Einleitung
Die Kindertagesstätte Regenbogen in Althaldensleben hat in den Jahren 2017 bis 2020 eine umfassende Sanierung durchlaufen, die das Gebäude und das Außengelände grundlegend modernisiert hat. Dieses Bauprojekt, das nach einer Bauzeit von 2,5 Jahren im Juni 2020 abgeschlossen wurde, stellte nicht nur eine bauliche Herausforderung dar, sondern brachte auch erhebliche finanzielle und organisatorische Schwierigkeiten mit sich. Die Gesamtkosten des Projekts betrugen 2,4 Millionen Euro, wovon 1 Million Euro durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt aus der Stark III (EFRE) finanziert wurden. Dieser Artikel beleuchtet den Ablauf des Sanierungsprojekts, die dabei aufgetretenen Herausforderungen und das Endergebnis, das den Kindern nun eine zeitgemäße und barrierefreie Lern- und Spielumgebung bietet.
Geschichte der Kindertagesstätte Regenbogen
Die Kindertagesstätte Regenbogen hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1982 zurückreicht. Ursprünglich wurde das Gebäude im Oktober 1982 als reiner Kindergarten für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren errichtet. Damals bot die Einrichtung Platz für 132 Kinder, die in sechs Kindergartengruppen betreut wurden. Über die Jahre hinweg wurde die Einrichtung mehrfach modernisiert und umgebaut, um auch Kinder im Krippenalter aufnehmen zu können.
Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Einrichtung war die Verleihung des Namens "Regenbogen" am 4. Juni 1996. Vier Jahre später, im Jahr 2004, wurde die erste musikbetonte Gruppe unter dem Namen "Klimpertrolle" eingerichtet, der 2005 die zweite Gruppe mit dem Namen "Musiküsschen" folgte. Diese musikalische Ausrichtung wurde 2006 durch eine enge Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule weiter gestärkt, die bis heute besteht.
Heute werden in der Kita Regenbogen insgesamt 80 Kinder im Alter von null Jahren bis zum Schuleintritt in vier Gruppen betreut. Dazu gehören die Krippengruppen "Regentröpfchen" und "Wölkchen" sowie die Kindergartengruppen "Klimpertrolle" und "Musiküsschen". Neben den Gruppenräumen stehen den Kindern auch ein Musikraum, ein Mehrzweckraum, eine Kinderküche und ein Atelier zur Verfügung. Das großzügige und naturnah gestaltete Außengelände bietet zusätzliche Möglichkeiten zum Entdecken, Klettern und Spielen.
Das Sanierungsprojekt: Planung und Umsetzung
Die grundlegende Sanierung der Kindertagesstätte Regenbogen begann im Jahr 2017 und sollte ursprünglich einen Zeitraum von etwa zweieinhalb Jahren umfassen. Das Ziel des Projekts war es, das Gebäude und das Außengelände nach modernsten Standards auszustatten und gleichzeitig eine barrierefreie Gestaltung zu realisieren. Träger der Einrichtung ist die Stadt Haldensleben, die auch für die Finanzierung des Projekts verantwortlich zeichnet.
Die Gesamtkosten des Sanierungsprojekts betrugen 2,4 Millionen Euro. Eine erhebliche Summe, die durch verschiedene Finanzierungsquellen gedeckt werden musste. Das Land Sachsen-Anhalt trug mit 1 Million Euro aus der Stark III (EFRE) Förderung wesentlich zum Projekt bei. Die verbleibenden Kosten wurden von der Stadt Haldensleben getragen.
Das Projekt umfasste sowohl die Sanierung des Gebäudebestands als auch eine komplette Neugestaltung des Außengeländes. Bei der Gebäudesanierung standen die Erneuerung der Fenster und die Installation einer Bauheizung im Vordergrund. Das Außengelände wurde vollständig neu gestaltet, um den Kindern ein attraktives und naturnahes Spielumfeld zu bieten. Besonderes Augenmerk wurde auf die barrierefreie Gestaltung aller Bereiche gelegt, um allen Kindern einen uneingeschränkten Zugang zu ermöglichen.
Herausforderungen während der Bauzeit
Wie bei vielen Bauprojekten traten auch bei der Sanierung der Kita Regenbogen unvorhergesehene Schwierigkeiten auf, die den Zeitplan und das Budget beeinflussten. Eine der größten Herausforderungen war der Ausfall einer beteiligten Rohbau-Firma, die im Jahr 2018 in Insolvenz ging. Dieser Umstand führte zu einer Verzögerung des gesamten Projekts um etwa vier Monate.
Laut Bauamtsleiter Holger Waldmann war die Phase, in der die Arbeiten komplett ruhten, relativ kurz. Dennoch entstanden erhebliche Mehraufwände. Zunächst musste ein Gutachter beauftragt werden, um zu untersuchen, welche Arbeiten von der insolventen Firma bereits erledigt worden waren. Die verbliebenen Leistungen mussten neu ausgeschrieben werden, was allein in der Regel zehn bis zwölf Wochen dauert, wie Sven Brack vom städtischen Bauamt erklärte.
Die Neuausschreibung der Leistungen führte dazu, dass sich die Arbeiten der anderen Gewerke verschoben. Diese Verschiebung hatte Auswirkungen auf den gesamten Zeitplan des Projekts und erforderte eine umfassende Neukoordination aller am Projekt beteiligten Parteien. Trotz dieser Herausforderungen konnte die Bauarbeit nach Aussage von Holger Waldmann kontinuierlich weitergeführt werden, was als bemerkenswertes Ergebnis angesichts der Komplexität der Situation bewertet werden kann.
Abschluss und Inbetriebnahme
Nach einer Bauzeit von 2,5 Jahren konnte die Kindertagesstätte Regenbogen im Juni 2020 endlich wieder in ihr saniertes Gebäude einziehen. Die Freude über die Fertigstellung des Projekts war bei Kindern, Eltern und Personal groß. Das Team der Kita feierte die Rückkehr in das "komplett neue - alte Haus" mit einem Piratenfest und betonte, sich "regenbogenwohl" in dem bunten und frisch erstrahlenden Domizil zu fühlen.
Die Einrichtungsleiterin Christine Schulte dankte ausdrücklich der Stadt Haldensleben als Träger der Kita, die das Projekt ermöglicht hatte. Auch die Firma Jerratsch wurde für eine Spende eines neuen Basketballkorbes bedankt. Nach der Eröffnung nahmen die Kinder und auch größere Geschwisterkinder schnell die neu gestalteten Stationen in Beschlag, darunter Angebote wie das Fotografieren in historischer Verkleidung, das Kinderschminken zu Fabelwesen oder die Teilnahme an der Kinderfeuerwehr Satuelle mit der Kübelspritze.
Das renovierte Gebäude und Außengelände
Die Sanierung der Kita Regenbogen hat nicht nur das äußerliche Erscheinungsbild verändert, sondern auch die Funktionalität und Attraktivität der Einrichtung erheblich verbessert. Das Gebäude ist jetzt nach modernsten Standards ausgestattet und bietet den Kindern eine zeitgemäße Lern- und Spielumgebung. Besonders hervorzuheben ist die barrierefreie Gestaltung aller Bereiche, die allen Kindern einen uneingeschränkten Zugang ermöglicht.
Das Außengelände wurde komplett neu gestaltet und bietet nun vielfältige Möglichkeiten zum Spielen, Entdecken und Lernen. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kita befinden sich Sporthalle und großzügig angelegter Sportplatz, die von der Einrichtung mitgenutzt werden können. Diese günstigen Bedingungen ermöglichen eine erfolgreiche Umwelterziehung und bieten den Kindern ein hervorragendes Spiel- und Lernumfeld, das sie zum Entdecken, Erkunden, Probieren und Experimentieren anregt.
Die Einrichtung verfügt über verschiedene spezialisierte Räume, die über die Gruppenräume hinausgehen. Dazu gehören ein Musikraum, in dem die musikalische Förderung der Kinder besonders unterstützt wird, ein Mehrzweckraum für verschiedene Aktivitäten, eine Kinderküche für gemeinsames Kochen und Backen sowie ein Atelier für kreative Tätigkeiten. Diese Räume bereichern das pädagogische Angebot der Kita Regenbogen und ermöglichen den Kindern vielfältige Lernerfahrungen.
Auswirkungen auf das pädagogische Konzept
Die Sanierung der Kita Regenbogen hatte nicht nur bauliche, sondern auch pädagogische Auswirkungen. Die verbesserte räumliche Situation ermöglicht eine noch gezieltere Umsetzung des pädagogischen Konzepts der Einrichtung. Besonders die musikalische Ausrichtung, die seit 2004 mit den Gruppen "Klimpertrolle" und "Musiküsschen" etabliert ist, profitiert von den neuen Bedingungen.
Die enge Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule, die seit 2006 besteht, konnte weiter intensiviert werden. So stellte die aktuelle Flötengruppe beim Sommerfest zum 40. Geburtstag der Kita im Jahr 2022 unter Anleitung von Herrn Blamberg, der seit vielen Jahren den Flötenunterricht mit den Schulanfängern durchführt, ihre musikalischen Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis. Auch ein ehemaliges "Regenbogenkind" namens Tessa brachte beim Sommerfest ein Ständchen auf der Klarinette und demonstrierte, welche musikalische Entwicklung auf der Basis dieser speziellen frühkindlichen Förderung möglich ist.
Die neuen Räumlichkeiten und das Außengelände ermöglichen eine noch vielfältigere pädagogische Arbeit. Die Kinder haben mehr Möglichkeiten zum freien Spielen, Entdecken und Experimentieren. Die naturnahe Gestaltung des Außengeländes fördert die naturpädagogische Arbeit und vermittelt den Kindern einen respektvollen Umgang mit der Umwelt.
Fazit
Die Sanierung der Kindertagesstätte Regenbogen in Haldensleben stellt ein gelungenes Beispiel für die Modernisierung öffentlicher Gebäude dar. Trotz der Herausforderungen, insbesondere durch den Ausfall einer Bauunternehmung und der damit verbundenen Verzögerungen, konnte das Projekt erfolgreich umgesetzt werden. Die Gesamtkosten von 2,4 Millionen Euro, wovon 1 Million Euro durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt getragen wurden, haben sich in einer zeitgemäßen und barrierefreien Einrichtung für die Kinder niedergeschlagen.
Das Projekt zeigt, dass bei Sanierungsvorhaben öffentlicher Bauten eine sorgfältige Planung, flexible Anpassung an unvorhergesehene Ereignisse und eine enge Abstimmung aller Beteiligten entscheidend für den Erfolg sind. Die Kita Regenbogen bietet den Kindern heute eine optimale Lern- und Spielumgebung, die die pädagogische Arbeit optimal unterstützt und den Kindern eine gute Basis für ihre weitere Entwicklung bietet. Die gelungene Sanierung ist somit nicht nur eine bauliche, sondern auch eine pädagogische Bereicherung für die Stadt Haldensleben.