Renovierungskosten korrekt buchen: Eine umfassende Anleitung für Immobilienbesitzer

Einleitung

Die Renovierung einer Immobilie ist eine der wichtigsten Investitionen, die Hauseigentümer tätigen können. Sie dient nicht nur der Werterhaltung und Wertsteigerung des Gebäudes, sondern auch der Verbesserung der Wohnqualität und Energieeffizienz. Bei der Planung von Renovierungsmaßnahmen spielen jedoch nicht nur die Kosten und die Durchführung eine entscheidende Rolle, sondern auch die korrekte Buchführung der entstehenden Ausgaben. Dieser Artikel bietet eine umfassende Übersicht über die Kosten für Renovierungen, die verschiedenen Buchungskonten für Renovierungskosten sowie steuerliche Aspekte und Fördermöglichkeiten.

Renovierungskosten im Überblick

Die Kosten für eine Renovierung hängen maßgeblich vom Umfang der geplanten Maßnahmen, dem Zustand des Gebäudes, den Materialkosten und den Arbeitskosten ab. Grundsätzlich kann von Kosten in Höhe von mindestens 500 € pro Quadratmeter ausgegangen werden. Für ein Haus mit einer Fläche von 120 Quadratmetern entstehen demnach Renovierungskosten von mindestens 72.000 Euro. Bei Wohnungen sind die Kosten aufgrund der geringeren Größe oft etwas geringer. Hier rechnet man je nach gewünschter Ausstattung und anfallenden Renovierungsmaßnahmen mit 500 bis 600 Euro pro Quadratmeter. Für eine Wohnung mit 80 Quadratmetern komplett renoviert, fallen somit Kosten von mindestens 40.000 Euro an.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Kosten nur grobe Schätzungen darstellen. Bei älteren Gebäuden gehen Renovierungen häufig mit Sanierungsmaßnahmen einher, was die Kosten weiter erhöhen kann. Zudem können sich die Kosten je nach Region, Anbieter sowie gewünschter Ausführung unterscheiden. Für umfangreiche Renovierungsarbeiten sollte daher ein Puffer von etwa 10-15% der geschätzten Kosten einkalkuliert werden, um unvorhergesehene Ausgaben abdecken zu können.

Buchung von Renovierungskosten

Die korrekte Buchung von Renovierungskosten ist sowohl für Unternehmen als auch für Private von Bedeutung. Bei der Buchführung müssen bestimmte Regeln beachtet werden, um die Ausgaben den richtigen Konten zuzuordnen.

Betriebliche Räume

Für betriebliche Räume gilt, dass nur typische, substanzerhaltende Renovierungsarbeiten als Betriebsausgaben gebucht werden dürfen und auf das Konto "Instandhaltung betrieblicher Räume" gebucht werden dürfen. Dazu gehören auf jeden Fall Malerarbeiten oder die Erneuerung von Bodenbelägen. Das dafür verwendete Konto lautet:

Konto 4805 - Reparaturen und Instandhaltungen von anderen Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung

Bestimmte Aufwendungen, die keinem anderen Konto eindeutig zugeordnet werden können, werden in der Buchführung auf das Konto "Sonstiger Betriebsbedarf" 4980 (SKR 03) bzw. 6850 (SKR 04) gebucht.

Wandfarbe und Reparaturen

Bei der Buchung von Kosten für Wandfarbe ist zu beachten, dass diese je nach Verwendungszweck unterschiedlichen Konten zugeordnet werden können. Werden Sanierungsarbeiten von eigenem Personal durchgeführt, werden die Aufwendungen auf das Konto "Löhne" 4110 (SKR 03) bzw. 6010 (SKR 04) gebucht und im Rahmen der Lohn- und Gehaltsabrechnung berücksichtigt. Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto "Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt" 1740 (SKR 03) bzw. die entsprechende Gegenbuchung im SKR 04.

Instandhaltungskosten im Allgemeinen

Zu den Instandhaltungskosten gehören die Ausgaben für alle Reparaturen, Wartungen, Inspektionen und Verbesserungen der Immobilie. Konkret sind das zum Beispiel die Reinigung der Dachrinne, der Austausch schadhafter Fenster oder der Neuanstrich der Fassade. Diese Kosten müssen sachgerecht dokumentiert und den entsprechenden Konten zugeordnet werden, um eine korrekte Buchführung zu gewährleisten.

Unterschiede zwischen Renovierung, Sanierung und Modernisierung

Es ist wichtig, die Begriffe Renovierung, Sanierung und Modernisierung voneinander abzugrenzen, da sie unterschiedliche Maßnahmen und Kosten implizieren.

Renovierung

Renovierung bedeutet, das Erscheinungsbild eines Hauses oder einer Wohnung zu verbessern, zu verschönern oder wiederherzustellen. Dazu gehören Arbeiten wie Malern, Reparieren, das Einsetzen von Bodenbelägen, aber auch kleinere kosmetische Änderungen. Sie dienen in erster Linie der Verschönerung. Immobilien bleiben durch regelmäßige Renovierungen und Sanierungen preisstabil und lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt leichter verkaufen.

Sanierung

Sanierung umfasst umfassendere Maßnahmen, die darauf abzielen, den baulichen Zustand eines Gebäudes zu verbessern oder wiederherzustellen. Dies kann die Behebung von Bauschäden, die Verbesserung der Bausubstanz oder die Anpassung an aktuelle Bauvorschriften umfassen. Sanierungen sind in der Regel aufwändiger und teurer als reine Renovierungen.

Modernisierung

Modernisierung zielt darauf ab, eine Immobilie an heutige Anforderungen und Standards anzupassen. Dazu gehören Maßnahmen wie die Installation einer neuen Heizung, der Austausch von Fenstern gegen moderne, energieeffiziente Modelle oder die Installation einer Photovoltaikanlage. Modernisierungen haben oft eine längere Lebensdauer und können zu signifikanten Einsparungen bei den Energiekosten führen.

Renovierungsintervalle und Kosten für verschiedene Bereiche

Um eine gute Planung für Renovierungsmaßnahmen zu ermöglichen, ist es hilfreich zu wissen, in welchen Abständen verschiedene Arbeiten durchgeführt werden sollten und welche Kosten damit verbunden sind. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über typische Renovierungsintervalle und geschätzte Kosten für verschiedene Bereiche des Hauses.

Dachbereich

Ein Dach ist eine der am stärksten beanspruchten Bauteile eines Gebäudes und erfordert regelmäßige Wartung und Renovierung.

Bereich Frequenz Kosten
Dach neu decken alle 30-50 Jahre ab ca. 100 € pro m²
Dach sanieren alle 40-60 Jahre ca. 190 - 560 € pro m²
Schornstein erneuern alle 30-40 Jahre ca. 1.000-2.000 €
Dach dämmen alle 30-50 Jahre ca. 120 € pro m² Dachfläche

Bauträger achten meist von Beginn an auf gute Werte in Sachen Energieeffizienz, aber auch ältere Gebäude können durch eine umfassende, energetische Sanierung auf den neuesten Stand gebracht werden. Das schließt zum Beispiel Maßnahmen wie die Außendämmung der Fassade, neue Fenster und eine neue Haustür mit ein.

Fassade

Die Fassade ist das Gesicht eines Gebäudes und steht direkt im Witterungsverhältnissen. Daher ist eine regelmäßige Pflege und Renovierung besonders wichtig.

Bereich Frequenz Kosten
Außendämmung Fassade alle 30 Jahre ca. 60-250 € pro m²
Fassadenputz erneuern nach 30-50 Jahren ca. 20-30 € pro m²
Fassade streichen alle 10-20 Jahre ca. 7-25 € pro m²
Innendämmung alle 30-50 Jahre Ca. 60-130 € pro m²
Kellerdecke von unten dämmen alle 30-50 Jahre ca. 15-30 € pro m²

Ein Fassadenputz muss zirka alle 30 Jahre erneuert werden, ein neuer Fassadenanstrich bietet sich aufgrund von Verschmutzungen spätestens nach 10 bis 20 Jahren an.

Fenster und Türen

Fenster und Türen sind wichtige Bauteile für die Wärmedämmung und Sicherheit eines Gebäudes.

Bereich Frequenz Kosten
Fenster erneuern alle 20-40 Jahre ab ca. 629-1.176 €/m²
Haustür erneuern alle 20-40 Jahre abhängig von Material und Beschaffenheit, ab ca. 1.500 € plus Einbau
Rollläden alle 20 Jahre ab ca. 300 € pro Stück plus Einbau

Bodenbeläge

Die Wahl des richtigen Bodenbelags hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Nutzungsbereich, dem persönlichen Stil und der Haltbarkeit.

Bereich Frequenz Kosten
Parkettboden alle 30-40 Jahre ab 70 € pro m²
Teppiche alle 5-10 Jahre je nach Qualität, ab 10 € pro m²

Wände und Decken

Wände und Decken benötigen in regelmäßigen Abständen eine Auffrischung, um das Erscheinungsbild der Räume zu erhalten.

Bereich Frequenz Kosten
Wandfarbe erneuern (innen) alle 5-10 Jahre ab 10 € pro m² zu streichender Fläche
Tapeten erneuern Wohnräume: alle 5-10 Jahre, Nebenräume: alle 10 Jahre ab 15 € pro m²

Besonders im Schlafzimmer, in dem Menschen etwa ein Drittel ihres Lebens verbringen, ist eine regelmäßige Renovierung wichtig. Bei Mietwohnungen wird vertraglich meist ein Renovierungsintervall von 5 Jahren für Wohn- und Schlafräume fixiert. Das ist auch für Immobilienbesitzer ein sinnvoller Richtwert. Teppiche sollten etwa alle 5 Jahre ausgetauscht werden, die Renovierungskosten belaufen sich je nach Art des Bodens auf etwa 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter.

Küche

Die Küche ist einer der am stärksten genutzten Räume im Haus und erfordert daher eine robuste Ausstattung und gelegentliche Erneuerung.

Bereich Frequenz Kosten
Küche erneuern alle 15-20 Jahre abhängig von Qualität und Beschaffenheit, ab ca. 12.000 €
Geschirrspüler alle 10-15 Jahre je nach Marke und Größe, ab ca. 250 €
Herd mit Backofen alle 15 Jahre Einbauherd ab etwa 400 € plus Einbau

Eine kleine Einbauküche kostet ab zirka 5.000 Euro, eine solide Einbauküche ab ca. 12.000 Euro – die Grenze nach oben hin ist offen. Dabei investieren deutsche Haushalte nicht nur in das Design, sondern vor allem auch in die hochwertige Ausstattung der Elektrogeräte. Auch hier ist Energieeffizienz ein Thema, Kühlschränke und Elektroherde mit der Auszeichnung "A+++" erfreuen sich trotz höherer Preise immer größerer Beliebtheit. Sie gehen allerdings auch regelmäßig kaputt. Der Geschirrspüler gibt durchschnittlich alle 10 bis 15 Jahre den Geist auf und kostet dann als Neuanschaffung etwa 250 Euro aufwärts. Der Elektroherd hält rund 15 Jahre durch und kostet ab 300 Euro plus Einbau, der Kühlschrank ungefähr alle 10 Jahre und kostet dann ab 250 Euro aufwärts, die Dunstabzugshaube macht nach 12 Jahren schlapp und schlägt mit Kosten von etwa 300 Euro zu Buche.

Badezimmer

Das Badezimmer ist ein Raum, der hohe Anforderungen an Wasserbeständigkeit und Hygiene stellt und daher regelmäßig renoviert werden muss.

Bereich Frequenz Kosten
Badsanierung alle 20-30 Jahre 900 € und 3.500 €/m²

Bereits mit kleineren Maßnahmen wie neuer Wandfarbe, neuer Fliesenfarbe und neuen Badezimmermöbeln lassen sich bei einer Renovierung des Bades größere Effekte erzielen. Sind die Einbauten allerdings in die Jahre gekommen, führt kein Weg an einer kompletten Badsanierung inklusive neuer Wanne, Toilette, Waschbecken, Fliesen und Heizung vorbei. Die Sanierungskosten dafür belaufen sich bereits bei kleineren Bädern auf etwa 20.000 Euro aufwärts.

Staatliche Förderungen für Renovierungen

Für größere Renovierungsmaßnahmen können Zuschüsse und vergünstigte Kredite von der KfW und dem BAFA in Anspruch genommen werden. So gibt es beispielsweise Förderungen für eine neue Heizung, einbruchsichere Fenster, den barrierefreien Umbau oder für die Nutzung erneuerbarer Energien.

BAFA-Förderung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt Zuschüsse für ausgewählte Sanierungsmaßnahmen von bis zu 45 % der förderfähigen Kosten. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden und können direkt beim BAFA beantragt werden. Die gena Höhe der Förderung hängt von der Art der Maßnahme ab und muss im Einzelfall geprüft werden.

KfW-Förderung

Bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist es möglich, günstige Förderkredite zu niedrigen Zinsen abzuschließen. Die Beantragung der KfW-Förderung erfolgt immer über ein vermittelndes Kreditinstitut, zum Beispiel über Ihre Hausbank. Auch

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