Theresienstein Hof: Abschluss der Fassadensanierung nach zehnjähriger Planungsphase

Einleitung

Der Theresienstein in Hof, einer der schönsten Parks Deutschlands, befindet sich derzeit im Abschluss einer zehnjährigen Sanierungsphase. Das historische Gebäudeensemble, das als Wahrzeichen der Stadt gilt, unterzieht sich seit mehreren Jahren einer umfassenden Fassadensanierung. Der vierte und letzte Bauabschnitt hat begonnen und soll das Gebäude bis Frühjahr 2025 wieder in vollem Glanz erstrahlen lassen. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte des Ensembles, den aktuellen Stand der Arbeiten, die wirtschaftlichen Aspekte sowie die Herausforderungen bei der Sanierung dieses denkmalgeschützten Bauwerks.

Geschichte und Bedeutung des Theresiensteins

Der Theresienstein, von den Einheimischen kurz "Stein" genannt, hat eine reiche Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich als kahle Felsenerhebung "Fröhlichenstein" bekannt, wurde die Anlage 1819 bepflanzt und als Park gestaltet. 1832 kam ein Ausflugslokal hinzu, das heute als Sommergaststätte dient und zahlreichen Hochzeitspaaren als romantische Fotokulisse dient. Das Gebäude erinnert an ein "Fachwerkschlösschen" und entwickelte sich zu einem Wahrzeichen der Stadt.

Seinen Namen verdankt der Park Königin Therese Charlotte, der Frau Ludwigs I. von Bayern, die 1836 die Stadt Hof besuchte. Anlässlich dieses Besuchs wurde der Bürgerpark am "Fröhlichenstein" in "Theresienstein" umbenannt. Im Gegensatz zu königlichen Parks wurde der Theresienstein allein durch den Einsatz der Hofer Bürger geschaffen und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem rund 70 Hektar großen Erholungsgelände.

1994, anlässlich der bayerischen Landesgartenschau, erfuhr der Park eine umfassende Restaurierung. Dabei wurde der ursprüngliche Stil wieder betont, historische Elemente reintegriert und verschwundene Sichtachsen wieder geöffnet. Zudem wurden verschüttete Bachläufe und Teiche freigelegt. Die Bemühungen wurden 2003 belohnt, als der Theresienstein zum schönsten Park Deutschlands gekürt wurde.

Die zehnjährige Sanierungsphase

Die Fassadensanierung des Theresiensteins ist ein Marathonprojekt, das seit zehn Jahren in mehreren Teilabschnitten läuft. Die Arbeiten werden von der Hofer Stadtverwaltung koordiniert und spiegeln den komplexen Prozess der Denkmalpflege wider. Die Sanierung ist notwendig geworden, um das historische Gebäudeensemble zu erhalten und zukünftige Generationen für die Nutzung zu sichern.

Die bisherigen Phasen der Sanierung konzentrierten sich schrittweise auf verschiedene Bereiche des Gebäudekomplexes. Der nun beginnende vierte und letzte Bauabschnitt stellt den Abschluss dieser langen Planungs- und Bauphase dar. Die Stadtverwaltung hat in diesem Jahr neuen Schwung in das Projekt gebracht, wobei die dicksten Brocken anstehen und mit alten Mitteln finanziert werden.

Die Sanierungsarbeiten gestalten sich besonders komplex, da sie ein denkmalgeschütztes Objekt betreffen. Jeder Eingriff muss sorgfältig geplant und ausgeführt werden, um die historische Substanz zu erhalten und gleichzeitig moderne Anforderungen an Sicherheit und Komfort zu erfüllen. Diese Balance zwischen Denkmalschutz und notwendiger Modernisierung stellt eine besondere Herausforderung für die am Projekt beteiligten Architekten und Handwerker dar.

Aktueller Bauabschnitt: Maßnahmen und Zeitplan

Der vierte und letzte Bauabschnitt der Fassadensanierung umfasst mehrere wesentliche Maßnahmen, die den baulichen Zustand des Ensembles nachhaltig verbessern sollen. Die Arbeiten begannen im Jahr 2024 und konzentrieren sich hauptsächlich auf den Musikpavillon und die Rückseite des Hauptgebäudes.

Zu den geplanten Maßnahmen gehören:

  • Fassadensanierung des Musikpavillons: Ab August 2024 wurde der Pavillon eingerüstet, um den baulichen Zustand des Gebäudes genau zu untersuchen. Die gesamte Holzkonstruktion, einschließlich der verkleideten Dachkonstruktion, wird systematisch überprüft und bei Bedarf ertüchtigt.

  • Fassadensanierung der Rückseite des Hauptgebäudes: Ähnlich wie beim Musikpavillon erfolgt eine Ertüchtigung des Holzfachwerks und eine Erneuerung der Fenster. Anschließend werden die Fassaden gestrichen, um das Erscheinungsbild zu vereinheitlichen und zu schützen.

  • Dachsanierung: Der Musikpavillon erhält eine neue Dacheindeckung, ebenso wie die Rückseite des Hauptgebäudes und der Gabel über dem ehemaligen Tanzcafé. Zudem werden die Dächer der rückwärtigen Flachdachanbauten ertüchtigt.

  • Natursteinarbeiten: Umfassende Sanierungsarbeiten sind am Natursteinsockel des gesamten Gebäudes geplant. Dazu gehören auch die Außentreppen und die Naturstein-Balustrade der Terrasse, die ebenfalls instand gesetzt werden.

Die Promenadenkonzerte, die traditionell einen festen Bestandteil des Kulturprogramms am Theresienstein darstellen, finden in diesem Jahr nur bis Ende Juli statt. Der Grund dafür ist die Einrüstung des Musikpavillons ab August, die die Durchführung der Konzerte unmöglich macht. Die Organisatoren haben daraufhin entschieden, die Konzertsaison früher als sonst zu beenden, um die nötigen Untersuchungs- und Sanierungsarbeiten durchführen zu können.

Der Musikpavillon soll nach Planung bis zum Frühjahr 2025, also rechtzeitig für die Promenadenkonzerte des kommenden Jahres, fertig saniert sein. Dieser Zeitplan ist ambitioniert, da er davon ausgeht, dass keine unvorhergesehenen Arbeiten während der Sanierung anfallen. Sollten dennoch unerwartete Mängel zutage treten, die zusätzliche Maßnahmen erfordern, kann sich der Fertigstellungstermin verschieben. Die Erfahrung aus der langen Sanierungsgeschichte des Ensembles zeigt, dass solche Verzögerungen bei denkmalgeschützten Objekten nicht ungewöhnlich sind.

Wirtschaftliche Aspekte der Sanierung

Die Sanierung des Theresienstein-Ensembles stellt die Stadt Hof vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Allein im vergangenen Jahr hat das Gebäude der Stadt erhebliche Kosten verursacht, obwohl es die meiste Zeit des Jahres ungenutzt blieb. Die Ausgaben beliefen sich auf:

  • 18.130 Euro für Strom
  • 8.647 Euro für Wasser, Ab- und Niederschlagswasser
  • 767 Euro für Heizung
  • 4.500 Euro für vertragliche Wartungsarbeiten

Diese Summen verdeutlichen die finanzielle Belastung, die allein durch den Unterhalt des leerstehenden Gebäudes entsteht. Angesichts dieser Tatsache hat die Stadtverwaltung sämtliche Ausgaben zurückgefahren, soweit es irgend möglich war. Die Nutzung des Gebäudes ist auf den Sommermonate beschränkt, in denen der Biergarten während der sonntäglichen Promenadenkonzerte betrieben wird.

Dennoch lohnt sich die Investition in die Sanierung aus mehreren Gründen. Zum einen handelt es sich um ein historisch wertvolles Gebäudeensemble, das als kulturelles Erbe erhalten werden muss. Zum anderen bietet der Theresienstein als einer der schönsten Parks Deutschlands einen wesentlichen Standortvorteil für die Stadt Hof und trägt wesentlich zur Lebensqualität und zum Tourismus bei.

Die aktuellen Sanierungsarbeiten werden mit "altem Geld" finanziert, was darauf hindeutet, dass die Stadt Rücklagen für dieses Projekt gebildet hat oder auf langfristige Haushaltsplanungen zurückgreift. Die Entscheidung, die Sanierung nun mit voller Kraft voranzutreiben, spiegelt den politischen Willen wider, das Gebäudeensemble zu erhalten und zukünftigen Generationen zugänglich zu machen.

Nutzungskonzept während der Sanierung

Während der umfangreichen Sanierungsarbeiten stellt sich die Frage nach der Nutzung des Theresiensteins. Die Hofer Stadtverwaltung hat ein Konzept entwickelt, das trotz der Bauarbeiten eine teilweise Nutzung des Ensembles ermöglicht.

Der idyllische Biergarten am Theresienstein-Gebäude, der mit seinem Blick über die Innenstadt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Hof zählt, wird während der umfangreichen Renovierung des Hauses nur eingeschränkt bewirtschaftet. In diesem Jahr ist er von Anfang Mai bis Anfang September während der sonntäglichen Promenadenkonzerte ab 11:00 Uhr geöffnet. Diese eingeschränkte Öffnungszeit stellt einen Kompromiss dar, der es ermöglicht, den Biergarten trotz der lauten Bauarbeiten zu betreiben und gleichzeitig die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.

Das eigentliche Gebäude ist während der Sanierungsphase für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Arbeiten erfordern den Einsatz von schwerem Gerät und Materialien, was für Besucher potenziell gefährlich wäre. Die Stadtverwaltung hat daher entschieden, das Gebäude während der Bauphase komplett zu sperren und nur den Außenbereich mit dem Biergarten zugänglich zu halten.

Diese eingeschränkte Nutzung birgt Herausforderungen für die Gastronomie und die Veranstalter der Promenadenkonzerte. Die Konzerte, die traditionell einen festen Bestandteil des Kulturprogramms am Theresienstein darstellen, finden in diesem Jahr nur bis Ende Juli statt, da der Musikpavillon ab August eingerüstet wird. Die Organisatoren haben alternative Veranstaltungsorte oder Termine in Erwägung gezogen, um die kulturelle Aktivität im Park aufrechtzuerhalten.

Langfristig strebt die Stadtverwaltung ein umfassenderes Nutzungskonzept für das Theresienstein-Ensemble an. Obwohl es bisher Pläne gab, das Gebäude als Hotel zu nutzen, scheinen diese Vorhaben derzeit nicht weiter verfolgt zu werden. Die Fokus liegt stattdessen darauf, das Gebäude als kulturelles und gastronomisches Zentrum im Park zu erhalten und zu etablieren.

Veranstaltungen und öffentliche Wahrnehmung

Trotz der Sanierungsarbeiten bleibt der Theresienstein ein wichtiger Veranstaltungsort in Hof. Der Park, der nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt ist, präsentiert sich weiterhin als "Quell der Ruhe mit zahlreichen Kraft- und Glücksplätzen". Ein riesengroßverzweigtes Netz breiter und schmaler Wege, umgeben von alten Bäumen, Wiesen, Teichen und vielen kleinen Pavillons und Verweilplätzen, durchzieht den Park und lädt zum Spazieren ein.

Zu den wichtigsten Veranstaltungen am Theresienstein gehören die sonntäglichen Promenadenkonzerte im Musikpavillon, die von Mitte Mai bis Anfang September stattfinden. Diese Konzerte sind ein fester Bestandteil des Kulturprogramms in Hof und ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher an. In diesem Jahr finden die Konzerte jedoch nur bis Ende Juli statt, da der Musikpavillon ab August für die Sanierungsarbeiten eingerüstet wird.

Weitere Veranstaltungen am Theresienstein sind: - Das Rosenfest des Fördervereins Botanischer Garten und Theresienstein Hof e.V. im Juni mit Rosenbowle nach geheimem Rezept - Die "Nacht der Sinne" im Juli mit Musik, Catering und bezaubernder Illumination im Botanischen Garten - Führungen und Veranstaltungen rund um den Geopfad, der 2018 eingerichtet wurde

Der Geopfad am Theresienstein ist eine Attraktion für Groß und Klein. Auf dem etwa 6 km langen Rundweg, für den man etwa 2 Stunden einplanen sollte, kann man verschiedene geologische Highlights erkunden. Entlang des Weges führen informative und unterhaltsam gestaltete Infotafeln die Besucher in verschiedene Erdzeitalter zurück. Start- und Zielpunkt des Geopfads ist der Parkplatz Zoo.

Die öffentliche Wahrnehmung des Theresiensteins ist während der Sanierungsphase von zwei gegensätzlichen Aspekten geprägt: Einerseits zieht das historische Haus vor allem wegen der Sanierungsarbeiten die Aufmerksamkeit auf sich. Andererseits bleibt der Park selbst ein beliebtes Ausflugsziel, das von Besuchern und Einheimischen gleichermaßen geschätzt wird.

Die Hofer Stadtverwaltung hat im Bauaussuss ein Update zum Stand der Sanierungsarbeiten gegeben. CSU-Stadtrat Wolfgang Fleischer hatte eine entsprechende Anfrage eingereicht, was zeigt, dass das Projekt auch auf politischer Ebene beobachtet wird. Die Transparenz über die Fortschritte und Herausforderungen der Sanierung ist wichtig, um das Vertrauen der Bürger zu stärken und die Akzeptanz für die langen Bauzeiten zu gewinnen.

Fazit

Die Sanierung des Theresienstein-Ensembles in Hof stellt ein komplexes und langfristiges Projekt dar, das seit zehn Jahren in mehreren Teilabschnitten läuft. Der vierte und letzte Bauabschnitt, der 2024 begonnen hat, konzentriert sich auf die Fassadensanierung des Musikpavillons und der Rückseite des Hauptgebäudes, die Dachsanierung sowie die Restauratur von Natursteinelementen.

Die Arbeiten sind notwendig, um das historische Gebäudeensemble zu erhalten und zukünftigen Generationen zugänglich zu machen. Gleichzeitig stellt die Sanierung die Stadt Hof vor erhebliche finanzielle Herausforderungen, die durch die laufenden Unterhaltskosten des leerstehenden Gebäumes noch verstärkt werden.

Trotz der Bauarbeiten bleibt der Theresienstein ein wichtiger Veranstaltungsort und kultureller Mittelpunkt in Hof. Der Park, der 2003 zum schönsten Park Deutschlands gekürt wurde, bietet weiterhin Raum für Erholung und kulturelle Aktivitäten. Die eingeschränkte Nutzung während der Sanierungsphase zeigt, dass die Stadtverwaltung bemüht ist, die Lebensqualität für die Bürger trotz der Baumaßnahmen aufrechtzuerhalten.

Der Abschluss der Sanierung ist für Frühjahr 2025 geplant, rechtzeitig für die nächsten Promenadenkonzerte. Sollten unvorhergesehene Arbeiten notwendig sein, kann sich dieser Termin jedoch verschieben. Langfristig strebt die Stadt ein umfassenderes Nutzungskonzept für das Theresienstein-Ensemble an, das seine historische Bedeutung würdigt und gleichzeitig zeitgemäße Nutzungsmöglichkeiten bietet.

Die Sanierung des Theresiensteins ist mehr als ein reines Bauprojekt – sie ist eine Investition in die Identität und Zukunft der Stadt Hof. Das historische Gebäudeensemble, das als Wahrzeichen der Stadt gilt, wird nach Abschluss der Arbeiten wieder in vollem Glanz erstrahlen und als kulturelles Erbe für kommende Generationen erhalten sein.

Quellen

  1. Stadt Hof - Vierter und letzter Bauabschnitt der Fassadensanierung am Theresienstein
  2. Stadt Hof - Theresienstein
  3. Frankenpost - Theresienstein Hof: Warum sich die Sanierung hinzieht
  4. Frankenpost - Ohne Hotel Theresienstein Hof: Sanierung geht weiter
  5. Stadt Hof - Sehenswürdigkeiten in Hof - Theresienstein

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