Einleitung
Die Friedrich-Junge-Schule (FJS) in der Kieler Langenbeckstraße 64 befindet sich derzeit in einer umfassenden Modernisierungsphase, die sowohl die Sanierung der Grundschule als auch den Neubau der Gemeinschaftsschule umfasst. Der gesamte Gebäudekomplex, der in den 1950er Jahren vom Architekten Rudolf Schroeder erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht, wird grundlegend erneuert. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über den Zeitplan der Baumaßnahmen, die bisherigen Fortschritte und die geplanten Schritte für die Zukunft.
Historischer Hintergrund und Bauprojekt
Die Friedrich-Junge-Schule besteht aus der Friedrich-Junge-Grundschule (FJS-GS) und der Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule (FJS-GemS). Der gesamte Gebäudekomplex wurde in den 1950er Jahren vom damaligen Stadtbaurat Rudolf Schroeder als Pavillonschule errichtet und stellt ein wertvolles Kulturerbe der Stadt dar. Die Anlage ist architektonisch und historisch von Bedeutung, was eine besondere Sensibilität bei den Baumaßnahmen erfordert.
Die Stadt Kiel hat beschlossen, die Grundschule denkmalgerecht zu sanieren, während die Gemeinschaftsschule aufgrund verschiedener Gründen nicht saniert werden konnte. Daher wurde hier für einen Abriss und Neubau entschieden. Diese differenzierte Vorgehensweise ermöglicht es, auf die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Schulformen einzugehen, während der denkmalgeschützte Charakter der An尽可能地 erhalten bleibt.
Sanierung der Grundschule (FJS-GS)
Die Sanierung der Friedrich-Junge-Grundschule wurde bereits erfolgreich abgeschlossen. Bei diesem Projekt wurde besonderer Wert auf den Erhalt des historischen Charakters des Bauwerks gelegt. Die neuen Anforderungen der Schule wurden als ablesbare Zeitschicht mit möglichst geringen baulichen Eingriffen in die Bausubstanz eingewoben.
Ein besonderes Element der Sanierung sind acht freistehende "Differenzierungshäuser", die das pädagogische Konzept der Differenzierung sichtbar machen. Diese Neubauten unterscheiden sich in ihrer unregelmäßigen und spielerischen Anordnung, in Form, Material und Raumzuschnitt von den Bestandsgebäuden. Die Überlagerung der Zeitschichten aus 1952 und 2022 schafft besondere Orte im egalitären Raster der Schroeder-Schule.
Die neuen Häuser wurden aus großformatigen Brettsperrholzelementen gefertigt und den ihnen zugeordneten Klassen in den Klassengärten gegenübergestellt. Sie sind barrierefrei und regengeschützt über Laubengänge erreichbar. Großzügige Verglasungen ermöglichen eine gute Sichtverbindung zwischen Klassenraum und Differenzierungsbereich. Spiel- und Ruheräume befinden sich in den vom Ganztagsbereich genutzten Häusern. Die frische Innengestaltung durch das Kieler Büro Dock Architekten gibt der pädagogischen Arbeit zusätzliche Impulse.
Neubau der Gemeinschaftsschule (FJS-GemS)
Während die Grundschule bereits saniert wurde, befindet sich die Gemeinschaftsschule im Neubau-Prozess. Der Baubeginn war für den Sommer 2023 geplant. Bei dem Projekt handelt es sich um eine zeitgemäße Schule, auf die sich die Schulgemeinschaft sehr freut. Die Investition stellt eine besondere Wertschätzung für die Arbeit der Schule dar.
Planungsphase und Entwurf
Die neue FJS-GemS ist für 6 x 3 Klassen mit jeweils 26 Schüler:innen geplant. Sie umfasst Fachräume, einen Verwaltungsbereich, Mensa, Ganztagsbereiche und eine Dreifeldsporthalle. Die Unterrichtsbereiche sind als Compartments ausgeführt, in denen die Verkehrsflächen als Erweiterung der pädagogisch zu nutzenden Flächen funktionieren.
Das Raumprogramm ist im Wesentlichen durch das Musterraumprogramm Schulen der Stadt Kiel vorgegeben und wurde im Vorplanungsprozess konkretisiert. Der Baukörper des Neubaus nimmt die Zeilenstruktur der Bestandsgebäude auf und wird als 3-geschossiger Riegelbau ausgeführt. Über den zentralen Eingangs- und Mensabereich (2-geschossig; auch für Veranstaltungen nutzbar) erfolgt der Übergang zur eingegrabenen Dreifeldsporthalle.
Die Bruttogrundfläche (BGF) der neuen FJS-GemS beträgt ca. 10.000 m². Das gesamte Projekt umfasst auch die Neuplanung des kompletten Außen- und Schulhofbereichs von insgesamt ca. 12.500 m² inklusive Neuordnung des ruhenden Verkehrs. Darüber hinaus gehört die Ausstattung des Objekts mit hochwertigem, maßgeschneidertem Mobiliar und Installationen für eine moderne Medienausstattung zum Projekt.
Technische Ausführung
Der Neubau wird mit Ausnahme der eingeschlossigen Sporthalle zwei- und dreigeschossig ausgeführt und erhält eine Teilunterkellerung. Die Ausführung erfolgt als Massivbau mit Stahlbetonwänden, -stützen, -sohle und -decken sowie tragenden und nichttragenden Mauerwerkswänden.
Die Dächer werden als Flachdächer mit Begrünung und Photovoltaik ausgeführt. Die Fassade wird mit rotem Verblender und Lochfenstern sowie Pfosten-Riegel-Fassaden gestaltet. Die Gesamtabmessung des Bauwerks beträgt ca. 130 x 60 m, bei einer maximalen Höhe von ca. 12,60 m über OK Terrain. Die Bruttogeschossfläche beträgt ca. 9.700 m², der Bruttorauminhalt gesamt ca. 50.000 m³. Die Erschließung erfolgt über 4 Treppenräume.
Zeitplan und Baufortschritt
Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass die Sanierung der Grundschule bis Juli 2023 abgeschlossen wird, danach der Abriss des Gemeinschaftsschulteils erfolgen und im Anschluss der Neubau der Gemeinschaftsschule realisiert wird. Der geplante Nutzungsbeginn war für Juli 2026 vorgesehen.
Allerdings gab es Verzögerungen im Bauprozess. Ein Hangabsturz hat zu Verzögerungen beim Bau der Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule geführt. Ursprünglich sollte der Schulneubau inklusive Turnhalle bereits im Sommer bezugsbereit sein, doch nun müssen Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte sich noch ein Jahr länger bis 2027 gedulden.
Trotz der Verzögerung hat Baudezernentin Doris Grondke mitgeteilt, dass die Kosten laut Stadt Kiel nicht erheblich gestiegen sind. Die Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule ist derzeit interimsweise in der Ludwig-Richter-Schule untergebracht. Die Hoffnung besteht auf eine schnelle Rückkehr in den Neubau, der moderne Unterrichtsformen unterstützen soll.
Der aktuelle Stand ist, dass der Rohbau im November abgeschlossen werden soll. Danach steht der Innenausbau an. Für das Schuljahr 2027 ist geplant, dass die Schüler an die Langenbeckstraße zurückkehren.
Bauzwischenreinigungen als Teil des Zeitplans
Gemäß den Ausschreibungsunternehmen gehören zu den Bauarbeiten auch spezielle Baureinigungsarbeiten, die in den Zeitplan integriert sind. Diese umfassen:
- Bauzwischenreinigung vor Einbringung Trockenbau Wände
- Bauzwischenreinigung vor Einbringung Estrich
- Bauzwischenreinigung vor Malerarbeiten
- Bauzwischenreinigung vor Einbringung Bodenbelag
- Bauzwischenreinigung vor Abnahme Fenster
- Bauzwischenreinigung vor Abnahme Pfosten-Riegel-Konstruktion
- Endreinigung vor Inbetriebnahme Technik
- Feinreinigung / Hygienereinigung für die Übergabe des Gebäudes
Diese Arbeiten sind wichtige Meilensteine im Bauablauf und stellen sicher, dass die Qualität der Ausführung den Anforderungen entspricht.
Herausforderungen bei der Baumaßnahme
Das Projekt stellt verschiedene Herausforderungen dar. Zum einen muss der denkmalgeschützte Charakter der An尽可能地 erhalten bleiben, während die Anforderungen einer modernen Schule umgesetzt werden. Zum anderen ergeben sich technische Herausforderungen durch die Hanglage des Grundstücks, die bereits zu einem Hangabsturz führten.
Die Bauarbeiten müssen zudem so geplant und durchgeführt werden, dass der Schulbetrieb in der benachbarten Grundschule und die interimweise untergebrachte Gemeinschaftsschule nicht unnötig gestört werden. Die Koordination zwischen verschiedenen Gewerken und die Einhaltung des Zeitplan sind weitere Herausforderungen.
Ausblick und Bedeutung für Kiel
Die Modernisierung der Friedrich-Junge-Schule ist ein bedeutendes Projekt für die Stadt Kiel. Es handelt sich um eine der wertvollsten Kieler Pavillonschulen, deren Erhalt und Modernisierung für die Stadt von großer kulturhistorischer Bedeutung ist. Gleichzeitig wird eine moderne Lernumgebung für Schülerinnen und Schüler geschaffen, die den pädagogischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht.
Die Investition stellt auch eine besondere Wertschätzung für die Arbeit der Schule dar. Die neue Schule soll moderne Unterrichtsformen unterstützen und einen attraktiven Lernort für die Schulgemeinschaft schaffen. Die Planung des Außenbereichs mit einer Fläche von ca. 12.500 m² bietet zudem die Möglichkeit, hochwertige Freiräume für Pausen, Unterricht und Veranstaltungen zu schaffen.
Fazit
Die Sanierung und der Neubau der Friedrich-Junge-Schule in Kiel ist ein komplexes Projekt, das sensibel mit dem denkmalgeschützten Bestand umgeht und gleichzeitig eine moderne Lernumgebung schafft. Die Sanierung der Grundschule wurde bereits erfolgreich abgeschlossen, während der Neubau der Gemeinschaftsschule trotz Verzögerungen gut voranschreitet. Derzeit wird der Rohbau fertiggestellt, bevor mit dem Innenausbau begonnen wird. Die Schüler sollen zum Schuljahr 2027 in die neue Schule einziehen. Das Projekt unterstreicht die Wertschätzung der Stadt Kiel für ihre Bildungseinrichtungen und den Beitrag, den sie zur Qualität des Schulwesens leisten.
Quellen
- Hitzler Ingenieure - Abriss und Neubau der Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule in Kiel
- Schmiederdau - Friedrich-Junge Grundschule
- FJS Kiel - Die neue Schule, so wird sie aussehen
- Kieler Nachrichten - So läuft Bau der Friedrich-Junge-Schule
- Ausschreibungen Deutschland - Sanierungsmaßnahme Friedrich-Junge-Schule