des Spielbereichs ermöglicht.
Baukosten und Finanzierung
Die Baukosten für die neue Wasserspielanlage belaufen sich auf rund 160.000 Euro. Diese Investition unterstreicht die Priorität, die die Stadt Bochum auf die naturnahe und erlebnisreiche Gestaltung von Spielplätzen legt. Die Finanzierung erfolgte im Rahmen der kommunalen Haushaltsplanung für die Spielplatzentwicklung.
Zukünftige Pläne für die Gesamtgestaltung des Spielplatzes
Die Realisierung des Wasserspielbereichs ist nur ein Teil der größeren Planung für die Neugestaltung des gesamten Spielplatzes in der Dreihügelstraße. Die Stadt Bochum hat im Rahmen ihrer Spielleitplanung weitere Maßnahmen für die Zukunft vorgesehen.
Zielsetzung der Gesamtplanung
Das übergeordnete Ziel der Stadt Bochum ist die Schaffung eines attraktiven Spielorts zum Thema Wald und Natur. Diese Konzeption basiert auf dem Verständnis, dass Spielplätze nicht nur aus isolierten Spielgeräten bestehen, sondern als Gesamtumfeld gestaltet werden sollten, das spielerische Erfahrungen mit der Natur ermöglicht.
Mögliche weitere Gestaltungselemente
Obwohl die genauen Pläne für die restliche Fläche noch nicht detailliert öffentlich bekanntgegeben wurden, lässt sich aus der Zielsetzung des Wald- und Naturthemas ableiten, welche zusätzlichen Elemente voraussichtlich umgesetzt werden könnten:
- Naturnahes Spielgerät aus Holz oder Naturmaterialien
- Bereiche mit Naturerlebnissen wie kleine Hügel, Wurzeln oder Felsen
- Pflanzungen mit heimischen Sträuchern und Blumen
- Sitzgelegenheiten aus Naturmaterialien
- Informationstafeln zur lokalen Flora und Fauna
Zeitplan für die Umsetzung
Obwohl für die Gesamtgestaltung des Spielplatzes noch keine konkreten Term genannt wurden, ist davon auszugehen, dass die Arbeiten schrittweise erfolgen werden. Der Wasserspielbereich stellt dabei den ersten realisierten Teil des neuen Konzepts dar.
Bedeutung naturnaher Spielplatzgestaltung
Die Umsetzung des Wasserspielbereichs in Hiltrop spiegelt einen Trend wider, der sich in der modernen Spielplatzgestaltung immer stärker durchsetzt: die naturnahe Gestaltung von Spielräumen. Diese Entwicklung hat mehrere Gründe und Vorteile.
Entwicklung der Spielplatzgestaltung
Traditionelle Spielplätze waren oft von hartem Bodenbelag und standardisierten Spielgeräten aus Metall oder Kunststoff geprägt. In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch ein Verständnis für die Bedeutung naturnaher Spielräume entwickelt, die vielfältige Sinneserfahrungen ermöglichen.
Die Planung in Hiltrop folgt diesem modernen Ansatz, indem sie Wasser als natürliches Element in den Spielbereich integriert und so verschiedene spielerische Erfahrungen ermöglicht. Dies entspricht aktuellen Forschungserkenntnissen, die zeigen, dass naturnahe Spielumgebungen die Kreativität und motorische Entwicklung von Kindern fördern.
Vorteile naturnaher Spielplätze
Naturnahe Spielplätze wie der in Hiltrop bieten mehrere Vorteile:
- Förderung der Sinneswahrnehmung durch verschiedene Materialien und Naturphänomene
- Anregung zu kreativem und fantasievollem Spiel
- Entwicklung eines Verständnisses für natürliche Abläufe und Materialien
- Verbesserung des ökologischen Werts der städtischen Grünflächen
- Ästhetische Aufwertung des öffentlichen Raums
Vergleich mit anderen Spielplatzprojekten
Die Entwicklung in Hiltrop steht nicht isoliert da, sondern entspricht einer breiteren Entwicklung in der Stadt- und Regionalplanung. So werden auch in anderen Kommunen in NRW Spielplätze zunehmend naturnah gestaltet, um den Kindern einen besseren Zugang zur Natur zu ermöglichen.
Ein Vergleich mit dem Revierpark Vonderort zwischen Bottrop und Oberhausen zeigt ähnliche Ansätze. Dort wird derzeit ein Wasserspielplatz saniert, der nach der Fertigstellung ebenfalls drei Wasserbecken bieten soll: ein großes Becken mit mehreren Wasserdüsen, ein Stufenbecken und ein extra flaches Becken für Kleinkinder. Die Arbeiten dort sollen im Herbst 2025 beginnen und der Spielplatz soll im Sommer 2026 wieder öffnen.
Inklusive Gestaltung von Spielplätzen
Ein weiterer wichtiger Aspekt moderner Spielplatzgestaltung ist die Barrierefreiheit und inklusive Planung. Auch wenn die Informationen zum Hiltroper Spielplatz diese speziellen Aspekte nicht detailliert behandeln, ist dies ein wesentlicher Punkt bei der Planung öffentlicher Spielräume.
Bedeutung inklusiver Spielplätze
Inklusive Spielplätze ermöglichen es auch Kindern mit Behinderungen, gleichberechtigt mit anderen Kindern zu spielen. Dies erfordert eine durchdachte Planung, die verschiedene Bedürfnisse berücksichtigt:
- Barrierefreie Zugänge zu allen Spielbereichen
- Vielfältige Spielgeräte, die unterschiedliche Fähigkeiten ansprechen
- Ausreichend Platz für Begleitpersonen
- Sinnesanregungen für Kinder mit verschiedenen sensorischen Bedürfnissen
Hilfsmittel für die Planung
Für die Planung inklusiver Spielplätze stehen Kommunen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. So bietet die Agentur Barrierefrei NRW die kostenlose App "Spielplatz-Check" an. Diese App hilft dabei, ohne Vorwissen Schritt-für-Schritt zu prüfen, ob ein Spielplatz inklusiv gestaltet ist.
Die App kann sowohl bei der Planung neuer Spielplätze als auch bei der Bewertung bestehender Anlagen eingesetzt werden. Sie berücksichtigt verschiedene Kriterien der Barrierefreiheit und gibt konkrete Empfehlungen für Verbesserungen.
Aktuelle Situation in NRW
Viele Spielplätze in Nordrhein-Westfalen sind jedoch noch nicht inklusiv gestaltet. Dies zeigt, dass bei der Sanierung und Neugestaltung von Spielplätzen wie in Hiltrop verstärkt auf diese Aspekte geachtet werden sollte, um allen Kindern einen gleichberechtigten Zugang zu Spielräumen zu ermöglichen.
Fazit
Die Realisierung des Wasserspielbereichs im Volkspark Dreihügelstraße in Bochum-Hiltrop stellt eine gelungene Integration von natürlichem Element in die städtische Spielplatzgestaltung dar. Mit Investitionskosten von rund 160.000 Euro wurde eine Anlage geschaffen, die Kindern vielfältige Erfahrungen mit Wasser in verschiedenen Formen ermöglicht. Die Planung durch das Landschaftsarchitekturbüro Danielzik, Leuchter + Partner aus Duisburg zeigt, wie technische Infrastruktur mit naturnahen Elementen verbunden werden kann.
Die zukünftige Entwicklung des gesamten Spielplatzes zum Thema Wald und Natur bietet die Chance, ein noch vielfältigeres und naturverbundenes Spielumfeld zu schaffen. Dabei sollten auch die Aspekte der inklusiven Gestaltung berücksichtigt werden, um allen Kindern einen gleichberechtigten Zugang zu ermöglichen.
Die in Hiltrop verfolgte Strategie steht im Einklang mit modernen Konzepten der Spielplatzgestaltung, die nicht nur auf Unterhaltung, sondern auch auf naturnahe Erlebnisräume abzielen. Solche Konzepte tragen dazu bei, die Lebensqualität in städtischen Gebieten zu verbessern und den Kindern einen besseren Zugang zur Natur zu ermöglichen.