Einleitung
Die Franken-Therme in Bad Windsheim, ein bedeutender Gesundheits- und Tourismusstandort in der Region Franken, befindet sich derzeit umfassenden Modernisierungs- und Erweiterungsarbeiten. Mit einem Investitionsvolumen von rund 9,6 Millionen Euro wird die Therme trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie planmäßig erweitert und verbessert. Das Projekt umfasst den Bau neuer Solebecken, einen zusätzlichen Zugang zum Salzsee sowie modernisierte Umkleidebereiche. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die geplanten Maßnahmen, die technischen Spezifikationen, die Finanzierung und die Auswirkungen auf den Betrieb sowie die wirtschaftliche Bedeutung für die Region.
Die Modernisierung der Franken-Therme Bad Windsheim
Die Franken-Therme in Bad Windsheim hat im Jahr 2020 eine umfassende Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahme gestartet, die trotz der Corona-Pandemie planmäßig umgesetzt wird. Das Projekt ist eine bedeutende Investition in die Infrastruktur des Gesundheitsstandorts Bad Windsheim und zielt darauf ab, den Besuchern ein noch attraktiveres Erlebnis zu bieten. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bad Windsheim, dem Zweckverband Kurzentrum Bad Windsheim, der Franken-Therme selbst und dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim war entscheidend für die Realisierung dieses Vorhabens.
Die erste Bauphase der Maßnahmen umfasst den Bau eines zweiten zwölfprozentigen Schwebebeckens sowie eines weiteren Außenbeckens mit 1,5-prozentiger Sole. Diese Erweiterungen werden die Attraktivität der Therme deutlich erhöhen und mehr Besuchern gleichzeitig einen Aufenthalt ermöglichen. Zusätzlich wird ein zweiter Zugang zum Salzsee geschaffen, der das Kernstück der Anlage darstellt und von den Planern als "Pfund der Franken-Therme" bezeichnet wird.
Die Bauarbeiten erfolgten bei laufendem Betrieb, was eine besondere Herausforderung darstellte. Dennoch versicherte die Thermenleitung, dass der höchste Komfort für die Besucher während der gesamten Bauphase aufrechterhalten wurde. Der Salzsee selbst, der einzigartige Merkmale der Therme ausmacht, entstand laut dem planenden Architekten Josef Krautloher beinahe zufällig aus einer kleineren Versuchsfläche für "Abfallprodukte" aus den Salzstock-Hohlräumen. Heute ist er das Herzstück der Anlage, dessen Sole im Badewasser wie das "Salz in der Suppe" für das besondere Erlebnis sorgt.
Finanzierung und Unterstützung
Das Modernisierungsprojekt der Franken-Therme Bad Windsheim stellt eine erhebliche finanzielle Investition dar. Insgesamt werden etwa 9,6 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung der Anlage investiert. Eine entscheidende Unterstützung erhielt der Zweckverband Kurzentrum Bad Windsheim als Bauherr durch eine Zuwendung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie in Höhe von vier Millionen Euro. Dieser Zuschuss deckt fast die Hälfte der Gesamtkosten und unterstreicht die hohe Priorität, die die Bayerische Staatsregierung diesem Projekt einräumt.
Die Verhandlungen um diesen Zuschuss waren nach Angaben der Beteiligten äußerst aufwendig. Bürgermeister Bernhard Kisch dankte dem Landtagsabgeordneten Hans Herold für die erfolgreichen Gespräche in München, die es ermöglichten, die knapp 50-prozentige Förderung zu sichern. Herold seinerseits übertrug den Dank an Altbürgermeister Wolfgang Eckardt und den damaligen Zweiten Bürgermeister Gerhard Gerhäuser, die "unermüdlich in München angefragt" hatten und bereits früher eine Zuwendung in Höhe von 7,5 Millionen Euro ermöglicht hatten.
Die Finanzierung der Maßnahme zeigt die enge Verzahnung von kommunaler Ebene, Landespolitik und privatem Engagement. Die Stadt Bad Windsheim, der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und die Franken-Therme arbeiten Hand in Hand, um den Gesundheitsstandort weiter zu stärken und die touristische Infrastruktur der Region zu verbessern. Diese Kooperation wird auch bei der Gewinnung weiterer medizinischer Dienstleistungen für den Kurort deutlich, wie beispielsweise der Anstellung eines zweiten Badearztes.
Technische Spezifikationen der neuen Anlagen
Die Erweiterung der Franken-Therme Bad Windsheim umfasst mehrere technische und infrastrukturelle Verbesserungen, die das Besuchererlebnis signifikant verbessern sollen. Die zentralen Elemente der ersten Bauphase sind zwei neue Solebecken mit unterschiedlichen Salzgehalten, die verschiedenen Bedürfnissen der Badegäste gerecht werden.
Das erste neue Becken ist ein zwölfprozentiges Schwebebecken, das besonders für die schwerkraftarme Bewegung im Wasser geeignet ist. Solche Becken werden traditionell in Kur- und Heilbädern angeboten, da sie die Gelenke entlasten und gleichzeitig die Durchblutung fördern. Der hohe Salzgehalt ermöglicht eine natürliche Auftrieb, der das Gefühl von Schwerelosigkeit im Wasser erzeugt. Diese Eigenschaften machen solche Becken besonders bei Menschen mit Gelenkbeschwerden, Rheuma oder anderen Bewegungseinschränkungen beliebt.
Das zweite Becken ist ein Außenbecken mit einem Salzgehalt von 1,5 Prozent. Dieser niedrigere Salzgehalt entspricht in etwa dem des menschlichen Körpers und eignet sich besonders für längeres Verweilen im Wasser. Das Außenbecken wird die Attraktivität der Therme im Freien erhöhen und den Besuchern die Möglichkeit bieten, das Thermalwasser auch bei gutem Wetter im Freien zu genießen. Die Kombination aus Innen- und Außenbecken schafft vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und erhöht die saisonale Flexibilität der Anlage.
Ein weiteres wichtiges Element der Erweiterung ist der zweite Zugang zum Salzsee. Der Salzsee, der als das "Pfund der Franken-Therme" bezeichnet wird, ist das zentrale und historisch gewachsene Element der Anlage. Der zusätzliche Zugang wird die visitor flow verbessern und den Besuchern mehr Flexibilität bei der Nutzung der verschiedenen Bereiche der Therme bieten. Die Sole im Salzsee, die nach Aussage des Planungsarchitekten Josef Krautloher wie das "Salz in der Suppe" für das besondere Erlebnis sorgt, wird durch diesen zweiten Zugang noch besser zugänglich gemacht.
Infrastrukturverbesserungen und visitor experience
Neben den neuen Beckenanlagen und dem zusätzlichen Zugang zum Salzsee umfasst die Modernisierung der Franken-Therme Bad Windsheim mehrere infrastrukturelle Verbesserungen, die das Besuchererlebnis direkt beeinflussen. Ein zentrales Element ist die Fertigstellung neuer Umkleiden und Spinde, die bis Dezember 2020 abgeschlossen wurden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Kapazität der Umkleidebereiche zu erhöhen und die Wartezeiten für Besucher zu reduzieren.
Die Thermenleitung plant zudem ein Sole-Erlebnis-Zentrum mit einem umgestalteten Eingangs- und Kassenbereich. Dieser Bereich wird künftig auch einen Shop mit Soleprodukten für die Besucher bereithalten, was die Wertschöpfung direkt vor Ort erhöht und zusätzliche Einnahmequellen erschließt. Die Neugestaltung des Eingangsbereiches musste jedoch auf das folgende Jahr verschoben werden, während die anderen Baumaßnahmen planmäßig umgesetzt wurden.
Um die Attraktivität der Therme auch außerhalb der Stoßzeiten zu erhöhen, wurde ein neuer Abendtarif eingeführt. Seit dem 1. Juni können Badegäste Montag bis Donnerstag von 18 bis 22 Uhr die Thermal-Badehallen und den Salzsee für zehn Euro genießen. Dieses Angebot zielt darauf ab, Abendbesucher anzuziehen und die Auslastung der Anlage zu verbessern. Es ist Teil einer strategischen Ausrichtung, die Therme noch stärker als ganzjährigen Treffpunkt zu positionieren.
Betriebliche Herausforderungen während der Corona-Pandemie
Die Modernisierung der Franken-Therme Bad Windsheim fand in einer besonderen Zeit statt – während der Corona-Pandemie. Die Pandemie stellte den Betrieb der Therme vor erhebliche Herausforderungen und beeinflusste auch die Baumaßnahmen. Dennoch verliefen die Umbauarbeiten planmäßig, sodass der neue Anbau im Dezember 2020 wie vorgesehen eröffnet werden konnte.
Nach der Corona-Pause im Frühjahr 2020 nahm die Therme den Betrieb langsam, aber stetig wieder auf. Im Juli 2020 kam es jedoch zu einem spürbaren Rückgang der Besucherzahlen. Nach Angaben der Therme kamen im Juli rund ein Drittel weniger Besucher als in den Vorjahren. Marketingleiterin Kathrin Bergmann nannte zwei Hauptgründe für diese Entwicklung: Viele Badegäste gehörten einer Risikogruppe an, und außerdem seien die Menschen zunächst vorsichtiger gewesen, öffentliche Einrichtungen zu besuchen.
Die Auswirkungen der Pandemie waren auch finanziell spürbar. Es war das erste Mal in der Geschichte der Franken-Therme, dass die Anlage rote Zahlen schrieb. Wie Bürgermeister Jürgen Heckel betonte, war diese Entwicklung jedoch ausschließlich der Corona-Situation geschuldet. Dennoch gelang es der Thermenleitung, alle Arbeitsplätze zu sichern und die visitor numbers wieder zu steigern, was auf die Attraktivität der Modernisierung und die gute Aufarbeitung der Krise zurückzuführen ist.
Die Corona-Pandemie führte auch zu personellen Veränderungen an der Spitze der Franken-Therme. Die beiden Geschäftsführer Elke Strebel und Oliver Fink, die ursprünglich zum Jahresende 2025 gekündigt hatten, zogen diesen Schritt vor. Strebel verließ die Therme bereits Ende Oktober, während Fink ebenfalls früher als geplant ausschied. Strebel erhebt Vorwürfe gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Jürgen Heckel, was zu einer angespannten Situation in der Geschäftsführung führte. Dennoch konnte die Leitung des Projekts sichergestellt werden, und die Modernisierung der Anlage wurde wie geplant fortgesetzt.
Wirtschaftliche Bedeutung für die Region
Die Modernisierung der Franken-Therme Bad Windsheim hat weitreichende wirtschaftliche Bedeutung für die gesamte Region. Die Therme ist nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der touristischen Infrastruktur Frankens. Mit den Erweiterungen und Verbesserungen wird die Anlage noch stärker als Besuchermagnet wirken und zusätzliche Gäste in die Region locken.
Die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bad Windsheim und der Franken-Therme wird auch bei der Bewerbung und dem Ausbau der medizinischen Infrastruktur unterstützt. So wird Dr. Matthias Krause künftig ambulante Badekuren im MVZ der Klinik Bad Windsheim anbieten, was den Ruf der Stadt als Kurstadt weiter stärken wird. Die Franken-Therme möchte hierbei aktiv unterstützen und so eine symbiotische Beziehung zwischen dem Gesundheitsangebot und dem Tourismusstandort schaffen.
Die Investition von 9,6 Millionen Euro in die Modernisierung der Anlage hat auch direkte wirtschaftliche Effekte. Die Baumaßnahmen schufen kurzfristige Arbeitsplätze in der Baubranche, und die verbesserte Infrastruktur wird langfristig mehr Besucher anziehen. Die Einführung des neuen Abendtarifs und der geplante Shop mit Soleprodukten werden zusätzliche Einnahmequellen erschließen und die Wirtschaftlichkeit der Therme nachhaltig verbessern.
Zukunftsaussichten und weitere Planungen
Die erste Bauphase der Modernisierung der Franken-Therme Bad Windsheim wird im Dezember 2020 mit der Eröffnung des neuen Anbaus abgeschlossen. Die Besucher können sich dann über zwei neue Thermalsolebecken, einen zweiten Zugang zum Salzsee sowie neue Umkleiden freuen. Die Neugestaltung des Eingangsbereiches ist für das folgende Jahr geplant und wird dann das Sole-Erlebnis-Zentrum mit Shop komplettieren.
Die Thermenleitung blickt trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie optimistisch in die Zukunft. Die visitor numbers steigen wieder an, und die Modernisierung der Anlage wird die Attraktivität für neue Gäste erhöhen. Die Erweiterungen machen die Therme noch konkurrenzfähiger in einem wachsenden Markt für Wellness- und Gesundheitsangebote.
Langfristig zielt die Franken-Therme darauf ab, ihre Position als führender Gesundheits- und Tourismusstandort in der Region weiter auszubauen. Die enge Zusammenarbeit mit medizinischen Einrichtungen wie der Klinik Bad Windsheim und die kontinuierliche Modernisierung der Infrastruktur sind wichtige Schritte in diese Richtung. Die Therme will nicht nur ein Ort der Entspannung und des Wellness-Erlebnisses sein, sondern auch ein medizinisches Kompetenzzentrum für Badekuren und Gesundheitsvorsorge.
Fazit
Die Modernisierung der Franken-Therme Bad Windsheim ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt mit einem Investitionsvolumen von 9,6 Millionen Euro. Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie verliefen die Bauarbeiten planmäßig, und die Eröffnung des neuen Anbaus erfolgte im Dezember 2020. Das Projekt umfasst den Bau neuer Solebecken, einen zusätzlichen Zugang zum Salzsee sowie modernisierte Umkleidebereiche und wird die Attraktivität der Therme signifikant erhöhen.
Die Finanzierung durch eine 4-Millionen-Euro-Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie zeigt die hohe Priorität, die die Bayerische Staatsregierung diesem Projekt einräumt. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bad Windsheim, dem Landkreis und der Therme war entscheidend für die Realisierung dieses Vorhabens.
Die Franken-Therme hat trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie alle Arbeitsplätze gesichert und verzeichnet wieder steigende visitor numbers. Mit den Erweiterungen und Verbesserungen wird die Anlage noch stärker als Besuchermagnet für die Region wirken und die wirtschaftliche Bedeutung als Gesundheits- und Tourismusstandort weiter ausbauen. Die Zukunftsaussichten für die Franken-Therme Bad Windsheim sind daher trotz der aktuellen Herausforderungen positiv zu bewerten.