Einleitung
Die Sanierung von Gebäuden stellt für viele Hausbesitzer eine Herausforderung dar. Lange Bauzeiten, hohe Kosten und organisatorische Komplexität sind oft die größten Hürden. Mit dem Konzept des "Sanierungssprints" hat sich jedoch eine innovative Methode etabliert, die eine umfassende energetische Sanierung in erstaunlich kurzer Zeit ermöglicht. Dieser Artikel beleuchtet sowohl das dahinterstehende Unternehmen Sprint als auch das innovative Sanierungskonzept, das es Hausbesitzern ermöglicht, ihre Gebäude in nur 22 Tagen umfassend zu modernisieren.
Das Unternehmen Sprint GmbH: Pionier im Sanierungsbereich
Die Sprint Sanierung GmbH mit Sitz in Köln ist eines der führenden Unternehmen im Bereich der Gebäudesanierung in Deutschland. Gegründet 1973 in Düsseldorf zunächst als Unternehmen für die Reinigung von Teppichen, Teppichböden und Polstern, entwickelte sich das Unternehmen innerhalb weniger Jahre zu einem Fachunternehmen für die Sanierung von Brand- und Wasserschäden.
Entwicklung und Geschichte
Die Entwicklung von Sprint spiegelt die Entwicklung des gesamten Sanierungsmarkts wider. Bis 1978 hatte sich das Unternehmen bereits auf die Sanierung von Brand- und Wasserschäden spezialisiert. In den folgenden Jahrzehnten erweiterte Sprint kontinuierlich sein Leistungsspektrum und seine Kompetenzen:
- 1985 importierte das Unternehmen erste Geräte zur Geruchsbehandlung aus den USA
- 1987 wurde auf Initiative von Sprint der FSU als "Fachverband für Sanierung und Umwelt" gegründet
- 1994 erhielt das Sprint-Verfahren zur Dekontamination von Dioxinen und Furanen das Europapatent
- 1999 folgte die Eröffnung des zentralen Service-Centers in Köln und die Einführung des digitalen Workflow-Systems "SESAM" für die digitale Schadenakte
Während des Elbehochwassers 2002 waren fast ein Drittel der Sanierungsfachkräfte von Sprint im Katastrophengebiet im Einsatz. Im Jahr 2003 richtete das Unternehmen die Fachbereiche "Reparatur von Glasschäden" sowie "Blitz- und Überspannungsschäden" ein und publizierte ein Fachbuch zur Trocknungstechnik.
Leistungsspektrum
Heute ist Sprint das größte deutsche Unternehmen im Segment der Sanierung sogenannter Massenschäden. Das Unternehmen hat seine Schwerpunkte in der Sanierung und Renovierung nach Brand-, Wasser- und Sturmschäden sowie nach Schäden durch Einbruch und Vandalismus.
Dabei übernimmt Sprint alle Arbeiten von der Planung bis zur handwerklichen Ausführung und koordiniert sämtliche beteiligten Gewerke. Darüber hinaus leistet das Unternehmen Ersthilfe- und Notdiensteinsätze.
Ein besonderes Merkmal von Sprint ist die enge Zusammenarbeit mit der Versicherungswirtschaft. Das Unternehmen bietet mit einem Notdienst, einem System für digitale Schadenakten, einem 24h-Telefondienst und Seminaren zum Thema Sanierung einen umfassenden Service für Versicherer. Gleichzeitig bietet Sprint Privatleuten Komplettangebote oder auch individuelle Lösungen für das Renovieren von Küche, Bad oder Wohnung.
Technologie und Innovation
Sprint positioniert sich selbst als "Wegbereiter und Taktgeber auf dem Sanierungsmarkt" und als Urheber "zahlreicher Verfahren, mit der Sanierung heute schnell, gründlich und preiswert funktioniert." Das Unternehmen denkt Sanierung neu und setzt dabei auf jahrzehntelange Erfahrung und große Sensibilität im Umgang von Betroffenen.
Ein wichtiges Element der Arbeitsweise von Sprint ist das digitale Workflow-System auf Basis der digitalen Schadenakte "SESAM". Über dieses System werden die Arbeitsabläufe zwischen dem Sanierungsunternehmen und der Versicherungswirtschaft gesteuert, indem die Niederlassungen den Fortgang ihrer Arbeiten dokumentieren. So können Regulierer, Sachverständige und Innendienstmitarbeiter der Versicherungen den Fortschritt der Sanierung während der Durchführung verfolgen.
Das Sanierungssprint-Konzept: Revolution der Gebäudesanierung
Neben den traditionellen Sanierungsdiensten hat Sprint gemeinsam mit Partnern ein innovatives Konzept für die energetische Sanierung von Gebäuden entwickelt: den Sanierungssprint. Dieser Ansatz ermöglicht eine umfassende energetische Sanierung von Gebäuden in erstaunlich kurzer Zeit – in nur 22 Tagen.
Entstehung des Konzepts
Das Konzept des Sanierungssprints wurde von Bauingenieur Ronald Meyer zusammen mit der Agora Energiewende und der DENEFF (Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V.) entwickelt und bundesweit in drei Pilotprojekten umgesetzt. Die Pilotprojekte wurden von einer Studie des ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und dem Institut für Baubetriebslehre der Universität Stuttgart wissenschaftlich begleitet.
Die erste Sprint-Baustelle wurde in Hamburg realisiert. Die Reaktionen auf das Konzept waren überwältigend: Medien, Fachwelt und Politik diskutierten die Erkenntnisse breit. Inzwischen sind über zehn Sprintprojekte in fünf Bundesländern abgeschlossen, etwa zwanzig weitere befinden sich in Vorbereitung oder Anbahnung.
Grundprinzip des Sanierungssprints
Der Sanierungssprint ist ein innovativer, aber verblüffend offensichtlicher Ansatz zur energetischen Sanierung. Durch gute Planung und besser abgestimmte Prozesse auf der Baustelle können Gebäude binnen weniger Wochen umfassend saniert werden – bei gleichzeitig hoher Qualität, deutlich höherer Fachkräfte-Produktivität und ohne Kostensteigerungen.
Das Herzstück des Sanierungssprints ist der Bauzeitenplan. Er koordiniert alle auf der Baustelle tätigen Gewerke, berücksichtigt alle Abhängigkeiten zwischen den Gewerken und legt für jede Aufgabe ein fixes Zeitfenster fest. Die Baustelle wird dabei in eine Innen- und eine Außenbaustelle aufgeteilt.
Ablauf eines Sanierungssprints
Bei einem Sanierungssprint sorgt ein speziell beauftragter Koordinator für einen reibungslosen Ablauf auf der Baustelle. Seine Aufgabe ist es sicherzustellen, dass alle Gewerke ihre Arbeitszeit effizient nutzen und so Zeit und Kosten sparen. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist das tägliche gemeinsame Mittagessen für alle Handwerker auf der Baustelle, das der Bauherr stellt. Diese Maßnahme fördert den Austausch, sorgt für eine gute Atmosphäre und vermeidet unnötige Fahrzeiten.
Die zusätzlichen Kosten für den Koordinator werden zum Großteil durch Fördermittel, Vermeidung von Nachträgen der Handwerksbetriebe, geringere Gerüststandkosten und geringere Mehrkosten für Mietausfälle und parallel gemietete Wohnungen ausgeglichen.
Durchgeführte Maßnahmen
Im Rahmen eines Sanierungssprints werden alle energetischen Sanierungsmaßnahmen nach hohen Standards durchgeführt. Dazu gehören:
- Sanierung der Fassade
- Dachsanierung
- Kellersanierung
- Einbau dreifach verglaster Fenster
Sofern kein Anschluss an ein Wärmenetz möglich ist, kommt eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Flächenheizung – wie zum Beispiel einer Fußbodenheizung – und einer Photovoltaik-Anlage zum Einsatz.
Neben den energetischen Maßnahmen können nicht-energetische Modernisierungen wie die Erneuerung von Küche und Bad oder die Reduzierung von Barrieren zusätzlich geplant, im Bauzeitenplan berücksichtigt und parallel durchgeführt werden.
Eignung und Voraussetzungen
Das Prinzip des Sanierungssprints kann grundsätzlich immer angewendet werden. Bislang wurden nach diesem Prinzip Einfamilienhäuser und Doppelhäuser saniert. Die höchsten Einsparungen sind bei Häusern der Baujahre 1945 bis 1980 zu erwarten.
Voraussetzung für einen Sanierungssprint ist die Finanzierbarkeit durch den Eigentümer. Da das Konzept hohe Effizienz bei gleichzeitig hoher Qualität verspricht, ist es jedoch eine interessante Option für Hausbesitzer, die ihre Gebäude schnell und umfassend modernisieren möchten.
Netzwerk und Umsetzung
Für die Umsetzung von Sanierungssprints wurde ein Netzwerk von Handwerksbetrieben aufgebaut. Auf einer speziellen Karte können sich interessierte Handwerksbetriebe registrieren, die gerne bei einem Sanierungssprint mitmachen würden oder bereits erfolgreich dabei waren. Gleichzeitig können Bauherren alle anderen Handwerksbetriebe für die Mitwirkung an einem Sanierungssprint anfragen.
Die DENEFF mahnt für den nächsten Skalierungsschub eine flankierende Unterstützung an, da das Konzept immer mehr Zulauf findet und neue Sprintbaustellen quer durch Deutschland entstehen.
Fazit
Der Sanierungssprint stellt eine innovative Methode für die energetische Sanierung von Gebäuden dar, die durch optimierte Planungs- und Bauprozesse eine umfassende Modernisierung in nur 22 Tagen ermöglicht. Das Konzept, das vom Kölner Unternehmen Sprint Sanierung GmbH gemeinsam mit Partnern entwickelt wurde, zeigt, dass durch gute Koordination aller beteiligten Gewerke und effiziente Arbeitsabläufe nicht nur Zeit gespart, sondern auch hohe Qualitätsstandards gewährleistet werden können.
Für Hausbesitzer, insbesondere bei Gebäuden aus den Baujahren 1945 bis 1980, bietet der Sanierungssprint eine interessante Alternative zu herkömmlichen Sanierungsmethoden. Durch die Kombination energetischer und nicht-energetischer Maßnahmen in einem durchdachten Zeitplan können Gebäude schnell und umfassend modernisiert werden.
Die Tatsache, dass bereits über zehn Sprintprojekte in fünf Bundesländern erfolgreich abgeschlossen wurden und weitere in Vorbereitung sind, zeigt das große Potenzial dieses Konzepts für die Zukunft der Gebäudesanierung in Deutschland. Mit der richtigen flankierenden Unterstützung könnte der Sanierungssprint einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten, indem er eine schnelle und breite Umsetzung von Gebäudesanierungen ermöglicht.