Sanierung der Schleusen am Finowkanal: Baufortschritt, Bauweisen und Sanierungsmeilensteine

Die Sanierung der zwölf historischen Schleusen am Finowkanal ist ein umfangreiches, denkmalpflegerisch und technisch hochwertiges Bauvorhaben des Zweckverbandes Region Finowkanal. Der Schwerpunkt der Baumaßnahmen liegt auf der Instandsetzung und Erneuerung der Schleusen in den Gemeinden Ruhlsdorf, Leesenbrück, Grafenbrück, Schöpfurt, Heegermühle und Wolfswinkel. Die Arbeiten wurden am 17. Februar 2023 mit dem feierlichen Spatenstich in Ruhlsdorf eröffnet und sind nach Stand der Unterlagen für das Jahr 2026 vorgesehen. Der Abschluss der Maßnahmen erfolgt ab der Saison 2026 mit dem Betrieb durch den Zweckverband. Die Baustellenarbeiten umfassen umfangreiche Maßnahmen an den Schleusen selbst, wie den Erhalt der historischen Bauelemente, die Errichtung neuer Bauteile und die Inbetriebnahme neuer Steuerungssysteme. Besonders hervorgehoben wird die hohe Qualität der Bauleistungen, die unter Einhaltung des Denkmalschutzes und mit besonderem Augenmerk auf die Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes erfolgt.

Die Sanierung der Schleusen am Finowkanal ist ein umfassendes Projekt, das die Sanierung der gesamten Bauwerke umfasst. Der Baustellenbetrieb erfolgt in mehreren Abschnitten, wobei jeweils ein Schwerpunkt gesetzt wird. So wurde beispielsweise in Ruhlsdorf mit der Herstellung der Baustellenverkehrswege und der Baustellenraumgestaltung begonnen. Die Bauleute arbeiteten beispielsweise an der Anbindung der Baustelle über die Angermünder Straße. Die Erweiterung der Zufahrt Nord durch Asphaltierung wurde innerhalb der Osterferien abgeschlossen. Dieser Schritt ist notwendig, um den reibungslosen Transport von Baumaterialien und Baugeräten zu gewährleisten.

Ein zentrales Element der Sanierung ist die Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes der Schleusen. Dafür wurden die historischen Granitsteinmauern sorgfältig untersucht und im Anschluss an den Erhalt der Bauteile wieder eingebaut. In Ruhlsdorf und Leesenbrück wurden beispielsweise die Steinmauern sorgfältig abgebaut, um Baufreiheit für die Sanierungsarbeiten zu schaffen, und danach unter Verwendung der alten Materialien an denselben Stellen wieder aufgebaut. Diese Maßnahme sichert die Erhaltung des kulturellen und architektonischen Erbes der Schleusen.

Zusätzlich zu den Maßnahmen zur Erhaltung des äußeren Erscheinungsbildes der Schleusen werden auch die notwendigen Innenraum- und Betriebseinrichtungen erneuert. So wurde in Ruhlsdorf die Kammer-Sohle in mehreren Abschnitten betoniert. Dazu gehörte die Herstellung der Bewehrung aus Betonstahl, die eine äußerst belastbare und stabile Grundlage für die spätere Schleusenkonstruktion bildet. Das Bewehrungsgeflecht wurde dabei sorgfältig hergestellt, um die notwendige Tragfähigkeit zu sichern. Anschließend wurde die Schleusensohle in mehreren Schritten betoniert, um eine gleichmäßige und feste Verbindung zwischen den Bauteilen herzustellen. In den folgenden Abschnitten wurden auch die notwendigen Stahlbauteile, beispielsweise zur Aufnahme der zukünftigen Schleusentore im Unterhaupt, eingebaut. Diese Teile sind von entscheidender Bedeutung für die spätere Funktion der Schleuse und sichern die feste Verankerung der Tore.

In einigen Fällen wurde die Baustellenplanung den besonderen Gegebenheiten angepasst. So konnte beispielsweise bei der Sanierung der Schleuse Heegermühle aufgrund der Erkenntnis, dass kein Wasser in die Baugrube drückt, auf aufwendige und zeitraubende Maßnahmen wie das Einbringen von Mikropfählen, das Einbringen von Unterwasserbeton und das Lenzen der Baugrube verzichtet werden. Dies hat zu einer erheblichen Beschleunigung der Bauphase geführt. Zudem wurde in Heegermühle die Zufahrt für Baufahrzeuge innerhalb kurzer Zeit hergestellt, da keine besonderen Einschränkungen bezüglich des Baugrubenwassers bestanden.

Die Baustelle in Wolfswinkel ist ebenfalls fortgeschritten. Es wird ein umfangreiches Verfüllungsprojekt durchgeführt, bei dem rund 2200 Kubikmeter Boden notwendig sind, um eine ausreichend große Bewegungsfläche für die kommenden Arbeiten zu schaffen. Dieser Schritt ist notwendig, um die Baustelle für die weitere Bauphase vorzubereiten. Gleichzeitig wurde auch eine Stützmauer für den Oberhauptbereich errichtet. In Grafenbrück wurde 2024 die Spundwand zwischen den Baugruben entfernt, wodurch die Baumaßnahmen vorangebracht wurden.

Ein weiterer Baustellenabschnitt ist die Sanierung des Betriebsgebaudes in Ruhlsdorf. Hier wurde das Gebäude schrittweise abgebaut, um Baufreiheit für die Sanierung der Schleuse zu schaffen. Das Gebäude wird nun unter Beibehaltung der alten Baustoffe und Bauelemente wieder aufgebaut. Diese Maßnahme sichert die Erhaltung der historischen Bausubstanz und sichert die Identität der Schleuse innerhalb des Ortsbildes.

Neben der physischen Sanierung der Schleusen wird auch an der technischen Ausstattung gearbeitet. So wurde in Wolfswinkel beispielsweise die Schaltanlage für die Schleusentore aufgebaut. Zudem wurde in Schöpfurt die Inbetriebnahme der Automatisierung abgeschlossen. Die notwendigen Vorarbeiten für die Elektrotechnik wurden abgeschlossen und die Schächte für die Weiterschleusungsschalter wurden in die Kammerwände geschnitten. Diese Maßnahme ist notwendig, um die spätere Steuerung der Schleusen zu sichern. Die Bauleute arbeiteten hierbei lärmbeständig, um die Umweltbelastung zu minimieren.

Ein weiterer Baustellenabschnitt ist die Errichtung einer Leitzentrale, die die Steuerung aller Schleusen am Finowkanal übernimmt. Diese wurde in den letzten Monaten saniert und erweitert, um die Überwachung der Schleusen in Zukunft zentral von einem Ort aus zu ermöglichen. Die Leitzentrale wurde außerhalb der Schleusensaison umgebaut und ist nun für den Probebetrieb bereit. Die modulare Bauweise der Leitzentrale erlaubte es, dass die Erweiterung problemlos durchgeführt werden konnte. In Zukunft werden alle Schleusen der Region über die Leitzentrale gesteuert. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer zentralisierten und effizienten Steuerung der Schleusen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sanierung der Schleusen am Finowkanal ein umfassendes und denkmalpflegerisch hochwertiges Projekt ist. Es umfasst die Sanierung der Schleusen selbst, die Erneuerung der technischen Ausstattung und die Inbetriebnahme neuer Steuerungssysteme. Die Bauleute arbeiten dabei nachvollziehbar, sorgfältig und mit hoher Qualität. Die Maßnahmen sichern die Erhaltung des kulturellen und architektonischen Erbes der Schleusen und sichern zudem die Zukunftsfähigkeit des Kanalnetzwerks.

Fazit

Die Sanierung der Schleusen am Finowkanal ist ein umfassendes und denkmalpflegerisch hochwertiges Projekt. Es umfasst die Sanierung der Schleusen selbst, die Erneuerung der technischen Ausstattung und die Inbetriebnahme neuer Steuerungssysteme. Die Bauleute arbeiten dabei nachvollziehbar, sorgfältig und mit hoher Qualität. Die Maßnahmen sichern die Erhaltung des kulturellen und architektonischen Erbes der Schleusen und sichern zudem die Zukunftsfähigkeit des Kanalnetzwerks. Die Baustellenarbeiten laufen nach Plan und es ist zu erwarten, dass die Arbeiten bis 2026 abgeschlossen sind. Die Inbetriebnahme der Leitzentrale ermöglicht zudem eine zentrale Überwachung und Steuerung aller Schleusen.

Quellen

  1. Baulexikon Staubschutztür hält Schmutz beim Renovieren fern
  2. Finowkanal-Bautagebuch: Sanierung der Schleusen am Finowkanal
  3. Sanier.de: Türzargen und Tür im Trockenbau einbauen

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