Einleitung
Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler plant den Neubau des TWIN-Bades, eines der wichtigsten Freizeiteinrichtungen der Region. Nachdem der Stadtrat den Bau bereits beschlossen hat und die Baugenehmigung seit März vorliegt, arbeiten Stadtverwaltung, Architekten und Fachplaner nun an der genauen Ausführungsplanung. Das Projekt, das den Abriss des alten und den Bau des neuen TWIN-Bades umfasst, wird voraussichtlich rund 17 Millionen Euro kosten. Der Baubeginn ist für Ende 2025 geplant. Besondere Bedeutung hat das Projekt aufgrund der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021, die auch das bestehende TWIN-Bad schwer beschädigte. Der Neubau wird nun hochwassergeschützt und in einer neuen südöstlichen Lage errichtet, was eine grundlegende Neugestaltung des gesamten Komplexes ermöglicht.
Projektgeschichte und Entscheidung zum Neubau
Die Entscheidung für den Neubau des TWIN-Bades steht im direkten Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe, die die Region im Sommer 2021 heimsuchte. Auf der Grundlage eines Grundsatzbeschlusses hatte der Stadtrat bereits zeitnah nach der Flutkatastrophe den Wiederaufbau der Ahr-Therme ebenso wie des Freizeitbades TWIN beschlossen. Diese Entscheidung war jedoch nicht nur eine Reaktion auf die Flutschäden, sondern auch auf das Alter der bestehenden Anlage.
Bereits vor der Flutkatastrophe hatte sich gezeigt, dass das alte TWIN-Bad dringend einer Erneuerung bedurfte. Im Mai 2021, also noch vor der Flut, wurde das Gebäude bereits entkernt. Die Abrissarbeiten für das in die Jahre gekommene Twin begannen nach dem Beschluss des Stadtrates, ein neues Hallenbad in Bad Neuenahr zu bauen. Gleichzeitig verschwand auch das Freibad, das Teil des Komplexes war.
Die Stadtverwaltung erarbeitete daraufhin umfassende Pläne für einen kompletten Neubau anstelle einer Sanierung. Diese Entscheidung basierte auf einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, die zeigte, dass ein Neubau auf lange Sicht kostengünstiger und effizienter wäre als eine Sanierung der stark beschädigten und bereits zuvor sanierungsbedürftigen Anlage.
Kosten und Finanzierung des Projekts
Die Finanzierung des TWIN-Neubaus stellt ein komplexes Unterfangen dar, das verschiedene öffentliche Mittel und Einnahmequellen kombiniert. Aktuell geht die Verwaltung davon aus, dass der Abriss des alten und der Bau des neuen TWIN zusammen rund 17 Millionen Euro kosten werden. Diese Schätzung beinhaltet die geschätzte Steigerung der Baukosten von rund 1,6 Millionen Euro von der letzten Berechnung im April 2019 bis zur geplanten Fertigstellung des Bades.
Allerdings ist die aktuelle Einschätzung der allgemeinen Baupreissteigerung laut Verwaltung "noch unsicherer als üblicherweise". Diese Unsicherheit macht eine genaue Kalkulation erschwert und könnte sich letztlich auf die Gesamtkosten des Projekts auswirken.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt aus mehreren Quellen:
Verkauf städtischer Grundstücke: Die Stadt plant den Verkauf von fünf Grundstücken, um einen Teil der Kosten zu decken. Bisher konnten drei dieser Flächen vermarktet werden. Bei der Wiese östlich des TWIN, die nach ursprünglichen Berechnungen 540.000 Euro bringen sollte, hat sich seit zweieinhalb Jahren jedoch noch kein Interessent gefunden.
Entwicklung der Wohnbaufläche "Oben in der Hardt/Königsfelder Straße": Diese Entwicklung befindet sich noch im Gange und wird voraussichtlich weitere Einnahmen für das Projekt generieren.
Beteiligung der Gemeinde Grafschaft: Diese beteiligt sich mit 1,2 Millionen Euro am Projekt, die über einen Zeitraum von vier Jahren verteilt werden.
Beteiligung der Verbandsgemeinde Altenahr: Diese unterstützt das Projekt mit 50.000 Euro.
Bundesförderung: Der Bund fördert das Vorhaben mit 3,1 Millionen Euro.
Förderung durch den Kreis Ahrweiler: Der Kreis steuert 1,1 Millionen Euro bei.
Zusätzlich zum TWIN-Projekt wird auch der Wiederaufbau der Ahr-Therme finanziert. Dieser muss über den Unternehmensstrang der Wiederaufbau-Förderung finanziell abgewickelt werden. Auf diesem Weg ist eine Refinanzierung lediglich auf Grundlage der Reparaturkosten sowie eines Schadensersatzes auf Basis des Nutzwertes möglich. Der im April gestellte Förderantrag bei der ISB wurde mit einem Förderbescheid über 17,8 Millionen Euro bewilligt. Dies entspricht 80 Prozent der errechneten Summe, wobei die Förderung durch eine Härtefallregelung ggf. noch auf 100 Prozent erhöht werden kann.
Aktuelle Planungsphase und Stand des Projekts
Nachdem der Stadtrat den Bau des neuen TWIN-Bades beschlossen hat und die Baugenehmigung seit März vorliegt, befindet sich das Projekt nun in der detaillierten Planungsphase. In dieser Phase arbeiten Stadtverwaltung, Architekten und Fachplaner eng zusammen, um die genaue Ausführungsplanung des neuen Bades zu erstellen.
Ein wichtiger Meilenstein in der aktuellen Planungsphase ist die Entscheidung für eine bestimmte Bauvariante. Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich kürzlich für eine Südvariante ausgesprochen. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für die Gestaltung des gesamten Komplexes.
Die Bedingungen für die Gestaltung des Kombibades TWIN sind nun klarer geworden. Die Becken des Freibades können an anderer Stelle wieder aufgebaut werden, was eine flexiblere Gestaltung des gesamten Geländes ermöglicht. Gleichzeitig kann die aufwändige Schwimmbadtechnik vom nordwestlichen Teil des Geländes wegrücken und in das neue Hallenbad verlagert werden. Diese Verlagerung hat den entscheidenden Vorteil, dass die Technik nun hochwassergeschützt positioniert wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der neuen Planung ist die Lage des neuen Hallenbades. Dieses wird nun südöstlich aufgebaut, was eine wesentliche Verbesserung darstellt. Durch diese neue Lage kann auf die hohe Lärmschutzmauer verzichtet werden, die bisher das Gelände prägte und die Gestaltungsmöglichkeiten einschränkte. Die südöstliche Lage bietet nicht nur Vorteile im Hinblick auf den Lärmschutz, sondern auch eine bessere Integration in die umgebende Bebauung und eine verbesserte Anbindung an die Infrastruktur der Stadt.
Besondere Merkmale des Neubaus
Der geplante Neubau des TWIN-Bades wird mehrere besondere Merkmale aufweisen, die ihn zu einem modernen und zukunftsweisenden Freizeitzentrum machen:
Hochwasserschutz: Durch die Verlagerung der komplexen Schwimmbadtechnik in das hochwassergeschützte neue Hallenbad wird sichergestellt, dass die Anlage zukünftigen Hochwasserereignissen standhalten kann. Dies war eine der wichtigsten Lern aus der Hochwasserkatastrophe von 2021.
Neue Lage und Gestaltung: Die südöstliche Lage des neuen Hallenbades ermöglicht eine völlig neue Gestaltung des gesamten Komplexes. Ohne die hohe Lärmschutzmauer entstehen Freiräume, die für eine ansprechendere Gestaltung genutzt werden können.
Flexible Gestaltungsmöglichkeiten: Die Trennung der Freibadbecken vom Hallenbad und die Verlagerung der Technik ermöglichen eine flexiblere Gestaltung beider Bereiche. So können die Freibadbecken an anderer Stelle wieder aufgebaut werden, während das Hallenbad kompakter und effizienter geplant werden kann.
Möglicherweise zurückkehrendes Lehrschwimmbecken: Nachdem das Lehrschwimmbecken zunächst auf der Streichliste stand, könnte es nun doch wieder in den Neubauplänen berücksichtigt werden. Diese Möglichkeit ergibt sich durch eine überraschende Unterstützung, deren genaue Ursache und Umfang in den Quellen nicht näher beschrieben werden. Die Rückkehr des Lehrschwimmbeckens wäre eine wichtige Ergänzung für das Angebot des Bades, insbesondere für den Schwimmunterricht und das Training von Kindern.
Modernste Technik und Ausstattung: Der Neubau wird mit modernster Schwimmbadtechnik ausgestattet, die nicht nur effizienter, sondern auch wartungsärmer als die bisherige Anlage sein wird. Durch die zentrale Verlagerung der Technik in das hochwassergeschützte Hallenbad werden Wartungsarbeiten erleichtert und die Betriebskosten gesenkt.
Zeitplan für das Projekt
Derzeit ist ein klarer Zeitplan für das Projekt festgelegt, der sich in mehrere Phasen gliedert:
Detaillierte Ausführungsplanung: Diese Phase läuft derzeit und wird voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen. In dieser Phase werden alle technischen und gestalterischen Details des Neubaus festgelegt.
Vorbereitung der Baustelle: Nach Abschluss der Planungsphase folgt die Vorbereitung der Baustelle, die den Abriss verbleibender Teile der alten Anlage und die Erschließung des Baugeländes umfasst.
Baubeginn: Der Baubeginn ist für Ende 2025 geplant. Dieser Zeitpunkt wurde bewusst gewählt, um ausreichend Zeit für die detaillierte Planung zu haben und mögliche Verzögerungen bei der Materialbeschaffung oder durch behördliche Genehmigungen zu vermeiden.
Bauausführung: Die Bauausführung wird voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen, da es sich um ein großes und komplexes Projekt handelt. Die genaue Dauer der Bauausführung steht derzeit noch nicht fest.
Fertigstellung und Eröffnung: Die ursprünglich geplante Fertigstellung des Bades war für 2022 vorgesehen. Aufgrund der Hochwasserkatastrophe und der damit verbundenen Planungsänderungen sowie der gestiegenen Baukosten hat sich dieser Termin jedoch deutlich verschoben. Ein neuer Termin für die Fertigstellung und Eröffnung des neuen TWIN-Bades wurde in den Quellen nicht genannt.
Herausforderungen bei der Umsetzung
Das Projekt zum Neubau des TWIN-Bades stellt die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler vor mehrere Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt:
Finanzielle Unsicherheiten: Wie bereits erwähnt, ist die aktuelle Einschätzung der allgemeinen Baupreissteigerung "noch unsicherer als üblicherweise". Diese Unsicherheit macht eine genaue Kostenschätzung erschwert und könnte sich letztlich auf die Finanzierbarkeit des Projekts auswirken.
Vermarktung von Grundstücken: Die Stadt plant den Verkauf von fünf Grundstücken, um einen Teil der Kosten zu decken. Bisher konnten jedoch nur drei dieser Flächen vermarktet werden. Besonders die Wiese östlich des TWIN, die nach ursprünglichen Berechnungen 540.000 Euro bringen sollte, findet seit zweieinhalb Jahren keinen Käufer. Diese Verzögerung bei der Vermarktung könnte sich negativ auf die Liquidität des Projekts auswirken.
Komplexe Planungsaufgaben: Der Neubau des TWIN-Bades ist ein komplexes Projekt, das die Koordination verschiedener Fachbereiche erfordert. Stadtverwaltung, Architekten, Fachplaner und verschiedene externe Partner müssen eng zusammenarbeiten, um ein erfolgreiches Ergebnis zu erzielen.
Integration in die städtebauliche Umgebung: Die neue südöstliche Lage des Hallenbades erfordert eine sorgfältige Integration in die umgebende Bebauung und die städtebauliche Struktur der Stadt. Dies erfordert eine genaue Abstimmung mit den städtebaulichen Zielen der Stadt und den Bedürfnissen der Anwohner.
Berücksichtigung künftiger Anforderungen: Der Neubau muss nicht nur die aktuellen Anforderungen an ein modernes Schwimmbad erfüllen, sondern auch künftige Entwicklungen und Anforderungen berücksichtigen. Dazu gehören Aspekte wie Barrierefreiheit, Energieeffizienz und die Anpassung an den Klimawandel.
Bedeutung für die Stadt und Region
Der Neubau des TWIN-Bades hat eine große Bedeutung für die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und die gesamte Region. Das TWIN-Bad ist eines der wichtigsten Freizeiteinrichtungen der Stadt und wird von vielen Bürgern regelmäßig genutzt. Ein modernes und gut ausgestattetes Schwimmbad ist nicht nur für die Lebensqualität der Bevölkerung von großer Bedeutung, sondern auch für die Attraktivität der Stadt als Wohn- und Tourismusstandort.
Die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 hat deutlich gezeigt, wie wichtig gut ausgebaute und geschützte Infrastruktureinrichtungen für die Resilienz einer Stadt sind. Der hochwassergeschützte Neubau des TWIN-Bades wird die Stadt in Zukunft besser gegen solche Naturereignisse wappnen und die Versorgungssicherheit für die Bürger sicherstellen.
Darüber hinaus bietet der Neubau die Möglichkeit, das Angebot des Schwimmbades zu erweitern und zu verbessern. Die mögliche Rückkehr des Lehrschwimmbeckens wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung, da dies die Schwimmausbildung für Kinder erleichtert und die Sicherheit im Wasser erhöht.
Fazit
Der Neubau des TWIN-Bades in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist ein wichtiges und ambitioniertes Projekt, das die Stadt vor große Herausforderungen stellt, aber auch die Chance bietet, eine moderne und zukunftsfähige Freizeiteinrichtung zu schaffen. Die bisherigen Planungen haben gezeigt, dass die Stadtverwaltung und die politischen Gremien das Projekt konsequent vorantreiben und dabei auf eine sorgfältige Planung und eine breite Abstimmung mit den Fachexperten setzen.
Die Finanzierung des Projekts ist durch eine Kombination verschiedener öffentlicher Mittel und Einnahmequellen gesichert, allerdings bleiben einige Unsicherheiten, insbesondere bei der Entwicklung der Baukosten. Die Vermarktung der städtischen Grundstücke verläuft bisher nicht wie geplant, was zu finanziellen Engpässen führen könnte.
Die Entscheidung für eine südöstliche Lage des neuen Hallenbades und die Verlagerung der Technik in hochwassergeschüt