Modernisierung der Theodor-Frank-Realschule in Teningen: Ein Beispiel für zeitgemäße Bildungsarchitektur

Einleitung

Die Theodor-Frank-Realschule in Teningen hat in den letzten Jahren eine umfassende Sanierung und Erweiterung erfahren, die zu einem der größten und teuersten Bauprojekte der Gemeinde wurde. Mit einem Gesamtvolumen von fast fünf Millionen Euro wurde die Schule in zwei Bauabschnitten modernisiert, um zeitgemäße Lernumgebungen zu schaffen. Dieser Artikel beleuchtet die Konzeption, Umsetzung und die besonderen Merkmale dieses anspruchsvollen Bauvorhabens, das nicht nur die pädagogischen Anforderungen der Gegenwart berücksichtigt, sondern auch als Vorbild für die Integration von Schulen und Gemeinwesen dienen kann.

Projektüberblick

Die Sanierung und Erweiterung der Theodor-Frank-Realschule in Teningen stellt eines der bedeutendsten Bauprojekte der Gemeinde mit rund 12.000 Einwohnern dar. Das Projekt wurde in zwei Bauabschnitten realisiert und kostete insgesamt fast fünf Millionen Euro. Damit zählt es zu den teuersten kommunalen Baumaßnahmen der letzten Jahre in Teningen.

Der erste Bauabschnitt war bereits seit einem Jahr in Betrieb, bevor der zweite Bauabschnitt im Rahmen eines Tags der offenen Tür am 22. Oktober 2022 feierlich eingeweiht wurde. Diese Einweihungsveranstaltung bot der Schulgemeinschaft die Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren und verschiedene Einrichtungen wie den Musiksaal, die Technikräume, die naturwissenschaftlichen Fachräume, den Werkunterrichtsraum (TW-Raum), die Schulküche sowie die Ganztagesräume zu zeigen.

Die Theodor-Frank-Realschule ist eine Verbundschule, die sowohl die Werkrealschule als auch die Realschule umfasst. Sie bietet neben dem Hauptschulabschluss auch den Werkrealschulabschluss und den Realschulabschluss an. Zurzeit besuchen über 600 Schülerinnen und Schüler die Schule, die von über 50 engagierten Pädagoginnen und Pädagogen unterrichtet und begleitet werden.

Pädagogisches Konzept und Architektonische Umsetzung

Bei der Planung der Sanierung und Erweiterung stand die Übersetzung moderner pädagogischer Konzepte in räumliche Gestaltung im Mittelpunkt. Die Leitidee war es, Lernformen der heutigen Pädagogik in eine kind- und jugendorientierte Umgebung zu übersetzen. So entstanden flexibel nutzbare Räume mit verschiedenen Möglichkeiten der Begegnung und Zusammenarbeit.

Ein zentrales Element der Neugestaltung war die Umwandlung der ehemaligen Erschließungsflure in offene Lernlandschaften. Diese Veränderung ermöglicht neue Formen des Unterrichts und der Zusammenarbeit und fördert den Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern. Die lichtdurchfluteten und freundlich gestalteten Aufenthaltsräume tragen zu einer angenehmen Lernatmosphäre bei.

Die Planung und Realisierung des Projekts wurde vom Büro Vogelsang durchgeführt. Das Team bestand aus Julia Nestor, Daniel Löprich und Peter Steffens, die die gesamte Planungsleistung von der Phase 1 bis 9 (LPH 1-9) übernahmen. Die fotografische Dokumentation des fertigen Projekts stammt von Roland Halbe.

Der Verbindungsbau als Herzstück des Schulzentrums

Ein architektonisch besonders prägnantes Element des Projekts ist der riegelförmige Neubau in Massivbauweise, der die Bestandsgebäude des Schulzentrums miteinander verbindet. Dieser Verbindungsbau beherbergt den neuen Haupteingang des Schulzentrums und bildet somit das neue Gesicht der Schule.

Im Inneren des Verbindungsbauwerks befindet sich ein großzügiges Foyer mit einem Atrium und Sitzstufen, das als zentraler Treffpunkt und Veranstaltungsort dient. An das Foyer schließt sich eine sowohl für die Schule als auch für die Gemeinde zugängliche Bibliothek an, die die Funktion der Schule als Bildungszentrum für die gesamte Gemeinde unterstreicht.

Die Fertigstellung des gesamten Projekts erfolgte im Jahr 2019, womit die Modernisierung der Theodor-Frank-Realschule zu einem der modernsten Bildungseinrichtungen in der Region wurde.

Räumliche Konzeption und Nutzungsmöglichkeiten

Die Sanierung der Theodor-Frank-Realschule schafft nicht nur mehr Raum, sondern qualitativ hochwertige Lern- und Arbeitsumgebungen. Die neuen Räumlichkeiten umfassen Fachräume für naturwissenschaftliche Fächer, spezielle Werkstätten für den technischen Unterricht (TW-Raum), eine modern ausgestattete Schulküche sowie Ganztagesräume, die außerhalb des regulären Unterrichtszeitraums genutzt werden können.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Gestaltung von Aufenthalts- und Begegnungsräumen gelegt. Diese sollen nicht nur als Pausenräume, sondern auch als Orte des informellen Lernens und der sozialen Interaktion dienen. Die offene Gestaltung der Lernlandschaften ermöglicht es den Lehrkräften, unterschiedliche Unterrichtsformen umzusetzen und den Unterricht flexibler zu gestalten.

Integration von Schule und Gemeinde

Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die bewusste Integration der Schule in das Gemeindeleben. Durch die gemeinsame Nutzung der Bibliothek und anderer Räumlichkeiten entsteht eine enge Verbindung zwischen Bildungseinrichtung und Kommune. Dies entspricht dem modernen Verständnis von Schulen als Orten lebenslangen Lernens, die allen Generationen offenstehen.

Die Gemeinde Teningen als Bauherr hat bei der Planung und Umsetzung des Projekts eine zentrale Rolle gespielt. Die enge Zusammenarbeit zwischen der kommunalen Verwaltung, der Schulleitung und den Planern war entscheidend für den erfolgreichen Abschluss des anspruchsvollen Bauvorhabens.

Die Rolle der Schulleitung

Ein besonderes Verdienst um die Realisierung des Projekts gebührt dem damaligen Schulleiter der Theodor-Frank-Realschule, Herrn Felder. Er hat die Sanierung nicht nur angestoßen, sondern die gesamte Bauplanung und die Realisierung des Projekts begleitet. Bei seiner Verabschiedung wurde die besondere Verbundenheit zwischen ihm und dem Projekt durch ein Schulmodell in Kuchenform symbolisiert, das die Fertigstellung der sanierten Schule würdigte.

Die aktive Rolle der Schulleitung unterstreicht die Wichtigkeit von engagierten Führungspersönlichkeiten bei der Gestaltung moderner Bildungslandschaften. Nur durch die enge Einbindung der pädagogischen Fachkräfte konnten die räumlichen Gegebenheiten optimal auf die Anforderungen des modernen Unterrichts zugeschnitten werden.

Einweihung und öffentliche Präsentation

Die feierliche Einweihung des zweiten Bauabschnitts wurde am 22. Oktober 2022 im Rahmen eines Tags der offenen Tür durchgeführt. Diese Veranstaltung bot der Schulgemeinschaft die Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Besucher hatten Gelegenheit, bei einem Rundgang die verschiedenen Räume der Schule kennenzulernen und verschiedene Präsentationen zu genießen.

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Vorführung des Dokumentarfilms "ArtVenture des Profifilmemachers Mario Kanzinger. Der Film, der zwischen 2017 und 2019 im Rahmen des Erasmus-plus-Projekts entstand, konnte wegen der Pandemie bisher nicht gezeigt werden und wurde nun um 16:00 Uhr in der neuen Aula vorgeführt.

Auch kulinarisch wurde für das leibliche Wohl gesorgt, und die Schülerinnen und Schüler zeigten sich über das große Interesse der Besucher erfreut. Die Einweihungsveranstaltung unterstrich die Bedeutung des Projekts nicht nur für die Schule, sondern für die gesamte Gemeinde Teningen.

Technische und ökologische Aspekte

Obwohl die Quellen keine detaillierten Informationen zu den technischen und ökologischen Aspekten des Projekts enthalten, kann angenommen werden, dass bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung und Bedeutung auch moderne Standards in Bezug auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit berücksichtigt wurden. Die Gemeinde Teningen hat in anderen Bereichen bereits Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Umweltschutzinitiative (KIT) ergriffen, was darauf hindeutet, dass auch bei der Schulsanierung entsprechende Aspekte eine Rolle gespielt haben könnten.

Fazit

Die Sanierung und Erweiterung der Theodor-Frank-Realschule in Teningen stellt ein vorbildliches Beispiel für die gelungene Verbindung von pädagogischem Konzept und architektonischer Umsetzung dar. Mit einem Investitionsvolumen von fast fünf Millionen Euro wurde nicht nur ein dringend notwendiger Ausbau der Schulräumlichkeiten realisiert, sondern auch eine zeitgemäße Lernumgebung geschaffen, die den Anforderungen moderner Pädagogik gerecht wird.

Die Umwandlung der Erschließungsflure in offene Lernlandschaften, der Verbindungsbau mit dem zentralen Foyer und der gemeinschaftlich genutzten Bibliothek sowie die qualitativ hochwertigen Fachräume unterstreichen die besondere Bedeutung des Projekts. Die enge Einbindung der Schule in das Gemeindeleben durch die gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten stärkt die Funktion der Schule als Bildungszentrum für die gesamte Region.

Die aktive Rolle der Schulleitung bei der Planung und Umsetzung sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Schule und Planern waren entscheidende Erfolgsfaktoren des Projekts. Die Theodor-Frank-Realschule steht nun als modernes Bildungszentrum für den ganzen Ortsteil und bietet über 600 Schülerinnen und Schülern sowie den Bürgerinnen und Bürgern von Teningen eine hervorragende Infrastruktur für Bildung, Begegnung und Gemeinschaft.

Quellen

  1. Badische Zeitung: Der Teninger Schul-Erweiterungsbau schafft einen guten Ort zum Lernen
  2. Bureau Vogelsang: BESTANDSBAU MIT POTENTIAL FÜR MODERNE LERNUMGEBUNGEN
  3. RegioTrends: Tag der offenen Tür an der Theodor-Frank-Schule Teningen - Zweiter Bauabschnitt der Sanierung und Erweiterung wird eingeweiht
  4. BEM Architekten: Theodor-Frank-Realschule
  5. Schulzentrum Teningen: Herzlich Willkommen
  6. Gemeinde Teningen: Theodor-Frank Schule, Werkreal- und Realschule

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