Renovierungskosten korrekt in der Steuererklärung mit WISO Steuer eintragen

Einleitung

Renovierungen und Instandhaltungsarbeiten an Immobilien können mit erheblichen Kosten verbunden sein. Viele Hausbesitzer und Vermieter sind sich jedoch unsicher, welche Renovierungskosten sie steuerlich geltend machen können und wie diese korrekt in der Steuererklärung einzutragen sind. Die Nutzung einer speziellen Steuererklärungssoftware wie WISO Steuer kann diesen Prozess erheblich vereinfachen. Dieser Artikel erläutert die Unterschiede zwischen verschiedenen Arten von Renovierungskosten, die steuerlichen Regelungen für selbstgenutzte und vermietete Immobilien sowie die korrekte Dokumentation und Eintragung in der Steuererklärung.

Arten von Renovierungskosten und ihre steuerliche Behandlung

Das Finanzamt unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten von Renovierungskosten: Erhaltungsaufwendungen und Herstellungskosten. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sich die steuerliche Behandlung grundlegend unterscheidet.

Erhaltungsaufwendungen

Erhaltungsaufwendungen sind Kosten, die dem Erhalt der Immobilie dienen. Diese Kosten können in der Regel sofort in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden. Typische Beispiele für Erhaltungsaufwendungen sind:

  • Wände streichen
  • Bodenbeläge austauschen
  • Reparaturen am Dach
  • Sanierung von Feuchteschäden
  • Austausch defekter Fenster (sofern keine Standardhebung vorliegt)

Bei selbstgenutzten Immobilien führt der Eintrag dieser Kosten zu einer Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen. Bei vermieteten Immobilien handelt es sich um Werbungskosten, die die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung reduzieren.

Herstellungskosten

Herstellungskosten umfassen Arbeiten, die den Wert des Hauses steigern oder den Wohnstandard anheben. Diese Kosten müssen über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden, meist über 50 Jahre. Typische Beispiele für Herstellungskosten sind:

  • Einbau einer neuen Heizungsanlage
  • Ausbau des Dachbodens zu Wohnraum
  • Bau einer Terrasse
  • Anbau eines Hausteils
  • Komplette Modernisierung des Bades oder der Küche (wenn dies den Wohnstandard anhebt)

Vermieter haben bei Herstellungskosten eine gewisse Wahlfreiheit bei der steuerlichen Absetzung, müssen die Kosten aber in der Regel über die gesamte Nutzdauer der Immobilie abschreiben.

Nachträgliche Herstellungskosten

Besonders relevant ist die Unterscheidung zwischen Erhaltungsaufwendungen und Herstellungskosten bei nachträglichen Maßnahmen. Innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren werden bestimmte Arbeiten als Anhebung des Wohnstandards gewertet, wenn mindestens drei der folgenden vier Bereiche erneuert oder aufgewertet werden:

  • Fenster
  • Sanitäranlagen (zum Beispiel Bad)
  • Elektroinstallationen
  • Heizung

In solchen Fällen gelten die Kosten als Herstellungskosten und müssen über die angesetzte Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Das Finanzamt unterscheidet dabei drei Stufen des Wohnstandards: einfach, mittel und hoch. Eine Aufwertung von "einfach" auf "mittel" oder von "mittel" auf "hoch" wird als sogenannte Standardhebung betrachtet und führt zur Klassifizierung als Herstellungskosten.

Unterschiede bei selbstgenutzten und vermieteten Immobilien

Die steuerliche Behandlung von Renovierungskosten hängt entscheidend davon ab, ob die Immobilie selbst genutzt oder vermietet wird.

Selbstgenutzte Immobilien

Bei selbstgenutzten Immobilien können Renovierungskosten in der Regel nur als Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen geltend gemacht werden. Das bedeutet, dass nicht die vollen Kosten, sondern nur ein Teil davon von der Einkommensteuer abgezogen wird.

Die Eintragung erfolgt im Bereich "Allgemeine Ausgaben > Handwerker, Hilfen und Dienstleistungen im Haushalt". Es gibt jedoch eine Begrenzung: Viele kleine Reparaturen können dazu führen, dass die 15-Prozent-Grenze überschritten wird. Selbst einfache Schönheitsreparaturen können daher langfristige steuerliche Folgen haben.

Regelmäßige Ausgaben wie Schornsteinreinigung oder Heizungswartung zählen nicht zu dieser Grenze.

Vermietete Immobilien

Bei vermieteten Immobilien werden Renovierungskosten als Werbungskosten behandelt, die die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung reduzieren. Dies bedeutet, dass die Kosten in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden können, sofern sie als Erhaltungsaufwendungen anerkannt werden.

Die Eintragung erfolgt im Bereich "Vermieter > Vermietung von eigenem Wohnraum und anderen Räumen > Betriebskosten und andere Ausgaben > Erhaltungsaufwendungen". Handelt es sich um Herstellungskosten, erfolgt der Eintrag im Abschnitt zur AfA (Absetzung für Abnutzung), da sie über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden müssen.

Rücklagen

Für Vermieter ist auch die Behandlung von Rücklagen relevant. Beide Begriffe "Erhaltungsrücklage" und "Instandhaltungsrücklage" bedeuten dasselbe. Mit der WEG-Reform zum 1. Dezember 2020 wurde der Begriff "Instandhaltungsrückstellung" offiziell durch "Erhaltungsrücklage" ersetzt.

Für die Steuer spielt die Bezeichnung keine Rolle – ausschlaggebend ist, ob und wann Rücklagen tatsächlich für Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum verwendet wurden. Nur dann kann der entsprechende Anteil bei vermieteten Objekten steuerlich berücksichtigt werden.

Dokumentation von Renovierungskosten und Eigenleistungen

Eine sorgfältige Dokumentation ist der Schlüssel zum erfolgreichen Absetzen von Renovierungskosten. Dies gilt insbesondere bei Eigenleistungen, also wenn handwerkliche Arbeiten selbst durchgeführt werden.

Dokumentation von Eigenleistungen

Bei Eigenleistungen spricht man steuerlich von Arbeiten, die der Vermieter oder Hausbesitzer selbst übernimmt, wie zum Beispiel Streichen, Fliesenlegen oder kleinere Reparaturen. Für solche Leistungen gilt: Die eigene Arbeitszeit kann nicht bei der Steuer angesetzt werden. Das Finanzamt erkennt nur tatsächlich entstandene Kosten an, etwa für Material, Werkzeuge oder gemietete Geräte.

Eine fiktive Entlohnung für die eigene Arbeit wird steuerlich nicht anerkannt. Anders sieht es aus, wenn Dritte bezahlt werden – etwa ein Handwerksbetrieb oder eine Fachkraft. Dann können die bezahlten Lohnkosten als Werbungskosten berücksichtigt werden, sofern die Maßnahme steuerlich absetzbar ist.

Wichtige Punkte zur Dokumentation

Um Renovierungskosten korrekt von der Steuer absetzen zu können, ist eine detaillierte Dokumentation unerlässlich:

  1. Erfassen Sie alle Renovierungskosten systematisch
  2. Führen Sie ein Protokoll über die Materialien, Werkzeuge und eventuell anfallenden Nebenkosten
  3. Bewahren Sie alle Belege und Rechnungen auf, die mit den Renovierungskosten verbunden sind
  4. Ergänzen Sie die schriftliche Dokumentation durch eine Fotodokumentation

Die Fotodokumentation sollte den Zustand vor, während und nach den Renovierungsarbeiten zeigen. Diese visuellen Beweise können als zusätzliche Unterstützung dienen, wenn die Renovierungskosten von der Steuer abgesetzt werden sollen.

Berechnung der absetzbaren Kosten

Bei Eigenleistungen müssen die entsprechenden Kosten genau berechnet werden. Dazu gehören:

  • Materialkosten
  • Kosten für Werkzeuge
  • Eventuell anteilige Nebenkosten

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Ausgaben als absetzbar gelten. Daher ist eine detaillierte Aufstellung unerlässlich. Bei der Bewertung der Eigenleistung sollte der Wert realistisch eingeschätzt werden. Die Steuerbehörden verlangen in der Regel eine marktübliche Bewertung der durchgeführten Arbeiten. Informieren Sie sich über die gängigen Stundensätze für Handwerker in Ihrer Region, um eine angemessene Schätzung abgeben zu können.

Praktische Schritte mit WISO Steuer

Die Nutzung einer Steuererklärungssoftware wie WISO Steuer kann den Prozess des Eintrags von Renovierungskosten erheblich vereinfachen. Hier sind die praktischen Schritte:

Schritt 1: Software vorbereiten

Nach der Installation von WISO Steuer sollten Sie die Software auf den aktuellen Stand bringen. Danach starten Sie den Prozess der Steuererklärung und wählen den passenden Steuerfall aus (z.B. "Arbeitnehmer" oder "Vermieter").

Schritt 2: Angaben zur Immobilie machen

Die Software wird Sie Schritt für Schritt nach allen wichtigen Angaben zur Immobilie fragen. Hier sollten Sie folgende Informationen bereithalten:

  • Adresse der Immobilie
  • Kaufpreis und Kaufdatum
  • Nutzungsart (selbstgenutzt oder vermietet)
  • Bei Vermietung: Mieteinnahmen und Werbungskosten der Vorjahre

Schritt 3: Renovierungskosten eintragen

Je nach Nutzungsart der Immobilie gibt es unterschiedliche Wege, um Renovierungskosten einzutragen:

Bei selbstgenutzten Immobilien: - Tragen Sie die Lohnkosten für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen im Bereich "Allgemeine Ausgaben > Handwerker, Hilfen und Dienstleistungen im Haushalt" ein. - Wichtig ist hier die korrekte Zuordnung der Kosten, da davon abhängt, ob sie sofort oder nur über mehrere Jahre verteilt berücksichtigt werden können.

Bei vermieteten Immobilien: - Geben Sie Renovierungskosten, die als Erhaltungsaufwendungen gelten, im Bereich "Vermieter > Vermietung von eigenem Wohnraum und anderen Räumen > Betriebskosten und andere Ausgaben > Erhaltungsaufwendungen" an. - Handelt es sich um Herstellungskosten, erfolgt der Eintrag im Abschnitt zur AfA (Absetzung für Abnutzung), da sie über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden müssen.

Schritt 4: Dokumentation anhängen

WISO Steuer ermöglicht das Anhängen von Dokumenten und Belegen zu den jeweiligen Posten. Laden Sie hier alle relevanten Unter hoch, wie:

  • Rechnungen von Handwerkern
  • Materialbelege
  • Fotodokumentation
  • Arbeitsprotokolle bei Eigenleistungen

Schritt 5: Steuererklärung prüfen und einreichen

Bevor Sie die Steuererklärung einreichen, bietet WISO Steuer eine Prüffunktion, die mögliche Fehler oder unvollständige Angaben anzeigt. Nutzen Sie diese Funktion, um die Richtigkeit Ihrer Angaben sicherzustellen. Anschließend können Sie die Steuererklärung elektronisch übermitteln oder ausdrucken und postalisch beim Finanzamt einreichen.

Besondere Fälle und Überlegungen

Eigenleistungen bei vermieteten Immobilien

Für Vermieter, die handwerkliche Arbeiten an ihrer Immobilie selbst übernehmen, gibt es einige Besonderheiten zu beachten:

  • Die eigene Arbeitszeit kann nicht bei der Steuer angesetzt werden
  • Nur tatsächlich entstandene Kosten (Material, Werkzeuge, gemietete Geräte) können abgesetzt werden
  • Eine fiktive Entlohnung für die eigene Arbeit wird steuerlich nicht anerkannt

Anders sieht es aus, wenn Dritte bezahlt werden – etwa ein Handwerksbetrieb oder eine Fachkraft. Dann können die bezahlten Lohnkosten als Werbungskosten berücksichtigt werden, sofern die Maßnahme steuerlich absetzbar ist (zum Beispiel als Erhaltungsaufwand).

Grenzen des Abzugs

Es gibt einige Grenzen beim Abzug von Renovierungskosten:

  • Bei selbstgenutzten Immobilien besteht eine 15-Prozent-Grenze für bestimmte Handwerkerleistungen
  • Nachträgliche Herstellungskosten können entstehen, wenn innerhalb von fünf Jahren mindestens drei der vier Bereiche Fenster, Sanitäranlagen, Elektroinstallationen oder Heizung erneuert werden
  • Herstellungskosten müssen über die gesamte Nutzdauer der Immobilie abgeschrieben werden

Aufbewahrungspflicht von Belegen

Nach der Einreichung der Steuererklärung sollten alle Belege und Dokumente mindestens für zehn Jahre aufbewahrt werden. Das Finanzamt kann jederzeit Nachweise anfordern, und eine ordentliche Ablage kann helfen, mögliche Rückfragen schnell zu klären.

Fazit

Die korrekte Eintragung von Renovierungskosten in der Steuererklärung kann erhebliche steuerliche Vorteile bringen. Wichtig ist dabei, die Kosten korrekt zuzuordnen – denn davon hängt ab, ob sie sofort oder nur über mehrere Jahre verteilt berücksichtigt werden können. Die Nutzung einer Steuererklärungssoftware wie WISO Steuer erleichtert diesen Prozess erheblich, da die Software Schritt für Schritt nach allen wichtigen Angaben zur Immobilie und zu den angefallenen Renovierungskosten fragt.

Bei selbstgenutzten Immobilien können Renovierungskosten als Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen geltend gemacht werden, während bei vermieteten Immobilien die vollen Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden können. Die Unterscheidung zwischen Erhaltungsaufwendungen und Herstellungskosten ist dabei entscheidend.

Besonders bei Eigenleistungen ist eine sorgfältige Dokumentation wichtig, da nur tatsächlich entstandene Kosten anerkannt werden. Die Aufbewahrung aller Belege für mindestens zehn Jahre sichert die Nachweispflicht gegenüber dem Finanzamt.

Mit der richtigen Vorbereitung und Dokumentation sowie der Nutzung geeigneter Software können Hausbesitzer und Vermieter sicherstellen, dass sie alle steuerlich zulässigen Renovierungskosten korrekt geltend machen und so ihre Steuerlast optimieren.

Quellen

  1. Renovierungskosten in die Steuererklärung eintragen - Buhl.de
  2. Renovierungskosten für Vermieter - Hausverwalterscout
  3. Renovierungskosten Eigenleistung - Der Steuermeister

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