Die elektrische Unterverteilung stellt das Herzstück der Haustechnik in jedem Gebäude dar. Sie sorgt für eine sichere und funktionale Verteilung des elektrischen Stroms zu den einzelnen Verbrauchern. Insbesondere bei Sanierungen oder Neubauten kommt es auf eine fachgerechte Planung und Montage an, um den aktuellen Normen, wie der DIN 18015, zu entsprechen und eine hohe Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Ein weit verbreiteter Hersteller in diesem Bereich ist Hager, dessen Komponenten und Verteilerschränke häufig Einsatz finden. Dieser Artikel beleuchtet die Eigenschaften, die Montage und die Verdrahtung von Hager-Unterverteilungen, basierend auf den vorliegenden Informationen über ein spezifisches Angebot eines Fachbetriebs und allgemeinen Hinweisen zur Handhabung der Produkte.
Eigenschaften und Ausstattung von Hager-Unterverteilungen
Das vorliegende Material beschreibt ein konkretes Angebot für eine vorverdrahtete Hager-Unterverteilung. Diese wird nach den Vorgaben der DIN 18015 gefertigt und ist für die Aufputzmontage vorgesehen. Ein zentrales Merkmal ist die Vorausverdrahtung, die eine schnelle und unkomplizierte Installation ermöglicht. Die Verteiler sind anschlussfertig geliefert, was den Aufwand vor Ort deutlich reduziert.
Die allgemeinen Eigenschaften der angebotenen Ausstattungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Verteilerkasten: Es kommt ein Hager Kleinverteiler mit 4 Reihen zum Einsatz. Die Außenmaße des konkreten Modells (Serie Volta, Typ VA48CN) betragen 640 x 305 x 96,5 mm (H x B x T).
- Einbaugeräte: Die Bestückung erfolgt ausschließlich mit Einbaugeräten des Herstellers Hager. Dazu zählen Leitungsschutzschalter (LSS) und Fehlerstromschutzschalter (FI).
- Überspannungsschutz: Als Schutz vor Überspannungen wird eine DEHN DG M TNS 275 verbaut.
- Anschlusstechnik: Die Verteiler werden mit einem Hauptleitungsabzweigklemmenblock (HLAK) oder alternativ Einspeiseklemmen ausgeliefert. Die Verdrahtungsleitung verwendet den Querschnitt H07V-K 10mm².
- Zubehör: Die Lieferung umfasst die Tür für den Verteiler sowie PE- und N-Klemmen und weiteres Standardzubehör.
- Ausfallsicherheit: Das Konzept der Unterverteilung sieht vor, dass im Fehlerfall weniger als 50 % der Gesamtanlage ausfallen. Dies wird durch eine Verteilung auf maximal 6 Wechselstromkreise pro Fehlerstromschutzschalter erreicht.
- Einbautiefe: Die Verteiler sind für Geräte mit einer Einbautiefe von bis zu 70 mm geeignet und werden in der Farbe Grau geliefert.
Montage im Trockenbau und auf Putz
Die Montage der Unterverteilung ist ein entscheidender Schritt, der Präzision erfordert. Das angebotene System zielt auf eine maximale Vereinfachung des Installationsprozesses ab. Die Vorgehensweise wird in den bereitgestellten Informationen prägnant beschrieben:
- Montage des Verteilers: Zunächst wird der leere Verteilerkasten an der Wand fixiert. Ob es sich dabei um eine Installation im Trockenbau oder auf Putz handelt, wird im Detail nicht spezifiziert, jedoch deutet die Bezeichnung "Aufputz" auf die primäre Anwendung hin. Im Trockenbau wäre hierfür ein entsprechender Wanddurchbruch oder die Montage auf einer Unterkonstruktion notwendig.
- Anschluss der Hauptzuleitung: Die ankommende Hauptzuleitung wird auf den Hauptleitungsabzweigklemmenblock (HLAK) gelegt.
- Anschluss der Verbraucherleitungen: Die von der Unterverteilung zu den einzelnen Räumen oder Verbrauchern führenden Leitungen werden direkt auf die entsprechenden Automaten (LSS oder FI) aufgelegt.
Dieses Vorgehen ermöglicht eine sehr schnelle Fertigstellung der Installation. Ein wichtiger Hinweis betrifft die Sicherheit: Vor der Inbetriebnahme müssen alle Schraubverbindungen, die sich eventuell durch den Transport gelockert haben, nachgezogen werden. Zudem ist die Anschluss- und Inbetriebnahme zwingend durch einen Fachelektriker vorzunehmen. Dies ist nicht nur eine Empfehlung, sondern gesetzliche Vorgabe, um die Sicherheit der Anlage und der Nutzer zu gewährleisten.
Besonderheiten bei der Installation
Ein Aspekt, der bei der Installation von Verteilern im Trockenbau oft relevant ist, ist der korrekte Einbau in die Wanddurchbrüche oder auf die Metallständer. Obwohl die Informationen sich primär auf Aufputz-Montage beziehen, sind die Grundsätze der Verdrahtung übertragbar. Die Kompatibilität mit einer Einbautiefe von bis zu 70 mm ist ein wichtiger Hinweis auf die Flexibilität der verbauten Komponenten.
Verdrahtung und Anschlusstechnik
Die Verdrahtung der Unterverteilung ist ein Kernstück der elektrotechnischen Installation. Das Angebot betont, dass die Verteiler "vollständig anschlussfertig" und "vorverdrahtet" sind. Dies bedeutet, dass die Verbindungen zwischen den Klemmen und den Automaten bereits im Werk hergestellt wurden.
- Verdrahtungsleitung: Es wird das Kabel H07V-K mit einem Querschnitt von 10 mm² eingesetzt. Dieser Querschnitt ist für die Hauptverteilung und die Anbindung der Automaten üblich und gewährleistet eine geringe Erwärmung und hohe Strombelastbarkeit.
- HLAK vs. Einspeiseklemmen: Die Wahl zwischen Hauptleitungsabzweigklemmenblock (HLAK) und Einspeiseklemmen hängt von der konkreten Anwendung und der Art des Anschlusses ab. Der HLAK bietet eine strukturierte Möglichkeit, die Hauptzuleitung auf mehrere Verteiler abzuzweigen.
- Fehlerstromschutzschalter (FI): Eine wichtige Regelung ist die Begrenzung der Anzahl der Wechselstromkreise pro FI auf maximal 6. Diese Maßnahme dient der erhöhten Ausfallsicherheit. Fällt ein FI aus, werden nur die damit geschützten maximal 6 Stromkreise unterbrochen, während der Rest der Anlage weiterhin funktionsfähig bleibt. Dies ist ein wesentlicher Aspekt für die Planung der Stromkreise in einem Gebäude.
Wartung und Instandhaltung
Auch wenn die Verteiler wartungsarm sind, sind regelmäßige Prüfungen notwendig. Die Informationen verweisen explizit darauf, dass vor der Inbetriebnahme alle Schraubverbindungen überprüft und nachgezogen werden müssen. Dies ist ein kritischer Sicherheitscheck, der Fehlfunktionen durch Wärmeentwicklung an schlecht sitzenden Klemmen verhindert. Zudem wird empfohlen, dass die gesamte Installation durch einen Fachbetrieb erfolgen sollte. Dieser kann auch die ordnungsgemäße Funktion der Schutzmaßnahmen, wie den Test der Fehlerstromschutzschalter, überprüfen.
Kritische Betrachtung der Quellen und Informationen
Die vorliegenden Informationen stammen primär aus einem Produktangebot eines bei der Handwerkskammer eingetragenen Fachbetriebs. Dies garantiert, dass die beschriebenen Komponenten und das Konzept der vorverdrahteten Verteiler den gängigen Standards entsprechen. Die Nennung der DIN 18015 ist ein Indikator für die Einhaltung von Normen im Wohnungsbau.
Allerdings sind die Informationen in den Quellen lückenhaft. Es werden keine detaillierten technischen Zeichnungen, Schaltpläne oder eine explizite Anleitung für die Montage im Trockenbau gegeben. Die Beschreibung der Montage ist sehr allgemein gehalten ("Unterverteilung Montieren"). Ebenso fehlen detaillierte Angaben zur Überspannungsschutz-Komponente DEHN DG M TNS 275, abgesehen von ihrer Nennung. Die Angaben zur Ausfallsicherheit sind eine wichtige planerische Information, aber es fehlen Details zur konkreten Stromkreisaufteilung.
Es ist davon auszugehen, dass die spezifischen Montageanleitungen für die einzelnen Komponenten (wie den Verteilerkasten oder die Automaten) separat vom Hersteller Hager bezogen werden müssen. Die bereitgestellten Texte dienen eher der Verkaufsförderung und der Beschreibung des Leistungsumfangs eines Dienstleisters als einer vollumfänglichen technischen Anleitung. Für eine reale Installation sind daher zwingend die vom Hersteller bereitgestellten Montageanleitungen und die Normenreihenfolge (z.B. DIN VDE 0100) heranzuziehen.
Fazit
Die Hager-Unterverteilung nach DIN 18015, wie in dem Angebot beschrieben, stellt eine moderne und sichere Lösung für die Stromverteilung in Wohn- und Geschäftsgebäuden dar. Der Fokus liegt auf einer hohen Vorverdrahtung, die eine schnelle Installation ermöglicht und die Fehleranfälligkeit vor Ort minimiert. Die Verwendung von Qualitätskomponenten des Herstellers Hager, inklusive Leitungsschutzschaltern, Fehlerstromschutzschaltern und einem Überspannungsschutz, gewährleistet einen umfassenden Schutz der Anlage. Das Prinzip der Begrenzung auf sechs Stromkreise pro FI-Schalter ist ein entscheidender Vorteil für die Redundanz und Betriebssicherheit.
Für die Praxis bedeutet dies, dass Fachbetriebe in der Lage sind, schnell und effizient normgerechte Verteiler zu installieren. Für den Endanwender oder den Bauherrn bietet dies eine hohe Planungssicherheit. Wichtig bleibt jedoch, dass die Installation, insbesondere der Anschluss der Hauptzuleitung und die Inbetriebnahme, ausschließlich von zugelassenen Elektrofachkräften durchgeführt werden darf. Die vorgestellten Komponenten sind ein Beispiel für die fortschreitende Standardisierung und Optimierung in der modernen Elektroinstallation, wobei die konkrete Umsetzung immer den individuellen Gegebenheiten und den detaillierten Herstellerangaben angepasst werden muss.