Einleitung
Die Stadthalle Bayreuth durchläuft derzeit eine umfassende Sanierung und einen Umbau, um zu einem modernen Kultur- und Veranstaltungszentrum namens Friedrichsforum zu werden. Dieses Projekt gilt als das bedeutendste Kulturvorhaben der Stadt in den kommenden Jahren. Mit dem Beginn der Bauarbeiten Anfang Mai 2017 hat die Stadt Bayreuth ein ambitioniertes gestartet, das die 1965 eröffnete Stadthalle grundlegend erneuern und den Erfordernissen einer multifunktionalen Nutzung als Kultur-, Tagungs- und Kongresszentrum anpassen soll. Das zukünftige Friedrichsforum soll nicht nur die Funktionalität und Bespielbarkeit zeitgemäß optimieren, sondern auch eine Brücke zwischen Wirtschaft, Universität, Kunst und Kultur sowie der Bevölkerung schlagen. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, Ziele und den aktuellen Stand dieses bedeutenden Bauvorhabens.
Das Projekt: Von der Stadthalle zum Friedrichsforum
Die Stadthalle Bayreuth wurde 1965 als Kultur- und Kongresszentrum eröffnet und seither für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Konzerte und Festakte genutzt. Über die Jahrzehnte hinweg hat sich jedoch gezeigt, dass das Gebäude den modernen Anforderungen an Flexibilität und Funktionalität nicht mehr gerecht wurde. Aus diesem Grund plant die Stadt Bayreuth seit vielen Jahren eine umfassende Sanierung und Erweiterung des Komplexes.
Das künftige Friedrichsforum wird an seinem zentralen Standort in der Mitte der Bayreuther Innenstadt – an der historischen Friedrichstraße und am "Neuen Schloss" mit dem Hofgarten – liegen und damit sehr gute Voraussetzungen für Veranstaltungen aller Art bieten. Die Namensgebung ehrt den preußischen König Friedrich den Großen, dessen Residenzschloss sich in unmittelbarer Nähe befindet.
Die Stadt Bayreuth hat sich mit diesem Projekt das Ziel gesetzt, sich im Tagungs- und Kongressbereich neu aufzustellen und mit neuen Angebotskapazitäten nachhaltiger in diesem wichtigen Marktsegment zu positionieren. Da potentielle Standorte für neue Angebotskapazitäten im Tagungs- und Kongressbereich aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden konnten, soll nun die bestehende Stadthalle saniert werden, wobei neben dem bestehenden Kulturbetrieb auch ein eigener Bereich für Tagungs- und Seminarräumlichkeiten vorgehalten werden soll.
Notwendigkeit der Sanierung
Die Sanierung der Stadthalle ist aus mehreren Gründen dringend erforderlich. Laut Jürgen Bayer, Geschäftsführer der Bayreuther Verkehrs- und Bäder-Gesellschaft, ist die Statik des Gebäudes angegriffen. Aus Sicherheitsgründen musste das untere Geschoss der Tiefgarage gesperrt werden, wie ein Gutachter empfohlen hat. Bereits im ersten Untergeschoss wurden Stützbalken eingezogen, um die Stabilität des Bauwerks zu gewährleisten.
Derzeit stehen nur noch 110 von ursprünglich 250 Stellplätzen in der Tiefgarage zur Verfügung. Die Tatsache, dass die Stadt schon 2013 mit der Renovierung beginnen wollte, diese Arbeiten aber immer wieder hinausgezögert wurden, unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf. Das Gebäude gilt als "hoch sanierungsbedürftig" und benötigt umfangreiche Eingriffe, um auch in Zukunft sicher genutzt werden zu können.
Die Stadt Bayreuth beauftragte eine Studie, die Lösungsansätze für die zwingend notwendigen statischen Eingriffe und Erweiterungen aufzeigen sollte. Die Ergebnisse dieser Studie bildeten die Grundlage für die weiteren Planungen und letztlich für die Entscheidung zur "großen Lösung" der Sanierung.
Planungsprozess und Entscheidung
Der Planungsprozess für die Sanierung der Stadthalle ist komplex und langwierig. Nachdem die Notwendigkeit der Sanierung feststand, wurde ein Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren durchgeführt. Die Beauftragung des Planungsbüros für die Gebäudeplanung sollte ursprünglich bis Ende April 2014 erfolgen.
Der Entwurf des Wettbewerbsgewinners überzeugte die Jury durch die räumliche Qualität und Flexibilität aller Erschließungs- und Foyerbereiche. Die Arbeit zeichnete sich laut Jury durch eine "behutsame und angemessene Architektursprache" aus, die die Belange des Denkmalschutzes respektiert. Der Entwurf lieferte durch den behutsamen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz und die Begrenzung auf wenige notwendige Eingriffe und Ergänzungen einen wirtschaftlichen Ansatz.
In seiner Sitzung am 29. April 2015 beschloss der Stadtrat Bayreuth für die sogenannte "große Lösung" zur Sanierung der Stadthalle. Dieser Grundsatzbeschluss wurde in einer weiteren Sitzung am 25. November 2015 nochmals bestätigt, und die Verwaltung wurde beauftragt, die entsprechenden Planungen weiter voranzutreiben.
Ein Bürgerentscheid gegen die vom Stadtrat beschlossene Sanierung scheiterte am 8. Mai 2016. Dabei sprachen sich die Bayreuther Bürgerinnen und Bürger mehrheitlich für die "große Lösung" aus. Dieses Ergebnis unterstreicht die hohe Priorität, die die Stadt und ihre Bürger dem Projekt einräumen.
Technische Daten und Planungsziele
Die Sanierung und der Umbau der Stadthalle Bayreuth sind mit ambitionierten technischen und funktionalen Zielen verbunden. Das Bestandsgebäude hat eine Bruttogeschoffläche (BGF) von ca. 10.000 m² und ein Bruttorauminhalt (BRI) von ca. 52.000 m³. Der Siegerentwurf des Wettbewerbs sieht eine Netto-Nutzfläche (NNF) von ca. 2.150 m² und eine Hauptnutzfläche (HNF) von ca. 4.400 m² vor.
Die denkmalgeschützte Hülle der Gebäudeteile soll weitgehend erhalten bleiben. Gleichzeitig sind größere statische Eingriffe in die tragende Bausubstanz erforderlich, insbesondere durch die Ausweitung des Tagungs- und Kongressbereiches sowie durch den Einbau einer bisher nicht vorhandenen Seitenbühne an die Hauptbühne.
Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Erhöhung der Flexibilität des Veranstaltungsortes. Um einen dauerhaften Erfolg der Veranstaltungshalle als überregionale Kultureinrichtung sicherstellen zu können, ist ein hohes Maß an Flexibilität erforderlich. Dies umfasst einerseits die Möglichkeit durch parallele Veranstaltungen ("Inter-Event-Flexibilität") auch die Auslastung zu erhöhen und eine wirtschaftliche Betriebsführung zu sichern. Dies kann nur erreicht werden, wenn nahezu alle Facetten an Veranstaltungen in verschiedenen Größenordnungen abgedeckt werden können.
Andererseits gilt es den unterschiedlichsten Raumnutzungswünschen der Veranstalter Rechnung zu tragen. Dies erhöht deren Zufriedenheit und findet Ausdruck in Wiederbuchungen und Kundenbindung. Die Stadthalle soll weiterhin den Rahmen für verschiedenste kulturelle Veranstaltungen, aber auch für Tagungen und Kongresse unterschiedlicher Größe bieten.
Die Rolle des Tagungs- und Kongressbereichs
Ein besonderer Schwerpunkt des Umbaus liegt auf der Erweiterung des Tagungs- und Kongressbereichs. Hierbei ist es insbesondere dieser Bereich, der durch die Umbau- und Erweiterungsmaßnahme an Fläche und Intensität gewinnen soll. Die Stadt Bayreuth plant, sich im Tagungs- und Kongressbereich neu aufzustellen und mit neuen Angebotskapazitäten nachhaltiger in diesem wichtigen Marktsegment zu positionieren.
Die Erweiterung des Tagungs- und Kongressbereichs ist ein strategisches Element der Sanierung, das die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Friedrichsforums sichern soll. Durch die zusätzlichen Räumlichkeiten soll die Attraktivität des Veranstaltungsortes für eine breitere Palette von Nutzern erhöht werden, was wiederum die Auslastung und wirtschaftliche Betriebsfähigkeit verbessert.
Aktueller Stand der Bauarbeiten
Mitte Mai 2017 wurden die Bauarbeiten offiziell gestartet. In der Zwischenzeit hat sich auf der Baustelle einiges getan. Die Stadt Bayreuth lud am 14. Mai Vertreter der Medien zu einer Baustellenbesichtigung des Friedrichsforums ein. Bei dieser Gelegenheit informierten Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, Stadtbaureferentin Urte Kelm, Kultur- und Wirtschaftsreferentin Eva Christina Bär sowie die Projektleiter über den aktuellen Stand der Arbeiten an dem Kultur- und Veranstaltungszentrum.
Die Stadt Bayreuth ist dabei, die ehemalige Stadthale in das moderne Friedrichsforum umzuwandeln und zu sanieren, um eine optimale Umgebung für zukünftige Kulturveranstaltungen zu schaffen. Es wird erwartet, dass das Friedrichsforum als ein multifunktionaler Ort der Kultur und des Austauschs das gesellschaftliche Leben in Bayreuth nachhaltig bereichern wird.
Derzeit finden auf der Baustelle umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten statt. Dabei wird besonderes Augenmerk auf den Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz gelegt, während gleichzeitig die notwendigen Modernisierungen und Erweiterungen umgesetzt werden. Die Arbeiten gestalten sich aufgrund der komplexen statischen Anforderungen und der Notwendigkeit, den Betrieb teilweise aufrechtzuerhalten, als besonders anspruchsvoll.
Herausforderungen des Projekts
Die Sanierung und der Umbau der Stadthalle Bayreuth stellen alle Beteiligten vor erhebliche Herausforderungen. Einerseits müssen die statischen Probleme des Bauwerks gelöst werden, die bereits zu Einschränkungen bei der Nutzung der Tiefgarage geführt haben. Andererseits muss während der Bauarbeiten die Funktionsfähigkeit des Kultur- und Veranstaltungsbetriebs weitgehend erhalten bleiben.
Ein besonderes Problem stellt die Tiefgarage dar. Wie bereits erwähnt, ist die Statik des unteren Geschosses angegriffen, weshalb es gesperrt werden musste. Die Reduzierung der Parkplätze von ursprünglich 250 auf nur noch 110 stellt sowohl für die Besucher der Veranstaltungen als auch für die Anwohner eine erhebliche Belastung dar. Die Lösung dieser Parkplatzproblematik ist eine der Herausforderungen, mit denen die Stadt Bayreuth im Rahmen des Projekts konfrontiert ist.
Ein weiteres Problem ist die Durchführung der Bauarbeiten ohne vollständige Schließung des Gebäudes. Da die Stadthalle bislang ein zentraler Veranstaltungsort für Bayreuth war, muss während der Sanierung versucht werden, den Betrieb teilweise aufrechtzuerhalten. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und Koordination der Arbeiten.
Wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung
Das Friedrichsforum-Projekt hat eine erhebliche wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung für die Stadt Bayreuth. Einerseits handelt es sich um eines größten Bauvorhaben der Stadt in den letzten Jahren, das zahlreiche Arbeitsplätze schafft und die lokale Wirtschaft belebt. Andererseits wird durch die Sanierung und den Umbau ein zentraler Kultur- und Veranstaltungsort modernisiert, der für das kulturelle Leben in Bayreuth von zentraler Bedeutung ist.
Die Stadt Bayreuth erhofft sich durch das Friedrichsforum eine Stärkung ihrer Position als Kulturstandort und eine verbesserte Attraktivität für Touristen und Veranstaltungsgäste. Durch die Erweiterung des Tagungs- und Kongressbereichs soll zudem die wirtschaftliche Basis für den Betrieb des Kulturzentrums nachhaltig gesichert werden.
Ausblick
Die Fertigstellung des Friedrichsforums wird die kulturelle Infrastruktur von Bayreuth erheblich verbessern. Das moderne Kultur- und Veranstaltungszentrum wird in der Lage sein, ein breites Spektrum an Veranstaltungen zu beherbergen und somit ein breites Publikum anzusprechen. Durch die verbesserte Ausstattung und die erweiterten Möglichkeiten wird das Friedrichsforum zu einem zentralen Ort des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Bayreuth.
Die Stadt Bayreuth erwartet, dass das Friedrichsforum als multifunktionaler Ort der Kultur und des Austauschs das gesellschaftliche Leben in der Stadt nachhaltig bereichern wird. Durch die Brückenfunktion zwischen Wirtschaft, Universität, Kunst und Kultur sowie der Bevölkerung soll das neue Kulturzentrum einen wichtigen Beitrag zum städtischen Leben leisten.
Fazit
Die Sanierung und der Umbau der Stadthalle Bayreuth zum Friedrichsforum ist ein ambitioniertes und notwendiges Projekt, das die kulturelle Infrastruktur der Stadt nachhaltig verbessern wird. Die Herausforderungen, insbesondere die statischen Probleme des Bauwerks und die Notwendigkeit, den Betrieb teilweise aufrechtzuerhalten, sind erheblich, werden aber durch die Bedeutung des Projekts für die Stadt gerechtfertigt.
Die Entscheidung für die "große Lösung" und die positive Resonanz der Bayreuther Bürger in dem Bürgerentscheid zeigen, dass das Projekt breite Unterstützung in der Bevölkerung genießt. Mit dem Friedrichsforum erhält Bayreuth ein modernes Kultur- und Veranstaltungszentrum, das den Anforderungen an Flexibilität und Funktionalität gerecht wird und eine breite Palette von Veranstaltungen ermöglicht.
Die Fertigstellung des Projekts wird nicht nur die kulturelle Landschaft der Stadt bereichern, sondern auch die wirtschaftliche Basis für den Betrieb des Kulturzentrums durch die Erweiterung des Tagungs- und Kongressbereichs nachhaltig sichern. Das Friedrichsforum wird somit zu einem zentralen Ort des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Bayreuth werden und die Stadt als Kulturstandort weiter stärken.
Quellen
- Stadt Bayreuth: Neugestaltung Stadthalle
- Holl Wieden: Sanierung Umbau und Erweiterung der Stadthalle Bayreuth Bühnentechnik
- Stadt Bayreuth: Rundgang durch die Baustelle Friedrichsforum
- Kurier: Planer und Vertreter der Stadt zum kulturellen Großprojekt Stadthalle Bayreuth
- inBayreuth: Aktueller Stand der Friedrichsforum-Baustelle