Barrierefreier Wohnungsbau der VAB in Rahser: Ein Projekt von 2008

Einleitung

Die Viersener Aktien-Baugesellschaft (VAB) als größte Wohnungsbaugesellschaft im Kreis Viersen hat sich seit jeher der Aufgabe verschrieben, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen. Ein Beispiel dafür ist das Projekt zur Schaffung barrierefreier Wohnungen in der Rahserstraße, das im Jahr 2008 realisiert wurde. Dieses Vorhaben ist Teil einer langen Tradition der VAB, innovative Wohnkonzepte zu entwickeln, die sowohl den Anforderungen modernen Wohnens als auch den finanziellen Möglichkeiten der Mieter gerecht werden. Der vorliegende Artikel untersucht dieses Projekt im Kontext der allgemeinen Entwicklungen und Herausforderungen, mit denen die VAB konfrontiert ist.

Das Projekt in der Rahserstraße

Im Juli 2008 berichtete die Westdeutsche Zeitung über ein besonderes Vorhaben der VAB in der Rahserstraße: den Bau barrierefreier Wohnungen. Dieser Schritt der Wohnungsgesellschaft entsprach einem wachsenden Bedarf an Wohnraum, der auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder im fortgeschrittenen Alter geeignet ist. Barrierefreies Wohnen bedeutet mehr als nur den Verzicht auf Stufen – es umfasst die Schaffung von Wohnräumen, die unabhängiges und selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

Das Projekt in der Rahserstraße war Teil der Strategie der VAB, ihr Wohnungsangebot an die demografischen Veränderungen anzupassen. Mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung steigt der Bedarf an Wohnraum, der ohne körperliche Anstrengung zugänglich ist und an den keine hohen Anforderungen an die Mobilität gestellt werden. Barrierefreie Wohnungen ermöglichen es älteren Menschen oder Personen mit Behinderungen, so lange wie möglich in vertrauter Umgebung zu leben, was nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch teure Pflegeverschiebt.

Die Realisierung solcher Projekte erfordert jedoch spezielles Know-how und eine durchdachte Planung. Es geht nicht nur um die baulichen Gegebenheiten wie breite Türen, ebenerdige Bäder und rampenfreie Zugänge, sondern auch um die Gestaltung der Gemeinschaftsräume und des Umfelds. Die VAB hat mit dem Projekt in der Rahserstraße gezeigt, dass sie bereit ist, in solche zukunftsweisenden Wohnkonzepte zu investieren.

Die Rolle der VAB im Wohnungsbau des Kreises Viersen

Die Viersener Aktien-Baugesellschaft (VAB) spielt eine zentrale Rolle im Wohnungsbau des Kreises Viersen. Als städtische Tochtergesellschaft hat sie die Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu erhalten. Mit einem Bestand von rund 3.000 Wohneinheiten ist sie die größte Wohnungsbaugesellschaft in der Region. Ihre Bedeutung zeigt sich nicht nur in der Anzahl der verwalteten Wohnungen, sondern auch in ihrer strategischen Ausrichtung auf nachhaltiges und zukunftsweisendes Bauen.

Die VAB hat sich in den vergangenen Jahren mehreren großen Herausforderungen gestellt. Einerseits muss sie auf den angespannten Wohnungsmarkt mit steigenden Nachfragen reagieren, andererseits müssen die vorhandenen Bestände an den technischen Standard und die energetischen Anforderungen angepasst werden. Gleichzeitig steht die Gesellschaft vor der Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, was in Zeiten steigender Baukosten und Bauzinsen immer schwieriger wird.

Ein Beispiel für die strategische Ausrichtung der VAB ist das "Zukunftshaus Dülken" am Kesselsturm. Mit Investitionen von rund 4,5 Millionen Euro wurde hier ein Gebäude geschaffen, das sich äußerst harmonisch in das historische Stadtbild einfügt, dabei aber modernste technische Innovationen und ökologische Konzepte vereint. Das Projekt zeigt, dass Klimaschutz und Bezahlbarkeit keine Gegensätze sein müssen – im Gegenteil: Durch clevere Bauweisen können die Betriebskosten gesenkt werden, was letztlich auch den Mietern zugutekommt.

Nachhaltigkeit und Modernisierung im Fokus

Die VAB hat sich in ihrer Strategie klar auf Nachhaltigkeit und Modernisierung ausgerichtet. Bis zum Jahr 2045 plant die Gesellschaft, rund ein Drittel ihres Bestands – also etwa 1.000 Wohneinheiten – klimaschonend neu zu bauen. Gleichzeitig sollen rund 2.000 Wohnungen modernisiert und mit einer CO2-freien Heizung ausgestattet werden. Für diese Maßnahmen allein sind nach aktuellen Planungen etwa 40 Millionen Euro erforderlich.

Diese ambitionierten Ziele zeigen die Verpflichtung der VAB gegenüber der Umwelt und zukünftigen Generationen. Gleichzeitig sind die Maßnahmen notwendig, um den Bestand an den steigenden energetischen Anforderungen auszurichten und die Betriebskosten für die Mieter langfristig zu stabilisieren. Ein Beispiel für solche Modernisierungsmaßnahmen ist die Renovierung eines historischen Gebäudes, in das die VAB 1,1 Millionen Euro investiert hat. Bei dieser Renovierung orientierte sich der Architekt Frank Meier an alten Fotos und Bauzeichnungen, um das historische Erscheinungsbild zu bewahren, gleichzeitig aber den Wohnraum zeitgemäß auszustatten.

Die Herausforderungen bei solchen Modernisierungsprojekten sind vielfältig. Einerseits müssen die technischen Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit erfüllt werden, andererseits muss das bauliche Erbe bewahrt werden. Besonders bei historischen Gebäuden kommt es oft auf den richtigen Umgang mit Details an – etwa bei der Fassadengestaltung, den Fenstern oder den Dachformen. Die VAB hat mit dem Projekt in Dülken gezeigt, dass es möglich ist, diese scheinbaren Gegensätze in Einklang zu bringen.

Herausforderungen im Wohnungsbau

Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Die VAB sieht sich mit mehreren großen Herausforderungen konfrontiert, die die Realisierung von Wohnungsbauprojekten erschweren.

Ein zentrales Problem ist der Anstieg der Bauzinsen, die die Finanzierung von Neubauprojekten deutlich verteuern. Gleichzeitig haben sich die Preise für nachhaltige Baumaterialien erhöht. Die VAB will künftig verstärkt auf Holzwolle als Dämmmaterial setzen, das zwar umweltfreundlicher ist als Dämmstoffe aus dem Chemie-Labor, aber auch teurer.

Besonders problematisch ist die aktuelle Situation bei der Förderung des preisgedämpften Wohnungsbaus. Seit der Reduzierung der KfW-Förderung müssen die Wohnungsgesellschaften bei der Errichtung öffentlich geförderter Wohnräume deutlich mehr als 30 Prozent Eigenkapital aufwenden, um überhaupt noch bauen zu können. Diese Anforderung stellt die VAB vor erhebliche Herausforderungen, da ihre Eigenkapitalmöglichkeiten begrenzt sind.

Um diese Situation zu meistern, hat sich die Stadt Viersen entschieden, die VAB zu stärken, indem sie die angebotene Dividende im Unternehmen belässt. Diese Maßnahme unterstützt das Ziel der VAB, auch in der derzeit besonders schwierigen Situation weiter Wohnungsfürsorge in Viersen zu leisten. Um die Eigenkapitalquote weiter zu erhöhen, hat die VAB ihre Wohnimmobilien Anfang des Jahres in eine GmbH & Co. KG überführt, um die Steuerbellastung zu senken.

Zukunftsprojekte und Innovationen

Trotz der genannten Herausforderungen hat die VAB eine Reihe ambitionierter Zukunftsprojekte geplant. Allein in den kommenden Jahren will die Gesellschaft mehr als 150 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investieren. Ein Beispiel für solche Projekte ist die Wohnanlage "Generations" am Josefsring in Viersen, bei deren erstem Spatenstich die Verantwortlichen betonten, wie dringend zeitgemäßer Mietwohnraum für Familien und Einzelpersonen benötigt werde.

Ein weiterer Schwerpunkt der zukünftigen Ausrichtung der VAB ist die ökologische Aufwertung der Freiflächen ihrer Wohnanlagen. Die Gesellschaft plant, diese vermehrt mit Bäumen, Hecken und Pflanzungen zu gestalten und zu entsiegeln. Diese Maßnahmen dienen nicht nur der ökologischen Aufwertung, sondern verbessern auch das Mikroklima und schaffen attraktivere Wohnumfelder für die Mieter.

Ein besonders innovatives Vorhaben ist die Absicht der VAB, zum größten Anbieter von Ladesäulen für E-Autos in Viersen zu werden. In Zusammenarbeit mit dem Partner NEW sollen in den kommenden Jahren 62 Elektroladesäulen im Immobilienbestand der VAB installiert werden, an denen die Mieter und auch andere Nutzer kostengünstig Ladestrom für ihre Autos beziehen können. Die Finanzierung dieses Angebots wird in den kommenden 23 Jahren rund 1,3 Millionen Euro erfordern.

Fazit

Das Projekt zur Schaffung barrierefreier Wohnungen in der Rahserstraße aus dem Jahr 2008 zeigt die langjährige Ausrichtung der VAB auf die Schaffung von Wohnraum, der den Bedürfnissen aller Bewohner gerecht wird. In einer Zeit, in der der demografische Wandel und die steigende Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum immer stärker in den Fokus rücken, hat die VAB mit diesem Projekt Weichen für die Zukunft gestellt.

Die VAB hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Akteure im Wohnungsbau des Kreises Viersen entwickelt. Mit ihren Zukunftsprojekten und ihrer klaren Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Innovation zeigt sie, dass sie bereit ist, die Herausforderungen der Zeit anzunehmen. Gleichzeitig steht die Gesellschaft vor erheblichen finanziellen und regulatorischen Hürden, die die Realisierung ihrer Ziele erschweren.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt die VAB ihrem Auftrag treu: bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, der gleichzeitig modern, nachhaltig und für alle zugänglich ist. Die Projekte der VAB – von den barrierfreien Wohnungen in der Rahserstraße über das "Zukunftshaus Dülken" bis hin zu den geplanten Elektroladesäulen – zeigen, dass es möglich ist, diese Ziele zu verwirklichen und einen Beitrag zur Lösung der Wohnungskrise zu leisten.

Quellen

  1. Rheinischer Spiegel - Ein Zukunftshaus für Dülken
  2. Deutsche Digitale Bibliothek - VAB baut im Rahser ohne Barrieren
  3. Westdeutsche Zeitung - Modernisierung mit Denkmalpflege
  4. Extra-Tipp am Sonntag - Neue Wohnanlage am Josefsring
  5. RP ONLINE - VAB baut für 156 Millionen Euro neue Wohnungen

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