Energetische Sanierung in Frankreich: Förderungen, Vorschriften und der Weg zu niedrigem Energieverbrauch

Die energetische Sanierung von Gebäuden ist ein zentraler Baustein für den Übergang zu einer nachhaltigen und klimaschutzorientierten Baupraxis. Insbesondere in Frankreich wurde in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Förder- und Beratungskonzept aufgebaut, das sowohl private Haushalte als auch Eigentümergemeinschaften gezielt unterstützt. Die hohe gesetzliche Verpflichtung, den Energiebedarf und die CO2-Emissionen im Gebäudebestand zu senken, hat zu umfassenden Maßnahmen geführt. In Frankreich ist die Bauwirtschaft für rund 44 Prozent des Endenergieverbrauchs und 25 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Daher ist die Sanierung bestehender Gebäude ein zentrales Element, um die Ziele der CO2-Neutralität bis spätestens 2050 zu erreichen. Die vorgeschriebene Umstellung auf das Konzept des „Bâtiment Basse Consommation“ (BBC), also Gebäude mit geringem Energiebedarf, ist ein langfristiges Ziel, das über umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in den nächsten Jahrzehnten umgesetzt werden muss.

Die Maßnahmen zur Energieeffizienz beinhalten insbesondere die Dämmung der thermischen Hülle, den Austausch der Heizungsanlage sowie die Optimierung der Lüftung. Die Dämmung gilt dabei als kosteneffektiveste Maßnahme, da über das Dach bis zu 30 Prozent des Wärmeschutzes verloren gehen können, wenn die Dachdämmung mangelhaft ausgeführt ist. Die Sanierung von Dach, Dachgeschoss, Fassade, Boden und Fenstern ist daher in der Reihenfolge der Wirkungskraft besonders zu beachten. Besonders hohe Priorität hat die Dachdämmung, da sie sowohl den Wärmeschutz als auch die Lärmdämmung verbessert. Auch die Heizungsmodernisierung ist ein Schwerpunkt, wobei jedoch auf die Art der beizubehaltenden oder einzubauenden Heizungsart geachtet werden muss: Eine Heizung, die überwiegend mit fossilen Brennstoffen betrieben wird, beispielsweise mit Öl oder Kohle, ist in der Regel nicht förderfähig, wenn es um umfangreiche Sanierungsprojekte geht.

Ein zentrales Element des französischen Sanierungssystems ist die zentrale Anlaufstelle France Rénov‘, die seit dem 1. Januar 2022 für alle energetischen Sanierungsmaßnahmen zuständig ist. Sie fungiert als Ansprechpartner für alle Betroffenen – ob Privatpersonen, Eigentümergemeinschaften oder Vermieter – und bietet eine umfassende, kostenlose Beratung an. Diese umfasst von der Erhebung der Ist-Verhältnisse über die Erstellung eines Sanierungskonzepts bis hin zur Umsetzung und Nachverfolgung der Maßnahmen. Dabei begleitet ein Berater der Einrichtung die Eigentümerin oder den Eigentümer von der ersten Besichtigung des Gebäudes bis hin zur Fertigstellung aller Arbeiten. Eine Besonderheit ist, dass die Erstellung eines umfassenden Gutachtens zur Energieeffizienz, wie es in einigen anderen Ländern üblich ist, in Frankreich nicht zwingend erforderlich ist. Stattdessen führt ein Mitarbeiter von France Rénov‘ vor Ort eine kostenlose Begutachtung durch, die als Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln dient. Es ist zudem zu beachten, dass eine private Beauftragung eines Gutachtens nicht zu einer Kostenerstattung führt.

Für die Inanspruchnahme der staatlichen Förderung ist zwingend notwendig, dass die Sanierungsarbeiten von einem „RGE“-zertifizierten Unternehmen durchgeführt werden. RGE steht für „Reconnu Garant de l’Environnement“ und ist eine nationale Zertifizierungsstelle, die Nachweise über umweltfreundliche Sanierungsleistungen erhebt. Nur durchgeführte Arbeiten durch solche Betriebe sichern die Zulässigkeit der Förderung. Eine Liste geeigneter Handwerksbetriebe ist über die Website von France Rénov‘ abrufbar. Darüber hinaus ist die Anmeldung über das System notwendig, um Anspruch auf die Finanzhilfen zu erhalten.

Die wichtigsten Förderinstrumente setzen sich aus mehreren Quellen zusammen. Die nationalen und lokalen Hilfen werden über ein differenziertes System vergeben, das das Einkommen der Empfänger berücksichtigt. Die Devise lautet: Je geringer das Einkommen, desto höher die Förderung. Als Maßstab dient dabei das steuerliche Referenzeinkommen. Für die Beantragung der Maßnahmen ist zudem eine steuerliche Ansiedlung in Frankreich notwendig, da die Förderung ansteuerliche Voraussetzungen knüpft. Allerdings gibt es auch Finanzhilfen, die unabhängig von der Steueransässigkeit gewährt werden, beispielsweise über Zertifikate für Energieeinsparungen (CEE) oder den zinslosen Kredit „éco-prêt à taux zéro“ (Eco-PTZ). Auch steuerliche Erleichterungen wie eine Befreiung von der Grundsteuer oder eine Senkung der Mehrwertsteuer werden angeboten.

Ein zentrales Förderinstrument ist die „MaPrimeRénov‘“, die in mehreren Varianten zur Verfügung steht. Die Variante „MaPrimeRénov‘ Rénovation d’ampleur“ richtet sich an umfangreiche Sanierungsprojekte, die mehrere Baubereiche betreffen. Sie setzt voraus, dass die Energieeffizienzklasse des Gebäudes um mindestens zwei Stufen verbessert wird, zum Beispiel von Klasse F oder G auf Klasse E oder C. Um die Förderung in Anspruch nehmen zu können, ist zudem notwendig, dass die Immobilie als Hauptwohnsitz genutzt wird – mindestens acht Monate pro Jahr. Die Inanspruchnahme setzt ferner eine Begleitung durch einen „Conseiller France Rénov‘“ beziehungsweise „Accompagnateur Rénov‘“ vor Ort voraus. Die Maßnahmen können in zwei Etappen innerhalb von insgesamt fünf Jahren durchgeführt werden. Es müssen zudem mindestens zwei Dämmmaßnahmen umgesetzt werden, zum Beispiel Dach, Fassade, Boden oder Fenster. Die Nutzung von Heizsystemen, die auf fossilen Brennstoffen basieren, ist ausgeschlossen, um der CO2-Vermeidung Rechnung zu tragen. Zudem muss sichergestellt werden, dass die Immobilie innerhalb von drei Jahren nach Genehmigung der Förderung genutzt wird.

Neben dieser umfassenden Variante gibt es „MaPrimeRénov‘ Parcours par geste“ (mono-geste), die gezielte Maßnahmen fördert, ohne dass umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich sind. Diese Variante eignet sich beispielsweise zur Förderung der Installation von Thermostaten, zur Dämmung von Fenstern oder zur Verbesserung der Lüftungseinrichtungen. Sie zielt darauf ab, den Energieverbrauch zu senken, ohne dass umfangreiche Umbauten nötig sind. Für Eigentümergemeinschaften gibt es zudem das Programm „MaPrimeRénov‘ Copropriété“, das die Sanierung sowohl von privaten als auch von gemeinsamen Teilen innerhalb einer Eigentumswohnung oder eines Hauses ermöglicht, sofern sie im Rahmen kollektiver Vorhaben durchgeführt werden.

Neben der nationalen Förderung über MaPrimeRénov‘ gibt es auch die Unterstützung durch die nationale Agentur für Wohnungswesen, die ANAH (Agence nationale de l’habitat). Diese öffentliche Einrichtung untersteht mehreren Ministerien und hat die Aufgabe, den Bestand an privater Wohnraumfläche in Frankreich zu sichern und zu verbessern. Sie fördert ebenfalls energetische Sanierungsmaßnahmen, insbesondere in ländlichen Regionen oder in Altbauten mit schlechter Energieeffizienz. Die ANAH setzt dabei auf ein bedarfsorientiertes Fördermodell, das insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen anspricht. Auch hier ist eine Steuererklärung in Frankreich notwendig, um Anspruch auf die Unterstützung zu haben. Allerdings ist die Förderung nicht auf Einkommensgrenzen beschränkt, sondern richtet sich nach der Art der Maßnahme und dem energetischen Bedarf des Gebäudes.

Weitere Finanzhilfen stammen aus dem Bereich der Zertifikate für Energieeinsparungen (CEE). Diese werden von Energieversorgungsunternehmen anerkannt, die ihre Verpflichtung zur Einsparung von Energie erfüllen müssen. Sie können an Eigentümer von Gebäuden weitergegeben werden, die bestimmte Sanierungsmaßnahmen umsetzen, und dienen als Zahlungsinstrument, das entweder in bar oder als Gutschrift auf dem Konto übernommen werden kann. Ebenso wird der „éco-prêt à taux zéro“ (Eco-PTZ) angeboten, der einen zinslosen Kredit für energetische Maßnahmen bereitstellt. Diese Finanzierungshilfe ist für Sanierungen mit hohem Aufwand, beispielsweise den Austausch der gesamten Heizungsanlage, geeignet.

Zur weiteren Förderung der energetischen Sanierung wurde ab dem 1. Januar 2026 eine neue Vorschrift eingeführt: Ab diesem Zeitpunkt ist die Erstellung eines Energie-Audits, das die Energieeffizienz eines Gebäudes umfassend erfasst, verpflichtend. Dieses Audit dient der besseren Abschätzung des Sanierungsbedarfs und ist für alle Immobilien notwendig, die in den Energieklassen E, F oder G liegen. Bis dato ist die Erstellung einer Energieeffizienz-Diagnose (DPE) Pflicht, seit 2022 wird diese durch ein Energie-Audit ergänzt. Die genaue Umsetzung des Audit-Systems ist jedoch noch nicht abschließend geregelt. Es ist jedoch zu erwarten, dass künftig eine umfassende Bewertung der Gebäudehülle, der Heizungsanlage und der Lüftungspflichten abgedeckt wird.

Besonders wichtig ist die Einhaltung der Vorschrift, dass bei Verkauf oder Vermietung von Gebäuden der Energiebedarf erfasst und dokumentiert werden muss. Sollte ein Eigentümer bei der Miete oder beim Verkauf einer Immobilie mit der Angabe der Energieeffizienzklasse in Rückstand verbleiben, droht eine Geldbuße von 3.000 bis 15.000 Euro. Diese Vorschrift tritt ab 2025 für Gebäude in den Klassen E, F und G in Kraft. Die Pflicht zur Angabe der Energieeffizienz ist damit ein zentraler Baustein der europäischen Energiepolitik, da sie Transparenz schafft und den Markt für umweltfreundliche Immobilien stärkt.

Ein weiteres Themenfeld, das mit der energetischen Sanierung verknüpft ist, ist die Inanspruchnahme von Immobilien in Frankreich. Für ausländische Käufer, die beispielsweise ein Ferienhaus oder ein Altbausanierungsprojekt in der Provence, der Dordogne oder in der Normandie erwerben möchten, ist es ratsam, auf ein umfassendes Beratungsangebot zurückzugreifen. Anbieter wie Franimo vermitteln ein umfangreiches Sortiment an Immobilien – von herzustellenden Häusern und Bauernhöfen über historische Herrenhäuser bis hin zu luxuriösen Villen an der Mittelmeerküste. Besonders eindrücklich ist die Tatsache, dass viele dieser Immobilien in ländlichen Gegenden liegen, in denen die Sanierungskosten oft geringer sind, aber die Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden steigt. Auch für Gewerbeimmobilien, wie beispielsweise Ferienhäuser, Gaststätten oder Campingplätze, gibt es ein breites Angebot.

Insgesamt zeigt sich, dass Frankreich mit einem umfassenden und mehrschichtigen System an Förderungen, Beratungsdienstleistungen und gesetzlichen Auflagen auf den Weg zur Energieeffizienz und Klimaneutralität setzt. Die Kombination aus finanzieller Unterstützung, Beratung durch spezialisierte Einrichtungen wie France Rénov‘ und der Einführung neuer Vorschriften wie des Pflicht-„Energie-Audits“ ab 2026 sichert eine nachhaltige Entwicklung des Gebäudebestands. Insbesondere die Kombinierbarkeit mehrerer Förderinstrumente – wie MaPrimeRénov‘, CEE, Eco-PTZ und staatliche Zuschläge – ermöglicht es, die Sanierungskosten zu senken und dennoch qualitativ hochwertige Maßnahmen umzusetzen. Die Voraussetzungen sind klar definiert, aber es ist wichtig, dass alle Beteiligten die nötigen Schritte reibungslos durchführen, um die Förderung zu sichern.

Fazit ist, dass die energetische Sanierung in Frankreich heute ein etabliertes, stark gefördertes und systematisch begleitetes Verfahren ist. Es setzt auf eine Kombination aus Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und sozialer Verantwortung. Für Eigentümer, Vermieter und Sanierer ist es daher ratsam, frühzeitig über die Beratung durch France Rénov‘ zu kontaktieren, um die richtigen Förderungen zu erhalten und die Sanierung nachhaltig und kostensparend umzusetzen.

Quellen

  1. France Rénov' – Energieeffizienz und Förderung in Frankreich
  2. Frankreich: Macron eröffnet Schloss für französische Sprache
  3. Franimo – Immobilien in Frankreich kaufen

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