Einleitung
Das Benediktinerkloster Weltenburg an der Donau zählt zu den ältesten Klöstern Bayerns und stellt aufgrund seiner exponierten Lage an einer Donauschlinge eine besondere Herausforderung für bauliche Instandhaltungs- und Renovierungsmaßnahmen dar. Die Geschichte des Klosters ist eng mit diversen Baumaßnahmen und Sanierungen verbunden, die sowohl ästhetischen als auch praktischen Zielen dienten. Besonders relevant ist die jüngere Geschichte der Hochwasserschutzmaßnahmen, die nach verheerenden Überschwemmungen notwendig wurden. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Renovierungs- und Sanierungsphasen des Klosters Weltenburg aus historischer und moderner Perspektive.
Historische Baugeschichte und frühe Renovierungen
Das Kloster Weltenburg wurde im 18. Jahrhundert grundlegend umgestaltet, nachdem die bestehende Vorgängerkirche abgebrochen wurde. Die heutige Benediktiner-Klosterkirche St. Georg und Martin wurde ab 1716 an der Stelle der abgebrochenen Vorgängerkirche errichtet, wobei nur der Turm beibehalten wurde. Die Baupläne stammen von Cosmas Damian Asam, die Fresken ebenfalls von ihm, während der dekorative Stuck und die Stuckplastik von seinem Bruder Egid Quirin Asam geschaffen wurden.
Die erste Weihe der Kirche erfolgte 1718, bezog sich jedoch lediglich auf den Rohbau. In diesem Jahr begann die Ausstattung des Gotteshauses, die sich mit Unterbrechungen bis in die 1730er Jahre hinzog und um 1750 ergänzt wurde. Diese frühe Renovierungs- und Ausstattungsphase prägt bis heute das Erscheinungsbild der Kirche maßgeblich.
Eine weitere bauliche Veränderung erfolgte 1763 mit der Erhöhung des Turmes, vermutlich durchgeführt von Christoph Wolf aus Regensburg-Stadtamhof. Diese Maßnahme war notwendig, um das Gesamtbild des Klosters zu harmonisieren und die repräsentative Wirkung der Anlage zu verstärken.
Späthistorische Restaurierungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden am Kloster Weltenburg weitere Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Restaurierungen in den Jahren 1887 bis 1890 sowie 1928 bis 1931 hatten den Raum im Sinne malerischer Vereinheitlichung interpretiert. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, das einheitliche Erscheinungsbild des Kirchenraums zu wahren und eventuelle Beschädigungen auszugleichen.
Ein bedeutender Wendepunkt in der Restaurierungsgeschichte des Klosters war die Renovierung in den Jahren 1960 bis 1962. Bei dieser Maßnahme wurde die originale Fassung der Raumschale einschließlich der Plastik freigelegt und ergänzt. Im Gegensatz zu den früheren Restaurierungen, die eine malerische Vereinheitlichung anstrebten, konzentrierte sich diese Renovierung auf die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands der Raumausstattung.
Die Fassade des Klosters, die aus Werkstein besteht, wurde ebenfalls in mehreren Phasen gestaltet. Während der Entwurf vermutlich von Cosmas Damian Asam stammte, erfolgte die Ausführung stockend. Die Rahmung des Mittelfensters blieb teilweise als Bossenstein stehen, und die Portalädikula wurde erst 1735 ausgeführt. Der dreiachsige Aufbau mit übergreifendem Tempelgiebel ist im Gegensatz zur Innenarchitektur flach gehalten, wobei lediglich eine schichtenmäßige Stufung angedeutet ist.
Die Hochwassergefahr als Renovierungsanlass
Das Kloster Weltenburg liegt oberhalb des Donaudurchbruchs in einer Donau-Schlinge und ist aufgrund seiner direkten Lage an der Donau stark hochwassergefährdet. Diese exponierte Lage hat im Laufe der Jahrhunderte zu zahlreichen Schäden und notwendigen Renovierungen geführt.
Historisch belegt ist ein sehr schlimmes Hochwasser im Jahr 1845, unmittelbar nach der Wiedergründung des Klosters, als das Wasser im Gebäude 2,20 Meter stand. Ein weiteres verheerendes Hochwasser ereignete sich 1784, ein Winterhochwasser mit Eisstoß, das noch höher war. Diese Hochwasserereignisse führten regelmäßig zu erheblichen Schäden an den Gebäudeteilen, die sich in den unteren Etagen befanden.
Das Pfingsthochwasser 1999 als Wendepunkt
Ein entscheidender Moment in der jüngeren Renovierungsgeschichte des Klosters Weltenburg war das Pfingsthochwasser im Jahr 1999. Am 24. Mai, Pfingstmontag, erreichte der Pegelstand fast acht Meter, genau 7,96 Meter. Damals bedeutete das für das Kloster, dass das ganze Kloster und das Refektorium, der Kreuzgang und der Klostergarten unter Wasser standen.
Die genauen Wasserspiegelhöhlen in verschiedenen Gebäudeteilen belegen das Ausmaß der Schäden: - Im Refektorium betrug der Wasserstand 1,40 Meter - In der Klosterkirche stand das Wasser noch 61 Zentimeter hoch - In der Klosterschänke und der Gastwirtschaft stand das Wasser 1,60 Meter hoch
Für das Kloster entstand durch dieses Hochwasser ein Millionenschaden. Der damals neu eingerichtete Klosterladen wurde ruiniert, samt der Ware, Technik und Kücheneinrichtungen. Dieser verheerende Schaden machte umfassende Renovierungs- und Schutzmaßnahmen notwendig.
Die Hochwasserschutzmaßnahmen 2006
Als Konsequenz aus den Erfahrungen des Pfingsthochwassers 1999 realisierte das Wasserwirtschaftsamt Landshut zwischen Januar und Oktober 2006 einen umfassenden Hochwasserschutz für das Kloster Weltenburg. Diese Maßnahme wurde am 12. Oktober 2006 feierlich eingeweiht.
Die Realisierung dieses Hochwasserschutzes war eine der größten baulichen Herausforderungen in der jüngeren Geschichte des Klosters. Die Maßnahmen umfassten verschiedene technische Lösungen, um das Kloster zukünftigen Hochwasserereignissen besser gewachsen zu machen. Obwohl die genauen technischen Details der Schutzmaßnahmen in den vorliegenden Quellen nicht detailliert beschrieben werden, ist klar, dass es sich um eine umfassende Renovierungsmaßnahme handelte, die den gesamten Gebäudekomplex betraf.
Die Lage des Klosters ist aus hochwassertechnischer Sicht eher suboptimal, wie Abt Thomas Maria Freihart erläutert: "Das Wasser steigt hier einfach natürlich an, weil die Donau in Richtung Donaudurchbruch, also Richtung Kelheim und Regensburg fließt. Da gibt es eine Engstelle, und das Wasser steigt kurz davor kräftig an."
Architektonische Besonderheiten und Renovierungsaspekte
Die architektonische Gestaltung der Klosterkirche weist Besonderheiten auf, die bei Renovierungsmaßnahmen besondere Berücksichtigung erfordern. Der Gemeinderaum über längselliptischem Grundriss ist symmetrisch angeordnet, mit tiefem Chor und zur Hauptraum offener Westvorhalle mit darüber gelegenem Psallierchor. Die Abschirmung des lichten Emporenraums erfolgt durch den vorschwingenden Orgelprospekt.
Der sonst ungewöhnlich geschlossene, dämmerliche Kirchenraum ist mit illusionistischen Mitteln zweifach entgrenzt: Die Lichtzonen des Freskohimmels und des ebenfalls freskierten Chorschlusses bleiben der messenden Kontrolle des Betrachters entzogen. Diese besonderen gestalterischen Elemente machten bei jeder Renovierung die sorgfältige Abwägung zwischen notwendigen Eingriffen und dem Erhalt der originalen Raumwirkung erforderlich.
Die Innenarchitektur der Kirche ist geprägt von einer Folge wechselnder hoher und niedriger Arkaden, die die ovalzylindrische Wand rhythmisieren. Seitliche Nischen sind in den außen rechteckigen Mauermantel eingetieft. Die schmalen Wandstücke sind mit verkröpften Pilastern besetzt, wobei einseitig zugeordnete Vollsäulen an den ausgekehlten Ecken der Wandstücke die architektonische Gliederung betonen.
Die heutige Situation nach den Renovierungen
Nach Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen 2006 fühlen sich die Mönche des Klosters wieder sicher in ihrer Anlage. Wie Abt Thomas Maria Freihart berichtet: "Er fühle sich dennoch sicher. Als die Prognosen kamen, habe die Feuerwehr von Kelheim am Samstagvormittag den ganzen Hochwasserschutz aufgebaut. Das Leben im möglicherweise ältesten Kloster Bayerns gehe daher normal weiter."
Diese Aussage unterstreicht den Erfolg der Renovierungs- und Schutzmaßnahmen, die das Kloster Weltenburg auch zukünftigen Hochwasserereignissen gewachsen machen sollen. Die millionenschweren Schäden aus dem Jahr 1999 konnten durch die umfassenden Schutzmaßnahmen vermieden werden.
Fazit
Die Renovierungsgeschichte des Klosters Weltenburg ist geprägt von zwei Hauptaspekten: Zum einen den historischen architektonischen Veränderungen und Restaurierungen, die das heutige Erscheinungsbild der Anlage prägen, und zum anderen den notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen aufgrund der exponierten Lage an der Donau.
Die früheste große Bauphase im 18. Jahrhundert unter den Gebrüdern Asam prägt bis heute das Erscheinungsbild der Klosterkirche. Die späteren Restaurierungsmaßnahmen, insbesondere die in den 1960er Jahren, zielten darauf ab, die originale Fassung der Raumschelle wiederherzustellen.
Das Pfingsthochwasser 1999 war ein Wendepunkt, der die Notwendigkeit umfassender Hochwasserschutzmaßnahmen deutlich machte. Die zwischen 2006 realisierten Schutzmaßnahmen haben das Kloster besser gegen zukünftige Hochwasserereignisse gewappnet und ermöglichen ein sorgenfreies Leben und Arbeiten in der historischen Anlage.
Die Renovierungsgeschichte von Weltenburg zeigt eindrücklich, wie historische Bausubstanz mit modernen Schutzanforderungen in Einklang gebracht werden kann, um sowohl den kulturhistorischen Wert als auch die praktische Nutzbarkeit der Anlagen zu erhalten.